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Wilmersdorf

Zeitreise zum Lunapark

Vortrag am 10. April im Schoeler-Schlösschen

09.04.2026: Wo heute der Kurfürstendamm endet und die Stadtautobahn den Takt angibt, befand sich einst eine Welt voller Lichter und Nervenkitzel. Ab 1904 entstand am Halensee der „Lunapark“, der sich schnell zu einem der größten und modernsten Vergnügungsparks Europas entwickelte. Am Freitag, 10. April 2026, um 17 Uhr lädt der Heimatverein Wilmersdorf e.V. zu einem Vortrag ein, der dieses markante Kapitel der Bezirksgeschichte beleuchtet.

In den „Goldenen Zwanzigern“ war der Park weit über die Grenzen Berlins hinaus bekannt. Attraktionen wie eine Wasserrutschbahn, eine Gebirgsbahn und ein nächtliches Lichtermeer lockten Menschen aus allen sozialen Schichten an den westlichen Rand der Stadt. Der Park war jedoch mehr als nur ein Ort für Amüsement; er diente auch als Bühne für sportliche Wettkämpfe, technische Neuerungen und kulturelle Veranstaltungen.

Der Referent Dr. Walter Lieberei vom Forum Stadtbild Berlin e.V. beschränkt sich in seiner Darstellung jedoch nicht nur auf den einstigen Glanz. Zur Sprache kommen auch die Schattenseiten des Betriebs, darunter die heute sehr kritisch betrachteten „Völkerschauen“, anhaltende Konflikte mit der Nachbarschaft sowie hitzige moralische Debatten der damaligen Zeit. Zudem wird thematisiert, wie die Weltwirtschaftskrise, die Propaganda der Nationalsozialisten und die städtebaulichen Umgestaltungen für die Olympischen Spiele 1936 schließlich das Ende des Parks besiegelten.

Der Vortrag findet im Dachgeschoss des Schoeler-Schlösschens in der Wilhelmsaue 126 statt. Die Veranstaltung dauert bis etwa 18.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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