Februar/März Nr. 1/2026
Lichterfelde West Journal für Lichterfelde West, Botanischer Garten und Schweizer Viertel
Winterliche Auszeit Tropenflair in den Gewächshäusern des Botanischen Gartens
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Lichterfelde West Journal
Blütenpracht statt Wintergrau
Winterliche Auszeit in den Gewächshäusern des Botanischen Gartens
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lle, die warme Temperaturen lieben und sich für tropische Botanik, begeistern können, finden im Botanischen Garten Berlin einen idealen Rückzugsort. In den dortigen Gewächshäusern kann man dem nasskalten Berliner Winter wunderbar für einige Stunden entfliehen, denn auch in der dunklen Jahreszeit lädt der Garten zu einem Rundgang durch die gläsernen Pflanzenparadiese ein. Diese bieten nicht nur dank tropischer Temperaturen exotisches Flair, sondern auch einen Einblick in
Das Große Tropenhaus im Schnee. Foto: I. Haas, Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin
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Lichterfelde West Journal die vielfältige Pflanzenwelt vie- alt – die zwischen Januar und April in voller Blütenpracht zu ler Regionen. bewundern sind, ist das Haus nicht nur ein Anziehungspunkt Aloe und Eukalyptus für Romantiker. Für die Einstimmung empfiehlt sich der Start im Haus Riesen aus den Tropen für Afrikanische Sukkulenten. Dort herrschen noch mode- Der Höhepunkt im wahrsten rate Temperaturen. Die Blüten Sinne des Wortes ist das Große der zahlreichen Aloe-Arten in Tropenhaus. In dem Gebäude verschiedenen Orangetönen mit einer Höhe von 23 Metern verzaubern das Auge. Von hier lassen sich gigantische Pflanaus ist es nicht weit bis zum zen bewundern. Bänke laden fünften Kontinent, auf dem es zum Verweilen ein. Abseits des im Moment Sommer ist. Das städtischen Trubels lässt sich Australien-Haus wartet mit das beruhigende Plätschern Eukalyptus, Känguruhbaum des Wasserfalls genießen. und vielen weiteren Exoten auf. Anschließend führt der Weg in Besuch beim das Kamelienhaus. Mit seinem Kaugummibaum sehr alten Bestand an Kamelienarten – einige über 100 Jahre Gleich nebenan, im Gewächs Impressum
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13. Jahrgang
Verlag Gazette Verbrauchermagazin GmbH Am Bürohochhaus 2-4, 14478 Potsdam ☎ 0331 / 37 97 34 50 Redaktion Karl-Heinz Christ · ☎ 0331 / 37 97 34 52 journal@gazette-berlin.de Freie Redakteurin Jacqueline Lorenz · ☎ 0172 / 630 26 88 Anzeigen Daniel Gottschalk, ☎ 030 / 323 38 54 d.gottschalk@gazette-berlin.de © Gazette Verbrauchermagazin GmbH Das Lichterfelde West Journal erscheint alle zwei Monate am 1.2., 1.4., 1.6., 1.8., 1.10. und 1.12. eines Jahres. Nächste Ausgabe
April/Mai Nr. 2/2026
Anzeigen-/Redaktionsschluss: 05.03.2026 Erscheinung: 01.04.2026 Liebe Leserinnen und Leser, wenn Sie Themenwünsche oder -vorschläge haben oder selbst etwas aus dem Ortsteil beitragen möchten, freuen wir uns auf Ihre Anregungen. Haben Sie eine Ausgabe verpasst? Ältere Ausgaben finden Sie online unter www.gazette-berlin.de. Ihre Redaktion des Lichterfelde West Journals
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Lichterfelde West Journal ser beliebten Pflanzen auf ihre Kosten kommen. Abschließend lässt sich das Bromelienhaus besuchen, in dem diese Bewohner der Bergwälder des amerikanischen Kontinents in vielen Farben und Formen zu Hause sind.
Urlaubsflair im Mittelmeerhaus
Im Mittelmeerhaus lassen sich botanische Bekannte aus Urlaubsregionen entdecken. � Foto: I. Haas, Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin
haus für Tropische Nutzpflanzen gibt es neben Bananenstauden auch Bekannte aus der eigenen Küche zu entdecken. Dort sind Gewürze wie Pfeffer und Ingwer sowie Kakaopflanzen zu sehen. Quasi „in aller Munde“ ist der Sapotillbaum, dessen Heimat in Zentralamerika liegt. Er liefert den Grundstoff für Kaugummi. Weiter geht es im Orchideenhaus, in dem die zahlreichen Fans die Etwas abseits steht das im Jugendstil gestaltete Mittelmeerhaus. Viele Bekannte aus der Urlaubszeit haben hier ihr Domizil gefunden. Aleppokiefer, Zypressen, Korkeiche, Zwergpalme und viele weitere erinnern an schöne Zeiten im sonnigen Süden. Aber auch die reiche Flora der kanarischen Inseln und aus Madeira werden im Mittelmeerhaus präsentiert. Der Botanische Garten ist täglich geöffnet. Der Zugang zu den Gewächshäusern erfolgt über die regulären Eingänge. Es wird empfohlen, für den Rundgang etwas mehr Zeit einzuplanen, um die verschiedenen Klimazonen in Ruhe auf sich wirken zu lassen. Tickets und alle weiteren Informationen unter www.bo.berlin.� ◾
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Victor-Gollancz-Volkshochschule
Frühjahrsprogramm mit vielen Kursen VHS verzichtet auf gedrucktes Programmheft
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ie Victor-Gollancz-Volkshochschule hat ihr Programm für das Frühjahr 2026 veröffentlicht. Interessierte können aus über 1400 Kursen wählen und diese buchen. Erstmals seit vielen Jahren wird es kein gedrucktes Programm heft mehr geben. Die Volkshochschule begründet diesen Schritt mit der Nachhaltigkeit und dem Einsparen von Ressourcen. Stattdessen informiert ein neuer Programmflyer im DIN-A5-Format über die Angebote. Für Bürgerinnen und Bürger ohne Internetzugang wird in den Service-Büros der Volkshochschule in der Goethestraße 9/11 sowie in der Onkel-TomStraße 14 eine Gesamtübersicht des Frühjahrsprogramms zum Durchblättern ausliegen. Angeboten werden unter anderem Deutsche Gebärdensprache DGS I kompakt, ab 2. Februar; Social-Media-Marketing, ab 26. Februar; KI-Strategien für Unternehmen und Organisationen, ab 4. März; Strategisches
Fundraising, ab 23. März; Einführung in die Wildnispädagogik, ab 23. März; Future Skills, ab 8. April; Rede-, Vortrags- und Präsentationstraining, ab 16. April; Excel 2016 – Aufbaukurs, ab 18. April; Rechte Kipppunkte und was wir dagegen tun können, ab 20. April; Konfliktmuster in der Kommunikation erkennen und daraus lernen, ab 29. April; Wirkung verstärken mit guten Texten, ab 18. Mai; Work-Life-Balance 4.0 – Effizient arbeiten, bewusst leben, erfüllt bleiben, ab 18. Mai. Anmeldungen nimmt die Volkshochschule Steglitz-Zehlendorf ab sofort online, postalisch oder persönlich in den Servicebüros entgegen. Weitere Informationen unter www.berlin.de/ vhs/volkshochschulen/steglitzzehlendorf.� ◾
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Kristijan Pavic fertigt in seiner Pfeifenmanufaktur wertvolle Einzelstücke.
Feuer und Flamme für Tabakpfeifen
Kristijan Pavic pflegt alte Handwerkskunst
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ls die Geschwister Silvio und Mario Schobinger vor mehr als 10 Jahren das Goerzwerk in Lichterfelde kauften, hatten sie Großes im Bezirk vor. Und sie haben es geschafft: Längst hat sich der Firmencampus – intaktes Denkmal deutscher Industriegeschichte aus dem Jahr 1915 – zu einem Areal entwickelt, an dem vor der Kulisse reizvoller GründerzeitArchitektur einer wachsenden Zahl an Handwerksbetrieben, Start-ups und produzierendem Gewerbe Platz für modernes Arbeitsleben gegeben ist. Seit
zur Community, in deren fast schon familiärer Atmosphäre er sich willkommen und umsorgt fühlt. Findet er hier doch bereichernde Synergien ebenso wie Raum für Kreativität. Er, der sich den Blick für Bewahrenswertes erhalten hat, ist hier mit Polierund Drechselmaschine eingezogen und an mehreren Tagen in der Woche in einem gemütlichen Arbeitscontainer dabei, Bruyère-Wurzelknolle Qualitätspfeifen von Hand zu Sommer letzten Jahres gehört fertigen. „Ohne Stress und mit auch Kristijan Pavic – Freund des viel Feuer und Flamme für dieJugendstil und Art Déco – mit se kunstvollen Rauchutensilien seiner Tabakpfeifen-Manufaktur und ein aussterbendes Han
Lichterfelde West Gesundheit Journal werk“, wie er mit leuchtenden Augen verrät. Die notwendige Fingerfertigkeit dafür bringt der gelernte Steinbildhauer und Steinmetz aus seinem Hauptberuf mit. Wie viel Verständnis für jede Art von Kunsthandwerk der gebürtige Berliner besitzt, dessen Eltern in den 60ern aus dem ehemaligen Jugoslawien kamen und maßgeblich zur deutschen Wirtschaftsentwicklung beitrugen, beweisen nicht zuletzt die Tätowierungen, die gelungen seine Haut schmücken.
aber feinen Rauchkunstwerke. Zur Liebe für diese besonderen Rauchutensilien fand Pavic eher zufällig in Augsburg: Dort begleitete er einen Freund in ein historisches Tabakfachgeschäft in der Altstadt. Fasziniert vom
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Zeit und Muße zur Entspannung. Pavic´ Großvater rauchte sein Leben lang Pfeife – und wurde immerhin 95 Jahre alt. Eine Pfeife sollte nie heißgeraucht werden, „kaltes“ Rauchen ist die Kunst, die ebenso
Kultiviertes Rauchen mit Kristijan Pipes Betritt man den rund 35 Quadratmeter großen Container auf dem weitläufigen Gelände des Goerzwerk, taucht man ein in eine besondere Welt. Klassische Hintergrundmusik harmoniert dabei mit dem warmen Duft von Holz und Tabak. Kristijan Pavic, der hier die Kunst des Pfeifenmachens zelebriert und so seine Leidenschaft zum Nebenberuf gemacht hat, passt in seiner geerdeten Art bestens in diese entschleunigende Atmosphäre. Stress muss draußen bleiben, hat hier keine Chance. Pavic´ Pfeifen – jede für sich nicht im Akkord, sondern mit viel Herz und Präzision als Einzelstück hergestellt – können von Liebhabern kultivierten Rauchens erstanden werden. Nur bis zu 25 Pfeifen jährlich verlassen die Werkstatt, aktuell stehen fünf fertige zum Verkauf. Im Durchschnitt arbeitet der Künstler 16 Stunden hochkonzentriert an einem dieser kleinen,
Pfeifenmodelle „Kleene Tomate“ und „Rhodesian Species“.�
Tabakduft, kaufte er seine allererste Pfeife. „Ich war von nun an Feuer und Flamme, für alles, was brennt“, erzählt er schmunzelnd. Inzwischen besitzt Kristijan etliche Pfeifen, wobei zwei Pfeifen jeweils für eine Tabaksorte reserviert sind. Dabei erklärt der Pfeifenmacher, der naturbelassene bekömmliche Tabaksorten bevorzugt, das Pfeiferauchen zum besonderen Genuss: „Ein guter Tabak und kultiviertes Rauchen sind wie ein guter Wein oder edler Käse.“ Auch hier gilt für ihn: Die Dosis macht das Gift. So raucht man Pfeife schließlich nicht auf Lunge, sondern mit
Fotos: Kristijan Pipes
Zeit benötigt, wie zuvor die Herstellung von Hand einer edlen Pfeife. Längst werden Pfeifen auch maschinell hergestellt, doch das ist ein anderes Thema. Noch bis in die 60er-Jahre lag die Pfeifenherstellung in der Hand von Drechslern, die dies als Nebengeschäft ausführten. Ein Lehrberuf war Pfeifenmacher nie. Ab den 70ern entwickelten sich Tabakspfeifen dann zum Kunstwerk, weitaus mehr als bloßes Rauchwerkzeug. Wurde im frühen 20. Jahrhundert von der breiten Masse das Rauchen billigen Feinschnitt-Tabaks in preiswerten Pfeifen (75 Pfennig
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Im Regal lagern hochwertige Ausgangsmaterialien.
pro Stück) den der besseren Gesellschaft vorenthaltenen teureren Zigaretten und hochpreisigen Zigarren vorgezogen, ist Pfeiferauchen inzwischen ein besonderer Luxus. In speziellen Treffen wie beispielsweise der Berliner Pfeifen Session kommen Pfeifenraucher, -macher und -sammler zusammen, um ihre gemeinsame Leidenschaft für selbstgemachte Pfeifen zu pflegen.
Beste Rohstoffe für langlebige Tabakpfeifen Doch wie entsteht eigentlich aus einem Holzstück eine wertvolle Pfeife, die ihren Preis hat und bestenfalls und bei guter Pflege noch an Kinder und Enkel weitergegeben werden kann? In der Werkstatt von Kristijan Pavic präsentiert sich als faszinierendes Ausgangsmaterial und Beispiel für beste Rohstoffe die warzige Bruyère-Faserwurzelknolle, Wasserreservoir der berühmten, auf kargem Boden wachsenden Baumheide Erica arborea. Von
über Generationen erfahrenen Sammlern wird sie u. a. in Italien in der Toscana bei geeignetem Reifegrad geerntet und ist Grundlage der von Kristijan Pavic gefertigten „Bruyère“-EdelholzTabakspfeifen. Am Sammelort in Italien war er noch nie, obwohl seine Frau Italienerin ist. Doch es steht fest auf seiner To-Do-Liste. Bruyère-Holz gilt als besonders hart, hitzebeständig und besitzt einen neutralen Geschmack. Nach der Begutachtung durch spezielle „Coupeure“ von Qualität, Maserung und Größe werden die Wurzeln in Stücke ge schnitten. Ausgiebiges Kochen entfernt aus dem Holz Bitterund Gerbstoffe, die den späteren Tabakgeschmack beeinflussen könnten. Nach der Trocknung von bis zu drei Jahren können die Holzstücke (Ebauchons) schließlich zur Pfeife weiterverarbeitet werden. In den Regalen von Kristijan lagern etliche dieser Stücke, von denen er jedes für bis zu 60 Euro erworben hat. „Der Ausschuss kann groß sein“, erklärt der Fachmann, zeigen sich Risse oder Hohlräume doch manchmal erst bei der Bearbeitung zur Pfeife und machen dann schlechtenfalls vorangegangene Arbeit zunichte. Beim ersten Aufzeichnen der Pfeifenform auf das jeweilige Holzstück achtet Pavis genau auf den Verlauf der Maserung, um Stabilität der Pfeife zu gewähren. Die jahrelange Erfahrung kommt ihm dabei zugute. Bis es soweit war, kostete es ihn etliches Lehrgeld. Inzwischen ist er versiert an Drechselbank und Polierkissen, jede Bohrung sitzt, Mundstück und Kopf passen präzise, und der „Biss“ ist
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Pfeifenkunstwerk in Fischform und seltener Driftwood-Technik.
förmig gut gefächert, um den Rauch gleichmäßig nach innen zu verteilen. Bei einem alten Berliner Pfeifenmacher lernte er das kunstvolle Handwerk und sogar, wie man eine simulierte Driftwood(Treibholz)-Oberfläche erreicht. – Ein Geheimnis,
das heute nur noch zwei bis drei Pfeifenmacher beherrschen. Die Mundstücke von Pavic´ Pfeifen sind meist aus Ebonit-Hartgummi oder Acryl, werden aus Stangen passgenau zugeschnitten. Am Ende einer jeden Pfeifenherstellung von Hand steht das Po lieren, das die besondere Maserung hervorhebt: Mit viel Geduld, zuerst grobem und dann immer feiner werdendem Schleifpapier, bis abschließend Carnaubawachs von der brasilianischen Carnaubapalme letzten Glanz bringt. – So von Hand gefertigt, steht nach den aufwendigen Arbeitsgängen Sägen, Schleifen, Feinschleifen und Polieren dem Pfeifenraucher nun ein besonderes Einzelstück zur Verfügung, das sorgfältig eingeraucht und pfleglich behandelt Würdigung findet. Wer Interesse an der Handarbeit und den Pfeifen von Kristijan Pavic hat, findet weitere Informationen und Kontakt unter Kristijan Pipes www.kp-pipes.com oder über E-Mail kppipes@web.de.�◾ � Jacqueline Lorenz
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Neuer Amtsplausch online
Obdachlose im Fokus
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as Bezirksamt SteglitzZehlendorf widmet die aktuelle Ausgabe seines Podcasts „Amtsplausch“ dem Thema Obdachlosigkeit. In der 58. Folge erläutert Carolina Böhm, Bezirksstadträtin für Jugend und Gesundheit, die derzeitige Lage im Bezirk sowie langfristige Strategien der Verwaltung. Ein zentraler Punkt des Gesprächs ist die Situation rund um die Schloßstraße. Dort treffen Anwohner und Gewerbetreibende auf schutzsuchende Menschen, was im öffentlichen
Raum zu Konflikten führt. Böhm betont, dass das Sicherheitsgefühl der Bürger wichtig sei, weist aber gleichzeitig auf die Notlage der Betroffenen hin. Um hier zu vermitteln und präventiv tätig zu werden, ist seit November 2024 der soziale Träger „Gangway“ im Einsatz. Das Projektteam kümmert sich um obdachlose Menschen, die oft auch von Suchtproblematiken betroffen sind, und sucht gleichzeitig das Gespräch mit Anliegern und Geschäftsleuten. Ziel ist es, Hilfsangebote frühzei tig zu vermitteln und problematische Orte zu identifizieren. Dabei setzt der Bezirk auf die Zusammenarbeit mit bestehenden sozialen Einrichtungen sowie einen regelmäßigen Runden Tisch mit Ämtern und Ordnungsbehörden. Abschließend wirbt die Stadträtin für mehr Empathie im Umgang mit obdachlosen Menschen und verweist auf die Angebote der Kältehilfe. Der Podcast ist über die gängigen StreamingPlattformen sowie die Website des Bezirksamtes (www.berlin. de/-ii1022092) abrufbar.� ◾
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Zeit für Senioren
Ehrenamtliche für Gratulationen und Senioren-Freizeitstätten gesucht
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as Bezirksamt SteglitzZehlendorf sucht neue ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. Im Fokus steht dabei die Arbeit mit älteren Menschen im Bezirk. Das Aufgabenfeld umfasst beispielsweise Gratulationen zu Geburtstagen und Ehejubiläen. Zudem wird Unterstützung für den
Betrieb der kommunalen Freizeitstätten in Steglitz-Zehlendorf benötigt. Ziel der Initiative ist es, Senioren mehr Zeit für persönliche Gespräche und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Wer sich für dieses Engagement interessiert, muss sich nicht sofort dauerhaft binden. Das Bezirksamt bietet die Option, zunächst
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Zehn Jahre Familienbüro
Bewährtes Hilfsangebot nun mobil erweitert für werdende Eltern rund um die Geburt. Auch in schwierigen Lebenslagen bietet die Stelle soziale Beratung an. Dazu gehören unter anderem Beratungen zum Bürgergeld sowie zum Bildungs- und Teilhabepaket. Auch bei Veränderungen Ihrer Lebenssituation können Sie sich an das Familienbüro wenden.Carolina Böhm, Bezirksstadträtin für Jugend und Gesundheit, zieht eine positive Bilanz der vergangenen zehn Jahre. Ziel sei es nach wie vor, Familien bei der Bewältigung von Herausforderungen zu unterstützen und ihnen die nötigen Informationen an die Hand zu geben.
Beratung vor Ort
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eit über einem Jahrzehnt gibt es das Familienbüro des Jugendamtes SteglitzZehlendorf. Was 2015 als Pilotprojekt begann – Steglitz-Zehlendorf war der erste Berliner Bezirk mit einer solchen Einrichtung –, ist mittlerweile fester Bestandteil der sozialen Infrastruktur. Das Büro wird in Kooperation zwischen dem Jugendamt und
dem Diakonischen Werk Steglitz und Teltow-Zehlendorf e. V. betrieben. Der Fokus der Arbeit liegt darauf, Familien bürokratische Hürden zu nehmen und erste Orientierung zu bieten. Zum Leistungsspektrum gehören die Beratung zu finanziellen Leistungen des Jugendamtes, konkrete Hilfestellungen bei der Antragstellung sowie Informationen
Neben dem festen Standort im Rathaus Zehlendorf wird der Service aktuell ausgebaut. Das Familienbüro bietet nun immer donnerstags von 9 bis 13 Uhr eine mobile Beratung an wechselnden Standorten im Bezirk an, um Familien direkter in ihrem Wohnumfeld zu erreichen. Feste Standorte sind zum einen am Jobcenter Steglitz-Zehlendorf an der Birkbuschstraße 10 sowie am Nachbarschaftshaus Markus, Albrechtstraße 81a. Die Termine und weitere Standorte werden sowohl auf der Webseite des Familienbüros als auch auf einem Flyer bekannt gegeben. Weitere Informationen unter www.berlin.de/-ii416010� ◾
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200 Jahre Brailleschrift
Dauerausstellung zum Jubiläum der Blindenschrift
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n der Ingeborg-Drewitz-Bibliothek ist seit dem 15. Dezember eine kleine Dauerausstellung zu sehen. Anlass ist das 200-jährige Bestehen der Brailleschrift. Schülerinnen und Schüler aus dem Bezirk haben dafür 200 Bücher in Blindenschrift kreativ gestaltet. An dem Projekt beteiligten sich unter anderem die JohannAugust-Zeune-Schule, die Rothenburg-Grundschule sowie die Nord-Grundschule. Die entstandenen Exponate werden im Kinderbereich der Bibliothek in der Grunewaldstraße 3 präsentiert. Da die Vielzahl der Arbei Physiotherapie
Petra Götz
ten nicht gleichzeitig gezeigt werden kann, sieht das Konzept vor, die Ausstellungsstücke über mehrere Monate hinweg regelmäßig auszutauschen.
Hintergrund: Die Erfindung des Louis Braille Die Ausstellung erinnert an den Franzosen Louis Braille, der 1809 geboren wurde und im Alter von drei Jahren durch einen Unfall in der Sattlerwerkstatt seines Vaters erblindete. Mit nur 16 Jahren entwickelte er im Jahr 1825 ein System aus sechs tastbaren
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Lichterfelde West Journal Punkten. Er modifizierte dabei die sogenannte „Nachtschrift“, ein kompliziertes Verfahren des französischen Militärs zur lautlosen Kommunikation bei Dunkelheit. Brailles System ermöglichte blinden Menschen erstmals einen umfassenden und eigenständigen Zugang zu Bildung und Literatur. Bis heute ist die nach ihm benannte Schrift weltweit der Standard für die schriftliche Kommunikation und soziale Teilhabe blinder Menschen. Der Zugang ist während der regulären Öffnungszeiten der Bibliothek möglich. Diese öffnet montags bis freitags von 11 bis 19 Uhr und ist samstags von 11 Uhr bis 16 Uhr zugänglich. Der Eintritt ist frei, eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich. ◾
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Gedenken an den Widerstand
Neue Stele in der Wrangelstraße ehrt Erich Fellgiebel und Verfolgte
v.l.n.r. Barbara Fellgiebel (Enkelin Erich Fellgiebel),Staatssekretärin für Kultur, Cerstin Richter-Kotowski und die Bezirksstadträtin für Bildung, Kultur und Sport, Malgorzata Sijbrandij. � Foto: BA SZ
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m 18. Dezember ist vor dem Haus Wrangelstraße 10 eine regionalhistorische Informationsstele der Öffentlichkeit übergeben worden. Sie ist dem General und Widerstandskämpfer Erich Fellgiebel sowie der Geschichte des Widerstands gegen den Nationalsozialismus im Bezirk Steglitz-Zehlendorf gewidmet. In ihrer Rede zur Einweihung der Stele mahnte die Enkelin des Wehrmachts-Generals, Barbara Fellgiebel, die Erinnerung wachzuhalten: „Wir müssen dafür sorgen, dass die Akteure des Widerstands nicht vergessen werden. Sie lehren uns, was Zivilcourage und Mut bedeutet. Möge die Stele dazu beitragen, denn Geschichte wiederholt sich“,
so die 1950 geborene Fellgiebel. Der Ort der Aufstellung ist historisch begründet: Generalleutnant Erich Fellgiebel (1886 – 1944) bewohnte das Haus in der Wrangelstraße von 1938 bis 1942. Als General der Nachrichtentruppe der Wehrmacht nahm er eine Schlüsselrolle beim Umsturzversuch vom 20. Juli 1944 ein. Seine Aufgabe war es, die Kommunikation der NS-Führung im Hauptquartier Wolfschanze zu unterbrechen, um den Staatsstreich zu ermöglichen. Nach dem Scheitern des Attentats wurde Fellgiebel festgenommen, zum Tode verurteilt und am 4. September 1944 in Plötzensee hingerichtet. Die nach einem Entwurf von Karin Rosenberg gefertigte Ste le beleuchtet neben Fellgiebels Biografie auch das breitere Spektrum des Widerstands im Südwesten Berlins. Obwohl die NSDAP in Steglitz und Zehlendorf bei Wahlen hohe Zustimmungswerte erzielte, ging eine Minderheit in den Widerstand. Dazu gehörten Mitglieder der Arbeiterbewegung, christliche Gruppen um die Dahlemer Bekenntnisgemeinde sowie Intellektuelle und Künstler, etwa aus dem Umfeld der „Roten Kapelle“ oder der Gruppe „Onkel Emil“. Aber auch Adlige, wie Claus Graf Schenk von Stauffenberg und Peter Graf Yorck von Wartenburg. Zur Einweihung waren Nachfahren Erich Fellgiebels, darunter Enkel und Urenkel anwesend. �◾
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Annette Eni (vorne rechts) mit Team. Foto: Zukunftslust e. V. i.G.
Zukunftslust statt Gegenwartsfrust Initiative von Bürgern für Bürger
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ie Initiative Zukunftslust hat ihren Sitz in Lichterfelde Ost. Ihre Mitglieder wollen gemeinsam und als Vor bild für weitere Kieze in ihrem Ortsareal mit anspornender Zukunftslust anstatt lähmendem Frust vorangehen und eine Welt
von morgen schaffen, in der in 5–10 Jahren ein angenehmes Leben ohne starke Entbehrungen sowie nahezu autark durch ein
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Gemeinsam anlegen und verbessern.�
Selbstversorgermodell ermöglicht wird. Rasant fortschreitender Klimawandel und globale politische Herausforderungen benötigen schnelle Maßnahmen; nicht nur ausgehend von Politikern, sondern – von „unten“ aus der Bürgerschaft – durch Transformation vom verantwortungsbewussten Mitmenschen. – Sind Parteien in diesen Zeiten doch zweifelsfrei mit der großen Komplexität der Aufgabenstellung überfordert. Mit seinem Anstoß für notwendige, nachvollziehbare Veränderungsprozesse ebnet so jeder, der mitmacht, den Weg für eine tragfähige Umsetzung. Die angestrebten Maßnahmen des sich in Gründung befindenden Vereins „Zukunftslust“ betreffen in ihrem Areal in Lichterfelde Ost die Handlungsfelder Energie/Wärme, Mobilität, Wasser, Nahrung, Biodiversität und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ein Team von aktuell mehr als 15 Aktiven setzt sich aus im jeweiligen Handlungsfeld erfahrenen Fachleuten
Foto: Zukunftslust e. V. i.G.
zusammen. An der Spitze von Zukunftslust steht die Lichterfelder Consulting-, Transformationsund Marketingfrau Annette Eni. Nach ihrem resonanzreichen Beitrag auf dem Nachbarportal nebenan.de über Unmut und Sorge wegen des nur langsam voranschreitenden Klimaschutzes hatte sie voller Energie und Weitsicht den Verein Zukunftslust Anfang letzten Jahres ins Leben gerufen hat. Für sie, die auch ein hohes Maß an Erfahrung aus dem Mobilitätsbereich mitbringt, gilt ebenso wie für ihre Mitstreitenden:
Gemeinwohlorientiert machen statt meckern, um den Wandel hin zu einer sozial, ökologisch und ökonomisch nachhaltigen Lebensweise aktiv voranzutreiben. „Wobei Klimaanpassung, Klimaresilienz und ein zunehmend autarker Kiez im Mittelpunkt aller Aktionen unserer Bürgerinitiative stehen müssen“, betont
Annette Eni. Die Vereins-Ziele vermittelt Eni transparent und nachvollziehbar nach außen, schafft darüber eine strukturierte Vernetzung Gleichgesinnter, ohne sich dabei orientierungslos in den Fäden zu verheddern. Das steigende Interesse von Nachbarn und die zunehmende Beteiligung Interessierter beweisen, dass die Initiative auf dem richtigen Weg ist. Interesse und Unterstützung wird ihr von Beginn an von Bezirksstadtrat Urban Aykal entgegengebracht, der bei den verschiedenen Aktionen von Zukunftslust erfreuliche Präsenz zeigt. Weitere Kooperationen mit Verantwortlichen im Bezirksamt, beispielsweise der Klimaschutzbeauftragten des Bezirks – scheinen unverzichtbar und ausbaufähig, um gemeinsam auch bürokratisch unkomplizierter und zeitsparender nachhaltig handeln zu können. Wenn die Initiative Zukunftslust auch erst in einem begrenzten Raum mit rund 4.500 Einwohnern zwischen Königsberger Straße, Ostpreußendamm, Jungfernstieg, Beethoven- und Bruno-Walter-Straße aktiv ist, soll der Aktionsraum doch nach und nach auf weitere Ortsteilareale wie u. a. den Nicolaikiez ausgeweitet werden. Die unterschiedlichen Aktionen und Informationsangebote, die Zukunftslust nach nur kurzer Zeit erfolgreich initiiert hat, haben positive Austauschräume geschaffen, motiviert und erste Blüten einer engagierten partizipative Gesellschaft hervorgebracht: Beispielsweise als Teilnehmer der Klim
Lichterfelde West Journal woche des Bezirks oder beim Demokratiefest im September. Beim Mobilitätsfest im selben Monat machten sich die zahlreichen Besucher ein näheres Bild zu modernem Fahrzeug-Sharing und den Möglichkeiten, umweltschonend und bequem durch den Kiez zu kommen. Derzeit arbeitet für eine Umsetzung im Kiez die private bbw Hochschule in Adlershof drei verschiedene Konzepte aus. Und auch mit dem 1.000-Meter-Wildblumensaum-Projekt für mehr Biodiversität, dem autofreien Sonntag, dem Zukunftslust Stammtisch oder Treffen der Kiezinitiativen kam und bleibt Zukunftslust im Gespräch und ansprechbar. Weitere Termine wie Werkstatt der Mutigen oder Workshops sind auf der Webseite von Zukunftslust angekündigt.
Wirkungsbereiche und -ziele auf den Punkt gebracht Gesellschaftlicher Zusammenhalt ist gerade in unsicheren Zeiten wichtig. Er macht stark, Aktionen und Projekte gemeinsam zu stemmen und erfolgreich umzusetzen, wobei jeder seine Stärken zeigen kann. Biodiversität und Klimaresilienz sind im urbanen Raum unverzichtbar. So könnte sich Zukunftslust vorstellen, geeignete Flächen im Kiez – beispielsweise an der Gärtnerstraße – für Urban Farming zu nutzen und so eine bessere Selbstversorgung ermöglichen. Wildblumensäume im Kiez sorgen zunehmend für ein reichhaltiges Nahrungsan gebot für die Tierwelt sowie für eine Luftabkühlung durch Verdunstung. WildblumensaumPatenschaften sorgen dafür, dass die Säume gepflegt und gehegt werden. Wertvolle Unterstützung aus der Initiative kommt dabei von Gartenprofi Ute Stumm und Insektenexpertin Lisa Wiebe. Energie, Wärme und Wasser könnte im Kiez laut Zukunftslust mit Klimaexpertin Ulrike Linnig
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Kinder. Fachlich unterstützt von Klaus Pons, der sich in der Initiative u. a. das Thema Wasser auf die Fahne geschrieben hat. Mobilität ist aktuell eines der heißesten Themen von Zukunftslust: Das Auto als Fortbewegungsmittel ist längst durch andere energiesparende und umweltfreundliche Fahrzeuglösungen zu ersetzen. Zum Wohle bleibender Mobilität aller Kiezbewohner. Sinnvolle und
Mobilität der Zukunft – vorgestellt auf dem Mobilitätsfest im Kiez.� Foto: Zukunftslust e. V. i.G.
für alle da sein: Als dezentrale Energie- und Wärmeversorgung, bei längst zur Verfügung stehenden Technologien mit alternativen Lösungen vorangetrieben. Oberirdische Energie- und unterirdische Wasserspeicherung inbegriffen. Ebenso sind Kälteschutzräume zu schaffen. Der Marienplatz, der aktuell ein eher trostloses DenkmalschutzDasein fristet, könnte – begleitet von Zukunftslust – zu neuem Ansehen als zentraler Klimaschutzort für alle und als Vorzeige-Klimaanpassungsinsel erwachen – beispielsweise mit abkühlenden Wasserspielen und -becken für
wirtschaftlich tragfähige Mobilitätsmodelle für ein eigenes Sharingangebot im Kiez sind in Arbeit. Wer sich der Bürgerinitiative Zukunftslust anschließen, ihren Gedanken weitertragen und für eine bessere Welt von morgen mitgestalten und verändern möchte oder sie durch Spende unterstützen will, findet weitere Informationen unter www. zukunftslust.berlin.� ◾ � Jacqueline Lorenz Zukunftslust e. V. i.G. Bruno-Walter-Straße 11A 12247 Berlin Telefon 030 55 12 76 48
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Lichterfelde West Journal
Couch statt Gosse
Tierschutzverein vergibt Ticket zum Glück
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er Urlaub ist vorbei, schön war’s im fremden Land. Wären da nicht die vergessenen Vierbeiner am Straßenrand gewesen: Hunde und Katzen, rausgeworfen, gequält, sich selbst in trostlosem Dasein überlassen. Diese Urlaubsbilder wirken nach. Und manch Tierfreund, der schon länger vorhatte, sich einen vierbeinigen
Mit Christine Meinhardt fing alles an.�
Hausgenossen und Freund fürs Leben zu adoptieren, kommt nun ins Grübeln: Warum nicht einer dieser vergessenen Seelen eine bessere Zukunft geben? Körbchen, voller Napf, Streichel einheiten und gemeinsame Erlebnisse inklusiv. – Ein schöner Gedanke, dessen Realisierung
aber genauester Überlegung bedarf, soll es schließlich ein Freund fürs Leben werden. Gut, wenn es da tierliebende fachkundige Ansprechpartner gibt, die einen in seinen Überlegungen unterstützen. – So wie der 2011 gegründete gemeinnützige Ein Freund fürs Leben e. V. im Berliner Südwesten, dessen Tierschutz-Ziel es ist, ein gutes und artgerechtes Zuhause für herrenlose Hunde und Katzen aus in- und ausländischen Tier Foto: Verein Ein Freund fürs Leben
schutzprojekten in Spanien, Rumänien und Bulgarien zu finden und eine gelungene Mensch/ Tier-Partnerschaft zu initiieren. Anders als inzwischen manch deutsches Tierheim verweigert er die Vermittlung von Tieren an ältere Menschen nicht grundsätzlich, sondern setzt sich vielmehr mit den jeweiligen Lebensverhältnissen an der Aufnahme eines Tieres Interessierter einfühlsam auseinander, um dann ein zu ihnen bestmöglich pas WERBUNG FÜR BERLIN Reklame-Werkstätten Konrad Moritz GmbH Lichtreklame Firmenschilder Autobeschriftungen Bauschilder
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Lichterfelde West Gesundheit Journal tine Meinhardt alleine mit einer Webseite Tiere aus Spanien und half bei deren Vermittlung. Parallel machte sie Vorkontrollen für andere Tierschutzorganisationen. Eine Tierärztin aus Potsdam ermutigte sie schließlich, einen eigenen Tierschutzverein
gründung von „Ein Freund fürs Leben“ stand nichts mehr im Wege. Konstruktive Kontakte zu Tierschutzorganisationen, Tierauffangheimen und zu „Cuidad Real“, einem Tierheim in Spanien, entstanden ebenso wie über eine Tierschützerin zum
Chico und Fabio: Bodegueros-Freunde fürs Leben.
zu gründen. Als es bei einem Tierschutz-Notfall ausgesetzte Kaninchen und Katzen zu retten galt, lernte Christine schließlich Nicoletta Thielmann kennen, die sich ebenfalls bereits intensiv für Tiere aus dem Ausland einsetzte. Der gemeinsamen Vereins Tierheim „Siempre Contigo“ in Rota. Daraus entwickelte sie eine vertrauensvolle, bis heute währende Zusammenarbeit mit fast täglichem Kontakt, basierend auf Liebe und Verständnis zu Mensch und Tier weit über die Landesgrenzen hinaus. Neben
seit 1985
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Handwerksmeister · Innungsmitglied
Foto: Verein Ein Freund fürs Leben
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sendes vierbeiniges Familienmitglied zu finden. „Denn wir wollen, dass alle glücklich werden, Mensch und Tier“, betont Birgit Streich, die sich gemeinsam mit den Vorstandsvorsitzenden und Vereinsgründerinnen Christine Meinhardt und Nicoletta Thielmann sowie ehrenamtlich tätigen Tierschutz-Engagierten mit ganzem Herzen dafür einsetzt. So legen die Vereinsmitglieder Wert darauf, dass auch nach erfolgter Vermittlung die VereinsAnsprechpartner stets erreichbar für die Adoptivherrchen und -frauchen bleiben. Liebe und Vertrauen an erster Stelle haben dafür gesorgt, dass aus der im Jahr 2003 von Christine Meinhardt aus Spanien gelungenen Adoption eines Hundes acht Jahre später Ein Freund fürs Leben e. V. hervorgegangen ist. Bei der damaligen Vorkontrolle bei Christine Meinhardt in Zehlendorf hatte sofort die Chemie zwischen ihr und der prüfenden Tierschutzbeauftragten gestimmt: Beide wollten älteren Hunden helfen und sie in ein schönes Zuhause vermitteln nach dem Motto „Alter Hund, na und?“. Irgendwann dann unterstützte Chri
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Gesundheit West Journal Lichterfelde
den Gründungsmitgliedern des Vereins gibt es Fördermitglieder, die über Spenden, als Pflegestelle für Vierbeiner oder als Ansprechpartner den aus Zuwendungen und Mitgliedsbeiträgen sich selbst tragenden Verein Ein Freund fürs Leben verantwortungsvoll begleiten. Birgit Streich ist ein Mitglied, das inzwischen als unverzichtbare Ansprechpartnerin für spanische Bodegueros fest in die Vereinsarbeit integriert ist. Diese ebenso lebendige wie gutmütige Terrierart sorgte einst bei den Weinbauern Südspaniens für rattenfreie Weinkeller. Selbst hatte Birgit
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Foto: Verein Ein Freund fürs Leben
bereits vor ihrer Vereinsarbeit viele Deckchen, Körbchen und Gehege für Katzen, Hunde, Meerschweinchen und Kaninchen in Not bereitgestellt und bietet diesen nicht selten körperlich gehandicapten Tieren bis heute bei sich ein artgerechtes Leben. – So konnten die adoptierten Bodegueros Fabio und Chico, einst beste Freunde im spanischen Tierheim, in Steglitz tierisches Wiedersehen feiern. Doch das bestehende Tierleid ist groß, sodass Ein Freund fürs Leben e. V. für jede weitere Pflegestelle, jede weitere finanzielle Unterstützung dankbar ist: Da sind gequälte Tiere, die mit
Ausgesetzt mit „Steckbrief“.�
Schrotkugeln beschossen wurden, und bei denen vor Vermittlung vom Verein Blutuntersuchungen finanziert werden, um eine Bleivergiftung auszuschließen. Und da sind immer wieder notwendige Tierarztbehandlungen der geschundenen Kreaturen, Impfungen, Wurmkuren, Transportkosten. Auch als der 1. Vorstandsvorsitzenden ein Karton mit vier Hundewelpen einfach vor die Tür gestellt wurde, brachte das eine besondere finanzielle Herausforderung mit sich, bis alle Fellnasen aufgezogen und vermittelt waren. – Tierschutz fängt eben auch für diesen Verein vor der Haustür an und weiß viele, oft unverständliche Geschichten zu erzählen.
Foto: Verein Ein Freund fürs Leben
tanten das Tier direkt am Herkunftsort abholen, anstatt es über den Vereinstransport zu erhalten. Birgit Streich erzählt: „Zwei unserer Pflegestellen haben sich im Urlaub die Partnertierheime angesehen, eine Tierfreundin unseres Vereins hat sogar in Spanien bei der Versorgung der TierheimTiere geholfen. Und manchmal fliegen die zukünftigen Tierhalter weit zum Tierheim, um ihr zukünftiges Fellkind vorab zu besuchen.“ So gab es eine Familie, die bereits einen älteren Weimeraner hatte, und – nachdem sie einen jüngeren Weimeraner auf der Vereins-Vermittlungsseite entdeckt hatte – extra nach Spanien reiste. – Nun sind Familie und beide Hunde hier glücklich. Schönster Lohn für den ehrenamtlichen Einsatz ist, wenn wieder ein Vierbeiner Transparenz für mehr vermittelt ist und alle zuseriösen Tierschutz frieden sind, und wenn dann BilEin Freund fürs Leben e. V. ist es der vom„intakten“ Familienleben wichtig, Transparenz zu zeigen mit neuem Mitglied beim Verein und auch nach einer Tiervermitt- eingehen. lung stets ein offenes Ohr zu haben und Lösungsvorschläge für Kuschelplatz auf die „Adoptionseltern“ zu suchen. Lebenszeit gesucht Auch dabei steht Vertrauen an erster Stelle. So ist es durchaus Derzeit stehen 103 Katzen zur möglich, dass zukünftige Adop- Vermittlung, 47 davon leben bei
Lichterfelde West Gesundheit Journal
Junge Katzen suchen ein warmes Plätzchen.�
deutschen Pflegestellen, 56 bei Pflegestellen und Tierheimen im Ausland. Bei den Hunden stehen aktuell 163 auf der VereinsWebseite, davon 63 Fellnasen bei Pflegestellen in Deutschland und 100 Hunde im Tierheim oder
Foto: Verein Ein Freund fürs Leben
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Zuhause gefunden. Jedoch sind längst nicht alle Hunde und Katzen aus den Partnervereinen im Ausland auf der Vereins-Webseite eingestellt. Vielmehr kann ein zukünftiger Adoptant, der ein Tier bestimmter Rasse, Größe oder bestimmten Alters sucht, dem Verein auch eine Nachricht schreiben. Ein Freund fürs Leben e. V. fragt dann im Ausland gezielt nach. Wer Ein Freund fürs Leben e. V. unterstützen, spenden, ein Tier über ihn adoptieren oder eine Pflegestelle anbieten möchte, findet weitere Informationen und Kontakt unter www.ein-freundfuers-leben.org� ◾ � Jacqueline Lorenz
bei Pflegestellen im Ausland. Seit 2011 konnten kapp 5.000 Tiere in ein neues Zuhause vermittelt oder von einer Pflegestelle aufgenommen werden. In diesem Spendenkonto Jahr haben bereits 50 Hunde und Ein Freund fürs Leben e. V. 130 Katzen ein neues für-immer- IBAN: DE03 4306 0967 1128 8759 00
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