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Wort des Bezirksbürgermeisters

Charlottenburg-Wilmersdorf März 2017

Erschienen in Gazette Charlottenburg und Wilmersdorf März 2017
Reinhard Naumann
Reinhard Naumann

Liebe Bürgerinnen und Bürger in Charlottenburg-Wilmersdorf!

Ich freue mich sehr, dass ich am 3. März um 11.30 Uhr die neue Vorschule in der vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) getragenen Notunterkunft im ehemaligen Rathaus Wilmersdorf am Fehrbelliner Platz eröffnen kann.

Vorschule in der Notunterkunft

Im Rahmen des Projektes „Der kleine Stern“ sind dort zwei Vorschulgruppen geplant mit je 15 Kindern im Alter von 4 bis 6 Jahren, die noch keinen Kitaplatz haben oder von der Schule zurückgestellt wurden. Bislang gibt es eine Vorschulgruppe, die von Ehrenamtlichen täglich von 10 bis 12 Uhr betreut wird.

Das Projekt „Der kleine Stern“ bezieht 4 Räume und wird dort in Kooperation mit den Ehrenamtlichen im Haus montags bis freitags von 9 bis 13 Uhr Vorschulunterricht anbieten. Es bietet ein Lern-Erlebnis-Programm zur ganzheitlichen Sprachförderung mit theater-und kunstpädagogischen Methoden.

Übergabefest „Ottilie-von-Hansemann-Haus“

Die 100-jährige Geschichte des Prachtbaus an der Otto-Suhr-Allee setzt sich fort. Am 4. März findet das Übergabefest des „Ottilie-von-Hansemann-Haus“, Otto-Suhr-Allee 18/20 statt. Das Gründerzeitgebäude mit Säulen, Stuckverzierungen und Freitreppe wurde von der Profi Partner AG mit erfahrenen Partnern aufwendig saniert und dem Ursprung nach wieder zur Wohnanlage umgebaut. So sind insgesamt 97 modern ausgestattete Apartments entstanden. Ein moderner Neubau mit viel Glas und Balkonen komplettiert die Denkmalimmobilie.

Das ehemalige „Viktoria-Studienhaus“ wurde 1914-15 von Emilie Winkelmann, der ersten selbständigen Architektin Deutschlands, errichtet. Es entstand unter dem Protektorat von Kaiserin Auguste Viktoria dank der Privatinitiative der Frauenrechtlerin Ottilie von Hansemann als Studentinnenheim nach dem Vorbild englischer Frauencolleges und bot Lernen und Wohnen unter einem Dach. In direkter Nachbarschaft zur Technischen Universität und zu den beiden Kunsthochschulen bot es Platz für 100 Studentinnen. Ab 1945 wurde das Haus als Behelfskrankenhaus und Altersheim genutzt, ab 1957 wieder als Studentinnenwohnheim, danach von der Deutschen Bank als Verwaltungsgebäude. Im Haus befand sich das Theater „Tribüne“, das im August 2011 geschlossen wurde. Seit Ende 2014 wurde das Haus von Investor Dirk Germandi erfolgreich saniert.

Austausch zur Akzeptanz von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt

Charlottenburg-Wilmersdorf und Mannheim sind mit ca. 330.000 Einwohner*innen ungefähr gleich groß, haben ähnliche Strukturen und stehen vor ähnlichen Herausforderungen. Sowohl unsere Partnerstadt Mannheim als auch Berlin sind Orte der Vielfalt. Diese Facette Mannheims stellt auch das Zentralziel der Stadt Mannheim in den Mittelpunkt: „Mannheim […] wächst und entwickelt sich weiter als vielgestaltige […] und bunte Stadt.“ So auch, was die vielfältigen Identitäten lesbischer, schwuler, bisexueller, transgeschlechtlicher und intergeschlechtlicher Menschen (LSBTI) betrifft, die in Mannheim leben und ein selbstverständlicher und bedeutsamer Teil der Stadtgesellschaft sind.

Deshalb habe ich mich mit Oberbürgermeister Dr. Kurz Ende Januar mit dem Mannheimer Beauftragten für die Chancengleichheit von Menschen vielfältiger sexueller und geschlechtlicher Identitäten, Sören Landmann, getroffen. In diesem Gespräch haben wir schnell erkannt, dass sowohl von einem Austausch der Stadtverwaltungen als auch von einer Zusammenarbeit bürgerschaftlicher Akteur*innen interessante Erkenntnisse und Entwicklungspotentiale zu erwarten sind. Mit Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz hatte ich hierzu einen kommunalen Fachaustausch verabredet. Denkbare Felder dieser Zusammenarbeit, u. a. zu LSBTI und Alter bzw. Pflege, zur Arbeit mit Jugendgruppen und zur gemeinsamen Einbindung in bestehende bundesweite Netzwerkstrukturen, werden und auf die möglichen nächsten Schritte hin untersucht.

Kiezspaziergang

An unserem 183. Kiezspaziergang vertritt mich der Stellvertretende Bezirksbürgermeister Carsten Engelmann. Treffpunkt ist am Samstag, dem 11. März, um 14 Uhr am Amtsgerichtsplatz / Ecke Kantstraße (Bus M49, X34 und 309).

Schwerpunkt des Märzspaziergangs ist wie jedes Jahr die Geschichte der Frauen unserer Stadt. Vom Amtsgerichtsplatz aus werden Sie über das ehemalige NS-Frauengefängnis in der Kantstraße 79 und den Karl-August-Platz zum Verborgenen Museum in der Schlüterstraße 70 spazieren. Das Verborgene Museum hat sich zur Aufgabe gemacht, unbekannte Künstlerinnen der Öffentlichkeit vorzustellen und damit dem Vorurteil entgegenzuwirken, es habe früher keine herausragenden Künstlerinnen gegeben.

Die Teilnahme ist wie immer kostenfrei. Alle Interessierten sind willkommen. Informationen über die bisherigen Kiezspaziergänge finden Sie im Internet unter www.kiezspaziergaenge.de .

Für Ihre Anregungen, Lob und Kritik bin ich für Sie erreichbar unter naumann@­charlottenburg-wilmersdorf.de.

Ihr
Reinhard Naumann
Bezirksbürgermeisters

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