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Schüler-Pflanzaktion im Erlenbusch

Wandertag mit grünem Klimaauftrag

Ohne Mühe kein Erfolg.
Ohne Mühe kein Erfolg.
Erschienen in Gazette Steglitz Dezember 2023
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Rund 170 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 7 bis 12 des Lilienthal-Gymnasiums nutzten den Wandertag am 9. November, um im Dahlemer Erlenbusch auf der Hauptwiese zwölf ca. 4 Meter hohe Erlen zu pflanzen. Angeleitet wurden sie dabei vom Baumpflegeunternehmen BaumBüttner und von Mitarbeitenden des Straßen- und Grünflächenamtes. Am Spaten erfolgreich zeigte sich auch Bezirksstadtrat Urban Aykal, zuständig für Grünflächen, Umwelt und Naturschutz, dessen Vater einst beim Grünflächenamt des Bezirks auf dem Waldfriedhof arbeitete.

Die Kosten von 1.500 Euro für die jungen Bäume teilten sich Schule und Baumpflegeunternehmen: Rund 700 Euro kamen dabei aus Klassen-Sammlungen des Lilienthal-Gymnasiums zusammen, die Restsumme übernahm das Baumpflegeunternehmen.

Ziel war es, mit dieser Aktion die Schüler, die größtenteils aus der Klima AG der Schule kommen, für die Themen Klimawandel und Klimaanpassung zu sensibilisieren und ihnen öffentliches Grün näherzubringen. Außerdem erhielten die höheren Jahrgänge durch diese Aktion berufsorientierenden Einblick in naturnahe Berufe.

Dieser Pflanztag war bereits das zweite Projekt zwischen Lilienthal-Gymnasium, Bezirk und Baumpflegeunternehmen: Bereits im Herbst 2021 hatten rund 140 Schüler mit Lehrkräften 500 Buchensetzlinge in der Grünanlage Gemeindewäldchen in Zehlendorf gepflanzt. Diese Bäumchen waren durch Spenden der Eltern finanziert worden. Ein Großteil der Bäume ist inzwischen angewachsen und sorgt für eine Verjüngung des Baumbestandes im Wäldchen.

Mit jungen Bäumen gegen den Klimawandel

Die zwölf frisch gestochenen und von der Baumschule angelieferten Erlen warteten an diesem Herbstmorgen bestimmt ebenso ungeduldig auf ihren Einzug in den Erlenbusch wie die Schülerinnen und Schüler aus sechs Gymnasialklassen auf ihren Einsatz an Spaten und Gießkanne. Doch zuvor begrüßten erst einmal Stadtrat Aykal und Parkrevierleiter Hagen die jungen Baumfreunde. Dabei dankte der Stadtrat den Schülern für ihr Engagement in und an der Natur und betonte: „Die Zusammenarbeit mit Schulen hat viele weitere Komponenten.“ Er erklärte weiter, dass der Klimawandel auch Stadtbäume besonders hart treffe: 60.000 Straßenbäume, 185.000 Bäume in Grünanlagen sowie 25.000 auf Friedhöfen gebe es allein im Bezirk Steglitz-Zehlendorf, die alle unter Klimastress stehen. Darum müssten sich alle gemeinsam um diese Bäume kümmern, um den Baumbestand für die nächsten Jahre sichern zu können. Jährlich finden zwischen 500 und 800 Fällungen im Bezirk statt. Doch 520 „Ersatzbäume“ konnten allein im letzten Jahr nachgepflanzt werden.

Der Revierleiter erzählte indessen Interessantes zum Erlenbusch: So ist der Erlenbusch als Grünzug durch eine altzeitliche Rinne entstanden, schließlich verlandet, aber ein immer noch feuchter Standort. – Ideal für Erlen, die als sogenannte Pionier- und Hochstammgehölze einen feuchten Standort und nährstoffarmen Boden durchaus zu schätzen wissen und gerne Flächen besiedeln. Fabian Büttner, Chef des Baumpflegeunternehmens, freute sich mit seinem Team über die vielen helfenden jungen Hände bei den Baumpflanzungen an diesem Vormittag, von denen er einige schon von den Pflanzarbeiten im Gemeindewäldchen her kannte. Gemeinsam mit seinen Kollegen pflanzte er einen Musterbaum, an dem er die wichtigsten Pflanzschritte erklärte: Vom ausreichend großen Pflanzloch mit der richtigen Mischung von Pflanz- und Heimaterde, dem Einkürzen der Baumkrone, der Vorsicht beim Öffnen des Ballensackes bis hin zum Sichern des noch dünnen Stammes mithilfe von Holzpfosten und Kokosseilen und dem richtigen Angießen war da die Rede. – Wie viel Kraft und Aufmerksamkeit einer erfolgversprechende Pflanzung vorausgeht, konnten die Schüler dann selbst erleben: Pro Jungbaum kamen zwei Klassen zum Einsatz. Allein das Ausheben des Pflanzloches mit dem Spaten im wurzelreichen Boden wurde da schon zum wahren Kraftakt.

Doch dank fachgerechter Hilfestellung und richtigen Handwerkzeugs kamen schließlich doch alle zum erfreulichen Ergebnis ihrer Arbeit – mit gerade in die Erde gepflanztem Bäumchen.

Sich starkmachen für Zukunft und Natur

Manche hatten gleich ihre eigene Ausrüstung mitgebracht: So wie Benjamin und Lionel, die mit eigenen Gartenhandschuhen und Gießkannen zum Pflanzeinsatz gekommen sind. „An Material wird’s nicht fehlen“, erklären beide zuversichtlich. Die beiden Freunde aus der 7. Klasse verbindet das Verständnis für die Natur. Beide wollen Biologen werden und bringen dazu erstaunliche Vorkenntnis mit. So erklärt Lionel: „Mir ist besonders wichtig, dass diese jungen Bäume lange überleben – damit sie viel CO2 aufnehmen können.“ Und Benjamin ergänzt: „Wir wollen der Erde helfen, zu überleben.“

Lionel macht sich auch daheim für die Natur stark, indem er immer ein Auge auf die Eichhörnchen in Garten hat, Kompost ansetzt und sich mit der Zusammensetzung des Bodens und der Pflanzerde beschäftigt. Benjamin erzählt fasziniert von Baumriesen, die er auf Reisen kennengelernt hat. – Bei der Pflanzaktion erweisen sich die beiden Freunde dann als wahre Angießexperten, mit deren Umweltverständnis es einem um die Zukunft unserer Erde nicht bange sein muss. – Beide sind gespannt, wie schnell „ihr“ Baum wachsen wird, und wollen ihn im Erlenbusch öfter besuchen.

Der angesagte Regen für diesen Herbsttag kam dann zum Glück erst nach Abschluss der Pflanzaktion; gerade richtig, um die Baum-Neuzugänge mit erfrischendem Gruß in ihrer neuen Heimat Erlenbusch willkommen zu heißen.

Jacqueline Lorenz

Titelbild

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