Lankwitz & Lichterfelde Ost
Februar/März · Nr. 1/2026
Journal für Lankwitz und Lichterfelde Ost
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Lankwitz &Lichterfelde Ost Journal
Zukunftslust statt Gegenwartsfrust Initiative von Bürgern für Bürger
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ie Initiative Zukunftslust hat ihren Sitz in Lichterfelde Ost. Ihre Mitglieder wollen gemeinsam und als Vorbild für weitere Kieze in ihrem Ortsareal mit anspornender Zukunftslust anstatt lähmendem Frust vorangehen und eine Welt von morgen schaffen, in der in 5–10 Jahren ein angenehmes Leben ohne starke Entbehrungen sowie nahezu autark durch ein Selbstversorgermodell ermöglicht wird. Rasant fortschreitender Klimawandel und globale politische Herausforderungen benötigen schnelle Maßnahmen; nicht nur ausgehend von
Politikern, sondern – von „unten“ aus der Bürgerschaft – durch Transformation vom verantwortungsbewussten Mitmenschen. – Sind Parteien in diesen Zeiten
doch zweifelsfrei mit der großen Komplexität der Aufgabenstellung überfordert. Mit seinem Anstoß für notwendige, nachvoll ziehbare Veränderungsprozesse ebnet so jeder, der mitmacht, den Weg für eine tragfähige Umsetzung. Die angestrebten Maßnahmen des sich in Gründung befindenden Vereins „Zukunftslust“ betreffen in ihrem Areal in Lichterfelde Ost die Handlungsfelder Energie/Wärme, Mobilität, Wasser, Nahrung, Biodiversität und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ein Team von aktuell mehr als 15 Aktiven setzt sich aus im jeweiligen Handlungsfeld erfahrenen Fachleuten zusammen. An der Spitze von Zukunftslust steht die Lichterfelder Consulting-, Transformations Schmiljanstraße 16 in Friedenau Reichsstraße 21 in Westend Alt-Moabit 37 in Moabit 030 / 859 655 00 www.rehbein.berlin | Schlösser | Schlüssel | Alarmanlagen | Videoüberwachung | Tresore | Zylinder | Schließanlagen | Zutrittskontrollen
Lankwitz &Lichterfelde Ost Journal und Marketingfrau Annette Eni. Nach ihrem resonanzreichen Beitrag auf dem Nachbarportal nebenan.de über Unmut und Sorge wegen des nur langsam voranschreitenden Klimaschutzes hatte sie voller Energie und Weitsicht den Verein Zukunftslust Anfang letzten Jahres ins Leben gerufen hat. Für sie, die auch ein hohes Maß an Erfahrung aus dem Mobilitätsbereich mitbringt, gilt ebenso wie für ihre Mitstreitenden:
„Wobei Klimaanpassung, Klimaresilienz und ein zunehmend autarker Kiez im Mittelpunkt aller Aktionen unserer Bürgerinitiative stehen müssen“, betont Annette Eni. Die Vereins-Ziele vermittelt Eni transparent und nachvollziehbar nach außen, schafft darüber eine strukturierte Vernetzung Gleichgesinnter, ohne sich dabei orientierungslos in den Fäden zu verheddern. Das steigende Interesse von Nachbarn und die zunehmende Beteiligung Gemeinwohl Interessierter beweisen, dass die Initiative auf dem richtigen orientiert machen Weg ist. Interesse und Unterstatt meckern, stützung wird ihr von Beginn an um den Wandel hin zu einer von Bezirksstadtrat Urban Aysozial, ökologisch und ökono- kal entgegengebracht, der bei misch nachhaltigen Lebenswei- den verschiedenen Aktionen se aktiv voranzutreiben. von Zukunftslust erfreuliche
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Impressum
Lankwitz & Lichterfelde Ost Journal 15. Jahrgang
Verlag Gazette Verbrauchermagazin GmbH Am Bürohochhaus 2-4, 14478 Potsdam ☎ 0331 / 37 97 34 50 Redaktion Karl-Heinz Christ · ☎ 0331 / 37 97 34 52 journal@gazette-berlin.de Freie Redakteurin Jacqueline Lorenz · ☎ 0172 / 630 26 88 Titelbild: Zukunftslust e. V. i.G. Anzeigen Daniel Gottschalk, ☎ 030 / 323 38 54 d.gottschalk@gazette-berlin.de © Gazette Verbrauchermagazin GmbH Das Lankwitz & Lichterfelde Ost Journal erscheint alle zwei Monate am 1.2., 1.4., 1.6., 1.8., 1.10. und 1.12. eines Jahres. April/Mai Nr. 2/2026 Nächste Ausgabe Anzeigen-/Redaktionsschluss: 05.03.2026 Erscheinung: 01.04.2026 Liebe Leserinnen und Leser, wenn Sie Themenwünsche oder -vorschläge haben oder selbst etwas aus den Ortsteilen beitragen möchten, freuen wir uns auf Ihre Anregungen. Haben Sie eine Ausgabe verpasst? Ältere Ausgaben finden Sie online unter www.gazette-berlin.de. Ihre Redaktion des Lankwitz & Lichterfelde Ost Journals
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Annette Eni (vorne rechts) mit Team. Foto: Zukunftslust e. V. i.G.
Präsenz zeigt. Weitere Kooperationen mit Verantwortlichen im Bezirksamt, beispielsweise der Klimaschutzbeauftragten des Bezirks – scheinen unverzichtbar und ausbaufähig, um gemeinsam auch bürokratisch unkomplizierter und zeitsparender nachhaltig handeln zu können. Wenn die Initiative Zukunftslust auch erst in einem begrenzten Raum mit rund 4.500 Einwohnern zwischen Königsberger Straße, Ostpreußendamm, Jungfernstieg, Beethoven- und Bruno-Walter-Straße aktiv ist, soll der Aktionsraum doch nach und nach auf weitere Ortsteilareale wie u. a. den Nicolaikiez ausgeweitet werden. Die unterschiedlichen Aktionen und Informati onsangebote, die Zukunftslust nach nur kurzer Zeit erfolgreich initiiert hat, haben positive Austauschräume geschaffen, motiviert und erste Blüten einer engagierten partizipative Gesellschaft hervorgebracht: Beispielsweise als Teilnehmer der Klimawoche des Bezirks oder beim Demokratiefest im September. Beim Mobilitätsfest im selben Monat machten sich die zahlreichen Besucher ein näheres Bild zu modernem Fahrzeug-Sharing und den Möglichkeiten, umweltschonend und bequem durch den Kiez zu kommen. Derzeit arbeitet für eine Umsetzung im Kiez die private bbw Hochschule in Adlershof drei verschiedene Konzepte aus. Und auch mit
dem 1.000-Meter-Wildblumensaum-Projekt für mehr Biodiversität, dem autofreien Sonntag, dem Zukunftslust Stammtisch oder Treffen der Kiezinitiativen kam und bleibt Zukunftslust im Gespräch und ansprechbar. Weitere Termine wie Werkstatt der Mutigen oder Workshops sind auf der Webseite von Zukunftslust angekündigt.
Wirkungsbereiche und ziele auf den Punkt gebracht Gesellschaftlicher Zusammen halt ist gerade in unsicheren Zeiten wichtig. Er macht stark, Aktionen und Projekte gemeinsam zu stemmen und erfolgreich
Lankwitz &Lichterfelde Ost Journal umzusetzen, wobei jeder seine Stärken zeigen kann. Biodiversität und Klimaresili enz sind im urbanen Raum unverzichtbar. So könnte sich Zukunftslust vorstellen, geeignete Flächen im Kiez – beispielsweise an der Gärtnerstraße – für Urban Farming zu nutzen und so eine bessere Selbstversorgung ermöglichen. Wildblumensäume im Kiez sorgen zunehmend für ein reichhaltiges Nahrungsangebot für die Tierwelt sowie für eine Luftabkühlung durch Verdunstung. WildblumensaumPatenschaften sorgen dafür, dass die Säume gepflegt und gehegt werden. Wertvolle UnGemeinsam anlegen und verbessern.� terstützung aus der Initiative kommt dabei von Gartenprofi Energie, Wärme und Wasser Ute Stumm und Insektenexper- könnte im Kiez laut Zukunftslust tin Lisa Wiebe. mit Klimaexpertin Ulrike Linnig
Foto: Zukunftslust e. V. i.G.
für alle da sein: Als dezentrale Energie- und Wärmeversorgung, bei längst zur Verfügung ste Zahnarztpraxis Ulrich C. Degner • Implantatprothetik • Kinderzahnheilkunde • Chirurgie • Parodontologie • Intraorale Kamera • Vollkeramiken
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Mobilität der Zukunft – vorgestellt auf dem Mobilitätsfest im Kiez.�
henden Technologien mit alternativen Lösungen vorangetrieben. Oberirdische Energie- und unterirdische Wasserspeicherung inbegriffen. Ebenso sind Kälteschutzräume zu schaffen. Der Marienplatz, der aktuell ein eher trostloses DenkmalschutzDasein fristet, könnte – begleitet von Zukunftslust – zu neuem Ansehen als zentraler Klimaschutzort für alle und als Vorzeige-Klimaanpassungsinsel erwachen – beispielsweise mit abkühlenden Wasserspielen und -becken für
Fotos: Zukunftslust e. V. i.G.
Kinder. Fachlich unterstützt von Klaus Pons, der sich in der Initiative u. a. das Thema Wasser auf die Fahne geschrieben hat. Mobilität ist aktuell eines der heißesten Themen von Zukunftslust: Das Auto als Fortbewegungsmittel ist längst durch andere energiesparende und umweltfreundliche Fahrzeuglösungen zu ersetzen. Zum Wohle bleibender Mobilität aller Kiezbewohner. Sinnvolle und wirtschaftlich tragfähige Mobilitätsmodelle für ein eigenes Sharingangebot im Kiez
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sind in Arbeit. Wer sich der Bürgerinitiative Zukunftslust anschließen, ihren Gedanken weitertragen und für eine bessere Welt von morgen mitgestalten und verändern möchte oder sie durch Spende unterstützen will, findet weitere Informationen unter www. zukunftslust.berlin.� ◾ � Jacqueline Lorenz Zukunftslust e. V. i.G. Bruno-Walter-Straße 11A 12247 Berlin Telefon 030 55 12 76 48
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Öffungszeiten: Mo - Sa 10-13 Uhr Mo - Do 15-18 Uhr
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Gedenken an den Widerstand
Neue Stele in der Wrangelstraße ehrt Erich Fellgiebel und Verfolgte
v.l.n.r. Barbara Fellgiebel (Enkelin Erich Fellgiebel),Staatssekretärin für Kultur, Cerstin Richter-Kotowski und die Bezirksstadträtin für Bildung, Kultur und Sport, Malgorzata Sijbrandij. � Foto: BA SZ
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m 18. Dezember ist vor dem Haus Wrangelstraße 10 eine regionalhistorische Informationsstele der Öffentlichkeit übergeben worden. Sie ist dem General und Widerstandskämpfer Erich Fellgiebel sowie der Geschichte des Widerstands gegen den Nationalsozialismus im Bezirk Steglitz-Zehlendorf gewidmet. In ihrer Rede zur Einweihung der Stele mahnte die Enkelin des Wehrmachts-Generals, Barbara Fellgiebel, die Erinnerung wachzuhalten: „Wir müssen dafür sorgen, dass die Akteure des Widerstands nicht vergessen werden. Sie lehren uns, was Zivilcourage und Mut bedeutet. Möge die Stele dazu beitragen, denn Geschichte wiederholt sich“,
so die 1950 geborene Fellgiebel. Der Ort der Aufstellung ist historisch begründet: Generalleutnant Erich Fellgiebel (1886 – 1944) bewohnte das Haus in der Wrangelstraße von 1938 bis 1942. Als General der Nachrichtentruppe der Wehrmacht nahm er eine Schlüsselrolle beim Umsturzversuch vom 20. Juli 1944 ein. Seine Aufgabe war es, die Kommunikation der NS-Führung im Hauptquartier Wolfschanze zu unterbrechen, um den Staatsstreich zu ermöglichen. Nach dem Scheitern des Attentats wurde Fellgiebel festgenommen, zum Tode verurteilt und am 4. September 1944 in Plötzensee hingerichtet. Die nach einem Entwurf von Karin Rosenberg gefertigte Ste le beleuchtet neben Fellgiebels Biografie auch das breitere Spektrum des Widerstands im Südwesten Berlins. Obwohl die NSDAP in Steglitz und Zehlendorf bei Wahlen hohe Zustimmungswerte erzielte, ging eine Minderheit in den Widerstand. Dazu gehörten Mitglieder der Arbeiterbewegung, christliche Gruppen um die Dahlemer Bekenntnisgemeinde sowie Intellektuelle und Künstler, etwa aus dem Umfeld der „Roten Kapelle“ oder der Gruppe „Onkel Emil“. Aber auch Adlige, wie Claus Graf Schenk von Stauffenberg und Peter Graf Yorck von Wartenburg. Zur Einweihung waren Nachfahren Erich Fellgiebels, darunter Enkel und Urenkel anwesend. �◾
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Das Große Tropenhaus im Schnee.�
Foto: I. Haas, Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin
Blütenpracht statt Wintergrau
Winterliche Auszeit in den Gewächshäusern des Botanischen Gartens
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lle, die warme Temperaturen lieben und sich für tropische Botanik, begeistern können, finden im Botanischen Garten Berlin einen idealen Rückzugsort. In den dortigen Gewächshäusern kann man dem nasskalten Berliner Winter wunderbar für einige Stunden entfliehen, denn auch in der dunklen Jahreszeit lädt der Garten zu einem Rundgang durch die gläsernen Pflanzenparadiese ein. Diese bieten nicht nur dank tropischer Temperaturen exotisches Flair, sondern auch einen Einblick in die vielfältige Pflanzenwelt vieler Regionen.
Aloe und Eukalyptus Für die Einstimmung empfiehlt sich der Start im Haus für Afrikanische Sukkulenten. Dort herrschen noch moderate Temperaturen. Die Blüten der zahlreichen Aloe-Arten in verschiedenen Orangetönen verzaubern das Auge. Von hier aus ist es nicht weit bis zum fünften Kontinent, auf dem es im Moment Sommer ist. Das Australien-Haus wartet mit Eukalyptus, Känguruhbaum und vielen weiteren Exoten auf. Anschließend führt der Weg in das Kamelienhaus. Mit seinem sehr alten Bestand an Kameli enarten – einige über 100 Jahre alt – die zwischen Januar und April in voller Blütenpracht zu bewundern sind, ist das Haus nicht nur ein Anziehungspunkt für Romantiker.
Riesen aus den Tropen Der Höhepunkt im wahrsten Sinne des Wortes ist das Große Tropenhaus. In dem Gebäude mit einer Höhe von 23 Metern lassen sich gigantische Pflanzen bewundern. Bänke laden zum Verweilen ein. Abseits des städtischen Trubels lässt sich das beruhigende Plätschern des Wasserfalls genießen.
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Besuch beim Kaugummibaum Gleich nebenan, im Gewächshaus für Tropische Nutzpflanzen gibt es neben Bananenstauden auch Bekannte aus der eigenen Küche zu entdecken. Dort sind Gewürze wie Pfeffer und Ingwer sowie Kakaopflanzen zu sehen. Quasi „in aller Munde“ ist der Sapotillbaum, dessen Heimat in Zentralamerika liegt. Er liefert den Grundstoff für Kaugummi. Weiter geht es im Orchideenhaus, in dem die zahlreichen Fans dieser beliebten Pflanzen auf ihre Kosten kommen. Abschließend lässt sich das Bromelienhaus besuchen, in dem diese Bewohner der Bergwälder des amerikanischen Kontinents in vielen Farben und Formen zu Hause sind.
Urlaubsflair im Mittelmeerhaus
Im Mittelmeerhaus lassen sich botanische Bekannte aus Urlaubsregionen entdecken. � Foto: I. Haas, Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin
Etwas abseits steht das im Jugendstil gestaltete Mittelmeerhaus. Viele Bekannte aus der Urlaubszeit haben hier ihr Domizil gefunden. Aleppokiefer, Zypressen, Korkeiche, Zwergpalme und viele weitere erinnern an schöne
Inh.: Michaela Thiel Tel.: 030 / 772 14 01
Zeiten im sonnigen Süden. Aber auch die reiche Flora der kanarischen Inseln und aus Madeira werden im Mittelmeerhaus präsentiert. Der Botanische Garten ist täglich geöffnet. Der Zugang zu den Gewächshäusern erfolgt über
Morgensternstr. 27 12207 Berlin
die regulären Eingänge. Es wird empfohlen, für den Rundgang etwas mehr Zeit einzuplanen, um die verschiedenen Klimazonen in Ruhe auf sich wirken zu lassen. Tickets und alle weiteren Informationen unter www. bo.berlin.� ◾
Öffnungszeiten: Mo. geschlossen
Di.- Fr. 9.00 - 17.30 Uhr Sa. 8.00 - 13.00 Uhr
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Gesundheit Lankwitz &Lichterfelde Ost Journal
Kristijan Pavic fertigt in seiner Pfeifenmanufaktur wertvolle Einzelstücke.
Feuer und Flamme für Tabakpfeifen
Kristijan Pavic pflegt alte Handwerkskunst
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ls die Geschwister Silvio und Mario Schobinger vor mehr als 10 Jahren das Goerzwerk in Lichterfelde kauften, hatten sie Großes im Bezirk vor. Und sie haben es geschafft: Längst hat sich der Firmencampus – intaktes Denkmal deutscher Industriegeschichte aus dem Jahr 1915 – zu einem Areal entwickelt, an dem vor der Kulisse reizvoller GründerzeitArchitektur einer wachsenden Zahl an Handwerksbetrieben, Start-ups und produzierendem Gewerbe Platz für modernes Arbeitsleben gegeben ist. Seit
zur Community, in deren fast schon familiärer Atmosphäre er sich willkommen und umsorgt fühlt. Findet er hier doch bereichernde Synergien ebenso wie Raum für Kreativität. Er, der sich den Blick für Bewahrenswertes erhalten hat, ist hier mit Polierund Drechselmaschine eingezogen und an mehreren Tagen in der Woche in einem gemütlichen Arbeitscontainer dabei, Bruyère-Wurzelknolle Qualitätspfeifen von Hand zu Sommer letzten Jahres gehört fertigen. „Ohne Stress und mit auch Kristijan Pavic – Freund des viel Feuer und Flamme für dieJugendstil und Art Déco – mit se kunstvollen Rauchutensilien seiner Tabakpfeifen-Manufaktur und ein aussterbendes Han
Lankwitz &Lichterfelde Ost Journal werk“, wie er mit leuchtenden Augen verrät. Die notwendige Fingerfertigkeit dafür bringt der gelernte Steinbildhauer und Steinmetz aus seinem Hauptberuf mit. Wie viel Verständnis für jede Art von Kunsthandwerk der gebürtige Berliner besitzt, dessen Eltern in den 60ern aus dem ehemaligen Jugoslawien kamen und maßgeblich zur deutschen Wirtschaftsentwicklung beitrugen, beweisen nicht zuletzt die Tätowierungen, die gelungen seine Haut schmücken.
hier keine Chance. Pavic´ Pfeifen – jede für sich nicht im Akkord, sondern mit viel Herz und Präzision als Einzelstück hergestellt – können von Liebhabern kultivierten Rauchens erstanden werden. Nur bis zu 25 Pfeifen jährlich
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Zur Liebe für diese besonderen Rauchutensilien fand Pavic eher zufällig in Augsburg: Dort begleitete er einen Freund in ein historisches Tabakfachgeschäft in der Altstadt. Fasziniert vom Tabakduft, kaufte er seine aller Kultiviertes Rauchen mit Kristijan Pipes Betritt man den rund 35 Quadratmeter großen Container auf dem weitläufigen Gelände des Goerzwerk, taucht man ein in eine besondere Welt. Klassische Hintergrundmusik harmoniert dabei mit dem warmen Duft von Holz und Tabak. Kristijan Pavic, der hier die Kunst des Pfeifenmachens zelebriert und so seine Leidenschaft zum Nebenberuf gemacht hat, passt in seiner geerdeten Art bestens in diese entschleunigende Atmosphäre. Stress muss draußen bleiben, hat
Pfeifenmodelle „Kleene Tomate“ und „Rhodesian Species“.�
verlassen die Werkstatt, aktuell stehen fünf fertige zum Verkauf. Im Durchschnitt arbeitet der Künstler 16 Stunden hochkonzentriert an einem dieser kleinen, aber feinen Rauchkunstwerke.
Fotos: Kristijan Pipes
erste Pfeife. „Ich war von nun an Feuer und Flamme, für alles, was brennt“, erzählt er schmunzelnd. Inzwischen besitzt Kristijan etliche Pfeifen, wobei zwei Pfeifen jeweils für eine Tabaksorte re WERBUNG FÜR BERLIN Reklame-Werkstätten Konrad Moritz GmbH Lichtreklame Firmenschilder Autobeschriftungen Bauschilder
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Beste Rohstoffe für langlebige Tabakpfeifen
Im Regal lagern hochwertige Ausgangsmaterialien.
serviert sind. Dabei erklärt der Pfeifenmacher, der naturbelassene bekömmliche Tabaksorten bevorzugt, das Pfeiferauchen zum besonderen Genuss: „Ein guter Tabak und kultiviertes Rauchen sind wie ein guter Wein oder edler Käse.“ Auch hier gilt für ihn: Die Dosis macht das Gift. So raucht man Pfeife schließlich nicht auf Lunge, sondern mit Zeit und Muße zur Entspannung. Pavic´ Großvater rauchte sein Leben lang Pfeife – und wurde immerhin 95 Jahre alt. Eine Pfeife sollte nie heißgeraucht werden, „kaltes“ Rauchen ist die Kunst, die ebenso Zeit benötigt, wie zuvor die Herstellung von Hand einer edlen Pfeife. Längst werden Pfeifen auch maschinell hergestellt, doch das ist ein anderes Thema. Noch bis in die 60er-Jahre lag die Pfeifenherstellung in der Hand von Drechslern, die dies als Nebengeschäft ausführten. Ein Lehrberuf war Pfeifenmacher nie. Ab den 70ern entwickelten sich Tabakspfeifen dann zum Kunstwerk, weitaus mehr als bloßes Rauchwerkzeug. Wurde
im frühen 20. Jahrhundert von der breiten Masse das Rauchen billigen Feinschnitt-Tabaks in preiswerten Pfeifen (75 Pfennig pro Stück) den der besseren Gesellschaft vorenthaltenen teureren Zigaretten und hochpreisigen Zigarren vorgezogen, ist Pfeiferauchen inzwischen ein besonderer Luxus. In speziellen Treffen wie beispielsweise der Berliner Pfeifen Session kommen Pfeifenraucher, -macher und -sammler zusammen, um ihre gemeinsame Leidenschaft für selbstgemachte Pfeifen zu pflegen.
Doch wie entsteht eigentlich aus einem Holzstück eine wertvolle Pfeife, die ihren Preis hat und bestenfalls und bei guter Pflege noch an Kinder und Enkel weitergegeben werden kann? In der Werkstatt von Kristijan Pavic präsentiert sich als faszinierendes Ausgangsmaterial und Beispiel für beste Rohstoffe die warzige Bruyère-Faserwurzelknolle, Wasserreservoir der berühmten, auf kargem Boden wachsenden Baumheide Erica arborea. Von über Generationen erfahrenen Sammlern wird sie u. a. in Italien in der Toscana bei geeignetem Reifegrad geerntet und ist Grundlage der von Kristijan Pavic gefertigten „Bruyère“-EdelholzTabakspfeifen. Am Sammelort in Italien war er noch nie, obwohl seine Frau Italienerin ist. Doch es steht fest auf seiner To-Do-Liste. Bruyère-Holz gilt als besonders hart, hitzebeständig und besitzt einen neutralen Geschmack.
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Pfeifenkunstwerk in Fischform und seltener Driftwood-Technik.
Nach der Begutachtung durch spezielle „Coupeure“ von Qualität, Maserung und Größe werden die Wurzeln in Stücke geschnitten. Ausgiebiges Kochen entfernt aus dem Holz Bitterund Gerbstoffe, die den späteren Tabakgeschmack beeinflussen könnten. Nach der Trocknung von bis zu drei Jahren können die Holzstücke (Ebauchons) schließlich zur Pfeife weiterverarbeitet werden. In den Regalen von Kristijan lagern etliche dieser Stücke, von denen er jedes für bis zu 60 Euro erworben hat. „Der Ausschuss kann groß sein“, erklärt der Fachmann, zeigen sich Risse oder Hohlräume doch manch mal erst bei der Bearbeitung zur Pfeife und machen dann schlechtenfalls vorangegangene Arbeit zunichte. Beim ersten Aufzeichnen der Pfeifenform auf das jeweilige Holzstück achtet Pavis genau auf den Verlauf der Maserung, um Stabilität der Pfeife zu gewähren. Die jahrelange Erfahrung kommt ihm dabei zugute. Bis es soweit war, kostete es ihn etliches Lehrgeld. Inzwischen ist er versiert an Drechselbank und Polierkissen, jede Bohrung sitzt, Mundstück und Kopf passen präzise, und der „Biss“ ist Vförmig gut gefächert, um den Rauch gleichmäßig nach innen zu verteilen. Bei einem alten Berliner Pfeifenmacher lernte er
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das kunstvolle Handwerk und sogar, wie man eine simulierte Driftwood(Treibholz)-Oberfläche erreicht. – Ein Geheimnis, das heute nur noch zwei bis drei Pfeifenmacher beherrschen. Die Mundstücke von Pavic´ Pfeifen sind meist aus Ebonit-Hartgummi oder Acryl, werden aus Stangen passgenau zugeschnitten. Am Ende einer jeden Pfeifenherstellung von Hand steht das Polieren, das die besondere Maserung hervorhebt: Mit viel Geduld, zuerst grobem und dann immer feiner werdendem Schleifpapier, bis abschließend Carnaubawachs von der brasilianischen Carnaubapalme letzten Glanz bringt. – So von Hand gefertigt, steht nach den aufwendigen Arbeitsgängen Sägen, Schleifen, Feinschleifen und Polieren dem Pfeifenraucher nun ein besonderes Einzelstück zur Verfügung, das sorgfältig eingeraucht und pfleglich behandelt Würdigung findet. Wer Interesse an der Handarbeit und den Pfeifen von Kristijan Pavic hat, findet weitere Informationen und Kontakt unter Kristijan Pipes www.kp-pipes.com oder über E-Mail kppipes@web.de.�◾ � Jacqueline Lorenz
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Neuer Amtsplausch online
Obdachlose im Fokus
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as Bezirksamt SteglitzZehlendorf widmet die aktuelle Ausgabe seines Podcasts „Amtsplausch“ dem Thema Obdachlosigkeit. In der 58. Folge erläutert Carolina Böhm, Bezirksstadträtin für Jugend und Gesundheit, die derzeitige Lage im Bezirk sowie langfristige Strategien der Verwaltung. Ein zentraler Punkt des Gesprächs ist die Situation rund um die Schloßstraße. Dort treffen Anwohner und Gewerbetreibende auf schutzsuchende Menschen, was im öffentlichen
Raum zu Konflikten führt. Böhm betont, dass das Sicherheitsgefühl der Bürger wichtig sei, weist aber gleichzeitig auf die Notlage der Betroffenen hin. Um hier zu vermitteln und präventiv tätig zu werden, ist seit November 2024 der soziale Träger „Gangway“ im Einsatz. Das Projektteam kümmert sich um obdachlose Menschen, die oft auch von Suchtproblematiken betroffen sind, und sucht gleichzeitig das Gespräch mit Anliegern und Geschäftsleuten. Ziel ist es, Hilfsangebote frühzei tig zu vermitteln und problematische Orte zu identifizieren. Dabei setzt der Bezirk auf die Zusammenarbeit mit bestehenden sozialen Einrichtungen sowie einen regelmäßigen Runden Tisch mit Ämtern und Ordnungsbehörden. Abschließend wirbt die Stadträtin für mehr Empathie im Umgang mit obdachlosen Menschen und verweist auf die Angebote der Kältehilfe. Der Podcast ist über die gängigen StreamingPlattformen sowie die Website des Bezirksamtes (www.berlin. de/-ii1022092) abrufbar.� ◾
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Zehn Jahre Familienbüro
Bewährtes Hilfsangebot nun mobil erweitert für werdende Eltern rund um die Geburt. Auch in schwierigen Lebenslagen bietet die Stelle soziale Beratung an. Dazu gehören unter anderem Beratungen zum Bürgergeld sowie zum Bildungs- und Teilhabepaket. Auch bei Veränderungen Ihrer Lebenssituation können Sie sich an das Familienbüro wenden.Carolina Böhm, Bezirksstadträtin für Jugend und Gesundheit, zieht eine positive Bilanz der vergangenen zehn Jahre. Ziel sei es nach wie vor, Familien bei der Bewältigung von Herausforderungen zu unterstützen und ihnen die nötigen Informationen an die Hand zu geben.
Beratung vor Ort
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eit über einem Jahrzehnt gibt es das Familienbüro des Jugendamtes SteglitzZehlendorf. Was 2015 als Pilotprojekt begann – Steglitz-Zehlendorf war der erste Berliner Bezirk mit einer solchen Einrichtung –, ist mittlerweile fester Bestandteil der sozialen Infrastruktur. Das Büro wird in Kooperation zwischen dem Jugendamt und
dem Diakonischen Werk Steglitz und Teltow-Zehlendorf e. V. betrieben. Der Fokus der Arbeit liegt darauf, Familien bürokratische Hürden zu nehmen und erste Orientierung zu bieten. Zum Leistungsspektrum gehören die Beratung zu finanziellen Leistungen des Jugendamtes, konkrete Hilfestellungen bei der Antragstellung sowie Informationen
Neben dem festen Standort im Rathaus Zehlendorf wird der Service aktuell ausgebaut. Das Familienbüro bietet nun immer donnerstags von 9 bis 13 Uhr eine mobile Beratung an wechselnden Standorten im Bezirk an, um Familien direkter in ihrem Wohnumfeld zu erreichen. Feste Standorte sind zum einen am Jobcenter Steglitz-Zehlendorf an der Birkbuschstraße 10 sowie am Nachbarschaftshaus Markus, Albrechtstraße 81a. Die Termine und weitere Standorte werden sowohl auf der Webseite des Familienbüros als auch auf einem Flyer bekannt gegeben. Weitere Informationen unter www.berlin.de/-ii416010� ◾
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Zeit für Senioren
Ehrenamtliche für Gratulationen und Senioren-Freizeitstätten gesucht
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as Bezirksamt SteglitzZehlendorf sucht neue ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. Im Fokus steht dabei die Arbeit mit älteren Menschen im Bezirk. Das Aufgabenfeld umfasst beispielsweise Gratulationen zu Geburtstagen und Ehejubiläen. Zudem wird Unterstützung für den
Betrieb der kommunalen Freizeitstätten in Steglitz-Zehlendorf benötigt. Ziel der Initiative ist es, Senioren mehr Zeit für persönliche Gespräche und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Wer sich für dieses Engagement interessiert, muss sich nicht sofort dauerhaft binden. Das Bezirksamt bietet die Option, zunächst
unverbindlich in die Tätigkeiten hineinzuschnuppern. Ansprechpartner ist der Ehrenamtliche Dienst des Amtes für Soziales am Hanna-RenateLaurien-Platz 1 in 12247 Berlin. Kontakt ist telefonisch unter 030 90299-2843 sowie per E-Mail unter soz-ehrenamt@ba-sz.berlin. de möglich.� ◾
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Victor-Gollancz-Volkshochschule
Frühjahrsprogramm mit vielen Kursen VHS verzichtet auf gedrucktes Programmheft
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ie Victor-Gollancz-Volkshochschule hat ihr Programm für das Frühjahr 2026 veröffentlicht. Interessierte können aus über 1400 Kursen wählen und diese buchen. Erstmals seit vielen Jahren wird es kein gedrucktes Programm heft mehr geben. Die Volkshochschule begründet diesen Schritt mit der Nachhaltigkeit und dem Einsparen von Ressourcen. Stattdessen informiert ein neuer Programmflyer im DIN-A5-Format über die Angebote. Für Bürgerinnen und Bürger ohne Internetzugang wird in den Service-Büros der Volkshochschule in der Goethestraße 9/11 sowie in der Onkel-TomStraße 14 eine Gesamtübersicht des Frühjahrsprogramms zum Durchblättern ausliegen. Angeboten werden unter anderem Deutsche Gebärdensprache DGS I kompakt, ab 2. Februar; Social-Media-Marketing, ab 26. Februar; KI-Strategien für Unternehmen und Organisationen, ab 4. März; Strategisches
Fundraising, ab 23. März; Einführung in die Wildnispädagogik, ab 23. März; Future Skills, ab 8. April; Rede-, Vortrags- und Präsentationstraining, ab 16. April; Excel 2016 – Aufbaukurs, ab 18. April; Rechte Kipppunkte und was wir dagegen tun können, ab 20. April; Konfliktmuster in der Kommunikation erkennen und daraus lernen, ab 29. April; Wirkung verstärken mit guten Texten, ab 18. Mai; Work-Life-Balance 4.0 – Effizient arbeiten, bewusst leben, erfüllt bleiben, ab 18. Mai. Anmeldungen nimmt die Volkshochschule Steglitz-Zehlendorf ab sofort online, postalisch oder persönlich in den Servicebüros entgegen. Weitere Informationen unter www.berlin.de/ vhs/volkshochschulen/steglitzzehlendorf.� ◾
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200 Jahre Brailleschrift
Dauerausstellung zum Jubiläum der Blindenschrift
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n der Ingeborg-Drewitz-Bibliothek ist seit dem 15. Dezember eine kleine Dauerausstellung zu sehen. Anlass ist das 200-jährige Bestehen der Brailleschrift. Schülerinnen und Schüler aus dem Bezirk haben dafür 200 Bücher in Blindenschrift kreativ gestaltet. An dem Projekt beteiligten sich unter anderem die Johann-August-Zeune-Schule, die RothenburgGrundschule sowie die Nord-Grundschule. Die entstandenen Exponate werden im Kinderbereich der Bibliothek in der Grunewaldstraße 3 präsentiert. Da die Vielzahl der Arbeiten nicht gleichzeitig gezeigt werden kann, sieht das Konzept vor, die Ausstellungsstücke über mehrere Monate hinweg regelmäßig auszutauschen.
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Fotos: Stadtbibliothek Steglitz-Zehlendorf
Hintergrund: Die Erfindung des Louis Braille Die Ausstellung erinnert an den Franzosen Louis Braille, der 1809 geboren wurde und im Alter von
drei Jahren durch einen Unfall in der Sattlerwerkstatt seines Vaters erblindete. Mit nur 16 Jahren entwickelte er im Jahr 1825 ein System aus sechs tastbaren Punkten. Er modifizierte dabei die sogenannte „Nachtschrift“, ein kompliziertes Verfahren des französischen Militärs zur lautlosen Kommunikation bei Dunkelheit. Brailles System ermöglichte blinden Menschen erstmals einen umfassenden und eigenständigen Zugang zu Bildung und Literatur. Bis heute ist die nach ihm benannte Schrift weltweit der Standard für die schriftliche Kommunikation und soziale Teilhabe blinder Menschen. Der Zugang ist während der regulären Öffnungszeiten der Bibliothek möglich. Diese öffnet montags bis freitags von 11 bis 19 Uhr und ist samstags von 11 Uhr bis 16 Uhr zugänglich. Der Eintritt ist frei, eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.� ◾
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Eine Kadettenanstalt als Werbemittel Carstenn wollte Zuzug adliger Familien erreichen
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ine Villengegend für betuchte Bewohner – mit Bahnlinie in gut erreichbarer Entfernung: Das waren die Pläne von Johann Anton Wilhelm Carstenn, der die Güter Giesensdorf und Lichterfelde sowie die dazugehörigen Ländereien erworben hatte. Die Erfüllung des schönen Plans im ländlichen Groß-Lichterfelde war nicht einfach, denn die Bahn wollte nur einen Bahnhof bauen, wenn es eine garantierte Anzahl an Fahrgästen gab. Und eine gute Idee, um die gewünschten Bewohner anzuwerben, musste auch noch her. Denn die mittlerweile par zellierten Grundstücke, die links und rechts der Straßen, Alleen und Plätze lagen, verkauften sich längst nicht so gut wie ursprünglich vorgesehen.
Das Geschenk für den Staat So schenkte Carstenn dem Preußischen Staat 21 Hektar von seinem Besitz für den Bau einer Kadettenanstalt. Denn dadurch, so sein Kalkül, würden die Züge der Bahn gefüllt und der Zuzug adliger Familien in die Villenkolonie gesichert. Der Kaiser nahm das Geschenk dankend an und Cars tenn wurde geadelt und durfte sich fortan „von Carstenn-Lichterfelde“ nennen. Der Bau begann und wie im Schenkungsvertrag vereinbart, sorgte Carstenn für die Erschließung des Geländes und für die Anbindung an den Schienenverkehr. Auf der Strecke, auf der die Baumaterialien
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Eindruck von der Größe der Hauptkadettenanstalt kurz nach der Fertigstellung.
vom Bahnhof Lichterfelde Ost bis zur Kadettenanstalt befördert wurden, fuhr anschließend die erste elektrische Straßenbahn der Welt. Der Plan von Carstenn ging fast auf. Die Züge waren gut gefüllt und die Kadettenanstalt, die nach Plänen der Architekten Ferdinand Fleischinger, Gustav Voigtel und Bernhard entstand, nahm Gestalt an. Auch der preußische Adel baute nun Villen auf den Grundstücken und zog nach Lichterfelde. 1873 erfolgte die Einweihung des neuen militärischen Prachtstücks. Die Hauptgebäude waren alle miteinander verbunden. Sie waren so angeordnet, dass insgesamt zwei Innenhöfe zum Exerzieren vorhanden waren. Diese waren durch Baumreihen voneinander getrennt. Mit Turnhallen, Ställen, Reitbahn, Baracken für die Kadetten, Wirtschaftsgebäude, Speisesaal und Feldmarschallsaal, Kirchen sowie Schul- und Dienstgebäuden wurde sie zur wichtigsten Kadettenanstalt im Deutschen Reich. Doch der Investor hatte sich mit der Schenkung und Erschließung
finanziell ruiniert. Carstenn starb verarmt und verbittert im Maison de Santé in Schöneberg im Jahr 1896. Er bekam ein Ehrengrab auf dem Friedhof der Dorfkirche Lichterfelde.
Erfolgreiche Ausbildungsstätte Die Preußische Hauptkadettenanstalt war eine Erfolgsgeschichte und brachte viele erfolgreiche Absolventen hervor. Lichterfelde wurde ein Synonym für militärische Eliteausbildung. Das Ende des Ersten Weltkriegs bedeutete auch das Aus für die Kadettenanstalt.
In dem Speisesaal war Platz für 1000 Kadetten.
Im Zuge des Versailler Vertrags mussten alle vormilitärischen Einrichtungen geschlossen werden. Die Schule – die Kadetten wurden in einem Realgymnasium ausgebildet – durfte weiter bestehen, sodass alle Schüler bis zum Abitur geführt werden konnten. Die Kadettenanstalt wurde in eine Staatliche Bildungsanstalt (Stabila) umgewandelt. Dies ging nicht reibungslos, denn die militärisch-konservativ erzogenen Schüler taten sich schwer damit, die demokratisch geprägte Erziehung des ersten Schuldirektors Dr. Fritz Karsen zu akzeptieren. So versuchten Schüler schon bei der Eröffnungsfe
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Die Kadettenanstalt verfügte über zwei Exerzierplätze.
er die schwarz-rot-goldene Fahne zu entfernen. Entgegen der Schulordnung führten sie weiterhin selbständig Exerzierübungen und Appelle durch. Nach drei Monaten gab Fritz Karsen auf.
Geheimrat Hartung, der die Schulleitung kommissarisch übernahm, gestattete den Schülern, ihre Aktivitäten weiterzuführen. Die Schülerzahl nahm in den Folgejahren stark ab, was dazu führte, dass
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Die Dienststelle Berlin des Bundesarchiv befindet sich heute an der Finckensteinallee 63.
die östlichen Kasernenflügel leer standen. Hier bezogen die Berliner Bereitschaftspolizei und das Provinzialschulkollegium Quartier.
Standort der SS Der Wahlsieg der Nationalsozialisten änderte auch vieles in der ehemaligen Hauptkadettenanstalt. Von 1933 bis 1934 nutzten die „Landespolizeigruppe Hermann Göring“ und die „SA-Stabswache Hermann Göring“ die westlichen Kasernengebäude. Die östlichen Kasernen waren das Quartier für die „Leibstandarte SS Adolf Hitler“. Diese wuchs bis 1935 auf 2918 Soldaten an, der Platz in der Hauptkadettenanstalt wurde knapp. Mit Um- und Erweiterungsbauten wurde die Anlage dem neuen Bedarf angepasst. Der wohl beeindruckendste Neubau war die Schwimmhalle, die mit einem Becken von 25 x 50 Meter zu den größten der damaligen Zeit zählt. Revolutionär waren die versenkbaren Fensterbänder, die es im Sommer ermöglichten, auf die Wiese neben dem Schwimmbad zu gelangen. Das Schwimmbad stand nur den SS-Angehörigen und ranghohen Politikern zur Verfügung. Im Zuge der Umbauarbeiten wurde auch der Haupteingang zur Finckensteinallee verlegt. Zwei große, steinerne SS-Rottenführer flankierten das Eingangstor. 1943 wurde auch die frühere Hauptkadettenanstalt von Bomben getroffen. 1945 brannten Teile des Gebäudes aus. Die Soldaten räumten die Gebäude am 22. April 1945, als die Rote Armee näher rückte.
Nachkriegszeit und zivile Nutzung Die Liegenschaft wurde am 4. Juli 1945 an die US-Streitkräfte übergeben. Sie setzten die we niger beschädigten Gebäude wieder instand und sprengten die Reste der stark beschädigten Bauten. So schufen sie Platz und begannen, neue Kasernen zu errichten. Außerdem entstanden Wohngebäude für hier stationierte Soldaten und ihre Familien. Das Schwimmbad wurde zur Freizeitstätte für die Alliierten. Nach dem Mauerfall verließen die Alliierten das Gelände und übergaben es am 27. August 1994 der Bundesrepublik Deutschland. Mittlerweile ist das Bundesarchiv hier untergebracht und das Schwimmbad wird von Vereinen aus Steglitz-Zehlendorf als Trainingsort genutzt.� ◾
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