Gazette Wilmersdorf - Oktober 2026

Gazette für Wilmersdorf, Schmargendorf, Grunewald und Halensee

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GAZETTE VERBRAUCHERMAGAZIN

Oktober 2026

Wilmersdorf Foto mit KI bearbeitet

Wilmersdorf · Schmargendorf · Grunewald · Halensee

140 JAHRE MELLI BEESE

Deutschlands erste Pilotin Ehrengrab auf dem Friedhof Schmargendorf

GRATIS ZUM MITNEHMEN

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Vor 85 Jahren in den Tod geschickt Bahnhof Grunewald war Ausgangspunkt von Deportationen Der S-Bahnhof Grunewald ist heute für viele Menschen ein alltäglicher Anlaufpunkt. Doch vor 85  Jahren wartete hier für Tausende jüdische Berliner das Grauen. Am 18.  Oktober 1941 verließ der erste Deportationszug mit 1.013 jüdischen Bürgerinnen und Bürgern den Bahnhof in Richtung Litzmannstadt, das heutige Lodz. Es war der Beginn einer systematischen Verschleppung, an die heute mehrere Mahnmale vor Ort erinnern.

Langer Weg des Gedenkens Die Entstehung der heutigen Gedenkstätte am Bahnhof Grunewald war ein jahrzehntelanger Prozess, der stark von bürgerschaftlichem Engagement geprägt war. Bereits 1953 brachte eine private Initiative eine erste Gedenktafel am Signalhaus an, die später wieder entfernt wurde. Eine Nachfolgetafel aus dem Jahr 1973 wurde 1986 gestohlen. Zum 46. Jahrestag der ersten Deportation im Jahr 1987 errichtete schließlich eine Frauengruppe der evangelischen Grunewald-Gemeinde ein Mahnmal aus drei Eisenbahnschwellen auf dem Bahnhofsvorplatz. Nachdem die Initiatorinnen die Pflege aus Altersgründen nicht mehr fortführen konnten, wurde das zwischenzeitlich zugewachsene Denkmal im Jahr 2005 in vereinfachter Form wiederaufgebaut. Seit 1991 erinnert zudem ein 18 Meter langer Betonblock des polnischen Künstlers Karol Bro Eine Tafel weist den Weg zur Gedenkstätte. Sohn Peter in einer Villa in der Lynarstraße 9 lebte. Mit der Herrschaft der Nationalsozialisten geriet die Familie zunehmend in Bedrängnis. Im Gleis 17 – am 18. Oktober 1941 verließ der erste Deportationszug den November 1938 wurde das Familienunternehmen liquidiert, Bahnhof Grunewald. Wertsachen mussten abgegeben niatowski mit schemenhaften der Nachbarschaft. Einer davon werden, und alle AusreiseversuAbdrücken menschlicher Kör- ist der von Otto Bendix, Mitinha- che des Ehepaars scheiterten. per an die Opfer. Das zentrale ber einer Textilgroßhandlung, der Lediglich dem Sohn Peter gelang Mahnmal „Gleis 17“ zieht sich diim Januar 1939 die Flucht nach England. rekt entlang des Schienenwegs: Das Ehepaar Bendix musste die Auf 186 Stahlgussplatten – jede steht für einen der DeportationsVilla an einen langjährigen Unterzüge – sind das Abfahrtsdatum, mieter verkaufen, der NSDAP-Mitdie Anzahl der verschleppten glied war, die großzügige WohPersonen und der Zielort dokunung räumen und in eine kleine mentiert. Eine Bücherboxx am Wohnung im ersten Stock ziehen. Bahnhof ist mit Literatur gefüllt, Ab Juli 1941 leistete Otto Bendix darunter sind zwei Regale, in Zwangsarbeit in Tempelhof. Am 27.  November 1941 wurden denen Werke stehen, die sich er und seine Ehefrau Elisabeth mit dem Thema Nationalsozialismus beschäftigen. Es ist schon schließlich nach Riga deportiert die zweite an dieser Stelle, da die und am 30. November 1941 im erste Bücherboxx einem BranWald von Rumbula erschossen. danschlag zum Opfer fiel. Ihr Sohn Peter kehrte nach dem Bücherboxx am Mahnmal Krieg als Angehöriger der britiFamilie Bendix aus „Gleis 17“. schen Streitkräfte nach Deutschder Lynarstraße land zurück. Er verstarb im Jahr Hinter den nackten Zahlen auf mit seiner Frau, der Schauspiele- 1998 in England. Vor dem Haus den Stahlplatten stehen konkrete rin Elisabeth Bendix geb. Bern- Lynarstraße  9 erinnern StolperLebenswege aus der Grunewal- hard, und dem gemeinsamen steine an die Familie.

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Gazette Wilmersdorf | Oktober2026  |  3 2026 | 3 Gazette Wilmersdorf  |  Oktober

Foto: Anne Schulz

Vor wenigen Tagen, am 3. Oktober, feierten wir den Tag der Deutschen Einheit. Ein guter Moment, sich daran zu erinnern, wie wichtig Zusammenhalt und Begegnungen sind. Beides findet für mich nicht nur bei großen Ereignissen statt, sondern vor allem im Alltag: auf der Straße, im Kiez, beim gemeinsamen Austausch und überall dort, wo Menschen etwas für ihren Bezirk bewegen. Davon gibt es in Charlottenburg-Wilmersdorf zum Glück eine ganze Menge. Kirstin Bauch

50 Jahre AG City 50 Jahre AG City – dazu gratuliere ich sehr herzlich! Seit fünf Jahrzehnten bringt die AG City Menschen zusammen, die in der City West etwas bewegen wollen. Aus einem Zusammenschluss von Händlern am Kurfürstendamm und an der Tauentzienstraße ist ein starkes Netzwerk geworden, das heute weit über den Einzelhandel hinauswirkt. Ich erlebe die AG City als engagierte und verlässliche Partnerin unseres Bezirks. Besonders schätze ich, dass sie nicht nur über Stadtentwicklung redet, sondern anpackt, Ideen entwickelt und gemeinsam mit uns nach Lösungen sucht. Denn der öffentliche Raum ist mehr als Straßen und Plätze. Der Kurfürstendamm, die Tauentzienstraße und die vielen Orte der City West sind für uns ein Stück Zuhause – unser gemeinsames Wohnzimmer. Und dieses Wohnzimmer gestalten wir am besten zusammen: mit Einsatz, Ideen und einem Gespür dafür, was unsere City lebendig und lebenswert macht. Dafür danke ich allen, die sich haupt- oder ehrenamtlich für die AG City und unsere City West einsetzen.

„House of Food“ im Bikini Berlin In Charlottenburg-Wilmersdorf kann man richtig gut essen. Davon überzeuge ich mich immer wieder – in einem der internationalen Restaurants an der Kantstraße, am ThaiMarkt am Preußenpark, in traditionsreichen Feinkostlokalen oder in einem der vielen

gemütlichen Cafés in unserem Bezirk. Umso mehr freue ich mich, dass das größte Event der Berliner Food Week, das „House of Food“ am 9. und 10.  Oktober im Bikini Berlin zu Gast ist. Mehr als 40 Manufakturen, Start-ups, Food-Marken und Produzentinnen und Produzenten präsentieren dort ihre Neuheiten. Als Schirmherrin der Veranstaltung werde ich das „House of Food“ natürlich auch besuchen. Besonders spannend finde ich, dass man dort nicht nur probieren und einkaufen, sondern auch direkt mit den Menschen hinter den Produkten ins Gespräch kommen kann. Wer also gerne Neues entdeckt und gutes Essen mag, sollte sich das Wochenende vormerken.

Kiezspaziergang vom „Fürst“ zum Hochmeisterplatz Am 10. Oktober lade ich Sie wieder herzlich zu unserem Kiezspaziergang ein. Wir starten um 14 Uhr am „Fürst“ Berlin, dem ehemaligen Ku’damm Karree, Kurfürstendamm 207/208. Unterwegs sehen Sie ganz unterschiedliche Seiten unseres Bezirks: neue Entwicklungen wie das „Fürst“, historische Orte wie das Haus Cumberland und spannende Geschichten. Wussten Sie zum Beispiel, dass am Kurfürstendamm 68 der erste Tonfilm welturaufgeführt wurde? Der Kiezspaziergang endet am Hochmeisterplatz. Die Teilnahme ist wie immer kostenfrei. Alle Interessierten sind herzlich willkommen. Informationen über die bisherigen Kiezspaziergänge finden Sie im Internet unter www. kiezspaziergaenge.de.

ChaWi WORKS – Mehr Impact geht nicht Ende August haben wir unsere neue Arbeitgebermarke „ChaWi WORKS“ vorgestellt. Sie steht für das, was unser Bezirksamt als Arbeitgeber ausmacht – vor allem aber für die rund 2.100 Menschen, die hier arbeiten und täglich dafür sorgen, dass unser Bezirk funktioniert, Menschen Hilfe erhalten, sich Charlottenburg-Wilmersdorf weiterentwickelt. Unsere Mitarbeitenden bewirken etwas und bringen mit ihrer Arbeit unseren Bezirk voran. Unser neuer Slogan bringt das auf den Punkt: „Mehr

Foto: BACW

Liebe Bürger:innen in Charlottenburg-Wilmersdorf!

Impact geht nicht.“ Besonders freut mich, dass unsere Beschäftigten selbst Gesicht der Marke sind und von ihrer Arbeit erzählen. Denn authentischer kann man kaum zeigen, was die Arbeit im Bezirksamt bedeutet. Schon bald wird unsere Kampagne „ChaWi WORKS“ auch im Berliner Stadtbild zu sehen sein.

Herbstferien ohne Kofferpacken Nach den Ferien ist vor den Ferien. Mit den Aktionswochen „Herbstferien ohne Kofferpacken“ bietet das Jugendamt gemeinsam mit dem Jugendclubring Berlin wieder ein abwechslungsreiches Herbstferienprogramm für Kinder von 6 bis 14 Jahren aus unserem Bezirk. Unter dem Motto „Bunt wie der Herbst“ stehen in den beiden Ferienwochen vom 19. bis 23. Oktober und vom 26. bis 30. Oktober Sport, Spiel, kreative Angebote und Ausflüge auf dem Programm. Ich freue mich, dass es damit auch in diesem Jahr ein verlässliches und bezahlbares Angebot für Familien gibt. Denn schöne Ferienerlebnisse müssen nicht unbedingt mit einer langen Reise verbunden sein, manchmal liegt das Abenteuer ganz nah. Ein paar Plätze sind noch frei. Eine Anmeldung kann online unter www.zille54.de/herbstferien-ohne-kofferpacken-2026/ erfolgen oder Sie rufen einfach montags bis freitags zwischen 15 und 18 Uhr an: (030) 9029-12775. Für Ihre Anregungen, Lob und Kritik bin ich für Sie erreichbar unter bauch@charlottenburgwilmersdorf.de. Herzlich grüßt Sie Ihre       Kirstin Bauch

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Ehrengrab für eine Flugpionierin Melli Beese schrieb gegen alle Widerstände Geschichte Wer über den Friedhof Schmargendorf an der Breiten Straße geht, sucht Ruhe zwischen alten Bäumen oder besucht die Gräber seiner Lieben. Wenige Schritte abseits der Hauptwege erinnert eine Grabstätte in der Abteilung  L an ein Leben, das von Pioniergeist, Anfeindungen und einem tiefen Fall geprägt war: Hier ruht Amelie Hedwig Boutard-Beese, besser bekannt als Melli Beese. Auf dem Stein steht in schlichten Lettern: „Erste Deutsche Motorfliegerin“.

Der Traum vom Fliegen Als die 1886 bei Dresden geborene Fabrikantentochter beschloss, sich in die Lüfte zu erheben, war die noch junge Luftfahrt ausschließlich Männern vorbehalten. Beese, die zuvor Bildhauerei in Stockholm studiert und mathematische Vorlesungen besucht hatte, ließ sich davon nicht abschrecken. Im Jahr 1910 kam sie nach Berlin, fest entschlossen, auf dem Flugplatz Johannisthal das Fliegen zu erlernen.

Missgunst und Sabotage Auf dem Flugfeld stieß sie auf massive Ablehnung. Die anderen Flugschüler und Konkurrenten begegneten ihr mit offener Missgunst und scheuten auch vor Sabotage nicht zurück: Zündkerzen wurden manipuliert, Benzin heimlich abgelassen und Teile der Steuerung beschädigt. Selbst eine Bruchlandung, bei der sie sich den Knöchel brach, hielt sie

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nicht vom Fliegen ab. Gegen die Schmerzen bekam sie Morphin – eine Sucht, die sie ihr Leben lang begleiten sollte. Beese ließ sich durch die Rückschläge nicht entmutigen. Am 13. September 1911, ihrem 25. Geburtstag, trat sie morgens um 6 Uhr zur offiziellen Pilotenprüfung an – noch bevor die anderen Flugschüler anwesend waren. Sie absolvierte die geforderten Runden mit einer Rumpler-Taube fehlerfrei und erhielt die Flugzeugführerlizenz Nummer 115 – als erste Frau in Deutschland.

Fluglehrerin und Entwicklerin In den folgenden Jahren bewies Beese, dass sie mehr war als eine gute Pilotin. Sie eröffnete auf dem Johannisthaler Flugplatz eine eigene Flugschule, bildete Schüler aus und begann, Maschinen technisch weiterzuentwickeln. Gemeinsam mit dem französischen Piloten Charles Boutard, den sie 1913 heiratete, konstruierte sie eigene Eindecker und meldete Patente für Wasser- und Transportflugzeuge an.

Interniert im Krieg Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 beendete diese Entwicklung. Durch die Heirat besaß Beese nach damaligem Recht die französische Staatsbürgerschaft und galt den Reichsbehörden plötzlich als Bürgerin eines feindlichen Staates. Ihr Betrieb wurde geschlossen, die Flugzeuge wurden ohne Entschädigung

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Die Skulptur „Taube“ in der MelliBeese-Anlage. Melli Beese in einem Flugprogramm von 1911 (nachkoloriert).

Grabstein von Melli Beese auf dem Friedhof Schmargendorf. � Foto: Jacqueline Lorenz konfisziert und das Ehepaar zeitweise interniert.

den Satz: „Fliegen ist notwendig. Leben nicht.“

Tod in Schmargendorf

Erinnerung an die erste Pilotin

Nach Kriegsende gelang es Beese nicht mehr, an frühere Erfolge anzuknüpfen. Die Ersparnisse waren aufgebraucht, gesundheitliche Probleme machten ihr zu schaffen und ein Versuch, ihre abgelaufene Lizenz zu erneuern, endete 1925 mit einer Bruchlandung. Am 21.  Dezember 1925 nahm sich Melli Beese im Alter von 39 Jahren in einer Pension in der Friedrichshaller Straße, Schmargendorf, das Leben. Ihr knapper Abschiedsbrief enthielt

Heute zählt ihr Grab auf dem Friedhof Schmargendorf zu den offiziellen Ehrengräbern des Landes Berlin. Auch an anderen Orten bleibt ihr Name präsent: In Johannisthal sowie Kladow gibt es jeweils eine Melli-Beese-Straße, in Halensee liegt die Melli-Beese-Anlage nahe der Autobahnauffahrt Kurfürstendamm, in Schönefeld gibt es den Melli-Beese-Ring und in Johannisthal wurde die Melli-Beese-Schule nach ihr benannt.

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15 Jahre Tierschutzverein „Ein Freund fürs Leben“ Grund zum Feiern für Latka und Lindes, Pinto und Rupert Unterstützung des Vereins sowie der Hilfe Birgits und engagierter Tierfreunde, die dem für die 2. OP Latkas gestarteten Spendenaufruf großzügig gefolgt waren, hat die Kleine inzwischen alles gut überstanden und mit dem auf der Pflegestelle bereits vorhandenen Hund Freundschaft geschlossen. Tobend am Ostseestrand genießt sie nun die gewonnene Zeit, die sie nach neun traurigen Jahren doch noch zu einem fröhlichen und behüteten älteren Tier werden ließ.

Manchmal beginnt Tierschutz nicht mit langfristigem Konzept, sondern mit einem Telefonanruf am Abend mit der Frage: „Kannst Du noch heute vier Katzen aufnehmen?“ Das weiß nur zu gut auch Pamela, eine der engagierten Pflegefrauchen beim gemeinnützigen Tierschutzverein „Ein Freund fürs Leben (EFfL)“ (siehe auch Gazette 10/2025). Seit 15 Jahren engagiert sich der Verein mit Sitz in Zehlendorf und mit Herz und Verstand, ein passendes artgeLatka gestern, und heute mit ihrem Freund.

rechtes Zuhause für herrenlose Hunde und Katzen aus in- und ausländischen Tierschutzprojekten zu finden. Grund genug für die aktuell 28 aktiven Mitglieder und fachkompetenten Ansprechpartner, in diesem Jahr gebührend zu feiern. – Und auch die in Pflegestellen und neuem Zuhause angekommenen Vierbeiner honorieren diese Erfolgsjahre mit anerkennendem Bellen und Mauzen. Dass die Tierschutzarbeit alles andere als leicht ist, zeigen einige herausfordernde Fallbeispie Fotos: EFfL

Vom Waisenkind zum Schutzhund

le, die der Verein immer wieder So wie Birgit vom EFfL Verein, die mit Sachverstand und großem Jack Russell Mix-Hündin Latka vor ehrenamtlichen Einsatz im Lau- einem aussichtslosen Schicksal fe der Jahre gemeistert hat und bewahrt hat: Neun Jahre lebte die denen er sich auch zukünftig unkastrierte Kleine wenig beachstellen will; – trotz veränderter tet auf einem polnischen BauernVorschriften und Umstände, die hof, wo sie unter der Geburt eines zu deutlichem Anstieg der Trans- einzigen viel zu großen Welpens fast zugrunde gegangen wäre. portkosten geführt haben. Gemeinsam mit einem Rüden im Schicksale Schuppen eingesperrt, fristete sie Großen Anteil am Erfolg des ein trostloses Dasein. – Bis eine Vereins „Ein Freund fürs Leben“ Berliner Tierschützerin sie dort haben nicht zuletzt etliche tier- rausholte und auf eine Pflegestel- Lindes (r.) mit ihren Foto: EFfL liebende Menschen, die ihr Zu- le des Vereins EFfL brachte. Doch Schulfreunden. hause für vernachlässigte Krea- bereits bei der Voruntersuchung turen öffnen, sie mit viel Einsatz zur anstehenden Kastration und Und auch Lindes hat ihr Glück pflegen und auf eine passgenaue während dieser OP wurden etli- dank Silke von EFfL gefunden: Vermittlung vorbereiten. Nicht che weitere „Baustellen“ deutlich, Mit fünf Geschwisterchen war selten wachsen ihnen dann ihre wie tumoröse Veränderungen die junge Hündin vor etwa zwei Schützlinge und „Sorgenkinder“ der Milchleisten und der Neben- Jahren vor einem spanischen dabei so ans Herz, dass sie sie niere, was eine zweite OP not- Tierheim in Andalusien im Karton dauerhaft bei sich aufnehmen. – wendig machte. Dank der tollen ausgesetzt worden, wuchs mit

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Gazette Wilmersdorf  |  OKTOBER 2026  |  7 ihnen in einem Zwinger mit nur wenig Auslauf auf. Über eine von Silke vermittelte kurzfristige spanische Pflegestelle, die Lindes auf die Ausreise nach Deutschland vorbereitete, kam die Hündin in eine kleinstädtische Pflegestelle nach Deutschland. Hier lernte die ebenso sanfte wie wissbegierige Hündin das Kleine Hunde-ABC mit Laufen an der Leine und „Benimm im Haushalt“. Bereits nach Pinto – vom entsorgten Welpen zum eleganten Galgo-Mix . Fotos: EFfL drei Wochen wurde über das Internet Kim aus Emmerthal auf sie die sogenannten Elfen unter Windhund und Diva in Einem aufmerksam. Bereits beim ersten den Hunden – werden als JagdBesuch war es Liebe auf den ers- – Aus demselben spanischen Tier- hunde oft unter schlechtesten ten Blick: Kurz darauf zog Lindes heim in Siempre Contigo in Rota/ Bedingungen gehalten. Im Haus bei Kim ein. Inzwischen arbeitet Andalusien wie Lindes kommt ruhig und gelassen wie eine Diva sie an der Hundeschule gemein- Pinto, ein Galgomischling, der als vom Sofa aus alles beobachtend, sam mit zwei Hundefreunden Welpe mit seinen Geschwistern geben sie beim dringend benöebenso fleißig wie talentiert am ebenfalls vor diesem Tierheim tigten täglichen Auslauf dann als Großen Hunde-ABC; mit dem Ziel, ausgesetzt worden war. Mit viel Kurzstreckenläufer so richtig Gas. bald die Schutzhundeprüfung Glück kam er bereits nach fünf Zu bedenken ist dabei, dass sie abzulegen. Ein noch strahlende- Monaten auf eine EFfL-Pflegestel- mit z. T. ausgeprägtem Jagdtrieb res Happy End wäre es, würde le nach Deutschland. Während Freilauf auf umzäuntem Gelände auch ihren immer noch im Heim seine Geschwister inzwischen erhalten sollten. sitzenden fünf Geschwistern eine alle vermittelt wurden, wartet der Katzenjammer so positive Zukunft beschert sein. inzwischen 61 cm große, liebensDer Verein EFfL engagiert sich werte Lulatsch Pinto in seiner Doch nicht nur bellende Vierbeiweiterhin für diese armen Wesen, Pflegestelle im niedersächsischen ner warten bei EFfL auf eine glüdamit sie endlich gesehen wer- Alfeld noch auf seine Menschen, ckliche Zukunft. Derzeit hat der den und auf ein besseres Leben die ihn in ihre Familie aufnehmen. Verein über 100 Katzenbabys und Galgos Espanol – als Windhunde Jungtiere auf Pflegestellen. hoffen dürfen.

Dass das Katzenelend so groß ist, liegt in erster Linie an von verantwortungslosen Menschen unkastriert und ungeimpft rausgelas Päppelarbeit gehört zum Alltag von EFfL. Foto: EFfL sen Katzen, die dann nicht selten trächtig oder mit kranken Kitten beim Verein Erste Hilfe finden: So wie die noch sehr junge Katze Ende Mai, die – trotz vorhandener Besitzerin – von Anwohnern hochträchtig aufgefunden und dem Verein vermittelt wurde. Der scheute wieder einmal tierlieb keine Mühen und Kosten, die unbeholfene Katzenmutter und ihre sechs Kitten auf Pflegeund Päppelstellen über etliche gesundheitliche Hürden zu begleiten, hin zu einem möglichst

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8  |  Gazette Wilmersdorf  |  Oktober 2026 komplikationslosen Katzenleben bei verantwortungsbewussten Menschen.

Rupert hat sich zum anhänglichen Katerchen entwickelt.� Fotos: EFfL Das sucht auch Katerchen Rupert, den Catrin, Ansprechpartnerin für Katzen bei EFfL, auf ihrer Pflegestelle aufgenommen hat: Mit tränendem Auge und mit Untergewicht von nur 750 g fand er zu ihr, wurde von ihr nach der Quarantänezeit wie ein Kängurubaby rumgetragen und läuft nun – inzwischen im Alter von ca. 11 Wochen – wie ein Hund hinter ihr her. Catrin behält ihn in Pflege bis er ein normales Gewicht erreicht hat, erst dann wird er gechippt und geimpft und kann vermittelt werden. Eine erste Anfrage für ihn gibt es bereits. Eine weitere Katzenmutter, die schon wieder tragend ist, steht mit ihren derzeitigen Kitten zur Vermittlung und kann mit ihrer Familie nach Rücksprache mit EFfL besucht werden.

Die Großfamilie auf Samtpfoten hatte Anfang Juli Pamela bei sich auf der Pflegestelle nach dem späten Abendnotruf trotz ihrer zwei bereits belegten Pflegezimmer aufgenommen: Die in Windeseile katzengerecht aufbereitete Waschküche musste herhalten für eine scheue Mutterkatze mit drei äußerst lebhaften Kitten. Mit viel Erfahrung und Ruhe hat Pamela es inzwischen geschafft, dass die auf der Straße aufgewachsenen und dadurch sehr vorsichtigen Tiere Vertrauen zum Menschen schöpfen konnten. Während das bei den inzwischen etwa vier Monate alten Jungtieren schneller gelang, dauerte es bei der misstrauischen recht jungen Mutter länger. Als das Muttertier im August das erste Mal etwas mehr Nähe zuließ, fiel Pamela deren dicker Bauch auf: Sie war schon wieder hochtragend und brachte am 19. August bei Pamela fünf Kätzchen zur Welt. Die Katze kümmert sich rührend

Großfamilie sucht Familienanschluss.�

um die Jungen, die sich im „Mehrgenerationenverband“ prächtig entwickeln. Dank liebevoller und fachkundiger Betreuung wurde so aus Verstecken Neugier und aus Vorsicht Vertrauen. – Oft beginnt Tierschutz eben nicht mit einem langfristigen Konzept.

Keine Hilfe ohne Helfende

Dass Vereinsvorsitzende Christine Meinhardt und ihr Pflegestellen- und Organisations-Team von EFfL derartige Geschichten mit überwiegend positivem Ausgang erzählen kann, ist neben den vielen engagierten Tierfreunden auch den spendenfreudigen Menschen zu verdanken, die mit jeder noch so kleinen Spende mit dazu beitragen, dass Tiere wie Pinto und Rupert eine Perspektive bekommen. – Wozu auch immer weitere Pflegestellen willkommen sind. Einer, der dies regelmäßig unterstützt, ist Marco Lange vom Zoofachgeschäft „ZOO & Co“ im Forum Steglitz. Vermittelt von der jungen Tierfreundin Annika hat Lange mit seinem Geschäft bereits einige erfolgreiche Spendenaktionen durchgeführt. – Darunter auch – wie in diesem Jahr wieder – den Weihnachtswunschbaum für Katzen und Hunde, die auf Pflegestellen auf ein Zuhause warten. Marco Lange erklärt dazu: „Ich unterstütze gemeinsam mit meinem Team und meinen vielen fleißigen Kunden gerne den Verein ‚Ein Freund fürs Leben‘, weil hinter ihm engagierte und persönlich erreichbare Ansprechpartner stehen. Ich sehe, wie viel harte Arbeit in diesem Tierschutz-­ Verein steckt.“ Dafür begeistert er seine Kunden mit GutscheinFotos: EFfL aktionen und stockt dann noch

Auch in diesem Jahr wird zur Weihnachtszeit bei ZOO & Co im Forum Steglitz wieder ein Wunschbaum für Ein-Freund-fürsLeben-Vierbeiner stehen. � Foto: EFfL mit manch Waren-Palette deren Spenden auf. Beim diesjährigen Weihnachtswunschbaum ab November kann ein Tier bei EFfL auch mal zwei Spender bekommen, die so eine umfangreichere Wunscherfüllung ermöglichen. Potentielle Pflegestellen-Anbieter, interessierte zukünftige Frauchen und Herrchen sowie Unterstützende finden weitere Informationen und Kontakt unter www.ein-freund-fuers-leben.org � Jacqueline Lorenz SPENDENKONTO Ein Freund fürs Leben e. V. IBAN: DE03 4306 0967 1128 8759 00

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Kinder in der Welt der Künste Der Oktober steht ganz im Zeichen des KinderKulturMonats Wenn der Herbst Einzug hält, verwandelt sich die Berliner Kulturlandschaft in einen großen Abenteuerspielplatz für den Nachwuchs. Beim jährlichen KinderKulturMonat im Oktober öffnen stadtweit Museen, Galerien und Theater ihre Türen speziell für Jungen und Mädchen zwischen vier und zwölf Jahren. Anstatt nur leise zuzuschauen, ist ausdrücklich Mitmachen gefragt. Hier ein Auszug aus den Angeboten im Berliner Südwesten:

Von Schokopiloten und Heckenwesen Auf dem Forschungscampus Dahlem an der Lansstraße 8 geht es im Oktober philosophisch und kreativ zugleich zu. An mehreren Sonntagen im Monat (11, 18. und 25. Oktober) öffnet das Werte-Labor für Familien mit Kindern zwischen sechs und zwölf Jahren jeweils um 12 Uhr und um 13.30 Uhr. Unter dem Titel „Unbezahlbar“ wird besprochen, was im Leben wirklich zählt – vom Kuscheltier bis zur Erinnerung. Nebenbei werden eigene Währungen erfunden und Schatzkisten gestaltet. Gleich in der Nähe, im AlliiertenMuseum an der Clayallee  135, Kreativer Spaß für die Kleinsten. wird Geschichte greifbar. Am � Foto: Dora Csala, KinderKulturMonat, Haus Bastian 2022 10. und 11.  Oktober dreht sich Menschen darin wohlfühlen. Eialles um die Zeit der Berliner Bücher, Rampenlicht Luftbrücke. Neun- bis Zwölfjähnen Tag darauf, am 25. Oktober, und Porträts rige bauen an beiden Tagen von öffnet das Renaissance-Theater 12 bis 14 Uhr kleine Fallschirme Am Samstag, 10.  Oktober, star- (Knesebeckstraße 100) von 15 bis und erfahren die Geschichte des tet der KinderKulturMonat in 16 Uhr Türen, die dem Publikum historischen „Schokoladenpilo- Charlottenburg-Wilmersdorf mit sonst verborgen bleiben. Achtten“. Für jüngere Besucher von dem Käthe-Kollwitz-Museum bis Zwölfjährige erkunden die fünf bis neun Jahren gibt es am am Spandauer Damm  10. Von Technik hinter der Bühne, testen Samstag, 10. Oktober, von 14 bis 14.30 bis 16.30 Uhr dreht sich für Sound- sowie Lichteffekte und 15.30 Uhr ein buntes Programm, Kinder von acht bis zwölf Jahren dürfen selbst einmal im Rampenbei dem auch das Flugzeug auf alles um die Welt des Druckens. licht stehen. dem Außengelände besichtigt Die Teilnehmer erlernen grafische Den Abschluss des Monats bildet wird. Techniken und halten am Ende ihr am 31. Oktober die Werkstatt für Natur und Kunst verbinden sich eigenes, selbst gebundenes Buch Kreative der Stiftung Kunstforum derweil am 10.  Oktober in der in den Händen. am Kaiserdamm  105. Inspiriert Liebermann-Villa am Wannsee Architektur und Zukunftsfragen von der aktuellen Ausstellung (Colomierstraße  3). Von 11 bis stehen hingegen am 24. Oktober gestalten die jungen Besucher 13 Uhr begeben sich die jüngs- im Georg Kolbe Museum in der Porträts auf Acrylplatten, die mit ten Kulturfreunde im Alter von Sensburger Allee  25 im Mittel- Motiven der Berliner Stadtlandvier bis sechs Jahren in Beglei- punkt. Von 13 bis 16 Uhr bauen schaft kombiniert werden. Das tung Erwachsener auf die Suche Sechs- bis Zehnjährige Modelle Angebot richtet sich an zwei Alnach „Heckenwesen“ im Garten und überlegen gemeinsam, wie tersgruppen: Von 10 bis 12 Uhr und formen anschließend eigene Räume und Gebäude gestal- sind die Fünf- bis Achtjährigen kleine Bewohner aus Knete. tet sein müssen, damit sich alle an der Reihe, von 13 bis 15 Uhr

die Neun- bis Zwölfjährigen. Der Nachmittagstermin wird dabei zusätzlich auf Englisch, Spanisch und Ungarisch begleitet.

Von tanzenden Piraten und bunten Protesten Den Auftakt in Tempelhof-Schöneberg macht am Samstag, 10. Oktober, die Leo Kestenberg Musikschule in der Alten Mälzerei in Lichtenrade, Steinstraße 41. Von 11 bis 12.30 Uhr verwandeln sich die Räumlichkeiten in ein Abenteuerschiff für kleine Seeräuber zwischen vier und sechs Jahren. Unter der Leitung von Heike Gerber begeben sich die Familien auf eine musikalische Reise, bei der unbekannte Instrumente ausprobiert sowie gemeinsam gesungen und getanzt wird. Am selben Tag wird es im Jugend Museum in der Hauptstraße 4042 in Schöneberg politisch und kreativ. Von 14 bis 18 Uhr können Acht- bis Zwölfjährige beim Workshop „Patsch! Deine Meinung auf Papier“ ihre eigenen Protestplakate entwerfen. Mit Stempeln, Schablonen und Farbe bringen die jungen Teilnehmer ihre Gedanken auf Papier. Inspiration bietet dabei die aktuelle Ausstellung des Hauses. Erwachsene Begleitpersonen dürfen gerne zuschauen, die Kinder können aber auch ganz alleine kreativ werden. Sportlich geht es schließlich am Samstag, 24.  Oktober, am Flughafen Tempelhof zu. Die Tanzschule Traumtänzer, Columbiadamm  8-10, lädt Sieben- bis Zwölfjährige von 15.30 bis 16.30  Uhr zu einem Streetdance-Nachmittag ein. Bei lauter Musik und schnellen Beats können die Kinder Tanzschritte erlernen, sich auspowern und ihren ganz eigenen Stil finden. Dieses Angebot richtet sich ausschließlich an die Kinder, Eltern haben in dieser Zeit Pause. Bei einigen Veranstaltungen wird um die Anwesenheit von erwachsenen Begleitpersonen gebeten, bei anderen sind die Kinder unter sich. Vorherige Anmeldungen sind für fast alle Angebote erforderlich unter www. kinderkulturmonat.de.

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www.gazette-berlin.de

Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) diskutiert Kunst- und Kulturquartier ICC – Welche Zukunftsperspektiven ergeben sich für den Bezirk? Monatlich erscheint in der Gazette Charlottenburg und Wilmersdorf ein Thema, zu dem die in der BVV vertretenen Fraktionen Stellung nehmen. Das Thema wird „reihum“ von einer der Fraktionen bestimmt. In dieser Ausgabe hat die CDU-Fraktion das Thema vorgeschlagen.

CDU-Fraktion 2014 fiel unser „Raumschiff “ in einen tiefen Dornröschenschlaf und seither wartet ganz Berlin auf den Tag, wenn das ikonische ICC wieder dauerhaft seine Türen öffnet. Mit der im September unterschriebenen Exklusivitätsvereinbarung ist nach langen Jahren des Stillstands endlich ein verlässlicher Weg für die Zukunft des ICC vorgegeben worden – doch die Projektpartnerschaft Quartier ICC sieht weit mehr vor: In den kommenden Jahren wird nicht nur ein tragfähiges Nutzungskonzept für ein offenes Kunst- und Kulturquartier vorbereitet. Vielmehr sollen die umliegenden Kieze stärker zusammenwachsen und die Straßenzüge vom Messedamm bis zur Neuen Kantstraße nachhaltig belebt werden. Somit können sich die Charlottenburg-Wilmersdorfer auf ein neues Stadtquartier zwischen S-Bahnhof Messe Nord/ICC und dem Westkreuz freuen. Das neue ICC-Quartier ist eine Chance, unserem Bezirk ein neues, internationales Aushängeschild zu geben. Wir als CDU-Fraktion werden uns daher weiterhin mit Vorschlägen und Konzepten diesem Zukunftsort widmen. Frei nach dem Motto: ICC dauert noch ein bisschen, aber wird mega! Alexander Pönack

B‘90/Grünen-Fraktion Gut, dass die Projektpartner für das ICC das ikonische Gebäude in seiner Wertigkeit anerkennen. Durch Hochhäuser für den Kongressbetrieb im Norden und im Süden soll das ICC neue Platzfassungen erhalten. Mit Eingängen zum Messegelände und der fußläufigen Anbindung an das Westkreuz sollen die umliegenden Viertel angebunden werden. Das Konsortium um MIB bringt mit der ehemaligen

Das Internationale Congress Centrum Berlin (ICC Berlin) wurde in der 70er-Jahren gebaut. Leipziger Spinnerei, die sehr erfolgreich als privat getragenes, neues Quartier umgesetzt wurde, Expertise mit. So soll auch das ICC zu einem gemischten Kultur-, Kreativ- und Veranstaltungsquartier entwickelt werden: mit Konzerten, Ausstellungen, Galerien, Studios, Gastronomie und öffentlichen Räumen. Wirtschaftlich tragen sollen das Modell vor allem die neuen Hotel- und Bürotürme an den beiden Enden. Dass die öffentliche Hand dabei außen vor bleiben kann, ist eher unwahrscheinlich. Für unseren Bezirk wäre die Belebung des ICCs städteplanerisch und kulturell ein Meilenstein. Doch davor liegen zwei weitere Jahre Verhandlungen und Planungen. Zu hoffen bleibt, dass tatsächlich ein Modell entsteht, das dauerhaft bezahlbare Räume für freie und nichtkommerzielle Kultur ermöglicht. Anja Kraus und Sibylle Centgraf Berlin

SPD-Fraktion

Das ICC wurde am 2. April 1979 offiziell eröffnet. Ich kann mich gut erinnern, wie ich staunend zum ersten Mal die Räumlichkeiten betrat. Seit 2014 befindet sich das denkmalgeschützte Gebäude im Stillstandbetrieb. Es brauchte zwei Landesregierungen bis 2023 das Abgeordnetenhaus die Wiederbelebung beschloss. Es folgten am

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25.11.2024 ein europaweites Konzeptverfahren, die offizielle Vergabeempfehlung Alternative AfD-Fraktion des Senats am 23. Juni 2026 – einen Tag später präsentieren Franziska Giffey und „Kunst- und Kulturquartier ICC“ – RestauChristian Gaebler das neue Konzept. rants, Galerien, Künstlerstudios, Platz Noch immer steht an der Fassade: „Dau- für Forschung, ein Museum, dazu zwei ert noch ein bisschen – aber wird mega“ Hotels und ein Hochhaus mit Büros und Geplant ist ein Nutzungsmix aus Kunst, Wohnungen. Zukunftsperspektiven? Ja! Kultur, Konzerten, Ausstellungen, Veran- Mehr Raum für Kulturakteure, Ausstelstaltungen und Kreativwirtschaft. lungen, Konzerte und Kreativwirtschaft Dass die Deutschlandhalle 2011 abgeris- können das Ansehen des Bezirks und sen wurde, hat mich geschockt. Der Ver- der City West als Kultur- und Wirtschaftslust des ICCs wäre noch tragischer. Auch standort stärken. Ein neuer Anziehungswenn das bisherige Konzept vage bleibt, punkt könnte entstehen, Arbeitsplätze ist es ein guter Ausblick für den Kultur- in vielerlei Branchen und Bereichen standort. Die geplanten Projekte werden ebenso. Hotels und Büroflächen würden einem Bezirk, in dem immer schon die das Umfeld als Arbeits- und ÜbernachHochkultur und die dezentrale Kulturar- tungsort stärken. Kann gut gehen, kann beit ihren Platz hatten, guttun, wie die aber auch scheitern. Ein schlüssiges FiWiederbelebung des Schoeler-Schlöss- nanzierungskonzept fehlt bisher nämchens! lich. Die AfD-Fraktion begrüßt, dass der Dr. Felicitas Tesch Leerstand des ICC enden soll. Aber wir fordern auch: Vorrang für Anwohner und Linksfraktion Messe, für Denkmalschutz, Parkraum und Berlin bezahlbar machen. Dazu gehören Verkehr sowie echte Mitbestimmung des für Die Linke auch Räume für die freie Bezirks, kein Abwälzen von Kosten auf Kunst- und Kulturszene unserer vielfältig den Steuerzahler. Gigantische Projekte kreativen Stadt und unseres Bezirks. Das bergen immer auch Gefahren. Das „neue Baudenkmal ICC bietet so viel Platz für ICC“ samt Umfeld darf kein ödes PresBandprobenräume, leistbare Künstler:in- tigeobjekt, kein tristes Monument von nenateliers, Produktions- und Proberäu- Größenwahn werden. me sowie für die Clubkultur. Ein Ort für Michael Seyfert für

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Vorwort -CDU Grüne SPD Linke SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversamlung FDP Fraktionsvorsitzende: Claudia Spielberg und Kai Bodensiek AfD Rathaus Charlottenburg Otto-Suhr-Allee 100 · 10585 Berlin · Raum 124 Fon 90 29-149 07 · info@spd-fraktion-cw.de www.spd-fraktion-cw.de

all jene, die besonders unter der Verdrängung durch explodierende Mieten und Immobilienverwertung betroffen sind. Und dieses einmalige Gebäude bietet außerdem die Chance, allen Berliner:innen unabhängig vom Portemonnaie Zugang zu Kunst und Kultur zu verschaffen. Stattdessen hat uns der CDU-SPD-Senat Pläne für einen Konsumtempel in der Hand von Investoren, für weitere Hotels und Büros hinterlassen. Davon gibt es im Bezirk mehr als genug. Ein Großteil davon steht leer. Was uns CDU und SPD als Bereicherung für die Menschen vor Ort verkaufen wollten, ist in Wahrheit ein weiterer Kniefall vor Investoreninteressen. Aus Sicht der Linken muss das ICC als ein Ort vielfältiger, kultureller Nutzungsformen und der Begegnung neu entstehen und für alle Berliner:innen offen sein. Anne Zetsche

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Hundert Jahre Kunst und Netzwerke Ausstellung in der Kommunalen Galerie Berlin Die Kommunale Galerie Berlin am Hohenzollerndamm 176 zeigt eine besondere Jubiläumsschau. Vor genau einem Jahrhundert wurde das Frauennetzwerk GEDOK gegründet. Aus diesem Anlass kann seit September die Ausstellung „Women support Women“, die sich intensiv mit dem weiblichen Kunstschaffen gestern und heute auseinandersetzt, besichtigt werden. Als die Kunstmäzenin Ida Dehmel den Verein 1926 in Hamburg ins Leben rief, war das Ziel klar formuliert: Frauen in der Kunst sollten eine eigene Plattform erhalten und sich gegenseitig unterstützen. Daraus wuchs das bis heute größte europäische Netzwerk für Künstlerinnen. Genau diese Historie haben 15 ausgewählte Frauen in den vergangenen Monaten künstlerisch aufgearbeitet. Das Ergebnis ist eine Spurensuche, die von den Anfängen des Vereins und vergessenen Wegbereiterin zweigeteilt: Während in der Kommunalen Galerie die zeitgenössischen Arbeiten im Mittelpunkt stehen, zeigt die nahegelegene Galerie GEDOK in der Suarezstraße 57 eine begleitende Schau, die den Fokus stärker auf die Historie des Netzwerks legt. Um die Thematik auch abseits der Kunstwerke greifbar zu machen, haben die Organisatoren ein lokales Begleitprogramm auf die Beine gestellt. Dazu zählen regelmäßigen Künstlerinnengesprächen im Oktober, November und Dezember, aber auch mehrere Performances. „Women support Women“ ist bis Januar 2027 in der Kommunalen Die Ausstellung kann bis zum Galerie Berlin zu sehen. 10.  Januar 2027 besichtigt werden. Der Eintritt ist frei. Geöffnet nen bis zur heutigen, noch immer sucherinnen und Besucher erwar- ist die Kommunale Galerie Berlin oft von Männern dominierten tet dabei eine große Bandbreite dienstags bis freitags von 10 bis Kunstwelt reicht. verschiedener Kunstformen. Die 18 Uhr, mittwochs verlängert bis In der Kommunalen Galerie Spanne reicht von Malerei, Foto- 19 Uhr, sowie an den Wochenenwerden die eigens für dieses Ju- grafie und Skulptur bis hin zu mo- den jeweils von 11 bis 19 Uhr. Weibiläum geschaffenen Werke der dernen Videoinstallationen. Das tere Informationen unter www. Öffentlichkeit präsentiert. Die Be- Konzept der Jubiläumsschau ist kommunalegalerie-berlin.de.

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„Pinkelstein“ schützt Straßenbäume Spezielle Baumbeete sollen das Grün im Kiez stärken Das Leben eines Berliner Straßenbaums ist hart: Hitze, Trockenheit und nicht zuletzt Hundeurin setzen den Pflanzen stark zu. In Charlottenburg-Wilmersdorf hat man dafür nun eine ebenso einfache wie kreative Lösung gefunden: das „Berliner Baumbeet mit Pinkelstein“. Das Konzept basiert auf einer niedrigen Hecke aus Totholz, die mit Erdheringen um den Baum herum befestigt wird. Der Clou an der Konstruktion sind jedoch größere Steine in den Ecken des Beetes. Diese sogenannten Pinkelsteine sollen Hunde gezielt anlocken und so den eigentlichen Wurzel- und Stammbereich sauber halten. Zusätzlich wird ein „Kackstreifen“ frei gehalten, der auch Hundebesitzerinnen und -besitzern das Aufsammeln des „großen Geschäfts“ erleichtert. Das schont nicht nur den Baum, sondern gibt auch Wildstauden die Möglichkeit, ungestört zu

Der neuen Pinkelstein des Baumbeets Alt-Lietzow wird eingeweiht. � Foto: BACW wachsen. Aus dem oft festgetretenen und kargen Boden entsteht so eine kleine, artenreiche Grünfläche, die Feuchtigkeit besser speichert und das Mikroklima in der Straße verbessern soll. Hinter der Idee steckt eine jahrelange Zusammenarbeit zwischen der Nachbarschaftsinitiative Fritschestraße und dem Straßen- und Grünflächenamt. In den vergangenen drei Jahren wurde das Modell an mehr als 40 Standorten erprobt und stetig weiterentwickelt. Mit Erfolg: Das Projekt wurde für

einen europäischen Preis für ökologisches Gärtnern nominiert und weckt bereits das Interesse anderer Großstädte. Bezirksstadtrat Oliver Schruoffeneger sieht in der Initiative ein gelungenes Beispiel dafür, wie Verwaltung und Bürgerschaft gemeinsam ihr Wohnumfeld an veränderte Klimabedingungen anpassen können. Das Timing passt, denn ein neues Berliner Gesetz sieht vor, dass ab Dezember 2027 alle Berliner ein Baumbeet anlegen und pflegen dürfen.

Charlottenburg-Wilmersdorf baut dafür jetzt die nötigen Strukturen auf, um die Nachbarschaft bestmöglich zu unterstützen. Wer nicht bis 2027 warten möchte, kann in seinem Kiez schon heute aktiv werden. Das Bezirksamt unterstützt engagierte Bewohner in Zusammenarbeit mit der Initiative Fritschestraße und dem Verein Natur im Garten Deutschland. Das benötigte Material – Totholz, Findlinge und Erdheringe – wird kostenlos angeliefert. Wer mitgärtnert, erhält am Ende eine offizielle Plakette für sein Beet. Für Fragen und Tipps gibt es eine telefonische Beratung, die am Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 9 bis 12 Uhr sowie am Mittwoch von 13 bis 16  Uhr unter der Nummer 030362 88 909 erreichbar ist. Weitere Informationen zum Ablauf finden Interessierte zudem auf www. einfach-beeten.de.

„Draußen… unter Kiefern“ Brücke-Museum thematisiert Verhältnis von Mensch und Natur Das Brücke-Museum im Bussardsteig 9 in Dahlem widmet sich mit in diesem Jahr verstärkt seiner natürlichen Umgebung. Es verknüpft zwei parallel konzipierte Kunstprojekte die Werke der expressionistischen „Brücke“-Gruppe mit zeitgenössischen Perspektiven auf die Umwelt. Das Grundstück des Museums wird dabei selbst zum Ausstellungsort.

Künstlerischer Lehrpfad Unter dem Titel „Draußen… unter Kiefern“ entsteht auf dem Waldgelände rund um das Museumsgebäude ein künstlerischer Lehrpfad. Sieben zeitgenössische Künstler, Künstlerinnen und Kollektive haben dafür Arbeiten entwickelt, die sich mit ökologischen Prozessen, Vergänglichkeit und dem Zusammenleben von Mensch und Natur befassen. Gefördert durch den „Fonds Zero“ der Kulturstiftung des Bundes wurde bei der Realisierung der

Brücke-Museum am Bussardsteig 9. Jenny Kendler präsentiert eine vergängliche Skulptur aus Erde und Wildblumensamen, wähVeränderung und Vergänglichkeit rend das Kollektiv „Club Real“ eiDie Arbeiten im Außenraum ver- nen „Betriebsrat aller Lebewesen folgen unterschiedliche Ansätze: des Brücke-Museums“ initiiert, an Der Künstler Andreas Greiner dem sich auch Besucher beteilihat ein Modell des Museums im gen können. Maßstab 1:20 errichtet, das der Werke im Innenraum Witterung ausgesetzt ist und sich durch die Ansiedlung von Flankierend dazu widmet sich die Pilzen und Mikroorganismen im Ausstellung „Draußen… im MuLaufe der Zeit verändern wird. seum“ im Innenraum dem Motiv Werke auf eine klimaneutrale Umsetzung geachtet.

der Natur in der historischen „Brücke“-Kunst. Bekannte sowie selten gezeigte Werke aus dem Sammlungsbestand werden hier in neuen Konstellationen präsentiert und mit aktuellen Positionen ergänzt. So tritt die Malerin Lizza May David in einen Dialog mit Ernst Ludwig Kirchners Gemälde „Violette Bäume“ aus dem Jahr 1914. Zudem beleuchten Fotografien von Alina Schmuch die vom Architekten Werner Düttmann entworfene Museumsarchitektur im Verhältnis zur umgebenden Landschaft. Die Landschaftsarchitekten des „atelier le balto“, die bereits den Museumsgarten revitalisiert haben, gestalteten für die Präsentation eine spezielle Hängung, die den Innen- und Außenraum gestalterisch verbindet. Die Ausstellung im Museumsgebäude ist bis zum 25. Oktober 2026 geöffnet, während der Pfad im Außenraum langfristig bestehen bleibt.

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Grab des Oberförsters Willi Schulz.

Der Friedhof liegt idyllisch mitten im Grunewald.

Friedhof der Namenlosen Historischer Rundgang über den Friedhof Grunewald Forst Versteckt zwischen Kiefern un- kirchliche Friedhöfe damals Menweit der Havel liegt ein Begräb- schen, die durch Suizid aus dem nisort mit einer ungewöhnlichen Leben geschieden waren, eine Entstehungsgeschichte: der reguläre Bestattung verweigerFriedhof Grunewald Forst, der im ten, schuf die Forstverwaltung Berliner Volksmund lange Zeit als mitten im Wald eine Begräbnis„Selbstmörderfriedhof“ bekannt fläche. Der erste dokumentierte war. Am Donnerstag, 22. Oktober Eintrag stammt vom 22. Januar 2026, beleuchtet eine Führung 1900 und betrifft einen 22-jähridie wechselvolle Geschichte die- gen Schlossergesellen. Im Zuge der Gründung von Groß-Berlin ser Ruhestätte im Grunewald. Das abgelegene Areal entstand im Jahr 1920 ging der Friedhof Ende des 19. Jahrhunderts aus ei- in städtische Hand über. ner Notwendigkeit heraus. Men- Im Laufe der Jahrzehnte wanschen, die „ins Wasser gegangen“ delte sich der Charakter des Orund in der Havel ertrunken waren, tes. Heute zieht der Waldfriedhof wurden durch die Strömung oft vor allem Interessierte an, die das am Schildhorn angespült. Andere Grab von Christa Päffgen aufsuwurden tot im Wald gefunden. Da chen: Die unter dem Künstlerna KIRCHHOFF RECHTSANWÄLTE S T E U E R B E R AT E R

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men „Nico“ bekannte Sängerin, Schauspielerin und Velvet-Underground-Ikone wählte die Ruhestätte an der Seite ihrer Mutter bereits zu Lebzeiten aus. Zudem liegt hier der renommierte Berliner Gräberforscher Willi Wohlberedt. Das Gelände umfasst etwa 62 Einzelgräber sowie eine Sammelgrabstätte für Opfer der beiden Weltkriege, darunter fünf kriegsgefangene Soldaten des zaristischen Russlands aus dem Ersten Weltkrieg. Geleitet wird der Rundgang von den Sepulkralexperten Stephan Hadraschek und Helmut Krauß. Die Führung beginnt um 14 Uhr und dauert bis 16 Uhr. Treffpunkt

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Späte Ehre für einen Expressionisten Bröhan Museum widmet Cesar Klein die erste Einzelausstellung Obwohl er die Kunst- und Theaterwelt im Berlin der Weimarer Republik maßgeblich mitprägte, blieb ihm eine eigene monografische Ausstellung in der Hauptstadt bislang verwehrt. Zum 150.  Geburtstag des Künstlers Cesar Klein (1876–1954) ändert sich das nun: Unter dem Titel „Cesar Klein. Bild Raum Bühne“ rückt eine Retrospektive das facettenreiche Werk dieses Vertreters der Moderne in den Mittelpunkt.

Akte in einer Landschaft von 1914.� Foto: Grisebach GmbH

Vielseitiger Künstler Klein bewegte sich während seiner Schaffenszeit souverän zwischen freier und angewandter Kunst. Im Jahr 1910 gründete er gemeinsam mit Vertretern des Expressionismus wie Max Pechstein, Emil Nolde und Ernst Ludwig Kirchner die Künstlergruppe „Neue Secession“. Einen Ruf an das renommierte Bauhaus in Weimar schlug er 1919 jedoch aus. Stattdessen übernahm er in Berlin die

Ahrenshoop II (Felsen am Meer) von Cesar Klein. � Foto: Kunstmuseum Ahrenshoop / Robert Dämmig Leitung einer Klasse für Dekorationsmalerei an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums. In den 1920er-Jahren machte er sich vor allem als gefragter Bühnenbildner für Berliner Theater, als Filmausstatter sowie als Gestalter von Innenräumen, Möbeln

und Mosaiken im Stil des deutschen Art Déco einen Namen.

Malverbot im „Dritten Reich“ Der Aufstieg des Nationalsozialismus setzte dieser Karriere ein abruptes Ende. Klein verlor seine Professur, wurde mit einem

Malverbot belegt und von den neuen Machthabern als „entartet“ diffamiert. Viele seiner Werke wurden damals aus öffentlichen Sammlungen entfernt. Seinen Lebensunterhalt konnte er in dieser Zeit lediglich als Bühnenbildner bestreiten, ehe er sich nach 1945 wieder verstärkt der Malerei widmete. Die Ausstellung „Cesar Klein. Bild Raum Bühne“ ist vom 15. Oktober 2026 bis zum 29. März 2027 im Bröhan Museum, Schloßstraße 1a – nahe dem Schloss Charlottenburg – zu sehen. Weitere Informationen www.broehanmuseum.de.

Abenteuer im Kiez statt Kofferpacken Anmeldung zu „Herbstferien ohne Kofferpacken 2026“ ab sofort Die nächsten Schulferien rücken näher. Für Familien, die im Oktober nicht in den Urlaub fahren, gibt es in Charlottenburg-Wilmersdorf eine bewährte Alternative gegen aufkommende Langeweile: Das Jugendamt und der Jugendclubring Berlin e. V. organisieren auch in diesem Jahr wieder die Aktionswochen „Herbstferien ohne Kofferpacken“. Kinder aus dem Bezirk im Alter von 6 bis 14 Jahren können dabei ihre freie Zeit direkt vor der Haustür verbringen und gemeinsam mit Gleichaltrigen Neues entdecken. Unter dem Motto „Bunt wie der Herbst“ stehen in zwei Durchgängen zahlreiche Ausflüge, sportliche Aktivitäten und kreative Spiele auf dem Programm. Die erste Ferienwoche läuft von Montag, dem 19.  Oktober, bis Freitag, dem 23.  Oktober. Der zweite Durchgang schließt sich direkt vom 26. bis zum 30. Oktober an. Treffpunkt für die Teilnehmer ist

die Kinder rundum versorgt: In der Gebühr sind nicht nur die pädagogische Betreuung, Fahrgelder und Eintrittspreise enthalten, sondern auch ein tägliches Frühstück, ein warmes Mittagessen sowie Getränke. Um das Programm für alle zugänglich zu machen, können Familien, die staatliche Transferleistungen beziehen, eine finanzielle Unterstützung beantragen. Der Mindestbeitrag sinkt dann auf 30 Euro pro Woche. Wer seinem Nachwuchs eine abwechslungsreiche Ferienwoche bescheren möchte, kann Das Haus der Jugend Charlottenburg bietet ein buntes ab sofort aktiv werden. Die Ferienprogramm. � Foto: Haus der Jugend Charlottenburg Anmeldung läuft bereits und lässt sich bequem über www. jeweils von 9 bis 16.30 Uhr das dabei vor allem die Entlastung zille54.de/herbstferien-ohneHaus der Jugend Charlottenburg der Eltern im Vordergrund, die kofferpacken-2026 erledigen. in der Zillestraße 54. auf diese Weise auf eine verläss- Alternativ nehmen die OrganisaFür Jugendstadtrat Simon Her- liche und bezahlbare Betreuung toren telefonische Anmeldungen tel ist das Angebot ein wichtiger zurückgreifen können. von Montag bis Freitag zwischen Baustein im Bezirk. Neben dem Die Teilnahme kostet 80 Euro pro 15 und 18 Uhr unter der RufnumSpaß für den Nachwuchs stehe Feriendurchgang. Damit sind mer 030-9029 12775 entgegen.

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Spurensuche in Schmargendorf Gedenktafel erinnert an den jüdischen Historiker Simon Dubnow

Mit KI bearbeitet

Wer durch die Ruhlaer Straße in „Weltgeschichte des jüdischen Schmargendorf spaziert, stößt an Volkes“, die zwischen 1925 und der Hausnummer 8 auf ein Stück 1929 erschien. bedeutender WeltgeVerfechter der schichte. Die SenatsSelbstorganisation verwaltung für Kultur Geboren 1860 in Mstisund Gesellschaftlichen Zusammenhalt hat dort lawl, hatte er als junger eine Berliner GedenkMann mit der rabbinitafel für den Historiker schen Orthodoxie gebrochen; dort schloss er Simon Dubnow (1860– 1941) anbringen lassen. sich einem Aufklärungskreis im Hause von Ida Frejdlin, „Weltgeschichte des seiner späteren Frau, an. Ausjüdischen Volkes“ gangspunkt seines Lebenswerks Dubnow kam im Jahr 1922 nach war ein historischer Fund: die Berlin. Gemeinsam mit seiner Protokollbücher der Gemeinden, Ehefrau Ida war der damals der Kreisräte, des Vierländerrates 62-Jährige vor Hunger, Not und und des Parlaments der Juden Lipolitischer Verfolgung aus So- tauens. Darin sah er eine jahrhunwjetrussland geflohen. Berlin dertealte Fähigkeit zur jüdischen war zu dieser Zeit das Zentrum Selbstorganisation in der Diaspoder russisch-jüdischen Emigrati- ra – Grundlage seines Autonomison. In der Wohnung in Schmar- mus: säkulare Selbstverwaltung, gendorf fand Dubnow die nötige abgesichert durch MinderheiRuhe, um sein wichtigstes Werk tenrechte. Fast zwangsläufig zu vollenden: die zehnbändige führte dies in die Politik: 1906

Edle Tropfen an der Gedächtniskirche Erster Weinmarkt auf dem Breitscheidplatz Schoppen und Shoppen ver- unter Mosel, Nahe, Pfalz, Rheinbinden sich: Wo sonst das ge- gau, Baden, Württemberg und schäftige Treiben zwischen Kur- Rheinhessen. Zudem reisen Erfürstendamm, Tauentzien und zeuger aus dem österreichischen Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche Kamptal nach Berlin. den Takt vorgibt, zieht vorüber- Interessierte haben die Gelegehend mehr Gemütlichkeit ein: genheit, die Weine nicht nur zu Der Breitscheidplatz wird im probieren, sondern sich an den Herbst erstmals Schauplatz eines Ständen auch direkt mit den Wineigenen Weinmarkts. Unter dem zern über Jahrgänge, Rebsorten Titel „Wine in the City“ verwandelt und Ausbaumethoden auszusich das Areal im Herzen Charlot- tauschen. Der Markt richtet sich tenburgs vier Tage lang in einen dabei sowohl an Weinkenner als Treffpunkt für Weinfreunde und auch an Spaziergänger und AnPassanten. wohner, die nach dem Einkauf Anlass für die Neuerung ist das oder Feierabend im Zentrum der 50-jährige Jubiläum der AG City. City West einkehren möchten. Das Konzept setzt auf eine Ver- Die Stände auf dem Breitscheidbindung aus City-Bummel und platz sind von Donnerstag, Rebenkunde. Vor Ort vertreten 15. Oktober, bis Sonntag, 18. Oksind Betriebe aus verschiedenen tober 2026, jeweils ab 12 Uhr bis deutschen Anbaugebieten – dar- in die Abendstunden geöffnet.

gründete er die Folkspartei, deren Forderungen sich weiterverbreiteten und später die Weimarer Jüdische Volkspartei prägten. Er unterstützte die Arbeit des Comité des Délégations Juives für Minderheitenrechte auf der Pariser Friedenskonferenz 1919 und wurde 1927 in Zürich ins Präsidium des Council for Jewish Minority Rights gewählt. Angesichts des erstarkenden Nationalsozialismus planten Dubnow und Mitstreiter den Jüdischen Weltkongress als Bollwerk gegen den „neuen Kreuzzug des Hakenkreuzes“; seine geplante Eröffnungsrede musste 1932 in Genf aus gesundheitlichen Gründen verlesen werden.

Flucht und Tod Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 musste Dubnow erneut fliehen. Er zog nach Riga, wo er seine wissenschaftliche Arbeit trotz

widrigster Umstände fortsetzte. Im Dezember 1941 wurde Simon Dubnow bei der Liquidierung des Rigaer Ghettos von den deutschen Nationalsozialisten ermordet. Die weiße Porzellantafel, die nun an sein Leben und Wirken in Schmargendorf erinnert, wurde von der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin (KPM) hergestellt. Sie ist Teil des Gedenktafelprogramms des Landes Berlin. Die historische Recherche für den Text und die Organisation der Tafel übernahm der Verein Aktives Museum Faschismus und Widerstand in Berlin.

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Nächste Ausgabe November Nr. 11/2026 · Anzeigen-/Redaktionsschluss 09.10.2026 Erscheinung 29.10.2026

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Wenn Kinder die Nacht zum Tag machen Am 10. Oktober ist Familiennacht mit vielseitigem abendlichen Programm Statt pünktlich ins Bett zu gehen, dürfen Berliner Kinder am Samstag, dem 10. Oktober 2026, auf abendliche Entdeckungstour gehen. Zwischen 17  Uhr und 24 Uhr findet die nunmehr 16. Ausgabe der Familiennacht statt. In allen Bezirken der Hauptstadt öffnen Einrichtungen ihre Türen, um Familien spannende Erlebnisse zu einer ungewöhnlichen Uhrzeit zu bieten. Laut den Organisatoren zur Familiennacht steht dabei das gemeinsame Ausprobieren und Erforschen im Mittelpunkt – von Artistik über Nachtklettern bis hin zu Theater und Museumsbesuchen. Hier ein Auszug aus dem Programm im Südwesten.

gibt es in den Bibliotheken des Bezirks zudem Märchenstunden und Theaterstücke rund um das Thema Helden.

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Kieztreff und Nachbarschaftsladen Ein Blick auf das Programm zeigt, wie unterschiedlich die Bezirke den Abend gestalten. In Steglitz-Zehlendorf wird es beispielsweise gemütlich und handwerklich. Im Familienzentrum Lichterfelde-Süd sowie im Kieztreff können Kinder und Eltern ab 17 Uhr am Lagerfeuer sitzen und Stockbrot backen. Wer lieber kreativ wird, kann im Jugendzentrum KiJuNa ein gemeinsames Familienbild malen oder bei der „Sandelfe“ im Schwarzlicht leuchtende Sand �

� bilder anfertigen. Im Nachbarschaftsladen Leonie stehen zudem spielerische Workshops zum Thema Demokratie auf dem Plan.

Kultur und Musik Kulturell und musikalisch geprägt ist der Abend in Charlottenburg-Wilmersdorf. Das Staatsballett Berlin bietet in mehreren Schichten bis in den späten Abend hinein Tanzkurse

Foto: Kay Herschelmann für verschiedene Altersgruppen an. Die Heinrich-Schulz-Bibliothek verwandelt sich derweil in ein vielseitiges Kulturzentrum: Dort können Familien um 18 Uhr zunächst einem klassischen Kammerkonzert junger Musiker lauschen, ab 19  Uhr in einem Soundlabor selbst Musik am Computer produzieren und den Abend ab 20  Uhr beim gemütlichen Familienkino ausklingen lassen. Für die jüngeren Kinder

Für kleine und große Abenteurer lohnt sich ein Ausflug nach Tempelhof-Schöneberg. Auf dem Tempelhofer Feld können Familien ab 17 Uhr selbst gebastelte Papierdrachen in den Abendhimmel steigen lassen. Jugendliche haben die Möglichkeit, an einer abendlichen Spurensuche durch die historischen Gebäude des Flughafens Tempelhof teilzunehmen. Auf dem Kinderbauernhof der ufaFabrik stehen Bewegung und Spiel im Fokus: Dort locken eine Familiendisco und eine Taschenlampenrallye durch die Dunkelheit. Wer sich für Politik oder Technik interessiert, kann in der Jugendkunstschule ein eigenes Wahlplakat entwerfen oder in der Alten Mälzerei Lichtenrade die Welt der Künstlichen Intelligenz entdecken. Die meisten Veranstaltungen sind kostenlos oder erfordern lediglich einen kleinen Kostenbeitrag von wenigen Euro. Bei vielen Angeboten ist eine vorherige Anmeldung erforderlich. Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten unter www. familiennacht.de.

Fotos: Kay Herschelmann