Tempelhof-Schöneberg
Klares Zeichen aus dem Rathaus
Aktionswochen gegen Antisemitismus

08.10.2026: Am Rathaus Schöneberg hängt weithin sichtbar am Balkon des Gebäudes ein Banner mit der Aufschrift „Gegen jeden Antisemitismus“. Die Botschaft markiert den Auftakt zu den bezirklichen Aktionswochen gegen Antisemitismus, die bis zum 26. November 2026 im gesamten Bezirk stattfinden.
Die Reihe ist Teil einer bundesweiten Initiative der Amadeu-Antonio-Stiftung und des Anne Frank Zentrums. Statt bloßer Symbolpolitik geht es vor Ort um greifbare Aufklärung: Die Veranstaltungen beleuchten Ausprägungen von Judenhass in Geschichte und Gegenwart, möchten jüdisches Leben sichtbar machen und Wege aufzeigen, wie Bürger im Alltag Diskriminierung entgegentreten können.
Den inhaltlichen Schwerpunkt setzte bereits die Eröffnungsveranstaltung „Der 7. Oktober 2023 und die Folgen. Jüdisches Leben nach einer Zäsur“. Diskutiert wurde über die spürbaren Auswirkungen des damaligen Hamas-Terrorangriffs auf das jüdische Leben in Deutschland. Zudem wurde das Projekt „KOLOT – STIMMEN“ präsentiert, das Erfahrungsberichte jüdischer Menschen per Videointerview dokumentiert, bevor Experten auf dem Podium über gesellschaftliche Tendenzen und Gegenstrategien debattierten.
Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann betonte den Ernst der Lage: Antisemitismus gefährde nicht nur Sicherheit und Freiheit jüdischer Menschen, sondern greife die demokratische Kultur insgesamt an. Die Gegenwehr müsse für alle Demokraten eine Selbstverständlichkeit sein. Ziel der Wochen sei es daher, Wissen zu vermitteln und das Engagement im Alltag zu stärken.
Das Programm verteilt sich über verschiedene Ortsteile des Bezirks. Geplant sind neben Vorträgen und Diskussionsrunden auch Kiezspaziergänge, thematische Fortbildungen und Gedenkformate. Die vollständige Übersicht aller Termine und Orte hat das Bezirksamt online bereitgestellt.
