Lankwitz & Lichterfelde Ost Journal - Oktober/November 2026

Journal für Lankwitz und Lichterfelde Ost

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Lankwitz & Lichterfelde Ost

Oktober/November · Nr. 5/2026

Journal für Lankwitz und Lichterfelde Ost

Der Vater von Lankwitz 150. Geburtstag von Rudolf Beyendorff

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Rudolf Beyendorff prägte Lankwitz 150. Geburtstag des ersten Bürgermeisters des Ortsteils

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er heute durch Lankwitz spaziert, schätzt vor allem den großen Gemeindepark und markante Bauten wie die Dreifaltigkeitskirche, das Lankwitzer Rathaus oder das liebevoll „Käseglocke“ genannte Parkwohnhaus am Bernkastler Platz. Dass der Ortsteil dieses unverwechselbare Gesicht besitzt, verdankt er maßgeblich einem Mann: Dr. Rudolf Beyendorff. Als „Va 3

Impressum

Lankwitz & Lichterfelde Ost Journal 15. Jahrgang

Verlag Gazette Verbrauchermagazin GmbH Am Bürohochhaus 2-4, 14478 Potsdam ☎ 0331 / 37 97 34 50 Redaktion Karl-Heinz Christ · ☎ 0331 / 37 97 34 52 journal@gazette-berlin.de Freie Redakteurin Jacqueline Lorenz · ☎ 0172 / 630 26 88

ter von Lankwitz“ prägte der einstige Bürgermeister die Gemeinde zu Beginn des 20. Jahrhunderts wie kein anderer.

Junger Jurist mit großen Plänen Die Ära Beyendorffs in Lankwitz begann am 1. April 1908. Der damals erst 31-jährige Jurist, der zuvor in Bad Kösen als damals jüngster Bürger Anzeigen Daniel Gottschalk, ☎ 030 / 323 38 54 d.gottschalk@gazette-berlin.de © Gazette Verbrauchermagazin GmbH Das Lankwitz & Lichterfelde Ost Journal erscheint alle zwei Monate am 1.2., 1.4., 1.6., 1.8., 1.10. und 1.12. eines Jahres. Dezember/Januar Nr. 6/2026 Nächste Ausgabe Anzeigen-/Redaktionsschluss: 05.11.2026 Erscheinung: 01.12.2026 Liebe Leserinnen und Leser, wenn Sie Themenwünsche oder -vorschläge haben oder selbst etwas aus den Ortsteilen beitragen möchten, freuen wir uns auf Ihre Anregungen. Haben Sie eine Ausgabe verpasst? Ältere Ausgaben finden Sie online unter www.gazette-berlin.de. Ihre Redaktion des Lankwitz & Lichterfelde Ost Journals

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Dr. Rudolf Beyendorff (1876-1947) prägte Lankwitz.

„Käseglocke“ am Bernkastler Platz.

meister Deutschlands gewirkt hatte, wurde zum ersten hauptberuflichen und besoldeten Gemeindevorsteher von Lankwitz gewählt. Damals war Lankwitz noch eine eigenständige Gemeinde im brandenburgischen Kreis Teltow. Beyendorff hatte eine klare Vision: Er wollte das ländliche Dorf in einen modernen, vornehmen Villenvorort nach dem Vorbild des benachbarten Lichterfelde verwandeln – eine „Gartenstadt“. Um dieses Ziel zu erreichen, trieb er die Gründung der Lankwitzer Terrain- und Baugesellschaft vo ran. Die Gemeinde kaufte systematisch Grundstücke auf, um sie an bauwillige Familien aus der nahen Metropole Berlin zu veräußern. Industrie- und Großgewerbeansiedlungen wurden ausgeschlossen, um den Charakter eines ruhigen Wohnorts im Grünen zu bewahren.

Neues Ortsbild Unter Beyendorffs Leitung erlebte Lankwitz einen Bauboom. Er sorgte für den Bau des repräsentativen Rathauses mit Post- und Polizeistation. Als dieses am

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2. September 1911 um 11 Uhr feierlich eingeweiht wurde, feierte die Gemeinde gleichzeitig die Eröffnung einer neuen, zehn Hektar großen Grünanlage. Dieser Park, der heute als Gemeindepark Lankwitz bekannt ist, wurde damals zu Ehren des Bürgermeisters „Beyendorffpark“ getauft. Auch der Bernkastler Platz samt der „Käseglocke“ sowie das neue Lyzeum – heute BeethovenOberschule – entstanden auf seine Initiative hin. Lankwitz wuchs schnell und entwickelte eine moderne Infrastruktur.

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Schattenseiten und politischer Widerstand Doch Beyendorffs Karriere verlief nicht ohne Brüche. Im Jahr 1918 wurde er seines Amtes enthoben, nachdem Unregelmäßigkeiten in der Führung der Terraingesellschaft bekannt geworden waren. Seine historische Bedeutung für den Ortsteil geriet dadurch jedoch nicht in Vergessenheit. Während der Zeit des Nationalsozialismus bewies Beyendorff Rückgrat. Weil er sich weigerte, der NSDAP beizutreten, benannten die Machthaber den Beyendorffpark im Jahr 1939 kurzerhand in „Gemeindepark“ um. Aufgrund seiner Kontakte zum Widerstandskreis „Kreisauer Kreis“ geriet er nach dem Attentat auf Adolf Hitler vom 20. Juli

Rathaus Lankwitz

1944 ins Visier der Gestapo und wurde im August desselben Jahres vorübergehend inhaftiert. Rudolf Beyendorff verstarb am 2. Mai 1947 in Berlin und fand seine letzte Ruhestätte auf dem Parkfriedhof Lichterfelde. Auch

wenn der große Gemeindepark seinen Namen nicht zurückerhielt, erinnert seit dem Jahr 2002 der nahegelegene RudolfBeyendorff-Ring in Lankwitz an den tatkräftigen Bürgermeister aus Lankwitz.� ◾

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Map data © OpenStreetMap contributors

Sicherer Schulweg für den Kiez Oberhofer Weg erhält einen neuen Zebrastreifen

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er Weg zur Grundschule am Karpfenteich soll für viele Kinder schon bald sicherer werden. Im Oberhofer Weg begannen Mitte  September die Arbeiten für einen neuen Fußgängerüberweg. Auf Höhe der Geraer Straße soll das Überqueren der Fahrbahn künftig deutlich erleichtert werden. Bis zum 23. Oktober sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Um den Zebrastreifen zügig

und sicher anlegen zu können, macht das Bezirksamt Nägel mit Köpfen: Der Oberhofer Weg wird im Abschnitt zwischen der Grabenstraße und der Geraer Straße für die gesamte Dauer der Baumaßnahme komplett für den Autoverkehr gesperrt. Wer zu Fuß oder mit dem Fahrrad im Kiez unterwegs ist, muss hingegen keine größeren Umwege in Kauf nehmen. Fußgänger und Radfahrer werden über einen etwas verengten Gehweg

sicher an der Baustelle vorbeigeführt. Mit der Neuerung reagiert der Bezirk auf den Bedarf an mehr Verkehrssicherheit im direkten Schulumfeld. Verkehrsstadtrat Urban Aykal sieht in dem Projekt einen wichtigen Schritt für die Nachbarschaft. Die Maßnahme sorge nicht nur dafür, dass die Kinder morgens sicherer zum Unterricht gelangen, sondern werte die Situation für Fußgänger im Viertel auf.� ◾

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Lebendiges Grün im eigenen Garten

Ausstellung im Botanischen Garten beleuchtet Artenvielfalt

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er eigene Garten ist meist viel lebendiger, als es auf den ersten Blick scheint. Wer genauer hinsieht, entdeckt neben den gezielt gepflanzten Blumen eine Vielzahl an Wildtieren, Insekten und Kleinstlebewesen. Diese oft verborgene Natur steht im Mittelpunkt der neuen Ausstellung „Wilde Vielfalt im Garten“, die zurzeit im Botanischen Garten Berlin zu sehen ist.

Wichtige Rückzugsorte Die Schau zeigt auf, dass private Gärten wichtige Rückzugsorte für heimische Tier- und Pflanzenarten sein können. Anhand verschiedener Organismengruppen wie Pilzen, Flechten, Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln werden ökologische Zusammenhänge im Gartenalltag erklärt. So erfahren Besucher beispielsweise, welche zentrale Rolle Pilze im Ökosystem einnehmen oder wie Vögel und Säugetiere das eigene Grün als Lebensraum nutzen. Auch weniger beachte Inh.: Michaela Thiel Tel.: 030 / 772 14 01

Grafik: Verband Botanischer Gärten

te Gartenbewohner wie Moose dem Informationen darüber, wie oder die Lebewesen im Garten- sich die Tier- und Pflanzenwelt teich werden thematisiert. mithilfe digitaler Anwendungen erfassen lässt – beispielsweise im Rahmen von gemeinschaftPraxis im Alltag lichen Beobachtungsaktionen Neben der Wissensvermittlung wie dem „BioBlitz“. bietet die Präsentation auch Die Ausstellung läuft bis zum praktische Unterstützung für 1. November 2026. Der Besuch den Alltag im Bezirk. Steckbriefe ist im regulären Eintrittspreis stellen unterschiedliche Lebens- des Gartens inbegriffen. Der Boräume vor und geben konkrete tanische Garten Berlin ist in den Tipps, wie die Artenvielfalt auf Sommermonaten täglich von dem eigenen Grundstück oder 10 Uhr bis 20 Uhr geöffnet. Weidem Balkon aktiv gefördert wer- tere Informationen unter www. den kann. Wer selbst zum Entde- bo.berlin/de/wilde-vielfalt-imcker werden möchte, erhält zu- garten-0.� ◾

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Filme, Führungen, Vorträge

Herbstprogramm im Bundesarchiv

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er an der Finckensteinallee in Lichterfelde vorbeigeht, blickt auf eine weitläufige Anlage mit wechselvoller Vergangenheit. Als preußische Hauptkadettenanstalt errichtet, wurde sie später Kaserne der US-Armee unter dem Namen „Andrew Barracks“. Seit 1994 beherbergt das Gelände das Bundesarchiv. Im Herbst 2026 lädt es zu einer Reihe öffentlicher und kostenfreier Veranstaltungen ein, die von persönlichen Filmschätzen über frühe Kinopioniere bis hin zur Theatergeschichte der DDR weltweite „Home Movie Day“ reichen. statt. Zwischen 14  Uhr und 18 Uhr können Bürgerinnen und Eigene Filmschätze Bürger private Filmrollen (8mm, begutachten lassen Super 8, 16mm), Videokassetten Am Donnerstag, dem 15.  Ok- oder Digitaldateien mitbringen. tober 2026, findet im Foyer der Expertinnen und Experten des

Archivs prüfen das Material kostenfrei, geben Ratschläge zur Erhaltung und besprechen auf Wunsch eine Übernahme in den Archivbestand. Um 16.45 Uhr beginnt eine Führung durch das Magazin und die

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Führung und DDR-Theater

Filmdigitalisierungs-Werkstatt. Den Abschluss bildet ab 18 Uhr im Kinosaal eine Vorführung seltener Amateurfilme des Kameramanns Hans Schaller, einem engen Freund von Heinz Rühmann, die live kommentiert wird.

Die Anfänge des Kinos: Die Brüder Skladanowsky Am Donnerstag, dem 5.  November 2026, widmet sich das Archiv den deutschen Anfängen des bewegten Bildes. Um 16.45 Uhr startet im Foyer des Benutzungszentrums eine Führung durch die Ausstellung „Habe ich den Film erfunden? Max Skladanowsky – Pionier, Visionär & Hochstapler“. Die Schau präsentiert Geräte, Dokumente und Fotografien aus dem Nachlass der Gebrüder Skladanowsky. Im Anschluss, ab 18 Uhr, zeigt das Archiv im Rahmen der Reihe „Lichterfilme“ ausgewählte Ar 9

beiten der Filmpioniere, ergänzt durch eine Live-Daumenkinovorführung. Eine Anmeldung für die Führung und den Film­ abend ist nicht erforderlich.

Die bewegte Geschichte des Lichterfelder Archivgeländes selbst steht am Donnerstag, dem 12.  November 2026, im Mittelpunkt. Um 16.45 Uhr beginnt eine Geländeführung, die den Bogen von der preußischen Nutzung über die NS-Zeit und die US-Garnison bis zum heutigen modernen Benutzungszentrum spannt. Um 18 Uhr beginnt der Vortrag „Von der Bühne auf die Straße. Theater in der späten DDR“ von Dr. Jutta Braun. Der Beitrag befasst sich mit der Rolle der Theater als kritische Ersatzöffentlichkeit in der späten DDR und dem Aufbegehren der Ensembles im Herbst 1989. Zur Illustration werden zeitgenössische Dokumente aus den Archivbeständen gezeigt. Der Eintritt zu allen genannten Veranstaltungen in der Finckensteinallee 63 ist frei.� ◾

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Was wäre der Bezirk ohne Wolfgang Holtz? Heimatforscher, Geschichtsfreund, Stadtführer und Autor

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istoriker und Heimatforscher gibt es etliche – doch wohl kaum einen, der so anschaulich und begeisternd zu erzählen weiß, wie Wolfgang Holtz. Selbst größte Geschichtsmuffel lässt er aufhorchen und geleitet sie mitten hinein in seine vielfältigen Zeitreisen. – Hat man gar das Glück, ihn Zuhause in Lichterfelde im schmucken Häuschen am Spindelmühler Weg besuchen zu dürfen, muss man aufpassen, nicht Zeit und Raum beim Durchstöbern seiner Sammlerschätze zu vergessen. Außerhalb des Hauses an der Gartenlaube ist es nicht weniger spannend, über Mutter Holtzens Grabstein hängen an der Laubenwand da „ausgemusterte“ Gedenktafeln, zu denen der Hausherr natürlich auch Erstaunliches zu erzählen

Viele der 12.000 Ansichtskarten waren schon Grundlage von zahlreichen Ausstellungen.

Wolfgang Holtz: In Sachen Steglitzer Geschichte besser als manches Lexikon.

weiß. Und dann ist da Wilma Gütgemann-Holtz, 1970 von Bonn nach Berlin gekommen und seit 5.12.1985 bestärkende Ehefrau hinter ihm, die seine Leidenschaft für Geschichtsträchtiges und Sisyphus-ähnliche Archivarbeit teilt: Das Friedens-Bataillon von erzgebirgischen ElfpunkteEngeln in der alten Hängevitrine geht auf ihr Konto, ebenso die antiken Porzellanfiguren und die Porzellan-Mohrensammlung à la Sarotti. Für die über 12.000 gesammelten Ansichtskarten im Haus zeichnet sie ebenso mitverantwortlich. Sucht Ehemann Wolfgang in seinem für Zahlen und Geografie noch im mer phänomenalem Gedächnis doch einmal etwas länger nach einer Jahreszahl oder einem Nachnamen, hat bestimmt Wilma beides parat. Wolfgang und Wilma: Zwei, die sich gesucht und gefunden haben.

Von Steglitz in die weite Welt hinaus und zurück Als echter Steglitzer muss Wolfgang Holtz unbedingt bezeichnet werden; wenn auch nicht als waschechter, da beide Elternteile aus Ostpreußen stammten, ihre Heimat kriegsbedingt verlassen mussten. Am 2.10.1949 geboren („Ein Freund, der Mitentscheider

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Lankwitz &Lichterfelde Ost Journal bei der Datumwahl für den Tag der Deutschen Einheit war, hatte den 3.10. favorisiert, damit ich nach meinem Geburtstag immer ausschlafen kann“), blieb

Liga brachte. Etliche Vereinsund Spielerreisen führten ihn bereits als Schüler und Student weit in die Welt hinaus. – Und sie brachten ihm rund 40 außereuropäische Länder näher, darunter Israel, Indien und das Ceylon der 60er-Jahre, als dort noch kaum Tourismus herrschte. In Südafrika war Wilma mit, auch wenn die Hitze im Stadion ihr nur zweifelhaftes Vergnügen bereitete. „Vielleicht ist durch diese Reisen mein Interesse für Geschichte und das Interesse an Orten, die etwas zu erzählen haben, sowie mein Bedürfnis, dort hinter die Kulissen schauen zu müssen, noch gestärkt worden“, er Steglitz und Lichterfelde bis sinniert Wolfgang Holtz heute. heute treu, führten ihn seine Heimatkunde hatte ihn schon Reisen und Wanderungen doch in der Grundschule fasziniert, immer wieder dorthin zurück. später dann Geschichte in der Er buddelte nach Möhren im elterlichen Schrebergarten in Südende, wuchs nahe Munsterdamm auf. Schon früh wurde er „Mecki“ gerufen, worauf wohl seine erste Sammlung von HÖRZU-Meckifiguren und -Zeichnungen zurückzuführen ist, die später Platz für Geschichtliches machen musste und irgendwann verkauft wurde. Mecki lernte also das ABC auf der Markus-Grundschule und konjugierte als Gymnasiast Lateinische Verben auf der einstigen Tannenberg-Schule (heutiges Willi-Graf-Gymnasium) in Lankwitz. Doch darüber kam auch der Sport nicht zu kurz. Von frühester Jugend an spielte Wolfgang nicht ganz unbegabt Fußball, so beim SSC-Südwest und beim BFC Viktoria  89, wo er es bis zur höchsten Amateur- Wohlgeordnete Geschichte.

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Oberschule. Hilfreich dabei war – wie er selber sagt – wohl sein gutes Zahlengedächtnis, das ihn sich jede Zahl leicht merken ließ. Mit Hilfe der Geografie erstellte er sich Bilder im Kopf, die ihm Geschichte ortsgenau vor Augen führten. „Die Geografie agiert dabei als ein Rahmen, in dem sich die jeweiligen geschichtlichen Hintergründe und Zahlen ordnen“, erklärt Holtz dieses Phänomen. Seine Liebe zu Heimatkunde und Geschichtszahlen führte ihn schließlich in seinem Heimatbezirk an die Pädagogische Hochschule. Er wurde Grundschullehrer, war u. a. lange Jahre an der Paul-SchneiderGrundschule in Lankwitz tätig, während Wilma als Erzieherin in einem Kinderheim arbeitete. 1998-2001 wurde zur Glückszeit

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für das Steglitz Museum: Wolfgang Holtz war während dieser Zeit Vorsitzender des Vereins und setzte die Tradition der wechselnden Ausstellungen fort. Als Heimatforscher widmete er sich besonders fachkundig der Sammlung im Archiv und der Ausweitung der Bibliothek, um Steglitzer Geschichte für Besucher greifbarer und verständlicher werden zu lassen.

Brandenburg und Barlog Auch wenn Wolfgang Holtz in erster Linie Heimatforscher war, der aus seinen Forschungen etliche heimatkundliche Bücher über bekannte Bezirksnamen, Ortsteile („Südende“), Friedhöfe wie den Friedhof Bergstraße („Gräber und gelebtes Leben““) allein oder mit Autoren wie Christian Simon geschrieben hat, er nennenswerte Veranstaltungen und Ausstellungen wie 2013 die über das versunkene Weltunternehmen der „Neuen Photografische Gesellschaft“ oder vor Kurzem zur Enthüllung der Gedenktafel für Hermann Muthesius in Großneuhausen sowie unzählige Vorträge und Führungen mit eigenem Archivmaterial auf die Beine gestellt oder begleitet hat: Seiner Liebe zum Erwandern und Bereisen der Heimatumgebung gab er nur zu gerne nach. Die Leichtigkeit seiner Bezirksspaziergänge ist vielen im Gedächtnis geblieben. Ab 1972 dann bereisten er und Wilma in der DDR systematisch die Mark Brandenburg, was ihnen viele echte Freundschaften,

unverfälschte Ortskenntnisse und unschätzbares Geschichtswissen einbrachte – aber auch eine über 300 Seiten dicke Stasiakte. Auch die kann Holtz dem Besucher dank seiner und Wilmas beneidenswerter Ordnung mit einem Griff und ehrlichem Schmunzeln präsentieren. Spricht man ihn und seine Frau dann noch auf seinen früheren Nachbarn und Freund, den

rald Hensel „Lichterfelde West nach1945 Menschen-Erlebnisse-Erinnerungen“ über die berühmten Freunde den liebevoll würdigenden Beitrag „In guter Nachbarschaft mit Herta und Boleslaw Barlog“, während Wolfgang dafür sorgte, dass 2009 am Nachbarhaus 10 Jahre nach Barlogs Tod eine Gedenktafel für den berühmten Nachbarn angebracht wurde – so, wie Holtz sich immer wieder in Steglitz gegen das Vergessen für Gedenktafeln und vernachlässigte Gräber bekannter Leute wie Max Kaus und Walter Leistikow eingesetzt hat.

Historische Postrouten und alte Wege liegen Holtz von jeher am Herzen, wie auch die akkurat in seinem Haus gestaltete Postweg-Ecke dokumentiert. Diese Widmung von Boleslaw Barlog für Wilma Wege führten ihn bereits nach und Wolfgang Holtz. Dresden, Magdeburg, Cottbus großen Theatermann Boleslaw und Hamburg. Eine Gedenktafel Barlog an, ist einem ein weiteres mit dem Namen Wolfgang Holtz Stündchen spannendster Ge- gibt es daher bereits zu seinen schichte sicher: Denn erzählen Lebzeiten: Anlässlich seiner geund gastfreundlich sein, auch meinsam mit seinem Freund das können Wolfgang und Wil- Klaus Janetzki getätigten Erma, – was ihnen stets ein volles Wohnzimmer und einen gut besuchten Garten bei Vortrags-und Kulturveranstaltungen in ihrem Haus bescherte. So tauchten sie privat mit Regisseur und Intendant Barlog und dessen Frau Herta in dessen Theater-Freundeskreis mit großen Namen wie Horst Buchholz oder Marianne Hoppe ein, fuhren tags darauf dann als gute Nachbarn gemeinsam in die Mark. Wilma schrieb für das Buch von Ha- Holtz´sche Gedenkecke für die Postrouten.

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wanderungen nach alten Karten sowohl des Pilgerweges nach Wilsnack im Jahr 1988 als auch des ursprünglichen Postweges 1994 von Berlin nach Hamburg

Foto privat

und 2004 in Gegenrichtung von Hamburg nach Berlin kamen bei allen Wanderungen beide durch Linum, wo die Gedenktafel sie heute dafür ehrt.

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Auch wenn Wolfgang Holtz inzwischen deutlich weniger mit Führungen und Vorträgen unterwegs ist, als fachkundiger Berater in Sachen Steglitzer Heimatgeschichte bleibt er weiter gefragt und unschlagbar. – Genügend Stoff dafür wartet wohlsortiert in Schränken und Ordnern darauf, zum Einsatz zu kommen. Und dann sind da auch noch Wände voller Bücher, die von Wolfgang und Wilma gelesen werden wollen – beiden dürfte es also kaum langweilig werden. Wobei sie sich insgeheim schon heute fragen, was später einmal aus ihrer ebenso in jeder Hinsicht wertvollen, wie ihnen ans Herz gewachsenen Geschichtssammlung werden soll.� ◾ � Jacqueline Lorenz

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Freundeskreis Schlosspark Theater in Berlin e. V. Über 30 Jahre ehrenamtliches Engagement in Steglitz

Die Einführungsmatinées unter Moderation von Holger Thomsen sind stets sehr gut besucht, Anmeldung erbeten. � Foto: Freundeskreis Schlosspark Theater in Berlin e. V. Werner Brinkmann

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ereits im 31. Jahr steht das Traditionshaus Schlosspark Theater Berlin im ideellen Mittelpunkt der VereinsAktivitäten des Freundeskreis Schlosspark Theater in Berlin e. V.. Vereinsziel ist in erster Linie, das auf eine lange Geschichte zurückblickende Privattheater von Dieter Hallervorden zu unterstützen und zu fördern. Dass Vereinsmitglieder und Theaterfreunde darüber hinaus auch einen erweiternden Blick auf ein gerade auf dem Premierenplan stehendes Stück und das ein oder andere appetitlich präsentierte Theaterhäppchen erhalten, ist nicht zuletzt dem gut organisierten und in konstruktivem Austausch mit der Theaterleitung stehenden

Vorstandsteam rund um Holger Thomsen zu verdanken.

Angebote für Alt... Jeweils am Sonntag vor der Premiere einer Eigenproduktion bitten Verein und Intendanz bei freiem Eintritt um 11  Uhr ins Schlosspark Theater zur Einführungsmatinée, in der Interessantes, Wi s s e n s we r t e s und oft auch Erstaunliches rund um Stück und Schauspieler ans Scheinwerferlicht kommt: Souverän moderiert vom Vereinsvorsitzenden Holger Thomsen, der dabei auch persönlichen Fragen aus dem Publikum an die anwesenden Schauspieler und Regisseure Raum gibt und damit hilft, neue Zuschauer und Freun de für das Theater an der Schloßstraße zu gewinnen. Den Sonntagvormittag ausklingen lassen und mit Verein, Gleichgesinnten und Schauspielern ins Gespräch kommen, können die Besucher dann anschließend bei Kaffee und einem vom Vorstandsteam gegen Spende angebotenen selbstgebackenen Stück Kuchen. Während das Matinée-Angebot (möglichst unter Voranmeldung) auch für alle theaterinteressierten Nicht-Mitglieder des Freundeskreis-Vereins gilt, erwarten die derzeit 230 Vereinsmitglieder weitere schmackhafte Appetithäppchen: Die reichen von der kostenlosen Einladung des Theaters zu Voraufführungen und Premieren der jährlich etwa sechs auf die Bühne gebrachten Eigenproduktionen bis hin zu von Holger Thomsen moderierten Gesprächsrunden hinter den Kulissen mit einzelnen Scha

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Gesprächsrunde für Freundeskreis-Vereinsmitglieder im Theater-Champagnersaal: humorvoll mit Schauspieler-Schwergewicht Frank Kessler. Foto: Freundeskreis Schlosspark Theater in Berlin e. V. Werner Brinkmann

spielern des Schlosspark Theater Berlin. Und natürlich schaut auch Hausherr Dieter Hallervorden von Zeit zu Zeit vorbei und ist stets hochwillkommener Teilnehmer der alljährlichen Weihnachtsfeier des Freundeskreises. – Viel Theaterfreude und -unterstützung wird also geboten für

einen jährlichen Mitgliedsbei- einen Pro-Kopf-Eintritt von ertrag von lediglich 80 Euro. schwinglichen 5 Euro zu ermöglichen. „Gerade das aktuelle Stück ...und Jung „Putsch“ ist auch für Schüler Mitgliedsbeiträge und Spenden ausgesprochen geeignet. Das werden auch für den Schloss- Stück ist absolut sehenswert. Es park-Theaterzuschuss verwen- handelt sich dabei um politische det, um Schülergruppen dort Aufklärung, die durch ein humo VITERMA ZAUBERT WOHLFÜHLBÄDER Ihr Viterma Fachbetrieb in Berlin Süd Infos & Beratungstermin: Tel. 030 22 17 61 32 | viterma.com Jetzt Beratungstermin vereinbaren!

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ristisches Lehrstück vermittelt wird. In Trier, wo es schon 2025 aufgeführt wurde, nannte man es Polit-Satire. Es ist wirklich gehobene Unterhaltung. Damit ist das Schlosspark Theater hochaktuell. Es gibt viel Ernsthaftes, aber auch Vieles zum Lachen mit einer gelungenen Schlusspointe. – Das Stück ist damit auch für Schüler unbedingt geeignet, zeigt es doch die subtile Machtergreifung einer Partei, wobei auch das Versagen der demokratischen Kräfte herausgearbeitet wird“, erklärt Holger Thomsen, der sein Berufsleben als Deutsch- und Geschichtslehrer sowie als Fachbereichsleiter für Gesellschaftswissenschaft am Hermann-Ehlers-Gymnasium verbrachte und dort auch über 30  Jahre die Theater-AG der Schule in Organisation, Öffentlichkeitsarbeit und darüber hinaus als Stückeschreiber unterstützte. Nun sieht er es als seine ehrenamtliche Aufgabe, die Kommunikation zwischen Schlosspark Theater und Freundeskreis zu pflegen, ohne – auch im Sinne des Schlosspark Theater – dabei den Publikums-Nachwuchs aus den Augen zu verlieren. „Putsch“ mit dem Untertitel

„Anleitung zur Zerstörung einer Demokratie“ steht noch bis zum 18. Oktober 2026 auf dem Spielplan des Schlosspark Theater Berlin und zeigt, dass Demokratie kein Selbstläufer ist, sondern ein täglicher Kraftakt. An der Eintrittermäßigung interessierte Schülergruppen können sich über E-Mail freundeskreis@ schlosspark-theater.de an den Freundeskreis Schlosspark Theater Berlin e. V. wenden.

Ein starkes Team, bei dem jeder seine Hauptaufgabe mit viel ehrenamtlicher Energie und Liebe zum Schlosspark Theater vertritt, weiß der 1. Vorsitzende Holger Thomsen hinter sich. Die aktuellen Vorstandsmitglieder sind, jede(r) für sich, bereits seit 2014 für den Verein aktiv tätig. Als 2. Vorsitzender agiert Holger Thomsens ehemaliger Kollege Richard Faller, der 35  Jahre lang die TheaterAG des Steglitzer Hermann-Ehlers-Gymnasiums leitete. Heute macht er in erster Linie Schulen im Berliner Südwesten auf geeignete Theateraktivitäten und damit Schüler, junge Leute und Studierende auf die vielfälti gen Angebote des Schlosspark Theater aufmerksam. Während Sabine Beck vom Vorstand als Schriftführerin und Protokollantin den Überblick hält, hat Gisela Brokamp die Finanzen des Vereins fest im Griff. Vielen Theaterfreunden als gute Seele ist Monika Ludewig bekannt, die den Freundeskreis mit viel Herzlichkeit zuverlässig in seiner Außendarstellung vertritt, sei es bei Events, Sommerfesten oder den Einführungs-Matinées. Daneben sind zahlreiche Vereinsmitglieder zuverlässige Helfer, wenn viele Hände gebraucht werden. „Ich kann mit unserem Team sehr zufrieden sein“, betont Thomsen, der zusätzlich das inzwischen stete Wachsen des Freundeskreis-Vereins lobt. – Auch wenn ein kleiner Wermutstropfen diese Zufriedenheit trübt: Eine Anerkennung des Vereins als gemeinnützig ist noch immer nicht möglich, da es sich beim Schlosspark Theater Berlin um ein Privattheater handelt. Dennoch ist jede Spende willkommen und trägt gemeinsam mit den Mitgliedsbeiträgen des Vereins dazu bei, die Präsenz und Verankerung des Schlosspark Theaters im bezirklichen, regi Dr. Roman Blühdorn Kaulbachstraße 67 a 12247 Berlin-Lankwitz Fon 030 - 852 52 19 Fax 030 - 850 738 67 info@zahnarztpraxis-lankwitz.de www.zahnarztpraxis-lankwitz.de

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onalen sowie hauptstädtischen Kulturleben zu bewahren und zu verbessern, die Programmqualität und -vielfalt des Theaters zu unterstützen, Interesse am Sprechtheater durch Aktionen und Kooperationen mit Schulen zu fördern sowie die Vernetzung mit Kulturinteressierten und -schaffenden im Bezirk zu stärken.

Historie Nach längerer Vorgeschichte war im Februar 1995 der „Freundeskreis Schloßpark-Theater Berlin e. V.“ gegründet worden.

– Damals noch mit dem gemeinnützigen Zweck, dass „...dieser Verein, dessen Tätigkeit nicht auf Gewinn ausgerichtet ist, die kulturellen Interessen des Schloßpark-Theaters in Berlin fördert und gleichermaßen die Aufgabe hat, durch die Wiederbegründung des Deutschen Theaters in Prag an die deutschtschechische Theatertradition anzuknüpfen und den deutschtschechischen Kulturaustausch zu fördern und zu unterstützen.“ Nicht einmal vier Monate hielt diese Verbindung der beiden Theater. Später wurde die För derung des Deutschen Theater Prag aus der Satzung des Freundeskreis gestrichen. Nach jahrelanger weniger erfolgreicher Phase des Freundeskreises, die wohl den wechselnden Theaterleitungen zu schulden ist, ging es mit der Übernahme des Schlosspark Theater Berlin durch Dieter Hallervorden im Jahr 2009 mit dem Freundeskreis-Verein allmählich, wenn auch wechselhaft, voran: Erst 2013 aber kam mit neuem Vorstand gleichmäßige Fahrt auf, die seit 2016 mit dem heutigen Vorsitzenden Holger Thomsen und dem aktuellen Vorstandsteam am Ruder nun kontinuierlich an Tempo gewinnt. Weitere Informationen und Kontakt zum Freundeskreis Schlosspark Theater in Berlin e. V. unter www.freundeskreisschlossparktheater.de. Die nächste Einführungsmatinée zur Premiere der Komödie „Was ist los mit der Welt?!“ findet am 18. Oktober 2016 um 11 Uhr statt. Anmeldung erbeten. Spielplan und Informationen zum Schlosspark Theater Berlin unter www.schlossparktheater. de � Jacqueline Lorenz

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Gesundheit Lankwitz &Lichterfelde Ost Journal

Gartenansicht des beeindruckenden Gebäudes.

110 Jahre Herrenhaus Correns Von der Industriellen-Villa zum Musikzentrum

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er an der Ecke Calandrelli- und Gärtnerstraße in Lankwitz spaziert, erblickt hinter dichten Bäumen und einer schmiedeeisernen Einfriedung ein Bauwerk, das eher an ein barockes Schloss als an ein herkömmliches Wohnhaus erinnert. Das Herrenhaus Correns, im Volksmund heute meist als „Siemens-Villa“ bekannt, ist eines der größten und geschichtsträchtigsten Baudenkmale im Bezirk Steglitz-Zehlendorf.

Ein Baurat genehmigt sich selbst Die Geschichte des herrschaftlichen Anwesens begann im Jahr 1913. Der wohlhabende Industrielle Friedrich Christian Correns, kaufmännischer Direktor der Accumulatoren-Fabrik AG (der späteren Varta), wünschte sich einen repräsentativen Familiensitz im damaligen Rosenthalschen Villenviertel in Lankwitz. Auf einem rund 37.000 Quadratmeter gro ßen Areal ließ er ein Einfamilienhaus von gigantischen Ausmaßen errichten. Über 70 Zimmer, ein eigenes Pförtnerhaus, ein Gärtnerhaus und sogar ein verspieltes Teehaus im weitläufigen Park gehörten zum Ensemble. Bei der Planung kam es zu einer kuriosen Konstellation: Nach Unstimmigkeiten mit dem ersten Architekten übernahm der Lankwitzer Gemeindebaurat Fritz Freymüller das Projekt. In seiner Funktion als Baurat war

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Freymüller somit in der ungewöhnlichen Lage, seine eigenen Architektenentwürfe für das Bauamt selbst prüfen und abzeichnen zu können. Um 1916 war das repräsentative Hauptgebäude fertiggestellt.

Vom Familiensitz zum privaten Konzertsaal Nach dem Tod von Correns im Jahr 1923 erwarb Werner Ferdinand von Siemens, ein Enkel des berühmten Firmengründers Werner von Siemens, das Anwesen im Jahr 1925. Der neue Haus- In diesen Räumen erklangen hochwertige Instrumente. herr war leidenschaftlicher Mu- Akustik aus. Am Eröffnungstag Barenboim nahmen hier Schallsiker und Hobbydirigent, durfte dirigierte Siemens um 20  Uhr platten auf. Auch die Deutsche persönlich das Orchester vor geladenen Gästen aus der Berliner Kunst- und Kulturszene. Stolz des Saals war eine eigens eingebaute, hochmoderne WurlitzerOrgel, die heute im Musikinstrumentenmuseum besichtigt werden kann.

Weltstars zu Gast im Musikstudio Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in der Villa ein neues Kapitel aufgeschlagen. Ab 1947 nutzte der Sender RIAS (RundDetail des historischen Badezimmers. funk im amerikanischen Sektor) jedoch aus familiären Traditi- den Konzertsaal als Aufnahmeonsgründen kein Musikstudium studio. In der Zeit des Wiederabsolvieren. In Lankwitz verwirk- aufbaus und des Kalten Krieges lichte er seinen Traum und ließ herrschte hier reger Betrieb. ab 1928 die Gewächshäuser im Wenn tagsüber die TontechniPark abreißen, um einen rund ker ihre Plätze einnahmen, ga800 Quadratmeter großen Kon- ben sich namhafte Musikerinzertsaal anzubauen. nen und Musiker die Klinke in Der Saal bot Platz für rund die Hand. Berühmtheiten wie 300  Gäste und zeichnete sich Dietrich Fischer-Dieskau, Mardurch eine außergewöhnliche lene Dietrich oder später Daniel

Schönheit, wohin das Auge blickt.

Grammophon nutzte den Raum jahrzehntelang für anspruchsvolle Musikproduktionen. Bis zum Jahr 2010 beherbergte das Herrenhaus zudem das Deutsche Musikarchiv. Heute wird das denkmalgeschützte Gebäude von privaten Bildungseinrichtungen genutzt. Das Gelände ist nicht offen zugänglich.� ◾

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Kontaktstelle PflegeEngagement Steglitz-Zehlendorf Beratung und Unterstützung für Entlastung und Lebensqualität

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m Alter möchten die meisten von uns auch bei Pflegebedürftigkeit möglichst lange daheim leben. Oft sind es die pflegenden und umsorgenden Angehörigen und Freunde, die zur Erfüllung dieses Wunsches maßgeblich beitragen und dabei nicht selten an ihr Limit geraten. Um Pflegende und Pflegebedürftige zu unterstützen und zu entlasten, ging im Jahr 2010 die Initiative zur Gründung der

berlinweiten Kontaktstellen PflegeEngagement von drei Akteuren aus: Dem Land Berlin (vertreten durch die damalige für das Ressort zustände Senatsver waltung), den Landesverbänden der gesetzlichen Pflegekassen in Berlin und dem Verband der privaten Krankenversicherungen e. V. In der Kontaktstelle PflegeEngagment (KPE) Steglitz-Zehlendorf mit Sitz in der Villa Mittelhof finden Pflegende

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Miteinander reden in der Selbsthilfegruppe kann hilfreich sein.�

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Derzeit werden allein in dieser Selbsthilfegruppen für pflegen- Freizeitgruppen und offene AnKontaktstelle unter der Träger- de Angehörige begleitet. Es gibt gebote. 22  Ehrenamtliche sind schaft des Mittelhof e. V. sieben außerdem fünf unterstützende im angegliederten Besuchsdienst

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Stephanie Hensche und Susanne Baschinski – Wegweisende beim KPE Mittelhof in Steglitz-Zehlendorf.�

für pflegende Angehörige engagiert, wobei die Kontaktstelle eng mit dem Nachbarschaftsladen des Mittelhof e. V. zusammenarbeitet und damit über einen weiten Pool an Ehrenamtlichen und Nachbarschaftshelfenden verfügt. Die Kontaktstelle PflegeEngagement wird gefördert von der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege Berlin, den Landesverbänden der Pflegekassen in Berlin und dem Verband der Privaten Krankenversicherung e. V. Sie besitzt Verbandszugehörigkeit im S­ ELKO (Verein zur Förderung von Selbsthilfe-Kontaktstellen e. V.).

Selbsthilfe, Beratung, Besuchsdienst Auf drei Säulen steht die Kontaktstelle PflegeEngagament Mittelhof: Pflegende Angehörige können sich in Selbsthilfegruppen zu Themen wie Alzheimer, Demenz, stationäre Pflege, seelische Er krankungen austauschen und bei einem vielfältigen Angebot vom stressigen Pflegealltag relaxen. Ältere Menschen und Nachbarn können über die Kontaktstelle auch im Herta-Müller-Haus am Klöntisch Platz nehmen. Hier wird über alltägliches, besondere Erlebnisse und alle Themen, die interessieren, gesprochen. Manchmal entsteht daraus sogar gegenseitige Unterstützung. Aber auch das Beratungs- und Vermittlungsangebot ist groß, richtet sich sowohl an Pflegende als auch an ältere Menschen und Menschen mit Pflegegrad. Erstberatung findet während der Sprechzeiten telefonisch oder vor Ort in der Villa Mittelhof, im Nebengebäude Kate statt.  Für eine ausführliche Beratung wird um Terminvereinbarung gebeten. Stephanie Hensche und Sozialwissenschaftlerin Susanne Baschinski sind motivierte Ansprechpartnerinnen der Kontaktstelle PflegeEngagement.

Fotos: KPE Mittelhof

Stephanie Hensche bringt jahrelange Erfahrung aus dem Pflegebereich und der Pflege ihrer Mutter mit. Bei Hausbesuchen durch den Besuchsdienst erlebt sie selbst, wie viel Hilfebedarf oftmals in den vier Wänden besteht. Sozusagen als rechtzeitiges„Frühwarnsystem“ agieren da nicht selten die Ehrenamtlichen vom Besuchsdienst, für den weitere Mitglieder stets willkommen sind.

Zukunftsmusik: Kiezangebote besser bündeln Stephanie Hensche gibt zu bedenken: „Mit dem Pflegeneuordnungsgesetz ist zu befürchten, dass der Staat sich weiter zurückzieht.“ Dadurch könnten Pflegebedürftige und ältere Menschen sowie Pflegende stärker privat auf sich gestellt werden und in prekäre Lage geraten. Gut, wenn es dann exakt koordinierte Vernetzungs- und Kontaktstellen

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Lankwitz &Lichterfelde Ost Journal gibt, die sich in Unterstützung und Beratung im Bereich Pflege ergänzen, austauschen und aufeinander aufbauen. Derzeit gibt es zwar zahlreiche Angebote, aber die Vernetzung untereinander ist mehr als ausbaufähig, was zügig geschehen sollte. Runde Tische, Foren und Kiez-Kooperationen im eigenen Bezirk können da erste wichtige Schritte sein. Die Kontaktstelle setzt beispielsweise auf einen Austausch mit dem Nachbarschaftsladen in der Steglitzer Berlinickestraße 9. „Dadurch haben wir einen erweiterten Pool an ehrenamtlichen und nachbarschaftlichen Helfenden vorzuweisen“, betont Stephanie Hensche. Partner sind Pflegestützpunkt, Freiwilligenagentur sowie Selbsthilfekontaktstelle, Arbeitskreise und Gremien im

Verbund der Altenhilfe im Bezirk. Stephanie Hensche wünscht sich besser geknüpfte Besuchsdienstnetzwerke, Kooperationen mit Wohnungsbaugenossenschaften und Institutionen wie der Hilfswerksiedlung, und dass unterschiedliche Träger zukünftig verstärkt an Runden Tischen Platz nehmen nach dem Motto Gemeinsam mehr erreichen – zugunsten von Pflegenden und Pflegebedürftigen und leichterer Koordinierbarkeit. Dabei setzt sie für Vermittelnde und Nutzende auf bessere Überschaubarkeit unterschiedlicher Angebote, die sich ergänzen könnten, ohne in Konkurrenz miteinander zu treten. Darauf arbeiten sie und ihre Kollegin hin, stehen dazu im Bezirk u. a. im Austausch mit dem Projekt

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GiG (Getragen in Gemeinschaft) mit Nicole Herlitz, das sich den Herausforderungen des demographischen Wandels stellt. Stephanie Hensche verweist auf den am 26. November 2026 in der Villa Mittelhof von 16 bis 17.30 Uhr stattfindenden Vortrag mit der Kulturgeragogin Dr.  Bettina Held zum Thema „(Vor)sorgende Gemeinschaft“, der sich dem Thema Carrie Community (sorgende Gemeinschaft) widmet und viel Gesprächsstoff in Sachen Pflegezukunft liefern dürfte.� ◾ � Jacqueline Lorenz Kontaktstelle PflegeEngagement / Mittelhof e. V. Königstraße 42 – 43 14163 Berlin E-Mail kpe@mittelhof.org Telefon 030 / 80 19 75 – 38 www.mittelhof.org

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