29.10.2026: Wenn die Temperaturen sinken und der Herbstwind durch die Straßen zwischen Kurfürstendamm und Klausenerplatz pfeift, wird der Gehweg für manche zum lebensgefährlichen Schlafplatz. Um Menschen ohne Obdach vor der Witterung zu schützen, hat das Sozialamt Charlottenburg-Wilmersdorf seine Kältehilfe für die neue Saison wieder hochgefahren.

Im Bezirk stehen dafür feste Notanlaufstellen bereit. Schutz und ein Bett für die Nacht bietet unter anderem die Notübernachtung in der Franklinstraße 27a. In der Otto-Suhr-Allee 94 (erster Hinterhof rechts) betreibt der Verein Schildkröte eine Kältehilfe speziell für Männer. Neben diesen Unterkünften umfasst das Angebot im Bezirk auch Wärmestuben und Essensausgaben. Eine Übersicht aller Adressen und Hilfsangebote bündelt das Bezirksamt in einem aktuellen Kältehilfe-Wegweiser auf der Webseite der Sozialen Wohnhilfe. Für Fragen ist die Fachstelle zudem per E-Mail unter swh-leitung@charlottenburg-wilmersdorf.de erreichbar. Das langfristige Ziel reicht dabei über den Winter hinaus: Das Amt will den Betroffenen nicht nur akuten Schutz vor Unterkühlung bieten, sondern Wege zurück in festen Wohnraum ebnen.

Eingebettet sind die bezirklichen Angebote in das berlinweite Hilfenetz: kaeltehilfe-berlin.de/angebote. Der Senat stellt berlinweit zunächst 669 Notübernachtungsplätze im Oktober bereit; ab November steigt die Zahl auf 930 Plätze an. Ebenfalls ab November rollen wieder die bekannten Hilfsfahrzeuge durch die Stadt: der Kältebus der Berliner Stadtmission (Telefon: 030 690 333 690) und der Wärmebus des Deutschen Roten Kreuzes (Telefon: 030 600 300 1010). Eine Übersicht aller stadtweiten Schlafplätze und Ausgabestellen ist zudem über die Kältehilfe-App abrufbar.

Verwaltung und Hilfsorganisationen sind jedoch auf Hinweise aus der Nachbarschaft angewiesen. Bezirkssozialstadträtin Astrid Duda ruft die Anwohner daher zur Wachsamkeit auf: Ein freundliches Wort oder das gezielte Anbieten von Hilfe könne im Ernstfall entscheidend sein. Wer im Kiez auf wohnungslose Menschen trifft, sollte diese höflich ansprechen und nach dem Befinden fragen. Scheint jemand hilflos, reagiert nicht mehr oder befindet sich offensichtlich in akuter gesundheitlicher Gefahr, sollte keine Zeit verloren werden: In diesen Fällen sind umgehend Polizei (110) oder Feuerwehr (112) zu alarmieren.