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Auf die Pfoten, fertig los

Neue Freilauffläche für Fellnasen zum Spielen und Toben

Erschienen in Gazette Steglitz April 2024
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Bislang gab es in Zehlendorf mit den in Rand-Waldgebieten gelegenen großen Hundeauslaufgebieten Grunewald, Wannsee-Düppel und Düppel drei Freilaufgebiete im Bezirk, auf denen die Vierbeiner ohne Leine ganz Hund sein und ungehindert soziale Kontakte knüpfen durften. Doch gerade für manch älteren Hundebesitzer sind diese Gebiete nur schwer erreichbar. Nun hat sich als erste in Steglitz gelegene und besser erreichbare Freilauffläche auf BVV-Beschluss aus dem Jahr 2019 ein fast 3.000 Quadratmeter großes Areal in der geschützten Grünfläche am Barnackufer dazugesellt, auf denen Bonzo, Teddy & Co neue Freunde finden und gemeinsam über Stöckchen und Stein jagen können. – Und auch Zweibeiner dürften hier über ihre haarigen Hausgenossen ungezwungen miteinander ins Gespräch kommen. Da Personal und finanzielle Mittel für das Vorhaben bisher fehlten, konnte dieses erst jetzt aus Sondermitteln des Senats umgesetzt werden.

Jeder 10. Hund ist Steglitz-Zehlendorfer

Zur Eröffnung am 6. März waren rund 30 Hunde aller Rassen und Größen mit ihren Menschen auf das Areal unweit des Heizkraftwerk Lichterfelde gekommen. Hinter einer Tankstelle und weit ab von Wohnhäusern gelegen, wird hier niemand von Hundegebell gestört. Die Vierbeiner begrüßten ihren neuen Spielplatz und Stadtrat Urban Aykal dann auch dementsprechend lautstark und ließen ihn erst nach intensiver Leckerli-Bestechung zu Wort kommen und die neue umzäunte Freilauffläche im Bezirk eröffnen. Anstatt mit einer langen Rede den Vierbeinern den Spielspaß zu verderben, fasste er sich kurz und betonte: „In Berlin leben rund 130.000 Hunde, jeder zehnte davon in Steglitz-Zehlendorf.“ Rund 60.000 Euro hat man sich die neue Einrichtung kosten lassen, mit selbstschließenden Toren, Schutzgürtel um die alten Plantanen und Abfalleimern, und betreut vom Grünflächenamt. Außerhalb des Zaunes laden Bänke die Besitzer zum Entschleunigen – mit achtsamem Blick auf ihre vierbeinigen Gefährten, damit diese keine Löcher buddeln oder um drohenden „Vergehen“ schnell entgegenwirken zu können.

Der Hundespielplatz – sozialer Treff für Hund und Herrchen

Die Hunde standen dann auch ganz im Mittelpunkt der Eröffnungsstunde: Oskar, Bally, Lola, Malteser „Otis“ und Jack Russel „Charly“ mit Herrchen Dieter, der begeistert von dem neuen Auslaufangebot ist: Sie alle genießen den Freilauf und schnuppern sich durch ihre Artgenossen. Und fast scheint es, als verabredeten sich Pudelmix und Spitzdame bereits für das Training am nächsten Tag („Bringst Du den Ball mit oder nehmen wir den Stock?“).

Während Windhund „Dolly“ wie ein geölter Hundeblitz über den neuen Spielplatz fegt, dackelt Eddi mit seinen kurzen Beinen durchs Laub, vergeblich nach einer Maus Ausschau haltend. Terrierdame „Maja“ hingegen verharrt schüchtern am Rand. Mit ihrem Lebenspartner „Fritzi“ und Frauchen ist sie hier; die erzählt: „Maja ist von der Tiernothilfe zu uns gekommen. Sie ist auf der Straße mal von einem großen Hund in den Kopf gebissen worden, nun hat sie großen Respekt vor anderen Hunden.“

Auch wenn Fritzi ihr immer wieder zeigt, wie toll es ist, mit fremden und vielleicht bald besten Freunden rumzutollen, hält sie sich anfangs abseits, wagt sich dann aber doch vorsichtig vor. – Gut Ding will Weile haben. So möchte Frauchen sie nun hier mit täglichem „Schnuppertraining“ auf der überschaubaren Fläche allmählich ihr Selbstvertrauen zurückgewinnen lassen. Schon am Eröffnungstag finden sich etliche zwei- und vierbeinige Gleichgesinnte, die sich hier zukünftig zu Gruppentraining und Spielstunden treffen wollen.

Ein Stück Freiheit mehr

Und auch wenn die meisten Besucher am Eröffnungstag sich von dem neuen Angebot begeistert zeigen und ihre Hunde unbekümmert sich selbst überlassen, gibt es auf der Anlage auch Regeln, die es zu beachten gilt, wie das Schild am Eingang zeigt und worauf auch Christian Lentz, Fachbereichsleiter des Grünflächenamtes und selbst Hundehalter, hinweist: So sind die Hinterlassenschaften der Vierbeiner von ihren Menschen selbstverständlich zu beseitigen, ist Löchergraben ein ausgesprochenes NO-GO und gegenseitige Rücksichtnahme selbstverständlich, indem man auch hier auf das schwächste Glied achten sollte: So ist Sorge zu tragen, dass beim Laufenlassen eines jugendlichen Kraftprotzes der ältliche Hundesenior mit Arthrose rnicht unter dessen Riesenpfoten gerät. – Und werden Schäden auf der Anlage bemerkt, sollten die umgehend dem Grünflächenamt gemeldet werden. „Denn wir können hier ja nicht jeden Tag alles kontrollieren“, erklärt Lentz. So wünscht nicht nur er sich ehrenamtliche Paten aus der Hunde-Community, die auf die Anlage achten, sich kümmern und so zu ihrem Erhalt beitragen – zur Freude von Tier und Mensch, – und „damit der Platz belebt und gepflegt bleibt“, wie Stadtrat Aykal betont. Wenn dieses Freilaufprojekt sich als erfolgreich erweist, könnten weitere Hundespielplätze im Bezirk geschaffen werden: Bereits in Überlegung sei eine Fläche entlang der Bäke zwischen Klingsor- und Haydnstraße.

Jacqueline Lorenz

Titelbild

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