Berlin
Zeckenstich: Hundemalaria breitet sich in Berlin aus
Experten raten zu ganzjähriger Vorsorge
30.06.2026: Wer mit dem Hund in den Berliner Parks, Wäldern oder im Brandenburger Umland spazieren geht, sollte derzeit besonders wachsam sein. Eine ernstzunehmende Gefahr für Hunde breitet sich in der Region immer weiter aus: die canine Babesiose, im Volksmund auch als Hundemalaria bekannt. Übertragen wird die potenziell tödliche Erkrankung durch die Wiesenzecke, die sich in den vergangenen Jahren in weiten Teilen Deutschlands etabliert hat. Neben dem Südwesten des Landes ist der Raum Berlin-Brandenburg besonders stark betroffen. Begünstigt wird die Ausbreitung unter anderem durch den Klimawandel, größere Brachflächen und den Import von Hunden aus dem Ausland.
Die Infektion verläuft tückisch. Nach dem Stich der Zecke nisten sich die Parasiten in den roten Blutkörperchen des Hundes ein und zerstören diese massenhaft. Typische Symptome sind extreme Mattigkeit, Appetitlosigkeit, hohes Fieber und blasse Schleimhäute. Ein deutliches Warnsignal ist zudem dunkel verfärbter Urin. Wird die Erkrankung nicht rechtzeitig durch eine tierärztliche Blutuntersuchung diagnostiziert und behandelt, endet sie für den Hund oft tödlich. In den Tierkliniken der Region müssen bereits vermehrt infizierte Hunde intensivmedizinisch betreut werden.
Um das Tier zu schützen, ist ein lückenloser Schutz entscheidend. Veterinärmediziner der Freien Universität Berlin weisen darauf hin, dass die Wiesenzecke mittlerweile das ganze Jahr über aktiv sein kann. Daher wird eine durchgehende Vorsorge empfohlen. Hierfür stehen verschiedene zugelassene Präparate wie Halsbänder, Spot-on-Präparate, Tabletten oder Injektionen zur Verfügung, die den Parasiten abwehren oder abtöten. Von vermeintlich natürlichen Alternativen wie Kokosöl, Knoblauch oder ätherischen Ölen raten Fachleute ab: Ihre Wirkung ist wissenschaftlich nicht ausreichend belegt, zudem können manche dieser Hausmittel für Hunde sogar gesundheitsschädlich sein.