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Wespennest auf dem Balkon?

Warum meist kein Grund zur Sorge besteht und wie das Zusammenleben gelingt

21.08.2026: Sommerzeit: Ob im Schrebergarten, beim Grillen auf der Terrasse oder beim nachmittäglichen Kaffee um 15 Uhr auf dem Balkon – Wespen sind feste Begleiter der warmen Monate. Unbehaglich wird es für viele Berliner jedoch, wenn sich die Insekten in direkter Nachbarschaft ein Nest gebaut haben. Doch Naturschützer raten zur Gelassenheit.

Nach Angaben von Caroline Lamps, Leiterin für Naturschutzpolitik beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), ist der Fund eines Nestes kein Grund zur Panik. In den meisten Fällen ist ein friedliches Miteinander problemlos möglich, da sich von den vielen heimischen Arten überhaupt nur zwei für menschliche Speisen interessieren: die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe. Andere Arten meiden den Kontakt zum Menschen und reagieren nur bei direkter Bedrohung ihres Nestes aggressiv.

Das Nest richtig einordnen

Um die Situation einzuschätzen, hilft ein Blick auf die Bauweise des Nestes. Die Bauten der beiden futtersuchenden Arten bestehen aus hellbraunen oder grauen, muschelartigen Lufttaschen und können bis in den Winter hinein bewohnt sein. Die Nester friedlicherer Wespenarten hingegen hängen meist frei, sind grau, können die Größe eines Fußballs erreichen und sind oft schon ab Mitte August wieder verlassen. Erdwespen wiederum nutzen dunkle Hohlräume wie verlassene Mäuselöcher im Garten. Diese sollten am besten im Vorfeld markiert werden, um sie beim Rasenmähen oder Gärtnern nicht versehentlich aufzuscheuchen.

Naturschutz und professionelle Hilfe

Alle Wespenarten stehen unter dem Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes. Als Jäger von Mücken und Blattläusen sowie als Bestäuber sind sie nützliche Helfer im Ökosystem. Ein Nest eigenmächtig zu zerstören oder mit Insektenspray zu bekämpfen, ist daher verboten. Sollte eine Umsiedlung in begründeten Ausnahmefällen unumgänglich sein, muss die zuständige Berliner Umweltbehörde beziehungsweise das jeweilige Bezirksamt kontaktiert werden. Dort organisieren Fachleute eine schonende, giftfreie Umsiedlung.

Tipps für eine friedliche Nachbarschaft

Oft reicht schon ein einfacher Sichtschutz, um Konflikte im Alltag zu vermeiden. Ein altes Bettlaken oder eine Tischdecke, die im Abstand von etwa zehn Zentimetern unter dem Nest angebracht wird, nimmt den Wespen die Sicht auf menschliche Bewegungen im direkten Umfeld. Wichtig ist dabei nur, die Flugbahn der Tiere nicht zu versperren.

Für entspannte Stunden im Freien helfen zudem einfache Verhaltensregeln: Essen und Getränke sollten stets abgedeckt und Reste zügig weggeräumt werden. Vor dem Schluck aus der Flasche empfiehlt sich ein kurzer Kontrollblick. Wer im Herbst leere Nester hängen lässt, beugt übrigens vor: Wespen besiedeln alte Bauten kein zweites Mal und meiden deren unmittelbare Umgebung für einen neuen Nestbau.

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