Gazette Wilmersdorf - März 2026

Gazette für Wilmersdorf, Schmargendorf, Grunewald und Halensee

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GAZETTE VERBRAUCHERMAGAZIN

März 2026

Wilmersdorf Wilmersdorf · Schmargendorf · Grunewald · Halensee

Initiative Bundesplatz e.�V. – viel mehr als bloße Visionen Vom Straßenbegleitgrün zur grünen Oase

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Fotokunst am Hohenzollerndamm Junge Talente der UdK stellen ihre prämierten Arbeiten aus Die Kommunale Galerie Berlin präsentiert die Gewinner des 19. IBB-Preises für Photographie. Die Ausstellung führt zwei künstlerische Positionen zusammen, die Fotografie als Mittel zur Untersuchung von zeitlichkeit und physikalischer Wirklichkeit nutzen. Beide Arbeitsweisen befassen sich mit Formen der Aufzeichnung und der Sichtbarmachung bildgebender Prozesse. Gezeigt werden die Arbeiten von Jana Pressler und Moritz Haase. Pressler erhält den mit 7.500 Euro dotierten Hauptpreis. In ihren Werken verbindet sie analoge Fotografie mit Installation und Skulptur, um Wahrnehmungsstrukturen sowie das Verhältnis von Fläche und raum zu untersuchen. Der Anerkennungspreis, dotiert mit 2.500 Euro, geht an Moritz Haase. Er widmet sich in seinen Arbeiten Lichtphänomenen und Erinnerungsräumen, wobei er fotografische Aufnahmen neu ordnet und in Beziehung setzt. Beide Positionen eint der Fokus auf zeitlichkeit und physikalische Wirklichkeit. Der Preis wird seit 2007 in Kooperation mit der Karl Hofer Gesellschaft der Universität der Künste (UdK) vergeben. Er richtet sich an Studierende und Absolventen der UdK, die in

Moritz Haase, Sitting On A Cornflake (Crop 1), 2017/2025, C-Print der regel jünger als 35 Jahre sind. Neben dem Preisgeld erhalten die Künstler ein Budget für die Ausstellung und Kataloge.

Rahmenprogramm und Öffnungszeiten Begleitend zur Schau findet am Mittwoch, 22. April 2026, um 18 Uhr eine Führung mit

Foto: Moritz Haase

den Künstlern statt. Die Finissage ist für Sonntag, 10. Mai 2026, um 15 Uhr geplant. Die Ausstellung am Hohenzollerndamm 176 läuft bis zum 10. Mai 2026. Geöffnet ist sie dienstags bis freitags von 10 bis 17 Uhr, mittwochs bis 19 Uhr sowie am Wochenende von 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Schmuck und Möbel von Brücke-Künstlern Kunsthandwerkliches Schaffen der Expressionisten im Brücke-Museum Das Brücke-Museum in Dahlem widmet sich ab März einem bislang kaum beachteten Kapitel der berühmten Künstlergruppe: ihrem kunsthandwerklichen Schaffen. Die Ausstellung „Kunst Hand Werk Brücke“ präsentiert rund 180  Objekte, von denen viele noch nie öffentlich gezeigt wurden. Karl Schmidt-rottluff, Ernst Ludwig Kirchner, Max Pechstein und Erich Heckel schufen neben ihren Gemälden und Druckgrafiken auch Gegenstände des täglichen Gebrauchs. Möbel, Schmuckstücke und Teppiche waren für sie kein dekoratives Beiwerk, sondern Ausdruck eines umfassenden ästhetischen Anspruchs. Holz, Metall, Textil und Glas wurden zu Trägern künstlerischer Ideen. Die Ausstellung nähert sich dem Thema über die verwendeten

Ernst Ludwig Kirchner, Stuhl II, mit sitzender Frau und stehendem Paar als Rückenlehne, 1920, Arvenholz, geschnitzt, mit Ochsenblut gefärbt. Foto: BrückeMuseum

Materialien und legt besonderen Wert auf die Herstellungsprozesse. In zusammenarbeit mit Fachleuten wie dem Holzbildhauer Valentin Kammel, der Schmuckdesignerin Elisabeth Schotte und der Textilkünstlerin Lisa reichmann konnten erstmals handwerkliche Verfahren sicher bestimmt und Fragen der Urheberschaft präzisiert werden. Ein Höhepunkt ist das von Ernst Ludwig Kirchner für seine Lebensgefährtin Erna Schilling entworfene Bett aus dem Kirchner Museum Davos. Der Großteil der Exponate stammt aus dem Bestand des Museums und der Emy und Karl Schmidt-rottluff Stiftung, er Ab März zeigt das Brücke Museum eine neue Ausstellung. gänzt durch über 80 Leihgaben aus privaten und institutionellen Sammlungen. Die Ausstellung wird am 5. März um 19 Uhr eröffnet und läuft bis zum 21. Juni im Brücke-Museum, Bussardsteig 9, 14195 Berlin. Ein umfangreicher Katalog begleitet die Schau.

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DAS WORT DER BEZIRKSBÜRGERMEISTERIN WORT DER BEZIRKSBÜRGERMEISTERIN

Gazette Wilmersdorf | März2026  |  3 2026 | 3 Gazette Wilmersdorf  |  März

Liebe Bürger:innen in Charlottenburg-Wilmersdorf! Foto: britibay

Frauen verdienen in Deutschland noch immer Bezirk geprägt haben – von Film, Fotografie rund 16 Prozent weniger als Männer. Der Equ- und Literatur bis hin zu Tanz und bildender al Pay Day am 27. Februar macht diese Lohn- Kunst. Ich lade Sie herzlich ein, mit mir mehr lücke sichtbar, denn bis zu diesem über das Leben und Werk von JeanDatum arbeiten Frauen rechnerisch ne Mammen, Lotte Jacobi und Tilla unbezahlt. Deshalb haben wir vor Durieux zu erfahren. Weitere Statiodem rathaus die Equal-Pay-Day-Fahnen widmen sich Else Lasker-Schüler, ne gehisst, um auf diese Ungleichheit Helga Goetze, Hedwig Courths-Mahaufmerksam zu machen. Wenige Tage ler, Isadora Duncan sowie Elisabeth später, am 8. März, dem WeltfrauenKuyper. Wir starten um 14 Uhr an der tag, gehen Frauen weltweit auf die Kirstin Bauch Gedenktafel von Asta Nielsen in der Straße, um diese Ungerechtigkeiten Fasanenstraße 69. Der Spaziergang anzuprangern und gleiche rechte einzufor- bietet die Gelegenheit, bekannte und weniger dern – ein Engagement, das auch 2026 noch bekannte Biografien neu zu entdecken und weibliche Perspektiven im Stadtraum sichtbar nötig bleibt. zu machen. Die Teilnahme ist wie immer kostenfrei. Alle Interessierten sind herzlich willkommen. Informationen über die bisherigen Kiezspaziergänge finden Sie im Internet unter www.kiezspaziergaenge.de.

Aktionswochen gegen Rassismus: Zusammenstehen, wenn es darauf ankommt

Foto: BACW

Im März beschäftigen uns auch andere gesellschaftliche Themen. Vom 16. bis 29. März finden die Aktionswochen gegen rassismus statt, an denen sich zahlreiche Initiativen, Vereine und Einrichtungen im Bezirk beteiligen. Auch das Bezirksamt beteiligt sich mit eigenen Angeboten an den Aktionswochen. Ich lade Sie ein, die Veranstaltungen zu besuchen und miteinander ins Gespräch zu kommen – bei Workshops, Lesungen oder Diskussionsrunden. rassistische Erfahrungen und gehören auch in Charlottenburg-Wilmersdorf zum Alltag vieler Menschen. Dagegen müssen wir uns wehren, damit unser Bezirk offen und lebenswert bleibt. Hinweise zum Programm finden Sie unter www.cwgegenrassismus.de.

277. Kiezspaziergang am 14. März: Künstlerinnen in der City West Dieses Thema greife ich auch beim 277. Kiezspaziergang am 14. März auf. Unter dem traditionellen Motto „Frauen im Bezirk“ rücken wir diesmal Künstlerinnen der City West in den Fokus. Gemeinsam entdecken wir bedeutende Frauen, die das kulturelle Leben im

Eröffnung von AktiFam Ein neues Projekt unterstützt Familien im Alltag: Am Mittwoch, 25. März, startet „AktiFam“ in Charlottenburg-Wilmersdorf. Das Angebot richtet sich an Alleinerziehende und Familien mit Kindern, die Hilfe bei Anträgen, Behördengängen oder dem (Wieder-) Einstieg in den Beruf brauchen. In Gesprächen mit vielen von

Ihnen wird immer wieder deutlich, wie herausfordernd es sein kann, Familie, Arbeit und den Kontakt zu Behörden unter einen Hut zu bringen, gerade wenn finanzielle Fragen oder ein beruflicher Neustart dazukommen. „AktiFam“ setzt genau dort an: mit individueller Beratung, Jobcoaching, Workshops, Begleitung zu Terminen sowie mobiler Unterstützung im Kiez — kostenfrei, mehrsprachig und mit Kinderbetreuung während der Beratung. Die enge zusammenarbeit verschiedener Stellen im Bezirk erleichtert den zugang zu Hilfe und spart Wege. Wenn Sie selbst Unterstützung suchen oder das Angebot weitergeben möchten, informieren Sie sich gern. Solche Projekte leben davon, bekannt zu sein und genutzt zu werden.

BSR Kiezstage: Frühjahrsputz leicht gemacht Ganz praktisch wird es bei den BSr-Kieztagen im März: Am Dienstag, 17. März, auf dem Mierendorffplatz und am Donnerstag, 19. März, auf dem Karl-August-Platz. Jeweils von 13 bis 18 Uhr können Sie dort sperrige oder defekte Haushaltsgegenstände kostenfrei abgeben – etwa Sperrmüll, Elektrogeräte, Matratzen, Altholz oder Alttextilien. So sparen Sie sich den Weg zum recyclinghof. Farben, Batterien, Medikamente oder Bauschutt werden allerdings nicht angenommen. Haben Sie etwas, das zu schade zum Wegwerfen ist? Nutzen Sie den Tausch- und Verschenkmarkt. Viele Dinge finden dort ein zweites Leben, statt im Müll zu landen. Fachleute der BSr beantworten vor Ort Fragen zur Abfalltrennung, und nicht Mitgenommenes fließt, wenn möglich, in den re-Use-Kreislauf zurück. Wenn Sie im März einen Frühjahrsputz planen, sind diese Termine eine einfache Gelegenheit, sich von Überflüssigem zu trennen. Für Ihre Anregungen, Lob und Kritik bin ich für Sie erreichbar unter bauch@charlottenburgwilmersdorf.de. Herzlich grüßt Sie Ihre       Kirstin Bauch

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Initiative Bundesplatz e. V. – viel mehr als bloße Visionen Vom Straßenbegleitgrün zur grünen Oase Als sich Ende Januar 2010 die Initiative Bundesplatz auf Anregung von Gisela Nitschke mit zwölf Gründungsmitgliedern zur Vereinsgründung entschloss, waren die Vereinsziele zugunsten des Bundesplatzes – einst prächtiger „Kaiserplatz“ – klar formuliert: Um dem am 4. März 1967 im rahmen damaliger „autogerechter Stadtplanung“ zerschnittenen, mit der Autotunnel-Eröffnung zum „Straßenbegleitgrün“ degradierten Bundesplatz wieder zu mehr AnTunneleröffnung am Bundesplatz im März 1967. Foto: Initiative Bundesplatz e. V. der Attraktivität seines baulichen Umfeldes aus. Der rund um die U- und S-Bahnstation Bundesplatz bereits erkennbaren Verwahrlosung wollte man damals gemeinsam zuleibe rücken. Unter seinem ersten Vorsitzenden Wolfgang Seve ständnis für seine Entwicklung vermitteln. Bereits die zweite ordentliche Mitgliederversammlung konnte im Bistro der Caritas Tübinger Straße/Ecke Bundesplatz stattfinden, die bis heute der Bundesplatz-Initiative und ihren Gästen großzügig raum für Versammlungen gewährt, so auch für das regelmäßig an jedem ersten Dienstag im Monat in der zeit von 19 – 21 Uhr stattfindende Bundesplatz-Treffen (nächste Treffs am 3.  März und 7. April, Gäste willkommen). 15-jähriges Vereinsbestehen im letzten Jahr gebührend zu feiern, gab es Grund genug: Wie viel von

rin sprach sich der junge Verein außerdem für eine Parkraumbewirtschaftung rund um den Platz aus. Anwohnerfeste und Informationsveranstaltungen sollten dazu Gleichgesinnte mit ins Boot holen, die Erarbeitung der Geschichte des Platzes Ver Foto: Initiative Bundesplatz e. V.

sehen und Aufenthaltsqualität zu verhelfen, sprach man sich in den Vereinszielen für den rückbau des Tunnels sowie für eine Neugestaltung des Bundesplatzes hin zu seinem ursprünglichen Gesamtbild und für die Steigerung

Helfende Hände bei Pflegearbeiten sind auf dem Bundesplatz stets willkommen. Foto: Initiative Bundesplatz e. V.

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den damaligen zielen bereits umgesetzt werden konnte oder auf bestem Wege dahin ist, sieht, wer aufmerksam den Bundesplatz und seine dank reizvollen Einzehandel- und Dienstleistungsangebotes spannende Umgebung offenen Auges besucht – und dann bestenfalls Lust bekommt, selbst Teil dieser aktiven Initiative zu werden.

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Foto: Initiative Bundesplatz e. V.

Mit Fachkenntnis und aktiv stehen sie für engagierte Vereinsmitglieder: Brigitta Berhorst, Bernhard Strohmayer und Ursula Pattberg (v.l.n.r.). � Foto: Initiative Bundesplatz e. V.

Vom „Unort“ zum Schmuckplatz – kein leichter Weg Zwar ist der Tunnel noch immer nicht verschwunden, doch jeder weiß, wie dicke Bretter es zu bohren gilt, um mit Unterstützung der Politik wenigstens kleine Veränderungen zum Besseren hin erreichen zu können. Auf gutem Weg dahin ist der aktuell rund 160 Mitglieder zählende Verein mit den Vorstandsmitgliedern Birgitta Berhorst, Bernhard Strohmayer und Ursula Pattberg in erster Reihe, die sich über die Jahre über Interesse der Lokalpolitik an ihren Projekten nicht beklagen konnten, sich aber noch größeren Einsatz und schnelleres Handeln von Seiten der Landespolitik wünschen. Denn auch das Ehrenamt stößt an Grenzen, will bereits Erreichtes abgesichert und langfristige Lösungen sehen. Längst hat – ebenso fachkundig wie energiegeladen initiiert vom Bundesplatz-Verein – der Kiez rund um den Platz eine bemerkenswerte Aufwertung erfahren; nicht zuletzt durch

lung des Platzes von einer vermüllten Brache zur grüner Oase und zu einem entspannenden Ort der Begegnung: So konnte gut angenommene monatliche die Umsetzung der historischen Aktionstage, Treffen, Flohmärkte, Skulptur der „Winzerin“ aus dem Kiezrundgänge, Feste und kultu- Jahr 1910 verhindert werden, die heute in nördlicher Richtung Höhe Mainzer Straße steht, und die Figur mit passender Grüngestaltung zu neuem Ansehen gelangen. Ehrenamtliche pflegen und bepflanzen regelmäßig den von ihnen vom „Straßenbegleitgrün“ zum blühenden Stadtplatz wiederbelebten Bundesplatz.100  Meter der einst den Platz umgebenden hohen Mauern wurden vor 14 Jahren abgerissen, um auch optisch mehr Luft zu geben und das SicherheitsgeDie „Winzerin“ aus dem Jahr 1910 fühl der Platzbesucher zu stärken. Trampelpfade wichen befestig– Relikt aus der Prachtzeit des ten Wegen mit Gehwegvorstre„Kaiserplatz“. � Foto: Initiative Bundesplatz e. V. ckungen, Bänke für Erholungssuchende kamen hinzu. relle Angebote. Erreicht werden Und auch die erfolgten Verkehrskonnte durch das über 15 Jahre verbesserungen sind auf den Einwährende bürgerschaftliche satz der Initiative Bundesplatz zuEngagement mit Tausenden rückzuführen: So wurde an den von Stunden ehrenamtlicher Spangen und Straßen rund um Arbeit der Initiative Bundesplatz den Platz Tempo 30 eingeführt. immerhin einiges zur Umwand- Dass der Bundesplatz bis jetzt

kein vollkommener Ruheort wurde, ist Spätfolge des 60er-Jahre-Tunnelbaus: Die Tunneleinfahrt, die den Kiez zerschneidet, bringt bis heute starke Abgasund Lärmbelästigung mit sich. Auch wenn eine Schließung des Tunnels mit Rückbau und Ausweitung der Grünflächen sowie einer ausschließlich oberirdisch verlaufenden Verkehrsführung aktuell noch nicht in greifbarer Nähe scheint, könnte laut Initiative eine intelligentere Verkehrsführung der angrenzenden Kreuzungsbereiche zeitnah Entlastung schaffen und das derzeitige Stauproblem zu Stoßzeiten wenigstens verringern.Verschiedene Studien, die Zusammenarbeit mit Universitäten und Planungsbüros sowie ein BVV-Beschluss zur Abkehr von der autogerechten Stadt insbesondere am Bundesplatz unterstreichen dies ebenso wie der kontinuierliche Dialog mit Politik und Verwaltung. Mit der Umsetzung eines stufenweisen flächengerechten Umbaus des Bundesplatzes befasst sich die Spath/Nagel-Studie von 2021. In einer darauf basierenden Grafik wird die Umbau-Variante „Hufeisen“ visioniert, die mit der Moder • Kreat. Kindertanz • Ballett + Jazz • Streetjazz • Contemporary

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Foto: Romolo Tavani / Fotolia

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6  |  Gazette Wilmersdorf  |  März 2026 nisierung des Kreuzungsbereichs am Bundesplatz beginnt und in die vollständige Neugestaltung des Platzes mündet.

Mit großen Zielen und Kampagne ins Frühjahr 2026 Für dieses Jahr hat sich die Initiative Bundesplatz große ziele gesetzt. Der Vorstand erklärt dazu: „Wir wollen den politischen Druck wiederbeleben, auch mit Blick auf die Wahlen. Die Politik ist nun gefordert, über die Absicherung des ehrenamtlichen Engagements zu diskutieren und die stadtplanerische Weiterentwicklung aktiv voranzutreiben. Der Bundesplatz ist ein Hebel für eine bessere Bundesallee. Es ist zeit für den politischen Mut, die Fehler aus der Vergangenheit zu korrigieren.“ Dabei wünschen sich die Beteiligten einen zeit-, energieund kostensparenden Konsens in der Stadt, der über eine Legislaturperiode hinausreicht, anstatt nach jeder Wahl wieder neu verhandelt zu werden. Für mehr Sichtbarkeit des facettenreichen Bundesplatzes, für Beteiligung und politischen rückenwind startet die Initiative

Vision der Umbau-Variante „Hufeisen“ für den Bundesplatz

Bundesplatz e. V. im Frühjahr die Kampagne „Der Bundesplatz – Mehr als nur ein Straßenbegleitgrün“. Damit soll auf die vielfältige Bedeutung dieses Platzes als Klima-, Begegnungs- und Stadt raum aufmerksam gemacht und politischen Forderungen nach einem menschengerechten Bundesplatz Nachdruck verliehen werden – nicht ohne die unzureichende Grünflächen-Klassifizierung „Straßenbegleitgrün“ zu

hinterfragen. Brigitta Berhorst vom Vorstand betont: „ Ebenso wollen wir mit dem Kampagnenthema noch mehr Menschen aus der Nachbarschaft neugierig machen, ins Gespräch bringen und für die zukunft dieses Or JETZT BAD RENOVIEREN UND SICHER INVESTIEREN! Jetzt kostenlosen n: Termin vereinbare 10 Tel. 03379 992 20

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Aktionen machen sichtbar. tes gewinnen.“ Dazu sind auch jüngere Menschen gefragt, die für eine ideenreiche zukunft des Platzes in der Initiative mitarbeiten möchten. Den Auftakt der Kampagne bildet das Fokusthema „Ein Ort für gutes Mikroklima“, wozu die Initiative den Dialog mit Entscheidungsträgern aus Politik und Bezirksverwaltung sowie Anwohnern verstärken will. Um das Potenzial des Bundesplatzes als Erholungsort, Klimapuffer und Gegenpol zu Verkehr, Hitze und Versiegelung ausschöpfen zu können, setzt die Initiative auf die Umsetzung einer zukunftsfä Fotos: Initiative Bundesplatz e. V. higen Baumbepflanzung, auf die und „Ein Ort mit Geschichte(n)“ Eine Community. Eine Version.“ Stärkung der mikroklimatischen fokussieren, begleitet von Veran- heraus, die sowohl die Geschichte Funktion des Platzes hin zu einer staltungen und Mitmach-Aktio- des Bundesplatzes und die ihres kleinen grünen Insel inmitten nen für jedermann. Umfeldes als auch die der Initiatidicht bebauten Stadtraumes mit – Man darf also hoffnungsfroh in ve kurzweilig behandelt. weiter verbesserter Aufenthalts- eine menschen-und klimagerech- Wer sich bei der Initiative Bundesqualität, insbesondere bei Hitze- tere zukunft des Bundesplatzes platz einbringen will, beim nächsperioden. Vorstandsmitglied der blicken, hinsichtlich der ungebro- ten Aktionstag „Gärtnern im Kiez“ Initiative Bernhard Strohmayer chenen Energie des inzwischen am 14. März in der zeit von 10erklärt dazu: „Am Bundesplatz vielfach für seine Erfolge und sein 14 Uhr mithelfen möchte oder/ könnte Berlin eine Vorreiterrolle bürgerschaftliches Engagement und Interesse an der Broschüre in der Umsetzung des Bäume- ausgezeichneten Initiative Bun- hat, Kontakt unter E-Mail: info@ initiative -bundesplatz.de Plus-Gesetzes einnehmen.“ Im desplatz e. V.. Spätsommer dann sollen weitere Übrigens: Anlässlich seines 15-jäh- oder Telefon: 0151 260 18  967 Etappen der Kampagne folgen, rigen Bestehens brachte die Initi- Weitere Informationen unter die Themen wie „Ein Ort der Be- ative die ebenso interessante wie www.initiative-bundesplatz.de gegnung“, „Ein Ort mit Potenzial“ informative Broschüre „Ein Platz. Jacqueline Lorenz

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Vertreterinnen und Vertreter der Träger und Kitas der 8. Umsetzungsphase von Gute gesunde Kitas in Berlin mit Bezirksstadtrat Simon Hertel. � Foto: BACW

Sieben Kitas starten Gesundheitsprogramm

Bezirk unterstützt Einrichtungen bei Förderung von Kindern und Fachkräften Im Rathaus Charlottenburg unterzeichnete Bezirksstadtrat Simon Hertel am 26. Januar die Vereinbarungen für die achte Phase des Landesprogramms „Kitas bewegen – für die gute gesunde Kita“. Sieben Kindertagesstätten aus Charlottenburg-Wilmersdorf nehmen gemeinsam mit ihren Trägern an dem Programm teil.

Das Landesprogramm ermöglicht es den Kitas, eigene Konzepte zur Gesundheits- und Bildungsförderung zu erarbeiten und in der Praxis anzuwenden. Dabei stehen sowohl das Wohlbefinden der Kinder als auch die Arbeitsbedingungen der pädagogischen Fachkräfte im Mittelpunkt.

Eine Bezirkskoordination begleitet die teilnehmenden Einrichtungen fachlich und steht den Multiplikatoren während des gesamten Prozesses beratend zur Verfügung. „Das Programm stärkt langfristig Gesundheit, Qualität und Arbeitsfähigkeit in unseren Kitas“, erklärte Hertel bei der Unterzeichnung. Besonders wichtig

sei die kontinuierliche Begleitung durch die neu besetzte Bezirkskoordination. Das Programm orientiert sich am Berliner Bildungsprogramm und berücksichtigt die konkreten Lebens- und Arbeitsbedingungen in den Kindertagesstätten. Weitere Informationen unter www. gute-gesunde-kitas-in-berlin.de.

Osterferien ohne Kofferpacken Anmeldung ab sofort – Ermäßigung für Familien mit geringem Einkommen Das Jugendamt Charlottenburg-Wilmersdorf bietet in den Osterferien 2026 wieder das Programm „Ferien ohne Kofferpacken“ an. Kinder zwischen 6 und 14  Jahren können ab sofort angemeldet werden. Organisiert wird das Angebot gemeinsam mit dem Jugendclubring e. V. Das Programm umfasst kreative Angebote, Spiele, Bewegung und Ausflüge. Es findet in zwei Durchgängen statt: vom 30. März bis 2. April sowie vom 7. bis 10. April 2026. Die Betreuung läuft jeweils von 9 bis 16.30 Uhr im Haus der Jugend Charlottenburg in der Zillestraße 54. Der Teilnahmebeitrag von 64 Euro pro Woche und deckt Betreuung, Eintritte, Fahrtkosten, Frühstück, Mittagessen und Getränke ab. Familien, die Transferleistungen beziehen, können finanzielle Unterstützung erhalten. Der Mindestbeitrag liegt bei 24 Euro pro Woche. Jugendstadtrat Simon Hertel betonte, dass gute Ferienangebote keine Frage des Geldbeutels sein dürften. Er habe sich für die Fortsetzung der Finanzierung eingesetzt, damit Haus der Jugend Charlottenburg. � Foto: BA CW alle Familien unabhängig vom Einkommen davon profitieren können. gend Charlottenburg möglich unter www. 12775, montags bis freitags zwischen 15 und Anmeldungen sind über das Haus der Ju- zille54.de oder telefonisch unter (030) 9029- 18 Uhr.

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Georg Kolbe Museum ist Museum des Jahres 2025 Kritikerverband lobt Programm trotz knapper Kassen Das Georg Kolbe Museum in Westend darf sich über eine bedeutende Ehrung freuen. Die deutsche Sektion des internationalen Kunstkritikverbands (AICA) hat das Haus zum „Museum des Jahres 2025“ gewählt. Die Entscheidung wurde am 1. Februar 2026, auf der Jahresversammlung des Verbands in der Hamburger Kunsthalle bekanntgegeben. Die Wahl der Jury fiel auf das Museum in der Sensburger Allee, das seit 2022 von Dr. Kathleen reinhardt geleitet wird und im vergangenen Jahr sein 75-jähriges Bestehen beging. Jan Verwoert, der das Museum für den Preis vorschlug, hob besonders hervor, wie das Haus mit begrenzten Mitteln umgeht. Der Leitung gelinge es, unter „budgetär höchst prekären Bedingungen“ einen Ort zu schaffen, der Konzentra Das Georg Kolbe Museum wurde zum Museum 2025 gewählt. Foto: Robert Rieger

tion und kritisches Engagement ermögliche. Gelobt wurde dabei die Verbindung aus der Arbeit mit der eigenen Sammlung und der Präsentation aktueller Kunst. Die Auszeichnung „Museum des Jahres“ wird jährlich in einem zweistufigen Verfahren vergeben. Maßgeblich für die Entscheidung sind Kriterien wie zukunftsweisende Konzepte, kuratorische Sorgfalt, nachhaltige Forschungsarbeit sowie Standards bei der Klimagerechtigkeit und der Führung der Mitarbeiter. zu den Preisträgern der vergangenen Jahre zählte unter anderem das Brücke-Museum. Neben der Hauptauszeichnung für das Georg Kolbe Museum vergab der Verband weitere Preise. Als„Besondere Ausstellung des Jahres“ wurde die Schau von Małgorzata Mirga Tas im Kunstmuseum Wolfsburg gewürdigt.

Neue Skulptur am Kurfürstendamm Schüler gestalteten Kunstwerk aus Keramikfliesen Am 22.  Januar 2026 wurde auf dem Mittelstreifen an der Ecke Kurfürstendamm und Uhlandstraße eine neue Skulptur eingeweiht. Bezirksstadträtin Heike SchmittSchmelz enthüllte das Kunstwerk mit dem Titel„Brücke“ gemeinsam mit den beteiligten Künstlerinnen und Künstlern. Die „Brücke“ entstand in zusammenarbeit zwischen der Künstlerin Ingrid Ogenstedt und der Klasse  10 B1 der Friedensburg-Oberschule in Charlottenburg. Gemeinsam mit ihrem Lehrer Witalij Frese entwickelten die Schüler die Idee und setzten sie um. Das Kunstwerk besteht aus individuell gestalteten Keramikfliesen, die auf einer Holzkonstruktion befestigt sind. Jede Fliese wurde von den Beteiligten selbst entworfen und trägt zur Gesamtwirkung bei. Die Skulptur soll den Kurfürstendamm als Ort der Begegnung zwischen Menschen unterschied Neue Kunst auf dem Ku‘damm. Schülerinnen und Schüler gestalteten die Fliesen. licher Herkunft symbolisieren. Der Titel spielt zudem auf die geologi schen Besonderheiten unter der Straße an: Beim Bau des Boule Foto: BACW

vards musste der Boden mit Drainagerohren trockengelegt werden.

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Königin Luise auf einem Ölgemälde von Josef Mathias Grassi, 1802.

250 Jahre Königin Luise von Preußen Im schönsten Kleid zu Napoleon

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Gazette Wilmersdorf  |  März 2026  |  11 In der langen Geschichte der Hohenzollern gibt es viele Herrscher, die durch militärische Strenge oder staatstragende Reformen in Erinnerung blieben. Doch keine Gestalt des preußischen Königshauses wird bis heute so sehr mit Anmut, menschlicher Wärme und tragischem Schicksal verbunden wie Königin Luise. Als sie 1810 mit nur 34  Jahren starb, hinterließ sie ein ganzes Volk in Trauer. In Dahlem wurde eine der wichtigsten Straßen nach ihr benannt und die 1811 gegründeten Königin-Luise-Stiftung an der Podbielskiallee wird seit Generationen von Schülerinnen und Schülern besucht.

Unkonventionelle Jugend Luise Auguste Wilhelmine Amalie wurde am 10. März 1776 in Hannover als Prinzessin von Mecklenburg-Strelitz geboren. Vater Herzog Karl zu Mecklenburg-Strelitz verwaltete in Hannover das Kurfürstentum für den britischen König Georg III.. Ihre Mutter starb im Kindbett, als Luise erst sechs Jahre alt war. So wuchs Luise, zusammen mit ihren beiden Schwestern – die Brüder blieben beim Vater – größtenteils bei ihrer Großmutter in Darmstadt auf. Das war ein Glücksfall für ihre persönliche Entwicklung, denn sie genoss dort eine für damalige Verhältnisse liberale und naturnahe Erziehung. Anfang März 1793 wurden sie und ihre Schwester Friederike in Frankfurt am Main dem preußischen König Friedrich Wilhelm  II. vorgestellt. Er war beeindruckt und arrangierte ein Treffen mit seinen Söhnen. Die 17-jährige Luise und der 22-jährige Kronprinz Friedrich Wilhelm verliebten sich ineinander. Die Verlobung folgte rasch, und am Weihnachtsabend 1793 heiratete das Paar in Berlin. Ihre Schwester Friederike heiratete Prinz Louis, den jüngeren Bruder von Friedrich Wilhelm. Diese Ehe war allerdings nicht glücklich.

Fast bürgerliche Ehe Luise besaß eine natürliche Herzlichkeit, die Menschen aller Stände in ihren Bann zog. Goethe, der sie traf, schwärmte von ihrer Erscheinung. Als Kronprinzessin und ab 1797 als Königin an der Seite Friedrich Wilhelms III. brach Luise mit den Konventionen. Das

und ihrem Geist – er nannte sie später „den einzigen Mann in Preußen“ – doch politisch blieb er hart. Preußen verlor die Hälfte seines Territoriums. Obwohl Luises Mission politisch scheiterte, war sie ein moralischer Triumph. Dass eine Frau und Mutter sich dem Tyrannen entgegenstellte, um ihr Volk zu retten, machte sie endgültig zur Ikone. Sie war nun nicht mehr nur die schöne Königin, sie war die schmerzhafte Seele Preußens.

Früher Tod und „Luisenkult“ Die Jahre nach Tilsit waren geprägt von finanziellen Nöten und dem Versuch, den Staat durch Reformen zu modernisieren, was Luise unterstützte. Doch ihre Gesundheit hatte durch die physischen und psychischen Belastungen der Fluchtjahre irreparablen Schaden genommen. Im Sommer 1810 besuchte sie ihren Vater in Strelitz. Dort erkrankte sie schwer an einer Lungenentzündung (vermutlich in Kombination mit einem Herzleiden). Am 19. Juli 1810 starb Königin Luise im Schloss Hohenzieritz im Beisein ihres Mannes und ihrer engsten Vertrauten. Sie war geraEmpfang beim Frieden von Tilsit 1807: Napoleon, Alexander I. von de einmal 34 Jahre alt. Russland, Luise und Friedrich Wilhelm III. Gemälde von Nicolas Gosse. Die Nachricht von ihrem Tod löste eine Welle der Bestürzung aus. Paar führte eine fast bürgerliche tend geschlagen. Die königliche „Sie ist an gebrochenem Herzen Ehe, sprachen sich mit „Du“, statt Familie musste fliehen. Sie zogen gestorben“, hieß es im Volk – gedes höfischen „Sie“ an. Luise sich zurück bis nach Memel, heu- storben am Schicksal ihres Lanund ihr Mann spazierten durch te Klaipeda, in den äußersten Os- des. den Tiergarten, besuchten den ten des Reichs. Der König machIdealisierung und Luisenkult Weihnachtsmarkt und andere te die Stadt von Januar 1807 bis „bürgerliche“ Vergnügen – für die zum Januar 1808 zu seiner vor- Durch ihren frühen Tod blieb Traditionalisten ein Skandal, aber übergehenden Residenz. sie in der Erinnerung jung und das Volk liebte das Paar und seine schön – der „Luisenkult“ nahm Begegnung in Tilsit Nahbarkeit. Luise brachte zehn seinen Anfang. König Friedrich Kinder zur Welt, sieben erreichten Der wohl berühmteste Moment Wilhelm III. stiftete am 10. März das Erwachsenenalter – darunter in Luises Leben ereignete sich im 1813, am Geburtstag seiner der spätere deutsche Kaiser Wil- Juli 1807 in Tilsit. Preußen lag am verstorbenen Frau, das Eiserne helm I. und die Zarin Alexandra Boden, Napoleon diktierte den Kreuz. Dichter wie Novalis und Fjodorowna. Frieden. In einem verzweifelten Kleist verklärten sie; Denkmäler Versuch, die harten Bedingungen wurden errichtet. Napoleon in Preußen für ihr Land abzumildern, bat Im 19. Jahrhundert wurde Luise Das königliche Glück war nur von Friedrich Wilhelm seine Frau, mit zur Idealgestalt der deutschen kurzer Dauer. Europa befand sich dem französischen Kaiser zu spre- Frau und Mutter stilisiert: aufopim Würgegriff Napoleons. Fried- chen. Es war eine beispiellose De- ferungsvoll, patriotisch, familiär. rich Wilhelm III. versuchte lange, mütigung und zugleich ein Akt Als ihr zweitgeborener Sohn WilPreußen aus den Konflikten her- höchsten Mutes: Die Königin trat helm 1871 im Spiegelsaal von auszuhalten. Luise hingegen sah dem Eroberer Europas entgegen. Versailles zum Deutschen Kaiser Preußen durch Frankreichs Agie- Luise trug ein silberdurchwirktes proklamiert wurde, sah man dies Kleid und setzte all ihren Charme als späte Rache für die Tränen seiren bedroht. Das Jahr 1806 war katastrophal. und ihre Intelligenz ein. Sie bat ner Mutter in Tilsit. Ihr Sarkophag In der Doppelschlacht von Jena Napoleon um Milde, um den Er- im Mausoleum des Schlossparks und Auerstedt wurde die einst- halt von Magdeburg und westel- Charlottenburg ist bis heute ein mals stolze preußische Armee bischen Gebieten. Napoleon war Ort der Erinnerung an die popuvon Napoleons Truppen vernich- beeindruckt von ihrer Schönheit läre Königin.

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Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) diskutiert Wird am Wald-Gymnasium verfehlte Schulplanung auf dem Rücken der nächsten Generationen gemacht?

1.200 ohne Bild 1.100 mit Bild Vorwort -CDU Grüne SPD Linke FDP AfD

SPD-Fraktion

Eingangs ist festzuhalten: Die Fragestellung ist irreführend. Sie unterstellt, die Qualität der Wald-Oberschule würde durch die Umwandlung in eine ISS leiden. Tatsächlich hat sich durch neue Aufnahmekriterien für Gymnasien das Ungleichgewicht im Bezirk verschärft: Derzeit gibt es rund 1.000 Gymnasialplätze zu viel und etwa 800 ISS-Plätze zu wenig. Zudem nehmen unsere Gymnasien seit Jahren viele Schüler:innen aus anderen Bezirken auf. Es kann nicht sein, dass ISS-Schüler:innen im eigenen Bezirk keinen Platz finden. Auch als ISS bleibt an der Wald-Oberschule das Abitur möglich - dann nach 13 statt 12 Jahren. Das begrüßen viele Eltern, weil ihre Kinder mehr Zeit zur Entwicklung oder außerschulische Aktivitäten haben. Die Pläne wurden transparent im Schulausschuss vorgestellt. Grundlage waren fünf objektive Kriterien: Kapazität, Investitionsbedarf, Versorgungssituation in der Schulnetzplanung, Besonderheiten und Entwicklungsperspektive. Die Waldschule

kurzfristigen Strukturentscheidungen zu Lasten eines der traditionsreichsten und beliebtesten Gymnasien unseres Bezirks. Die zur Umwandlung in eine ISS angesetzten Auswahlkriterien lassen dabei viele Fragen offen. Sie verunsichern die (auch zukünftige) Schulgemeinschaft und scheinen eher eine bereits gefasste politische Entscheidung lediglich legitimieren zu wollen. Bildungspolitik muss jedoch neben Wahlfreiheit und Qualität gerade Verlässlichkeit und Planungssicherheit garantieren. Erfolgreiche Schulstandorte müssen gestärkt und bedarfsgerecht ausgebaut werden, anstatt sie aus Mangelgründen infrage zu stellen. Die Umwidmung einer bestehenden Schule dagegen verschiebt lediglich strukturelle Probleme, die eine verfehlte Politik zuvor selbst geschaffen hat. Stefanie Beckers

Linksfraktion Deutschland ist eines der Länder mit der größten Vermögensungleichheit. Und: hier entscheidet die Herkunft der Eltern über die eigene Bildungsbiographie. Schuld daran ist auch unser dreigliedriges Schulsystem, in dem „leistungsstarke“ Kinder von den „schwachen“ schulisch möglichst früh getrennt werden. So könnten „Schwächere“ besser gefördert und die „Starken“ besser gefordert werden. Fakt ist aber, dass gemeinsames Lernen aller Schüler:innen unabhängig von Herkunft und Portemonnaie der Eltern die besten Lernerfolge für alle zeitigt und für mehr Bildungsgleichheit sorgt. Das zeigen zahlreiche Studien. Dass die FDP aus der längst überfälligen Schaffung einer weiteren Integrierten Sekundarschule (ISS) in unserem mit Gymnasien überversorgten Bezirk nun solch einen Skandal strickt, zeugt von ihrem verstaubten Elitismus, aber sicher nicht von Expertise in der Bildungspolitik. Die Gründung der ISS ist ein erster richtiger Schritt hin zu mehr Bildungsgleichheit; der nächste ist die Schaffung einer Gemeinschaftsschule, in der alle Kinder von der 1. bis zur 13. Klasse gemeinsam lernen können! Anne Zetsche

Alternative für

Deutschland

AfD-Fraktion

Bildungspolitische Irrwege geht Berlin seit Jahrzehnten. Man schaue auf das Bildungsranking. Da will das Bezirksamt nicht zurückstehen. Es ist ein schwerer Fehler, das traditionsreiche und leistungsstarke Wald-Gymnasium in eine Integrierte Sekundarschule umzuwandeln. Damit werden Qualität, Leistungsorientierung und stabile schulische Strukturen geopfert. Das ist verantwortungslos gegenüber Schülern, Eltern und Lehrkräften. Ja, es fehlen Plätze für Integrierte Sekundarschulen. Dafür müssen jedoch andere Wege beschritten werden, z.B. Neubauten, Erweiterungen oder andere tragfähige Lösungen. Es ist verantwortungslos und gesellschaftlich schädlich, erfolgreiche Schulformen zu benachteiligen. Vor allem brauchen wir keine ideologisch motivierte Gleichmacherei. Im Gegenteil: Hohe Maßstäbe, Anforderungen, Leistung und Exzellenz sind gefragt – in Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung. Individueller Erfolg und gesellschaftlicher Wohlstand zukünftiger Generationen basieren auf unserem Schulsystem. Gymnasien sind deswegen besonders zu fördern und nicht abzuschaffen. Michael Seyfert

FDP-Fraktion Aus Sicht der FDP offenbart die Situation am Wald-Gymnasium im Westend Charlottenburgs die Folgen jahrelang unzureichender Schulentwicklungsplanung. Statt frühzeitig ausreichend Schulplätze für alle Schulformen zu schaffen, um auch auf plötzlich steigende Schülerzahlen reagieren zu können, greift der Bezirk nun zu

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Dr. Michael Kirchhoff Rechtsanwalt - Steuerberater Fachanwalt für Steuerrecht Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht Hohenzollerndamm 201 10717 Berlin Telefon: 030/8649830

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B‘90/Grünen-Fraktion Wir setzen auf eine vielfältige Auswahl guter Schulen mit starkem Personal im Bezirk. Gute Bildung entsteht in einer kindgerechten und für die Familie passenden Schulform – ob gebundener oder offener Ganztag, ob MSA oder Abitur, ob Gymnasium, Gemeinschaftsschule oder Integrierte Sekundarschule (ISS). Familien sollen sich in diesem Bezirk darauf verlassen können, dass ihnen hier verlässliche Perspektiven eröffnet werden.

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erfüllt sie und bietet durch die benachbarte Grundschule beste Voraussetzungen für das Zusammenwachsen zu einer Gemeinschaftsschule. Dr. Felicitas Tesch

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CDU-Fraktion 116 Jahre Schulgeschichte, ein ausgeprägtes Fremdsprachenprofil und eine einzigartige Verankerung im Ortsteil – das Wald-Gymnasium ist eine feste Größe in der Schullandschaft Charlottenburg-Wilmersdorfs und darüber hinaus. Umso entsetzter fielen die Reaktionen der Schulgemeinschaft aus, als die Pläne des SPD-geführten Schulamtes durch eine Anfrage der CDU-Fraktion publik wurden, das Gymnasium zu schließen und am selben Standort eine Integrierte Sekundarschule (ISS) zu schaffen. Ein eigens erstellter Kriterienkatalog und passende Prognosezahlen werden dabei als Argumente aufgeführt, um eine breite und ergebnisoffene Debatte zur Schulplatzsituation im Bezirk im Vorfeld zu unterbinden. Die CDU-Fraktion kann ein derartiges Vorgehen ohne Beteiligung der bezirklichen Schulgremien nicht gutheißen, zumal zum Zeitpunkt der Bekanntgabe noch keine entsprechende Beschlusslage existierte, um diesen Alleingang zu rechtfertigen. Wir drängen daher auf einen ehrlichen Blick auf die Schulplatzbedarfe, auch über die Bezirksgrenze hinweg. Für uns ist klar, dass das Wald-Gymnasium erhalten werden muss. Alexander Pönack

Der Bezirk steht in der Verantwortung, in jeder Schulform attraktive Angebote zu schaffen. Dazu gehört auch, ohne Vorurteile über die Umwandlung einer Schulform in eine andere zu sprechen. Um dies zu ermöglichen, muss der Bezirk zusätzliche Mittel in nachhaltige Schulgebäude, multiprofessionelle Teams und innovative Lernkonzepte investieren. Gute Bildung schafft gleiche Chancen – für eine gerechte Gesellschaft, in der alle jungen Menschen befähigt werden, selbstbestimmt zu lernen, kreativ mitzudenken und unsere Gesellschaft nachhaltig zu gestalten. Charlottenburg-Wilmersdorf braucht ein vielfältiges Bildungssystem, das allen Kindern und Jugendlichen gleiche Chancen bietet und sie gut auf ihr Leben vorbereitet. Corinna Balkow

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Monatlich erscheint in der Gazette Charlottenburg und Wilmersdorf ein Thema, zu dem die in der BVV vertretenen Fraktionen Stellung nehmen. Das Thema wird „reihum“ von einer der Fraktionen bestimmt. In dieser Ausgabe hat die FDP-Fraktion das Thema vorgeschlagen.

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Ein Leben für die Fürsorge Vor 50 Jahren starb Elisabet von Harnack Von Harnack – ein bekannter Name. Meist fällt der Blick dabei auf die Männer: auf den überragenden Theologen und Wissenschaftsorganisator Adolf von Harnack, seinen Sohn Ernst oder auf seinen Neffen Arvid, die beide für ihre rolle im Widerstand gegen das Nazi-regime ermordet wurden. Doch im Schatten dieser Biografien wirkte eine Frau, deren Leben exemplarisch für die Herausforderungen und Brüche des 20.  Jahrhunderts steht: Elisabet von Harnack. Sie war Sozialarbeiterin und setzte sich besonders für die Belange von Kindern und Frauen ein.

Hochrangiger Besuch Elisabet wurde am 1.  Januar 1892 als das sechste von sieben Kindern geboren. Die Familie Harnack – ab 1914 von Harnack – lebte von 1900 bis 1910 in der Fasanenstraße in Wilmersdorf, das zu dieser zeit noch vor den Toren Berlins lag. Ab 1911 wohnten sie in der Kunz-Buntschuh-Straße in der Villenkolonie Grunewald. Elisabet wuchs in einer Atmosphäre auf, die man heute als „intellektuellen Hochadel“ bezeichnen würde. Ihr Vater, Adolf von Harnack, war nicht nur der bedeutendste Theologe seiner zeit, sondern als Generaldirektor der Königlichen Bibliothek und Präsident der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft auch ein politischer Netzwerker ersten ranges. Im Haus der Harnacks verkehrten Politiker und Kirchenführer.

Hier wohnte von 1900 bis 1910

ADOLF VON HARNACK 7.5.1851 – 10.6.1930

Theologe und Kirchenhistoriker Er war Initiator und erster Präsident der »Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften« der heutigen »Max-Planck-Gesellschaft«

Gefördert durch die GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft

Die Familie Harnack lebte bis 1910 in der Fasanenstraße in Wilmersdorf. Für Elisabet und ihre Geschwister war dies Privileg und Last zugleich. Von den Töchtern wurde erwartet, gebildet und repräsentativ zu sein, doch akademische Karrieren waren für Frauen im Kaiserreich noch die Ausnahme. Elisabet jedoch suchte ihren eigenen Weg, geprägt von der protestantischen Ethik des „Dienens“, die im Hause Harnack gelehrt wurde.

Weg in die Soziale Arbeit Anders als viele Frauen ihres Standes, die sich auf eine Ehe vorbereiteten, strebte Elisabet nach beruflicher Eigenständigkeit. Sie gehörte zu der Generation von Frauen, die die Professionalisierung der „Sozialen Arbeit“ – damals Fürsorge – in Deutschland vorantrieben. Nach dem Studium der Nationalökonomie, Staatswissen schaften, Kirchen- und Dogmengeschichte wurde sie zunächst referentin für Fragen der Fürsorge, anschließend wurde sie Schulpflegerin. 1921 arbeitete sie als Geschäftsführerin des Wohlfahrtsverbandes Berlins, des Berliner Frauenvereins sowie der Deutschen Verbände für Sozialbeamtinnen und für Schulkinderpflege. Sie setzte sich ein, dass es richtlinien für die Beaufsichtigung gewerblich arbeitender Kinder gab und setzte sich für das Verbot körperlicher züchtigung in der öffentlichen Kinder- und Jugendfürsorge ein.

Dunkle Jahre und Familientrauma Die Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 markierte für die humanistisch geprägte Familie eine zäsur. Während Adolf von Harnack 1930 verstor ben war und den Untergang der republik nicht mehr miterleben musste, geriet die Familie in den Strudel des Terrors. Elisabet musste alle ämter aufgeben, da Familienangehörige Mitglieder der SPD waren. Traumatische Ereignisse für die Familie waren zweifellos die Schicksale ihres Bruders Ernst sowie ihres Cousins Arvid und dessen Frau Mildred. Mildred und Arvid waren Mitglieder der Widerstandsgruppe „rote Kapelle“. Als sie 1942 verhaftet wurden, versuchte die Familie verzweifelt, Einfluss zu nehmen – vergeblich. Arvid wurde gehängt, Mildred enthauptet. Ernst unterstützte die Widerstandskämpfer des Attentats vom 20.  Juli 1944, er wurde am 5. März 1945 in Plötzensee gehängt.

Wirken im Nachkriegsdeutschland Nach 1945 war Elisabet am Aufbau der sozialen Arbeit in Berlin aktiv beteiligt und kümmerte sich ab 1949 in der Senatsverwaltung für Arbeit und Sozialwesen um die Flüchtlings- und Vertriebenenhilfe, Heimkehrerfürsorge und Fürsorge für Verfolgte während des Dritten reichs. Gemeinsam mit Ernst reuter gab sie die zeitschrift Soziale Arbeit heraus. Auch nach ihrer Pensionierung blieb sie nicht untätig und füllte viele Ehrenämter aus. Sie starb am 22. November 1976 in Berlin und wurde im Familiengrab auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof in Schöneberg beigesetzt.

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Vorsicht an der Haustür Digitale Unterschrift mit teuren Folgen Immer wieder werden Berliner an der Haustür von unseriösen Vertretern zu Vertragsabschlüssen gedrängt. Eine schnelle Unterschrift auf einem Tablet kann dabei weitreichende und kostspielige Konsequenzen haben, vor denen die Verbraucherzentrale Berlin warnt. Die Masche ist oft dieselbe: Unangekündigt klingeln Personen und geben sich als Mitarbeiter des örtlichen Energieversorgers oder Netzbetreibers aus. Unter dem Vorwand, Zählerstände ablesen oder Daten abgleichen zu wollen, erschleichen sie sich eine digitale Unterschrift. Hasibe Dündar, Energierechtsexpertin der Verbraucherzentrale, erklärt, dass viele Betroffene gar nicht wissen, dass sie in diesem Moment einen neuen Vertrag abschließen. Diese Unternehmen nutzen die digitale Signatur, um einen gültigen Vertragsschluss zu behaupten. Für Verbraucher

so Dündar. Eine Anfechtung wegen arglistiger Täuschung ist zwar möglich, erfordert aber einen Nachweis, der ohne Zeugen kaum zu erbringen ist.

So schützen Sie sich

ist es im Nachhinein oft schwer zu beweisen, dass sie getäuscht wurden.

Rechtliche Möglichkeiten und deren Hürden Grundsätzlich besteht bei an der Haustür geschlossenen Verträgen ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Wurde über dieses Recht nicht oder nur fehlerhaft informiert, verlängert sich die Frist

Um nicht in eine solche digitale Falle zu tappen, sollten folgende Ratschläge beachtet werden: • Keine Unterschriften: Leisten Sie keine Unterschrift an der Haustür, weder auf Papier noch auf einem Tablet. • Keine Daten preisgeben: Gesogar auf 12 Monate und 14 Tage. ben Sie keine persönlichen DaDas Problem: Viele Betroffene ten wie Zählernummern oder Kundendaten heraus. erhalten weder eine Kopie des Vertrages noch eine Bestätigung, • Ausweis verlangen: Lassen Sie was den Widerruf erschwert, da sich immer einen Dienstausder Vertragspartner unbekannt weis zeigen, um die Person ist. „Besonders problematisch eindeutig zu identifizieren. ist es, wenn Verbraucher auf • Bedenkzeit einfordern: Schließen Sie keine Verträge zwidem Tablet bestätigen, die Widerrufsbelehrung erhalten zu schen Tür und Angel ab, sondern prüfen Sie alle Unterlagen haben. Später lässt sich kaum noch bestreiten, dass sie vorlag“, in Ruhe.

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Impressum

Gazette Wilmersdorf ·  März Nr. 3/2026 ·  46. Jahrgang Das Gazette Verbrauchermagazin erscheint monatlich in Wilmersdorf, Charlottenburg, Steglitz, Zehlendorf sowie Schöneberg & Friedenau.

Online-Ausgaben www.gazette-berlin.de Verlag

Gazette Verbrauchermagazin GmbH Am Bürohochhaus 2-4 · 14478 Potsdam ☎ 0331 / 379 734 50

Redaktion

Karl-Heinz Christ ·  redaktion@gazette-berlin.de Freie Redakteurin Jacqueline Lorenz · ☎ 0172 / 630 26 88

Titelbild: Initiative Bundesplatz e. V.

Anzeigen

Daniel Gottschalk ·  ☎ 030 / 323 38 54 anzeigen@gazette-berlin.de

Nächste Ausgabe April Nr. 4/2026 · Anzeigen-/Redaktionsschluss 19.03.2026 Erscheinung 09.04.2026

Die richtige Nummer im richtigen Moment Die Berliner Feuerwehr und die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin haben ihre gemeinsame Aufklärungskampagne zur Wahl der richtigen Notrufnummer erweitert. Um die Leitstellen zu entlasten und die medizinische Versorgung effizienter zu steuern, stehen Informationsmaterialien ab sofort in sechs Sprachen zur Verfügung. Die neuen Flyer in Deutsch, Englisch, Türkisch, Russisch, Arabisch und Polnisch sollen den Berlinern als Entscheidungshilfe dienen. Sie verdeutlichen die Abgrenzung der Zuständigkeiten: • Lebensbedrohliche Situationen: Notruf 112 • Akute, jedoch nicht lebensgefährliche Beschwerden – Kontakt zum ärztlichen Bereitschaftsdienst: Telefonnummer 116117 Wen rufst du im Notfall an?

Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist die Anlaufstelle, insbesondere außerhalb der regulären Praxisöffnungszeiten. Ziel der Maßnahme ist es, Fehlleitungen zu reduzieren, damit Rettungskräfte gezielt bei echter Gefahr eingreifen können. Ergänzend weisen die Materialien auf eine digitale Ersteinschätzung hin, die unter der 116117 auf Deutsch und Englisch nutzbar ist. Weitere Informationen der Berliner Feuerwehr: www.berlinerfeuerwehr.de/ihre-sicherheit/ im-notfall/die-richtige-nummerim-richtigen-moment und der Kassenärztlichen Vereinigung: www.kvberlin.de/ fuer-patienten/aer ztlicherbereitschaftsdienst-116117/dierichtige-nummer-im-richtigenmoment.

Die richtige Nummer im richtigen Moment.

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RATGEBER

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Solarstrom an Nachbarn verkaufen Warum sich das Teilen von Energie ab Sommer lohnt Ab dem 1. Juni 2026 wird es für Hauseigentümer deutlich einfacher, ihren selbst erzeugten Solarstrom direkt an umliegende Haushalte zu veräußern. Eine Neuregelung im Energiewirtschaftsgesetz (§ 42c) beseitigt bisherige bürokratische Hürden für das sogenannte „Energy Sharing“. Bislang wurden private Verkäufer rechtlich oft wie klassische Energieversorger behandelt, was komplexe Pflichten und Liefergarantien nach sich zog. Dieser Aufwand entfällt künftig. Anlagenbetreiber können dann vereinfachte Vereinbarungen direkt mit ihren Abnehmern schließen. Dabei wird lediglich der tatsächlich verfügbare Solarstrom geteilt; für die Zeiten ohne Sonne müssen die Nachbarn weiterhin eigene Verträge mit Stromanbietern für den Reststrombedarf abschließen.

Wirtschaftlicher als die Netzeinspeisung Das Modell soll sich für beide Seiten rechnen. Aktuell erhalten Betreiber neuer Photovoltai den Strom günstiger als beim regulären Versorger erhalten. Nach Einschätzung des Informationsprogramms Zukunft Altbau gewinnt dieser Ansatz an Relevanz, da derzeit auch politisch diskutiert wird, ob die feste Einspeisevergütung für Neuanlagen künftig entfallen soll. Besonders für Gebäude mit großen Dachflächen und einem im Verhältnis dazu geringen Eigenverbrauch bietet der lokale Verkauf eine Alternative zur Vermarktung an der Strombörse.

Schrittweise Einführung

kanlagen oft nur eine Einspeisevergütung von knapp acht Cent pro Kilowattstunde, während der Bezug aus dem Netz die Verbraucher durchschnittlich 35  Cent kostet. Beim direkten Verkauf können Anlagenbesitzer einen Preis erzielen, der über der Einspeisevergütung liegt, während die Nachbarn

Die Verteilnetzbetreiber sind verpflichtet, die technischen Voraussetzungen für das Energy Sharing innerhalb ihres Bilanzierungsgebietes ab Juni 2026 bereitzustellen. Eine Ausweitung auf gebietsübergreifende Transaktionen ist für Juni 2028 vorgesehen. Das Modell richtet sich gezielt an private Akteure und lokale Gemeinschaften; große Unternehmen sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

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dem Programm: 1. Der ganz aktuelle Marktbericht über Immobilienpreise in verschiedenen Stadtteilen, gespickt mit konkreten Verkaufsbeispielen. 2. Bericht eines renommierten Notars zum Grundbuch und zu rechtssicheren Notarverträgen. 3.  Die 10 wichtigsten Tipps zum Immobilienverkauf, präsentiert von Möllerherm Immobilien. Profitieren Sie von Expertenwissen

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