Zehlendorf Mitte Journal - Februar/März 2026

Journal für Zehlendorf Mitte und Umgebung

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Zehlendorf Mitte Journal für Zehlendorf Mitte und Umgebung

Johann Peter Süßmilch Ein großer Sohn Zehlendorfs

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Februar/März · Nr. 1/2026

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Ein großer Sohn Zehlendorfs Johann Peter Süßmilch, Theologe und Wissenschaftler

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rominente in Zehlendorf – davon gab und gibt es viele. Doch der erste bekannte Wissenschaftler ist fast in Vergessenheit geraten. Johann Peter Süßmilch war ein Universalgelehrter, der sich besonders mit seinen statistischen Werken einen Namen gemacht hatte. Doch sein Wirken reichte darüber hinaus. Sein Geburtsort war der Zehlendorfer Braukrug, der am

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Impressum

Zehlendorf Mitte Journal

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14. Jahrgang

Verlag Gazette Verbrauchermagazin GmbH Am Bürohochhaus 2-4, 14478 Potsdam ☎ 0331 / 37 97 34 50 Redaktion Karl-Heinz Christ · ☎ 0331 / 37 97 34 52 journal@gazette-berlin.de Freie Redakteurin Jacqueline Lorenz · ☎ 0172 / 630 26 88 Anzeigen Daniel Gottschalk, ☎ 030 / 323 38 54 d.gottschalk@gazette-berlin.de © Gazette Verbrauchermagazin GmbH Das Zehlendorf Mitte Journal erscheint alle zwei Monate: am 1.2., 1.4., 1.6., 1.8., 1.10. und 1.12. eines Jahres. Nächste Ausgabe Anzeigen-/Redaktionsschluss: Erscheinung:

April/Mai Nr. 2/2026 05.03.2026 01.04.2026

Liebe Leserinnen und Leser, wenn Sie Themenwünsche oder -vorschläge haben oder selbst etwas aus dem Ortsteil beitragen möchten, freuen wir uns auf Ihre Anregungen. Haben Sie eine Ausgabe verpasst? Ältere Ausgaben finden Sie online unter www.gazette-berlin.de. Ihre Redaktion des Zehlendorf Mitte Journals

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Der alte Erbbbaukrug in Zehlendorf. Hier wurde Johann Peter Süßmilch geboren.

heutigen Teltower Damm Ecke Berliner Straße lag. Heute befinden sich dort Woolworth, Fix-Foto und weitere Geschäfte.

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Die Familie Süßmilch war seit ca. 1662 Besitzer des Braukrugs, der 100 Jahre später an die Familie Pasewaldt ging. Am 3. Septem ber 1707 kam der Junge zur Welt, der als Hanß Peter Süßmilch ins Kirchenbuch eingetragen wurde. Seine Familie mütterlicherseits

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Heute befindet sich an gleicher Stelle die Berliner Straße Ecke Teltower Damm.

stammte aus Brandenburg an der Havel. Als Schulkind kam er ins Haus seines dort lebenden Großvaters, wo ihn ein Hauslehrer unterrichtete, anschließend besuchte er das Gymnasium in Brandenburg. 1715 starben die Großeltern und Johann Peter Süßmilch ging zurück nach Zehlendorf. Seine Eltern ermöglichten ihm den Besuch des Gym nasiums zum Grauen Kloster in Berlin. Zunächst begeisterte der Junge sich für Medizin und wollte Arzt werden. Seine Eltern bestanden jedoch auf einem Jurastudium. Damit folgte er der Tradition seiner aus Böhmen stammenden Familie, deren Vorfahren Erbrichter waren. Doch daraus wurde nichts. Während er sich in der Nähe von Halle

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sprachlich weiterbildete und auf das Jurastudium vorbereitete, entdeckte der junge Mann seine Begeisterung für die Theologie. Zunächst schrieb er sich an der Universität in Halle für das Theologiestudium ein. Nach dem Tod seines dortigen Professors setzte er das Studium in Jena fort, um auch andere Sichtweisen kennenzulernen. Mit einer Nebentätigkeit als Privatlehrer verbesserte er seinen Lebensunterhalt. Nach Beendigung des Studiums zog Süßmilch zurück nach Berlin und arbeitete als Hauslehrer für den ältesten Sohn von General Kalckstein. Seine Karriere als Lehrer endete, als er eine Stelle als Feldprediger im Regiment des Generals bekam. Damit war er wirtschaftlich so gut gestellt, dass er sich eine Hochzeit leis zertifizierter Fachbetrieb

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ten konnte. Am 27.  Juni 1737 heiratete er Charlotte Dorothea Lieberkühn. 1741 hatte Süßmilch sein erstes statistisches Werk, die „Göttliche Ordnung“ fertiggestellt. Bereits 1742 gab es einen Nachdruck. Im gleichen Jahr berief man ihn zum Probst für Berlin-Cölln. 1745 bekam er einen Sitz an der Akademie der Wissenschaften, an der er zu den fleißigsten Akteuren gehörte.

Vielseitiger Unternehmer Obwohl er mit seiner „Göttlichen Ordnung“ – die später aus drei Bänden bestand – bekannt wurde, war Süßmilch deutlich vielseitiger. Seinen Erbbaukrug in Zehlendorf hatte er als Station für den Pferdewechsel der Post und für die Erfrischung der Reisenden genutzt. Doch da er als Probst kaum Zeit für dieses Unternehmen aufwenden konnte, kam bald eine Abmahnung wegen Nachlässigkeit. Er gab das Geschäft wieder auf und verkaufte den Erbbaukrug im Jahr 1756. Bereits 1749 gehörte Süßmilch zu den Zensoren für Druckerzeugnisse, ernannt von König Friedrich  II. Süßmilch war für

Eine Gedenktafel an der Berliner Straße/Ecke Teltower Damm erinnert an den Theologen und Statistiker.

die Kontrolle der theologischen Veröffentlichungen zuständig. Unter dem Eindruck des Todes seines fünften Kindes – wobei nur dieses verstarb, die anderen neun Kinder des Ehepaares Süßmilch überlebten – machte er sich für die Gründung einer Hebammenschule stark. Auch im kulturellen Bereich wünschte er sich mehr Anspruch. Aber eine Intervention seinerseits gegen einen Schausteller, der mit possenreißenden Stücken unterwegs war, scheiterte kläglich. Nach dem Verkauf seines Zehlendorfer Besitzes zog er nach Friedrichshagen, wo er

das Schulzengehöft kaufte. Er ließ viele Maulbeerbäume pflanzen und widmete sich unter anderem der Seidenraupenzucht. 1763 erlitt Süßmilch einen Schlaganfall. Danach war er halbseitig gelähmt. 1765 zog er sich aus der Öffentlichkeit zurück, zwei Jahre später starb er. In Zehlendorf waren seine Werke lange weitgehend unbekannt und auch eine Ehrung – in Form der Benennung des ProbstSüßmilch-Wegs erfolgte erst im Jahr 1985. An der Stelle, an der einst der Erbaukrug stand, erinnert heute eine Tafel an Johann Peter Süßmilch. ◾

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Zehlendorf Mitte Gesundheit Journal

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Rittergut Düppel

Zu Fuß durch Zehlendorf

Erkundungstour zwischen Natur und Kultur

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er Heimatverein Zehlender Park des Behring-Krankendorf bietet am Samstag, hauses sowie die Kunzendorf7. Februar 2026, unter der straße. Endpunkt ist das HeimatLeitung von Dr.  Achim Förster museum Zehlendorf, wo eine eine Wanderung an. Die Route Führung auf dem Programm verbindet Aspekte von Natur steht. und Kultur im Bezirk. Die Wanderung dauert etwa Los geht es um 11  Uhr am Sdrei bis vier Stunden, wobei Bahnhof Schlachtensee (Ausein individueller Abbruch zwigang zu den Geschäften). Ein schendurch möglich ist. Festes Zustieg ist gegen 11.30 Uhr am Am S-Bahnhof Schlachtensee beginnt die Schuhwerk wird angeraten. Eine Mexikoplatz / Ecke Matterhorn- Wanderung mit Dr. Achim Förster. Anmeldung ist nicht nötig. straße möglich. Bahnhof Schlachtensee, dem Weitere Informationen unDer Weg führt über rund sieben Slatdorpweg und Gut Düppel ter www.heimatmuseumKilometer an den Siedlungen am vorbei. Weitere Stationen sind zehlendorf.de� ◾

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Das Große Tropenhaus im Schnee.�

Foto: I. Haas, Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin

Blütenpracht statt Wintergrau

Winterliche Auszeit in den Gewächshäusern des Botanischen Gartens

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lle, die warme Temperaturen lieben und sich für tropische Botanik, begeistern können, finden im Botanischen Garten Berlin einen idealen Rückzugsort. In den dortigen Gewächshäusern kann man dem nasskalten Berliner Winter wunderbar für einige Stunden entfliehen, denn auch in der dunklen Jahreszeit lädt der Garten zu einem Rundgang durch die gläsernen Pflanzenparadiese ein. Diese bieten nicht nur dank tropischer Temperaturen exotisches Flair, sondern auch einen Einblick in die vielfältige Pflanzenwelt vieler Regionen.

Aloe und Eukalyptus Für die Einstimmung empfiehlt sich der Start im Haus für Afrikanische Sukkulenten. Dort herrschen noch moderate Temperaturen. Die Blüten der zahlreichen Aloe-Arten in verschiedenen Orangetönen verzaubern das Auge. Von hier aus ist es nicht weit bis zum fünften Kontinent, auf dem es im Moment Sommer ist. Das Australien-Haus wartet mit Eukalyptus, Känguruhbaum und vielen weiteren Exoten auf. Anschließend führt der Weg in das Kamelienhaus. Mit seinem sehr alten Bestand an Kameli enarten – einige über 100 Jahre alt – die zwischen Januar und April in voller Blütenpracht zu bewundern sind, ist das Haus nicht nur ein Anziehungspunkt für Romantiker.

Riesen aus den Tropen Der Höhepunkt im wahrsten Sinne des Wortes ist das Große Tropenhaus. In dem Gebäude mit einer Höhe von 23 Metern lassen sich gigantische Pflanzen bewundern. Bänke laden zum Verweilen ein. Abseits des städtischen Trubels lässt sich das beruhigende Plätschern des Wasserfalls genießen.

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Besuch beim Kaugummibaum Gleich nebenan, im Gewächshaus für Tropische Nutzpflanzen gibt es neben Bananenstauden auch Bekannte aus der eigenen Küche zu entdecken. Dort sind Gewürze wie Pfeffer und Ingwer sowie Kakaopflanzen zu sehen. Quasi „in aller Munde“ ist der Sapotillbaum, dessen Heimat in Zentralamerika liegt. Er liefert den Grundstoff für Kaugummi. Weiter geht es im Orchideenhaus, in dem die zahlreichen Fans dieser beliebten Pflanzen auf ihre Kosten kommen. Abschließend lässt sich das Bromelienhaus besuchen, in dem diese Bewohner der Bergwälder des amerikanischen Kontinents in vielen Farben und Formen zu Hause sind.

Urlaubsflair im Mittelmeerhaus Etwas abseits steht das im Jugendstil gestaltete Mittelmeerhaus. Viele Bekannte aus der Urlaubszeit haben hier ihr Domizil gefunden. Aleppokiefer, Zypressen, Korkeiche, Zwergpalme und viele weitere erinnern an schöne

Im Mittelmeerhaus lassen sich botanische Bekannte aus Urlaubsregionen entdecken. � Foto: I. Haas, Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin

Zeiten im sonnigen Süden. Aber auch die reiche Flora der kanarischen Inseln und aus Madeira werden im Mittelmeerhaus präsentiert. Der Botanische Garten ist täglich geöffnet. Der Zugang zu den Gewächshäusern erfolgt über

die regulären Eingänge. Es wird empfohlen, für den Rundgang etwas mehr Zeit einzuplanen, um die verschiedenen Klimazonen in Ruhe auf sich wirken zu lassen. Tickets und alle weiteren Informationen unter www. bo.berlin.� ◾

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Couch statt Gosse

Tierschutzverein vergibt Ticket zum Glück

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er Urlaub ist vorbei, schön war’s im fremden Land. Wären da nicht die vergessenen Vierbeiner am Straßenrand gewesen: Hunde und Katzen, rausgeworfen, gequält, sich selbst in trostlosem Dasein überlassen. Diese Urlaubsbilder wirken nach. Und manch Tierfreund, der schon länger vorhatte, sich einen vierbeinigen

Mit Christine Meinhardt fing alles an.�

Hausgenossen und Freund fürs Leben zu adoptieren, kommt nun ins Grübeln: Warum nicht einer dieser vergessenen Seelen eine bessere Zukunft geben? Körbchen, voller Napf, Streichel­ einheiten und gemeinsame Erlebnisse inklusiv. – Ein schöner Gedanke, dessen Realisierung

aber genauester Überlegung bedarf, soll es schließlich ein Freund fürs Leben werden. Gut, wenn es da tierliebende fachkundige Ansprechpartner gibt, die einen in seinen Überlegungen unterstützen. – So wie der 2011 gegründete gemeinnützige Ein Freund fürs Leben e. V. im Berliner Südwesten, dessen Tierschutz-Ziel es ist, ein gutes und artgerechtes Zuhause für herrenlose Hunde und Katzen aus in- und ausländischen Tier Foto: Verein Ein Freund fürs Leben

schutzprojekten in Spanien, Rumänien und Bulgarien zu finden und eine gelungene Mensch/ Tier-Partnerschaft zu initiieren. Anders als inzwischen manch deutsches Tierheim verweigert er die Vermittlung von Tieren an ältere Menschen nicht grundsätzlich, sondern setzt sich vielmehr mit den jeweiligen Lebensverhältnissen an der Aufnahme eines Tieres Interessierter einfühlsam auseinander, um dann ein zu ihnen bestmöglich pa

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Zehlendorf Mitte Journal sendes vierbeiniges Familienmitglied zu finden. „Denn wir wollen, dass alle glücklich werden, Mensch und Tier“, betont Birgit Streich, die sich gemeinsam mit den Vorstandsvorsitzenden und Vereinsgründerinnen Christine Meinhardt und Nicoletta Thielmann sowie ehrenamtlich tätigen Tierschutz-Engagierten mit ganzem Herzen dafür einsetzt. So legen die Vereinsmitglieder Wert darauf, dass auch nach erfolgter Vermittlung die VereinsAnsprechpartner stets erreichbar für die Adoptivherrchen und -frauchen bleiben. Liebe und Vertrauen an erster Stelle haben dafür gesorgt, dass aus der im Jahr 2003 von Christine Meinhardt aus Spanien gelungenen Adoption eines Hundes acht Jahre später Ein Freund fürs Leben e. V. hervorgegangen ist. Bei der damaligen Vorkontrolle bei Christine Meinhardt in Zehlendorf hatte sofort die Chemie zwischen ihr und der prüfenden Tierschutzbeauftragten gestimmt: Beide wollten älteren Hunden helfen und sie in ein schönes Zuhause vermitteln nach dem Motto „Alter Hund, na und?“. Irgendwann dann unterstützte Chris tine Meinhardt alleine mit einer Webseite Tiere aus Spanien und half bei deren Vermittlung. Parallel machte sie Vorkontrollen für andere Tierschutzorganisationen. Eine Tierärztin aus Potsdam ermutigte sie schließlich, einen eigenen Tierschutzverein

gründung von „Ein Freund fürs Leben“ stand nichts mehr im Wege. Konstruktive Kontakte zu Tierschutzorganisationen, Tierauffangheimen und zu „Cuidad Real“, einem Tierheim in Spanien, entstanden ebenso wie über eine Tierschützerin zum

Chico und Fabio: Bodegueros-Freunde fürs Leben.�

zu gründen. Als es bei einem Tierschutz-Notfall ausgesetzte Kaninchen und Katzen zu retten galt, lernte Christine schließlich Nicoletta Thielmann kennen, die sich ebenfalls bereits intensiv für Tiere aus dem Ausland einsetzte. Der gemeinsamen Vereins Foto: Verein Ein Freund fürs Leben

Tierheim „Siempre Contigo“ in Rota. Daraus entwickelte sie eine vertrauensvolle, bis heute währende Zusammenarbeit mit fast täglichem Kontakt, basierend auf Liebe und Verständnis zu Mensch und Tier weit über die Landesgrenzen hinaus. Neben

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den Gründungsmitgliedern des Vereins gibt es Fördermitglieder, die über Spenden, als Pflegestelle für Vierbeiner oder als Ansprechpartner den aus Zuwendungen und Mitgliedsbeiträgen sich selbst tragenden Verein Ein Freund fürs Leben verantwortungsvoll begleiten. Birgit Streich ist ein Mitglied, das inzwischen als unverzichtbare Ansprechpartnerin für spanische Bodegueros fest in die Vereinsarbeit integriert ist. Diese ebenso lebendige wie gutmütige Terrierart sorgte einst bei den Weinbauern Südspaniens für rattenfreie Weinkeller. Selbst hatte Birgit

Foto: Verein Ein Freund fürs Leben

bereits vor ihrer Vereinsarbeit viele Deckchen, Körbchen und Gehege für Katzen, Hunde, Meerschweinchen und Kaninchen in Not bereitgestellt und bietet diesen nicht selten körperlich gehandicapten Tieren bis heute

Ausgesetzt mit „Steckbrief“.�

Foto: Verein Ein Freund fürs Leben

bei sich ein artgerechtes Leben. – So konnten die adoptierten Bodegueros Fabio und Chico, einst beste Freunde im spanischen Tierheim, in Steglitz tierisches Wiedersehen feiern. Doch das bestehende Tierleid ist groß, sodass Ein Freund fürs Leben e. V. für jede weitere Pflegestelle, jede weitere finanzielle Unterstützung dankbar ist: Da sind gequälte Tiere, die mit Schrotkugeln beschossen wurden, und bei denen vor Vermittlung vom Verein Blutuntersuchungen finanziert werden, um eine Bleivergiftung auszuschließen. Und da sind immer wieder notwendige Tierarztbehandlungen der geschundenen Kreaturen, Impfungen, Wurmkuren, Transportkosten. Auch als der

1.  Vorstandsvorsitzenden ein Karton mit vier Hundewelpen einfach vor die Tür gestellt wurde, brachte das eine besondere finanzielle Herausforderung mit sich, bis alle Fellnasen aufgezogen und vermittelt waren. – Tierschutz fängt eben auch für diesen Verein vor der Haustür an und weiß viele, oft unverständliche Geschichten zu erzählen.

Transparenz für seriösen Tierschutz Ein Freund fürs Leben e. V. ist es wichtig, Transparenz zu zeigen und auch nach einer Tiervermittlung stets ein offenes Ohr zu haben und Lösungsvorschläge für die „Adoptionseltern“ zu suchen. Auch dabei steht Vertrauen an

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Junge Katzen suchen ein warmes Plätzchen.�

Foto: Verein Ein Freund fürs Leben

erster Stelle. So ist es durchaus möglich, dass zukünftige Adoptanten das Tier direkt am Herkunftsort abholen, anstatt es über den Vereinstransport zu erhalten. Birgit Streich erzählt: „Zwei unserer Pflegestellen haben sich im Urlaub die Partnertierheime angesehen, eine Tierfreundin unseres Vereins hat sogar in Spanien bei der Versorgung der TierheimTiere geholfen. Und manchmal fliegen die zukünftigen Tierhalter weit zum Tierheim, um ihr zukünftiges Fellkind vorab zu besuchen.“ So gab es eine Familie, die bereits einen älteren Weimeraner hatte, und – nachdem sie einen jüngeren Weimeraner auf der Ver eins-Vermittlungsseite entdeckt hatte – extra nach Spanien reiste. – Nun sind Familie und beide Hunde hier glücklich. Schönster Lohn für den ehrenamtlichen Einsatz ist, wenn wieder ein Vierbeiner mehr vermittelt ist und alle zufrieden sind, und wenn dann Bilder vom„intakten“ Familienleben mit neuem Mitglied beim Verein eingehen.

Kuschelplatz auf Lebenszeit gesucht Derzeit stehen 103  Katzen zur Vermittlung, 47 davon leben bei deutschen Pflegestellen, 56 bei Pflegestellen und Tierheimen

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im Ausland. Bei den Hunden stehen aktuell 163 auf der VereinsWebseite, davon 63 Fellnasen bei Pflegestellen in Deutschland und 100 Hunde im Tierheim oder bei Pflegestellen im Ausland. Seit 2011 konnten kapp 5.000 Tiere in ein neues Zuhause vermittelt oder von einer Pflegestelle aufgenommen werden. In diesem Jahr haben bereits 50 Hunde und 130 Katzen ein neues für-immerZuhause gefunden. Jedoch sind längst nicht alle Hunde und Katzen aus den Partnervereinen im Ausland auf der Vereins-Webseite eingestellt. Vielmehr kann ein zukünftiger Adoptant, der ein Tier bestimmter Rasse, Größe oder bestimmten Alters sucht, dem Verein auch eine Nachricht schreiben. Ein Freund fürs Leben e. V. fragt dann im Ausland gezielt nach. Wer Ein Freund fürs Leben e. V. unterstützen, spenden, ein Tier über ihn adoptieren oder eine Pflegestelle anbieten möchte, findet weitere Informationen und Kontakt unter www.ein-freundfuers-leben.org� ◾ � Jacqueline Lorenz Spendenkonto Ein Freund fürs Leben e. V. IBAN: DE03 4306 0967 1128 8759 00

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Max Liebermann in der Kulturpolitik

Ausstellung beleuchtet Einfluss des Malers

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b dem 7.  Februar 2026 widmet sich die Liebermann-Villa am Wannsee einer Facette ihres einstigen Hausherrn, die oft hinter seinem malerischen Werk zurücktritt. Die Ausstellung „Alles für die Kunst! Max Liebermann zwischen Strategie und Kulturpolitik“ untersucht bis zum 25. Mai 2026, wie Max Liebermann seinen Einfluss im Kunstbetrieb geltend machte. Die Ausstellung legt dar, dass Liebermann nicht nur als Künstler im Atelier wirkte, sondern auch als strategischer Akteur auf dem kulturpolitischen Parkett.

Gezeigt wird sein Aufstieg zu einer Führungsfigur der Kunstwelt im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Dabei stehen seine internationalen Netzwerke und seine Kontakte zu anderen Künstlern im Fokus. Ziel seines Engagements war es, Strukturen zu nutzen, um der modernen Malerei Anerkennung zu verschaffen und die Freiheit der Kunst zu verteidigen.

grafie verknüpft. Der 1847 als Sohn einer wohlhabenden jüdischen Familie in Berlin geborene Liebermann etablierte sich zunächst als einer der wichtigsten Vertreter des deutschen Impressionismus. Sein Weg war jedoch nicht nur von künstlerischem Schaffen, sondern auch von organisatorischem Tatendrang geprägt. Als Reaktion auf den konservativen Kunstbetrieb unter Kaiser Wilhelm II. spielte Liebermann eine zentVom Rebellen zum rale Rolle bei der Gründung der Akademie-Präsidenten „Berliner Secession“, deren PräDieser strategische Weitblick sident er lange Jahre war. Diewar eng mit Liebermanns Bio- se Vereinigung bot modernen

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Die Villa diente Max Liebermann als Rückzugs- und Inspirationsort.

Künstlern eine Plattform abseits Künste (1920–1932) und nutzte der etablierten akademischen diese Position, um den kulturelSalons. len Austausch und die Moderne Später avancierte der einstige weiter zu fördern. Die Villa am Rebell selbst zum Präsidenten Wannsee, Schauplatz der aktuder Preußischen Akademie der ellen Ausstellung, diente ihm

dabei ab 1910 als Sommerresidenz und Rückzugsort, an dem viele seiner berühmten Gartenbilder entstanden. Das späte Leben des Malers war jedoch von der Machtübernahme der Nationalsozialisten überschattet. 1933 legte er seine Ämter nieder und zog sich verbittert zurück, bevor er 1935 in Berlin verstarb. Die Ausstellung zeigt, wie Liebermann die Strukturen des Kunstbetriebs nutzte, um seine Ziele zu erreichen. „Alles für die Kunst! Max Liebermann zwischen Strategie und Kulturpolitik“ läuft vom 7. Februar bis zum 25. Mai 2026 in der Liebermann-Villa am Wannsee. Weitere Informationen unter www.liebermann-villa.de/ ausstellungen/alles-fuer-diekunst.� ◾

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Emilio Vedova im Kunsthaus Dahlem

„Mehr als Bewegung um ihrer selbst willen“ – Kunst im Wandel Emilio Vedova (Studie für Plurimo), 1963–1964 Papier, Acryl und Metallklammern auf Karton Fondazione Emilio e Annabianca Vedova, Venedig. � Foto: Vittorio Pavan, Venedig

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as Kunsthaus Dahlem im Käuzchensteig beleuchtet eine besondere Periode im Schaffen des venezianischen Künstlers Emilio Vedova (1919– 2006). Unter dem Titel „Mehr als Bewegung um ihrer selbst willen“ konzentriert sich die Ausstellung auf die Jahre 1963 bis 1965, die Vedova als Gast eines Förderprogramms in West-Berlin verbrachte. Für den Künstler war es eine Zeit radikaler Neuausrichtungen, die eng mit dem Ort seines Schaffens verbunden war. Vedova bezog damals ein Atelier in ebenjenem Gebäude, das heute das Kunsthaus Dahlem beherbergt. An diesem historisch belasteten Ort, der zuvor dem nationalsozialistischen Bildhauer Arno Breker als Staatsatelier gedient hatte, entwickelte Vedova eine Kunst, die sich intensiv mit der deutschen Vergangenheit und den Spannungen des Kalten Krieges auseinandersetzte.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen seine sogenannten Plurimi. Dabei handelt es sich um mehrteilige, oft beidseitig bemalte und frei im Raum montierbare Holztafeln. Mit diesen Arbeiten überschritt Vedova die Grenzen der traditionellen Leinwand und erweiterte die Malerei in den Raum. Die dynamische und wandelbare Form dieser Werke war für ihn jedoch kein reines Formexperiment, sondern Ausdruck der gesellschaftlichen und politischen Zerrissenheit, die er im geteilten Berlin erlebte. Die Ausstellung zeigt neben den Plurimi auch dazugehörige Collagen, Gemälde und Grafiken, die Vedovas Auseinandersetzung mit der damaligen Gegenwart dokumentieren. Der Titel der Ausstellung ist ein Zitat des Künstlers selbst, der betonte, sein Werk sei „alles andere als eine Spielerei, Bewegung um ihrer selbst willen“. Diesem

Gedanken folgend, stellt die Schau die gesellschaftliche und politische Dimension in Vedovas Kunst in den Vordergrund. Ergänzt wird die Präsentation durch einen Dialog mit Werken des Freiburger Malers Bert Jäger. Dessen Arbeiten werden exemplarisch gezeigt, um den Einfluss von Vedovas Stil auf andere deutsche Künstler des Informel aufzuzeigen. Beide Künstler verband ein spontaner Farbauftrag und das Interesse an der Verarbeitung tagespolitischer Ereignisse.

Informationen zur Ausstellung Die Ausstellung „Emilio Vedova – Mehr als Bewegung um ihrer selbst willen“ läuft bis zum 8. März 2026 im Kunsthaus Dahlem, Käuzchensteig 12. Weitere Informationen www. kunsthaus-dahlem.de.� ◾

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Stromnetz Berlin – Grundsteinlegung Umspannwerk Claszeile.�

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Foto: Pedro Becerra – STAGEVIEW.de

Grundstein für neues Umspannwerk

Stromnetz Berlin investiert an der Claszeile 32 Millionen Euro

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n der Claszeile wurde am 19. November der Grundstein für die Erweiterung des dortigen Umspannwerks gelegt. Mit dem Neubau will das Unternehmen Stromnetz Berlin die Versorgungssicherheit für zehntausende Haushalte im Bezirk langfristig stärken. Das gesamte Bauvorhaben soll bis Ende 2031 abgeschlossen sein und kostet rund 32 Millionen Euro. Die bestehende Anlage aus den 1970er-Jahren gegenüber der Süd-Grundschule wird durch einen modernen Anbau ersetzt. Laut Zeitplan soll der Rohbau bis Ende 2026 fertiggestellt sein, gefolgt von der Installation der neuen Technik und der Verlegung neuer Stromkabel in der Um gebung bis 2030. Das Dach des neuen Gebäudes wird für die Ausrüstung mit einer Photovoltaik­ anlage vorbereitet. Für die Anwohner soll es während der Bauzeit keine Unterbrechungen der Stromversorgung geben. Auch die Zugänge zu Grundstücken und Rettungswege bleiben frei. Für die Bauarbeiten wird vorübergehend ein anliegendes Grundstück im Eigentum von Stromnetz Berlin genutzt, das bisher als Spielplatz diente. Stromnetz Berlin kündigte an, nach Abschluss der Arbeiten dort einen neuen Spielplatz zu bauen und ihn dann wie zuvor zur Verfügung zu stellen.� ◾

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Spiele aus dem Kalten Krieg Ausstellung im AlliiertenMuseum

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as AlliiertenMuseum in Dahlem zeigt in Kooperation mit dem Computerspielemuseum eine neue Sonderausstellung mit dem Titel „ColdWarGames – Alles nur ein Spiel“. Bis zum 30. Juni 2026 widmet sich die Schau den Spielen, die während des Kalten Krieges entstanden sind oder diesen thematisieren. Der Eintritt ist frei. Die Ausstellung zeigt eine Entwicklung von Brettspielen wie „Risiko“ aus dem Jahr 1957 über Konsolenklassiker wie „GoldenEye“ (1997) bis hin zu aktuellen Computerspielen wie „Call of Duty Black Ops Cold War“ aus dem Jahr 2020. Diese Spiele werden in den jeweiligen zeitgeschichtlichen Kontext eingeordnet. Besucher können in nachgestalteten Wohnräumen vergangener Jahrzehnte nicht nur Brettspiele entdecken, sondern auch an klassischen Konsolen selbst spielen.

In einem nachgestellten Wohnzimmer aus den 1950er-Jahren kann gespielt werden. � Foto: AlliiertenMuseum

Ein zentrales Element der Ausstellung ist die Darstellung des politisch-kulturellen Umfelds, in dem die Spiele genutzt wurden. Anhand von Radiosendungen, Zeitungen, Postern und Fernsehprogrammen in den inszenierten Räumen wird gezeigt, wie der Kalte Krieg den Alltag der Menschen prägte. Zahlreiche interaktive Elemente laden

zum Mitmachen ein: So können Kostüme anprobiert, Radio- und Fernsehprogramme umgeschaltet und an einer Station eigene Plakate gestaltet werden. Themenwände geben eine historische Einordnung zum Verlauf des Kalten Krieges, seinen Auswirkungen auf das geteilte Berlin und den Entwicklungen nach seinem Ende. Die Ausstellung schlägt dabei einen Bogen bis zu den Anschlägen vom 11.  September 2001. Ergänzt wird die Schau durch historische Objekte wie ein Sputnik-Modell und den Aufzugsmotor aus den Ruinen des World Trade Center. Die Ausstellung regt die Besucher auch zur Auseinandersetzung mit der Frage an, ob Krieg als Spiel dargestellt werden darf und wo die ethischen Grenzen liegen. Weitere Informationen unter www.alliiertenmuseum.de/ ausstellung/cold-war-games.� ◾

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200 Jahre Brailleschrift

Dauerausstellung zum Jubiläum der Blindenschrift

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n der Ingeborg-Drewitz-Bibliothek ist seit dem 15. Dezember eine kleine Dauerausstellung zu sehen. Anlass ist das 200-jährige Bestehen der Brailleschrift. Schülerinnen und Schüler aus dem Bezirk haben dafür 200 Bücher in Blindenschrift kreativ gestaltet. An dem Projekt beteiligten sich unter anderem die Johann-August-Zeune-Schule, die RothenburgGrundschule sowie die Nord-Grundschule. Die entstandenen Exponate werden im Kinderbereich der Bibliothek in der Grunewaldstraße 3 präsentiert. Da die Vielzahl der Arbeiten nicht gleichzeitig gezeigt werden kann, sieht das Konzept vor, die Ausstellungsstücke über mehrere Monate hinweg regelmäßig auszutauschen.

drei Jahren durch einen Unfall in der Sattlerwerkstatt seines Vaters erblindete. Mit nur 16 Jahren entwickelte er im Jahr 1825 ein System aus sechs tastbaren Punkten. Er modifizierte dabei die sogenannte „Nachtschrift“, ein kompliziertes Verfahren des französischen Militärs zur lautlosen Kommunikation bei Dunkelheit. Brailles System ermöglichte blinden Menschen erstmals einen umfassenden und eigenständigen Zugang zu Bildung und Literatur. Bis heute ist die nach ihm benannte Schrift weltweit der Standard für die schriftliche Kommunikation und soziale Teilhabe blinder Menschen. Der Zugang ist während der regulären Öffnungszeiten der Bibliothek möglich. Diese öffnet montags bis freitags von 11 bis 19 Uhr und ist samstags von 11 Uhr bis 16 Uhr zugänglich. Der Eintritt ist frei, eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.� ◾

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Fotos: Stadtbibliothek Steglitz-Zehlendorf

Hintergrund: Die Erfindung des Louis Braille Die Ausstellung erinnert an den Franzosen Louis Braille, der 1809 geboren wurde und im Alter von

Leibnizstraße 91 / Ecke Schillerstraße 10625 Berlin-Charlottenburg Mo, Di, Do 13 - 18 Uhr Mi, Fr nur nach Terminabsprache � Auf dem Hof · ☎ 030/39 87 9000 www.gazette-berlin.de/kruppa-tv/

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80 Jahre Haus am Waldsee

Vom Familiendomizil mit Selbstversorgung zum Treffpunkt für Kunstinteressierte

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er heute durch die Argentinische Allee spaziert, nimmt das Haus am Waldsee vor allem als Ort für internationale Gegenwartskunst wahr. Die Architektur des Gebäudes erinnert an englische Landhäuser, der Skulpturenpark lädt zum Verweilen ein. Doch die Geschichte der Villa am Seeufer ist eng mit den politischen Brüchen des 20. Jahrhunderts verwoben. Von dem idyllischen Traum einer reichen Familie über die Vereinnahmung durch die Nationalsozialisten bis hin zum kulturellen

Neuanfang nach 1945, erzählt on von Regenmänteln gemacht das Haus seine Geschichte mit hatte, wünschte sich ein repräJubiläums-Ausstellungen. sentatives Wohnhaus im damals populären Landhausstil. Mit seinem steilen Satteldach, den Eine Villa für den klaren Formen und der EinbetTextilfabrikanten tung in die Natur entsprach es Die Geschichte beginnt in den dem Geschmack des gehobenen wirtschaftlich turbulenten Bürgertums. 1920er-Jahren. Der Architekt Das familiäre Glück im Haus Max Werner entwarf die Villa währte jedoch nicht lange. zwischen 1922 und 1923 für die Persönliche Umstände und die Familie des jüdischen Textilfa- Weltwirtschaftskrise führten brikanten Hermann Knobloch. dazu, dass die Familie Knobloch Knobloch, der sein Vermögen die Villa bereits 1926 wieder unter anderem mit der Produkti- verkaufen musste. Es folgten

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Jahre mit wechselnden Bewohnern, bis ein dunkles Kapitel der Hausgeschichte anbrach. Der Familie Knobloch gelang noch vor Beginn der Judenverfolgung durch die Nationalsozialisten die Flucht nach Uruguay.

Ära der Reichsfilmkammer Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten änderte sich die Nutzung des Gebäudes fundamental. Es gab viele Interessenten, schließlich erwarb die UfA das Haus. Mitte der 1930erJahre zog Karl Melzer ein. Er war nicht nur Generalsekretär der Internationalen Filmkammer, sondern auch stellvertretender Präsident der Reichsfilmkammer. Das Haus am Waldsee wurde da Das Haus am Waldsee feiert seinen 80. Geburtstag.

mit zu einem inoffiziellen Treffpunkt der NS-Filmprominenz, die hier ein- und ausging. Das Haus blieb glücklicherweise vor größeren Zerstörungen oder Plünderungen in den letzten Kriegstagen verschont.

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Neuanfang 1946 Der Zweite Weltkrieg endete und Zehlendorf war, verglichen mit der Berliner Innenstadt, weniger stark zerstört. In einer Zeit, in der Wohnraum knapp war und

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die Stadt in Trümmern lag, wurde das Haus am Waldsee schnell einer neuen Bestimmung zugeführt. Bereits im Januar 1946 wurde hier das „Zehlendorfer Kunstamt“ gegründet. Es war eine der ersten Einrichtungen in Deutschland, die sich nach der Diktatur wieder der freien Kunst widmete. Ziel war es, die während der NS-Zeit als „entartet“ verfemte Moderne zu rehabilitieren und dem Publikum wieder zugänglich zu machen. Werke von Käthe Kollwitz, Karl Schmidt-Rottluff oder Pablo Picasso hingen an den Wänden, wo wenige Jahre zuvor noch NS-Funktionäre verkehrten. Das Haus wurde zu einem Symbol für den geistigen Wiederaufbau und die kulturelle Rückbesinnung auf internationale Standards.

rakter der Villa wieder stärker betont, während moderne Elemente den Ausstellungsbetrieb professionalisierten. Seit 2022 leitet Anna Gritz die Geschicke der Institution. Heute versteht sich das Haus am Waldsee als Ort, an dem Kunst nicht nur betrachtet, sondern im Kontext von Architektur und Natur erlebt wird.

Ausstellungen zum Jubiläum Zum 80. Jubiläum 2026 widmet sich das Haus am Waldsee auch seiner eigenen Geschichte: Unter dem Titel „Seit…“ startet am 20.  Februar 2026 eine fast einjährige Reihe. Bis zum 17. Januar 2027 wird der Wandel vom privaten Wohnhaus zum öffentlichen

um Archivmaterial flexibel präsentieren zu können. Das Projekt gliedert sich in drei Kapitel; den Auftakt macht ab Februar der Künstler Luciano Pecoits. Im Sommer folgt ergänzend die internationale Gruppenausstellung „Wo ich wohne“ (14. Juni bis 27. September 2026). Sie greift die Geschichte der 1922 für den jüdischen Textilfabrikanten Herrmann Knobloch erbauten Villa auf. Die Ausstellung soll zeigen, wie sich politische Ereignisse und gesellschaftliche Kämpfe in der Architektur und im privaten Raum widerspiegeln. Gezeigt werden Werke unter anderem von Richard Venlet, Renée Sintenis, Charlotte von Mahlsdorf und Robert Haas. Weitere Ausstellungen mit Werken von Gianna Surangkanja Institution der Gegenwartskunst In den folgenden Jahrzehnten etablierte sich das Haus am Waldsee fest in der West-Berliner Kulturlandschaft. Unter langjährigen Leitern wie Thomas Kempas, der das Haus von 1966 bis 2004 führte, lag der Fokus oft auf dem „Berliner Realismus“ und der klassischen Moderne. Mit dem Wechsel der Intendanz zu Katja Blomberg im Jahr 2005 öffnete sich das Haus stärker internationalen Positionen der Gegenwartskunst und DesignThemen. In diese Ära fiel auch die umfangreiche Sanierung und Erweiterung durch das Architekturbüro Kuehn Malvezzi, die bis 2019 andauerte. Dabei wurde der ursprüngliche Cha Idyllische Spazierwege führen zum namensgebenden Waldsee.

Ausstellungsort thematisiert. Ein besonderer Fokus liegt auf den Brüchen und Kontinuitäten zwischen der NS-Zeit und den Nachkriegsjahren. In der ehemaligen Garage, dem heutigen Café, wird dafür eine spezielle Ausstellungsarchitektur der Kuratorin Nina Akhvlediani eingerichtet,

najai, Rey Akdogan und Peter Wächtler komplettieren das Jahresprogramm. Kuratiert wird das Jubiläumsprogramm von der Direktorin Anna Gritz und Pia-Marie Remmers. Weitere Informationen und alle Veranstaltungen unter www. hausamwaldsee.de.� ◾

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Frühjahrsprogramm mit vielen Kursen VHS verzichtet auf gedrucktes Programmheft

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ie Victor-Gollancz-Volkshochschule hat ihr Programm für das Frühjahr 2026 veröffentlicht. Interessierte können aus über 1400 Kursen wählen und diese buchen.

Erstmals seit vielen Jahren wird es kein gedrucktes Programmheft mehr geben. Die Volkshochschule begründet diesen Schritt mit der Nachhaltigkeit und dem Einsparen von Ressourcen. Stattdessen informiert ein neuer Programmflyer im

DIN-A5-Format über die Angebote. Für Bürgerinnen und Bürger ohne Internetzugang wird in den Service-Büros der Volkshochschule in der Goethestraße 9/11 sowie in der Onkel-TomStraße 14 eine Gesamtübersicht des Frühjahrsprogramms zum Durchblättern ausliegen. Angeboten werden unter anderem Deutsche Gebärdensprache DGS I kompakt, ab 2.  Februar; Social-Media-Marketing, ab 26.  Februar; KI-Strategien für Unternehmen und Organisationen, ab 4. März; Strategisches Fundraising, ab 23. März; Einführung in die Wildnispädagogik, ab 23. März; Future Skills, ab 8. April; Rede-, Vortrags- und Präsentationstraining, ab 16.  April; Excel 2016 – Aufbaukurs, ab 18. April; Rechte Kipppunkte und was wir dagegen tun können, ab 20. April; Konfliktmuster in der Kommunikation erkennen und daraus lernen, ab 29.  April; Wirkung verstärken mit guten Texten, ab 18.  Mai; Work-Life-Balance

Haus der Volkshochschule Onkel-TomStraße 14 in der ehemaligen Feuerwache Zehlendorf.

4.0 – Effizient arbeiten, bewusst leben, erfüllt bleiben, ab 18. Mai. Anmeldungen nimmt die Volkshochschule Steglitz-Zehlendorf ab sofort online, postalisch oder persönlich in den Servicebüros entgegen. Weitere Informationen unter www.berlin.de/ vhs/volkshochschulen/steglitzzehlendorf.� ◾

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