Wannsee
Führung über den Neuen Friedhof Wannsee
Letzte Ruhe für Bewohner des Villenviertels

15.10.2026: Wannsee ist bekannt für Erholung in der Natur und repräsentative Villen. Doch abseits der bekannten Wege spiegelt sich seine Vergangenheit an einem stillen Ort wider: auf dem Neuen Friedhof Wannsee (Friedhof Wannsee II) an der Lindenstraße. Ein historischer Rundgang lädt dazu ein, den Spuren der Vergangenheit von der Kaiserzeit über die Zeit des Nationalsozialismus bis in die Gegenwart nachzugehen.
Gräber bekannter Persönlichkeiten
Die Begräbnisstätte ist eng mit der Entstehung der Villenkolonie Alsen verknüpft. Unter den Schatten der Bäume liegen bekannte Persönlichkeiten begraben, darunter der Kolonie-Gründer Wilhelm Conrad sowie der Chirurg Ferdinand Sauerbruch. Gleich nebenan, auf der Kriegsgräberanlage der Andreaskirche, zeigt sich jedoch auch die düstere Seite der Ortsgeschichte: 91 Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden, viele von ihnen starben in den letzten Tagen der Schlacht um Berlin. Der Historiker Dr. Andreas Splanemann führt die Gruppe über das Areal und ordnet die Biografien und Gräber in den historischen Kontext von Enteignungen, NS-Herrschaft und Kaltem Krieg ein.

Im Anschluss nach Heckeshorn
Die reguläre Führung dauert rund 90 Minuten. Wer im Anschluss noch tiefer in die Regionalgeschichte eintauchen möchte, kann sich einer etwa einstündigen Erweiterung anschließen. Diese führt zur ehemaligen Lungenklinik Heckeshorn, die zur Zeit des Zweiten Weltkriegs als Reichsluftschutzschule genutzt wurde.
Verbindliche Anmeldung
Die Führung findet am Freitag, den 6. November 2026, um 14 Uhr statt. Treffpunkt ist der Eingang der Andreaskirche in der Lindenstraße 2. Da die Teilnehmerzahl auf 20 Personen begrenzt ist, wird um wetterfeste Kleidung und eine verbindliche Voranmeldung gebeten – per E-Mail an berlin@volksbund.de oder telefonisch unter (030) 2546 4134. Bei der Anmeldung sollten Kontaktdaten für eventuelle Rückfragen hinterlassen werden.
Die Teilnahme ist kostenfrei, Spenden sind willkommen. Für die Anreise mit dem öffentlichen Nahverkehr bieten sich die Buslinien 114 (Haltestelle Straße zum Löwen/Seglerweg) sowie 316 und 318 (Haltestelle Wernerstraße) an, jeweils verbunden mit einem etwa zehnminütigen Fußweg.
