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Ausgeblendet – Der Umgang mit NS-Täterorten in Ost- und West-Berlin

Ausstellung in der Villa Oppenheim

In den Garagen an der Seesener Straße wurden Lastwagen zu mobilen Gaskammern umgebaut. Foto: Hans Seiler
In den Garagen an der Seesener Straße wurden Lastwagen zu mobilen Gaskammern umgebaut. Foto: Hans Seiler
Erschienen in Gazette Charlottenburg Juli 2023
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Die Wanderausstellung „Ausgeblendet“, die dem Umgang mit Täter-Orten des Nationalsozialistischen Regimes in Ost- und West-Berlin nachgeht, macht bis Sonntag, 3. September, Station im Museum Charlottenburg-Wilmersdorf in der Villa Oppenheim.

Zahlreiche Gedenkstätten

Im Stadtbild Berlins finden sich heute zahlreiche Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Mahnmale, die an die nationalsozialistischen Verbrechen erinnern. Viele nehmen auf konkrete Orte von historischer Bedeutung Bezug. Ihrer Entstehung ging jedoch eine lange Geschichte des Ausblendens und Verschweigens sowie politischer Auseinandersetzungen voraus – gerade, wenn es sich um sogenannte Täterorte handelt, an denen Verbrechen geplant und organisiert wurden.

Geschichte der Täterorte

Die Ausstellung rekonstruiert die Geschichte ausgewählter NS-Täterorte in der ehemaligen Reichshauptstadt Berlin. Sie zeigt Geschichtspolitiken im Wandel der geteilten Stadt, erzählt von Protestformen und zivilgesellschaftlichem Engagement und zeichnet die schwierigen Prozesse der Sichtbarmachung von Ortsgeschichten vor und nach der Wiedervereinigung im Jahr 1990 nach.

Die Wanderausstellung wurde vom Aktiven Museum Faschismus und Widerstand in Berlin e. V. in Zusammenarbeit mit der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz zwischen 2017 und 2020 erarbeitet. Für die aktuelle Station im Museum Charlottenburg-Wilmersdorf wurde die Ausstellung um weitere Geschichtsorte aus dem Bezirk ergänzt.

Moderierte Rundgänge

Begleitend zur Ausstellung werden moderierte Rundgänge im Stadtraum zu Orten der NS-Geschichte und Erinnerungszeichen für Verfolgte des Regimes im Bezirk angeboten. Am 8. August führt Laura Brüggemann in das Umfeld der Skulptur „Treblinka“ am Amtsgerichtsplatz, um dort am 80. Jahrestag an den Aufstand in dem Vernichtungslager zu erinnern. Die 1979 aufgestellte Skulptur zählt zu den frühesten künstlerischen Auseinandersetzungen mit der Shoah im öffentlichen Raum. Geschaffen wurde sie von dem sowjetischen Bildhauer Vadim Sidur (1924–1986). Anmeldung unter www.villa-oppenheim-berlin.de .

„Ausgeblendet – Der Umgang mit NS-Täterorten in Ost- und West-Berlin“ ist bis zum 2. September zu sehen im Museum Charlottenburg-Wilmersdorf in der Villa Oppenheim, Schloßstraße 55/Otto-Grüneberg-Weg, 14059 Berlin.

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