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Berlin

Paten für wollige Rasenmäher gesucht

Schafe pflegen die Wiesen im Park Sanssouci

Auch in der Saison 2026 weiden Schafe im Park Sanssouci. Foto: SPSG
Auch in der Saison 2026 weiden Schafe im Park Sanssouci. Foto: SPSG

31.03.2026: Am Mittwoch, dem 1. April 2026, sind die vierbeinigen Landschaftspfleger im Park Sanssouci unterwegs. Bis in den November hinein haben sie eine beachtliche Aufgabe vor sich – insgesamt 15 Hektar Grasfläche sollen sie im Laufe der Saison „mähen“.

Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) setzt bereits seit 2018 auf diese natürliche Methode. Was auf den ersten Blick wie eine idyllische Postkarten-Szenerie wirkt, hat handfeste ökologische Gründe. Im Gegensatz zu Maschinen verbrauchen die Schafe keinen Treibstoff und verursachen keinen Lärm. Zudem schonen sie den Boden, da ihre Hufe die Erde der historischen Parkanlage nicht so stark verdichten wie die Reifen von Traktoren.

Robuste Gäste aus dem Norden

Bei den Tieren handelt es sich um Guteschafe, eine ursprünglich aus Schweden stammende Rasse. Sie gelten als besonders genügsam und robust, weshalb sie häufig im Naturschutz eingesetzt werden. Ein markantes Merkmal dieser Tiere ist, dass sowohl die männlichen als auch die weiblichen Schafe schneckenförmige Hörner tragen. Betreut wird die Herde von der Schäferin Hannah Becker, die täglich nach dem Rechten sieht, die mobilen Weidezäune umsetzt und die Wasserversorgung sicherstellt.

200 Euro für eine Patenschaft

Das Projekt beschränkt sich nicht nur auf Potsdam. Zusammen mit den Flächen im Schlossgarten Charlottenburg werden in der Region insgesamt 24 Hektar durch Beweidung gepflegt. Wer die Arbeit der Tiere unterstützen möchte, kann eine Patenschaft übernehmen. Für einen Beitrag von 200 Euro lässt sich die Pflege eines Schafes für eine gesamte Saison finanzieren, wofür die Förderer eine entsprechende Urkunde erhalten.

Leinenpflicht für Hunde

Damit die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Tier reibungslos funktioniert, gibt es für Besucher einige Regeln zu beachten. Die Weideflächen sind mit Elektrozäunen gesichert und dürfen nicht betreten werden. Auch wenn die Guteschafe als neugierig gelten, ist das Füttern streng untersagt, da dies die Gesundheit der Tiere gefährden kann. Für Hundebesitzer gilt im gesamten Park sowie im Bereich der Herden eine strikte Leinenpflicht, um Unruhe unter den Schafen zu vermeiden.

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