Zehlendorf
Zehlendorf Jahrbuch 2027 erschienen
Vom Grenzort Nikolskoe bis zu Kleists Erbe: Lokale Geschichte im Fokus

05.10.2026: Wie lebten die Menschen früher im Bezirk, welche Orte prägten die Nachkriegszeit und welche Spuren sind bis heute im Stadtbild sichtbar? Die 31. Ausgabe des Zehlendorf Jahrbuchs widmet sich diesen Fragen und versammelt neue Recherchen ehrenamtlicher Heimatforscher zur Geschichte von Steglitz-Zehlendorf.
Im Mittelpunkt steht diesmal die Kirche St. Peter und Paul auf Nikolskoe. Autor Thomas Karzek beleuchtet in der Titelgeschichte die besondere Lage des Gotteshauses: Durch die deutsche Teilung geriet die Kirche im Wald über Jahrzehnte hinweg zum Schauplatz und Spielball der Politik zwischen West-Berlin und der DDR.
Der Band blickt auch auf persönliche und schmerzhafte Schicksale. Michael Karnetzki zeichnet den Weg seines Großvaters Fritz nach, der nach dem Zweiten Weltkrieg in sowjetische Gefangenschaft geriet. Zwei weitere Beiträge dokumentieren ein dunkles Kapitel der Lokalgeschichte: die systematische Ausplünderung und Beraubung jüdischer Bürger in Zehlendorf während der NS-Diktatur.
Zudem stehen zwei Jubiläen im Fokus. Mara Ruwe erinnert an den 250. Geburtstag des Dichters Heinrich von Kleist, dessen Grab am Kleinen Wannsee liegt. Zum 100. Geburtstag von Wolf Jobst Siedler ruft Frank Rattay den Publizisten und dessen Einsatz für den Erhalt historischer Gebäude in Erinnerung.
Veränderungen in Zehlendorf dokumentiert die historische Bilderserie zur Kreuzung Clayallee/Ecke Berliner Straße, wo sich heute das Geschäftshaus Berclay befindet. Wer den Bezirk zu Fuß erkunden möchte, findet schließlich eine von Christian van Lessen ausgearbeitete Route: Sie führt durch den Dahlemer Dreipfuhlpark und die benachbarte Bungalowsiedlung.
Das Zehlendorf Jahrbuch 2027 ist für 5 Euro in den örtlichen Buchhandlungen und direkt im Heimatmuseum Zehlendorf, Clayallee 355 (Historischer Winkel), erhältlich. Öffnungszeiten sind sonntags und mittwochs von 11 bis 15 Uhr sowie donnerstags von 15 bis 18 Uhr.
