Gazette Wilmersdorf - Februar 2026

Gazette für Wilmersdorf, Schmargendorf, Grunewald und Halensee

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GAZETTE VERBRAUCHERMAGAZIN

Februar 2026

Wilmersdorf Wilmersdorf · Schmargendorf · Grunewald · Halensee

175 Jahre Berliner Feuerwehr

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Polizei auf der Bühne: Szenen gegen den Betrug Wie sich Senioren wirksam vor Tricktätern schützen können Beamtinnen und Beamte der Polizeidirektion 2 (West) stehen im Rathaus Charlottenburg regelmäßig auf der Bühne. Mit dem „Präventionstheater“ verfolgt der Abschnitt 2 ein ernstes Ziel: Ältere Menschen sollen für die gängigen Maschen von Kriminellen sensibilisiert werden.

Gefahr an der Haustür

Diskussion im Anschluss

Theater gegen Trickbetrug. Dabei greifen die Polizisten all- � Foto: BACW tägliche Gefahrensituationen auf, denen Senioren oft an der gehen und wie leicht man Opfer Haustür oder am Telefon ausge- einer Täuschung werden kann. setzt sind. Das Repertoire reicht Im direkten Anschluss wird die vom bekannten Enkeltrick über gleiche Situation erneut gespielt den Zetteltrick bis hin zum Auf- – diesmal jedoch mit dem kortreten falscher Handwerker oder rekten Verhalten, durch das der Betrugsversuch scheitert. Ein vermeintlicher Polizeikräfte. Das pädagogische Konzept setzt zentraler Leitsatz, den die Polizei auf Anschaulichkeit: In einer den Zuschauern dabei vermittelt, ersten Szene demonstrieren die lautet: „An der Wohnungstür ist Darsteller, wie die Betrüger vor- Schluss“.

Im Anschluss an die Szenen besteht die Möglichkeit, das Gesehene zu diskutieren. Die Beamten ordnen das Gespielte durch Berichte von realen Fällen aus der Praxis ein, um die Relevanz des Themas zu unterstreichen. Bei Kaffee und Keksen können die Besucher zudem individuelle Fragen stellen und Informationsmaterial erhalten. Bezirksstadträtin Astrid Duda betont, dass neben der Wachsamkeit auch der Austausch im direkten Umfeld entscheidend sei, um sich zu schützen.

Termine und Anmeldung Die Veranstaltungen sind kostenlos. Da die Platzzahl begrenzt und die Nachfrage hoch ist, ist eine vorherige Anmeldung per

Telefon unter (030) 4664-604220 oder -60 sowie per E-Mail an seniorentheater@polizei.berlin. de erforderlich. Die Aufführungen finden im Jahr 2026 an einem Donnerstag im Monat von 15 bis 17 Uhr im Rathaus Charlottenburg, Otto-Suhr-Allee 100, 10585 Berlin, statt. Vorführort ist, wenn nicht anders angegeben, im Bürgersaal 3. OG. Die Termine für 2026 im Überblick: • 5. Februar 26 • 5. März 26 • 2. April 26 • 7. Mai 26 (Festsaal, 3. OG) • 4. Juni 26 • 2. Juli 26 • 10. September 26 • 8. Oktober26 • 12. November 26 • 3. Dezember 26

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DAS WORT DER BEZIRKSBÜRGERMEISTERIN WORT DER BEZIRKSBÜRGERMEISTERIN

Gazette Wilmersdorf | Februar2026  |  3 2026 | 3 Gazette Wilmersdorf  |  Februar

Liebe Bürger:innen in Charlottenburg-Wilmersdorf! Auch wenn sich nach dem frostigen Januar bereits manche nach dem Frühling sehnen und sich auch schon die ersten Frühlingsblüher zeigen, bleibt der Februar ein Wintermonat. Für obdachlose Menschen bedeutet das: Kälte, Unsicherheit und besondere Belastungen. Das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf unterstützt deshalb die Berliner Kältehilfe mit der Aktion „Kaffee gegen Kälte“. Bis zum 5. Februar können Sie Kaffeepäckchen im Rathaus und in den Bürgerämtern abgeben. Jede Spende zeigt Solidarität und hilft dort, wo sie dringend gebraucht wird. Kommen Sie vorbei und machen Sie mit!

Senatsbesuch im Januar Im Januar besuchte der Senat im Rahmen seiner Bezirkstour Charlottenburg-Wilmersdorf. In einer gemeinsamen Sitzung mit dem Bezirksamt sprachen wir offen über die Herausforderungen der kommenden Jahre, besonders in der City West. Die anstehenden Baustellen sind notwendig, um Infrastruktur zu sanieren und neue Bauvorhaben zu ermöglichen, werden aber auch den Alltag von Anwohnenden und Gewerbetreibenden beeinträchtigen. Bei der anschließenden Tour durch den Bezirk standen konkrete Lösungen im Fokus. Mir war es wichtig, für einfachere Genehmigungsverfahren und klare Rahmenbedingungen zu werben, damit sich der Ku’damm trotz Einschränkungen weiterentwickeln kann. Der Austausch war konstruktiv, die Ansätze pragmatisch – ein gutes Zeichen für die Zusammenarbeit.

und Philosophen, zum Lippenstiftmuseum und dem Schoeler Schlösschen. Entdecken Sie neue Ecken, die Sie sonst vielleicht übersehen hätten. Die Teilnahme ist wie immer kostenfrei. Alle Interessierten sind herzlich willkommen. Informationen über die bisherigen Kiezspaziergänge finden Sie im Internet unter www. kiezspaziergaenge.de.

Karriere bei uns im Bezirksamt

Bezirketour des Senats.

Ausstellung zum Denkmalschutz Wie lebendig Denkmalschutz sein kann, zeigt die Ausstellung „Denkmalpflege. MehrWert als du denkst“ vom 3. bis 26. Februar in der Rathausgalerie Charlottenburg. Sie macht deutlich, welchen kulturellen, sozialen und praktischen Wert denkmalgeschützte Orte für unsere Stadt haben. Gleichzeitig zeigt die Praxis, dass Denkmalschutz oft schwierige Abwägungen erfordert – etwa bei Werbung, Beleuchtung oder Sichtbarkeit in historischen Stadträumen. Gerade hier braucht es Dialog, Augenmaß und Lösungen, die sowohl den Schutz der Orte als auch eine lebendige Nutzung ermöglichen. Besonders gelungen finde ich den interaktiven Ansatz der Ausstellung: Besucherinnen und Besucher können ihre eigenen Gedanken und Erfahrungen einbringen und so Teil der Ausstellung werden. Nach der Premiere im ICC Berlin im vergangenen Jahr freue ich mich sehr, dass die Ausstellung des Landesamts für

Foto: Senatskanzlei Denkmalschutz nun auch bei uns im Rathaus Charlottenburg (Otto-Suhr-Allee 100) Station macht.

Kiezspaziergang durch Wilmersdorf Am Samstag, 14.  Februar 2026, können Sie gemeinsam mit Bezirksstadträtin Heike SchmittSchmelz beim 276. Kiezspazier Treffpunkt des nächsten Kiezspaziergangs: Litfaßsäule Trautenaustraße / Ecke Bundesallee 22. Foto: BACW gang Wilmersdorf entdecken. Treffpunkt ist die Litfaßsäule an der Bundesallee 22, Ecke Trautenaustraße, direkt am U-Bahnhof Güntzelstraße. Die Route führt durch den Güntzelkiez, vorbei an Gedenktafeln für Schriftsteller

Zum Schluss möchte ich noch auf ein Thema aufmerksam machen, das für das Funktionieren unseres Bezirksamts entscheidend ist: gute und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Für den Ausbildungsstart im Herbst 2026 suchen wir wieder Verstärkung für unsere Teams. Ob im Garten- und Landschaftsbau, in der Vermessung, in der Verwaltung oder im dualen Studium – die Aufgaben sind vielfältig und sinnstiftend. Unter karriere.charlottenburg-wilmersdorf.de stehen alle Informationen zu den einzelnen Karrieremöglichkeiten zum Nachlesen zur Verfügung. Die Bewerbungsfristen laufen noch bis Mitte beziehungsweise Ende Februar. Ich würde mich freuen, wenn viele junge Menschen – und gern auch Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger – den Weg in unseren Bezirk finden und ihn künftig aktiv mitgestalten. Für Ihre Anregungen, Lob und Kritik bin ich für Sie erreichbar unter bauch@charlottenburgwilmersdorf.de. Herzlich grüßt Sie Ihre       Kirstin Bauch

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175 Jahre Berliner Feuerwehr Die älteste Berufsfeuerwehr Deutschlands feiert Geburtstag daraufhin nutzte die Feuerwehr Fahrzeuge mit Benzinmotor. Im Nationalsozialismus bekam die Feuerwehr einen neuen Namen – sie hieß „Feuerlöschpolizei“ und unterstand dem Reichsministerium des Inneren. Feuerwehrfahrzeuge waren ab 1940 nicht mehr rot, sondern Tannengrün.

Eine Stadt, zwei Feuerwehren

Berliner Feuerwehr um 1910.� Berlin im Jahr 1850: Enge Straßen, Gestank und noch viele Gebäude aus Holz, geheizt wurde mit Feuer im Kamin. Wenn es brannte – was oft vorkam – halfen Feuerwachen aus den Spritzenhäusern mit Handdruckspritzen sowie Freiwillige mit Feuerhaken und Eimerketten. Am 1. Februar 1851 änderte sich das Vorgehen. König Friedrich Wilhelm IV. hatte genug von unzureichender Brandbekämpfung und gründete die Berliner Feuerwehr als älteste Berufsfeuerwehr Deutschlands.

Aufbau der ersten Berufsfeuerwehr Der erste Chef war Ludwig Scabell (1811 – 1885). Ihn beauftragte der König mit dem Aufbau der Berufsfeuerwehr. Er sorgte nicht nur dafür, dass es innerhalb kurzer Zeit 18 rund um die Uhr besetzte Feuerwachen in der Stadt gab, sondern ließ auch ein flächendeckendes Telegrafennetz für die Feuerwehr schaffen. Er kümmerte sich darum, dass gusseiserne Feuermelder gebaut wurden,

Archiv Berliner Feuerwehr die anschließend auf öffentlichen Plätzen in Berlin standen. Ab 1856 gab es in der Stadt ein Wasserleitungsnetz mit 1520 Hydranten. An ihn erinnert die Scabellstraße in Wannsee.

Von der Feuerspritze zum Löschzug Die Feuerspritzen wurden damals von Pferden gezogen. Sie hatten auch Auswirkungen auf den boomenden Wohnungsbau in der Stadt und dem Umfeld. Die damaligen Hinterhöfe mussten mindestens 5,34 x 5,34 Meter messen, damit die Feuerspritze wenden konnte. Dieses Mindestmaß wurde von den Bauherren der Gebäude nur selten überschritten, was zu den berühmt-berüchtigten dunklen Berliner Hinterhöfen führte. Ab 1906 gab es einen Probebetrieb mit elektrisch betriebenen Löschfahrzeugen, nach zweijähriger Probezeit wurde ein elektrisch betriebener Feuerlöschzug in den Dienst gestellt. Nach dem Ersten Weltkrieg stellte man die Fertigung der elektrischen Radnabenmotoren ein,

Im 19. Jahrhundert rückte die Feuerwehr noch mit der Pferdekutschen aus.�

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Berlin geteilt, was auch zu zwei unterschiedlichen Feuerwehren führte. Im Westteil waren die Fahrzeuge Rot und die Feuerwehrleute waren Beamte. Im Ostteil fuhr die Feuerwehr rot-weiße Autos und war in die Volkspolizei eingegliedert. Während des Mauerbaus sprangen viele verzweifelte Berlinerinnen und Berliner aus höher gelegenen Wohnungen entlang der Demarkationslinie in die rettenden Sprungtücher der Feuerwehr aus dem Westen der Stadt.

Rettungsdienst an erster Stelle Heute, 175 Jahre nach der Gründung, ist die Berliner Feuerwehr eine der größten und modernsten der Welt. Aber der Job hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Schon 1969 wurde das Rettungsamt bei der Feuerwehr im Westen Berlins eingegliedert. Im Osten der Stadt blieb bis 1990 das Rettungsamt verantwortlich, das änderte sich erst mit der Wiedervereinigung. Seitdem gibt es mehr Einsätze im Rettungsdienst als im Brandfall. 2024 waren es 454.765 Rettungseinsätze, 25.385 Einsätze vom Rettungsdienst mit technischer Hilfeleistung und dagegen 20.545 Einsätze bei Bränden. Die Berliner Feuerwehr feiert ihr Jubiläum mit einem bunten Jubiläumsprogramm, so werden unter anderem vom 9. bis 10.  Mai die historischen Fahrzeuge im Rahmen der Classic Days auf dem Kurfürstendamm präsentiert und ein Bildband zum 175. Bestehen veröffentlicht.

Archiv Foto Marburg / CC BY-SA 4.0

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Das Pilzhaus MY-CO SPACE war 2023 im mittleren Lichthof der der Zentralbibliothek zu sehen.

Bauen mit Pilzen Millionenförderung für weitere Forschung Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat finanzielle Mittel für drei Sonderforschungsbereiche (SFB) bewilligt. Davon profitiert insbesondere die TU Berlin, die bei zwei Projekten die Sprecherrolle übernimmt und bei einem weiteren als Kooperationspartnerin agiert. Insgesamt fließen über 20 Millionen Euro in die Vorhaben. Im Fokus steht der neu eingerichtete Bereich „MY-CO BUILD“. Hier widmen sich die Wissenschaftler der Frage, inwiefern sich Pilze als Material für das Bauwesen und die Möbelproduktion eignen. Auf Basis nachwachsender Rohstoffe aus der Agrar- und Forstwirtschaft soll eine neue Klasse

Pilzkompositbaustein. von biologisch abbaubaren Werkstoffen entwickelt werden. Das Ziel ist es, definierte Herstellungsprozesse zu etablieren,

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Aspekte von einem Verbund verschiedener Fachdisziplinen untersucht. Mithilfe von mathematischen Modellen und Künstlicher Intelligenz sollen Materialeigenschaften maßgeschneidert und Nachhaltigkeitsprognosen erstellt werden. Neben dem neuen Pilz-Projekt wurde der bestehende SFB „Re-Figuration von Räumen“ um vier Jahre verlängert. Er untersucht die Neuordnung von Gesellschaften durch Einflüsse wie Digitalisierung und Migration. Ebenfalls fortgesetzt wird ein physikalischer Forschungsbereich zur „Ultraschnellen Spindynamik“, an dem die Berliner Hochschule beteiligt ist.

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Viterma zaubert aus einem alten Bad ein neues Wohlfühlbad Egal ob Komplettbad- oder Teilbadsanierung: Die Fachleute von Viterma zaubern in wenigen Tagen aus Ihrem alten Bad Ihr neues Wohlfühlbad – mit hochwertigen und maßgeschneiderten Produkten aus eigener Fertigung.   Die Ansprüche an Badezimmer haben sich in den vergangenen Jahren stark verändert, aber auch die Möglichkeiten der Umsetzung. Mit einem innovativen und nachhaltigen Umbaukonzept sowie hochwertigen Produkten hat Viterma den Markt für Badsanierungen revolutioniert und bringt frischen Wind in Ihr Badezimmer. Bei Viterma haben Sie die Möglichkeit, die alte Badewanne oder Dusche mit hohem Einstieg durch eine barrierefreie Dusche zu ersetzen, oder Sie entscheiden sich für eine komplette Sanierung des Badezimmers. Ein Badumbau hat viele Vorteile – so lassen sich mit der Erneuerung etwa langfristig Kosten senken und der Wohlfühlfaktor im Eigenheim steigern.

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Als aus 23 Bezirken 12 wurden Vor 25 Jahren trat die Berliner Bezirksgebietsreform in Kraft Am 1. Januar 2001 änderte sich die Bezirkspolitik Berlins grundlegend. Mit dem Inkrafttreten des Gebietsreformgesetzes wurde die Zahl der Berliner Bezirke von bis dahin 23 auf heute 12 reduziert. Es war die weitreichendste administrative Neuordnung der Stadt seit der Bildung von Groß-Berlin im Jahr 1920.

Stadt in Geldnot

Bilanz der Reform

Jahre nach der Reform fiel die Bilanz gemischt aus. Zwar konnten Stellen in der Verwaltung abgebaut werden, doch die erhofften fi nanziellen Einsparungen wurden Pankow nach Ansicht des LandesrechWeißensee Reinickendorf nungshofs in den ersten Jahren verfehlt. Kritiker bemängelten Hohenschönzudem, dass die Wege für die hausen Bürger weiter geworden seien und die IdentifikaSpandau Wedding tion mit den neuen Prenzlauer Berg Kunstnamen wie Marzahn Tier„Tempelhof-SchöHellersdorf garten Mitte neberg“ oder FriedrichsCharlottenburg hain „Marzahn-Hellersdorf“ Lichtenberg Kreuzberg nur langsam wachse. Heute, ein Viertel Hintergrund der Reform war die angespannte Haushaltslage der Hauptstadt. Der Senat und das Wilmersdorf AbgeordnetenSchöneberg haus verfolgten das Ziel, Tempelhof Treptow die Verwaltung Neukölln Steglitz Zehlendorf effizienter zu gestalten und Personalkosten einzusparen. Die alten 23 Bezirke vor dem 1. Januar 2001. Durch die Zusammenlegung von Behörden und die Schaffung Bürger fürchteten den Verlust die das Zusammenwachgrößerer Verwaltungseinheiten ihrer lokalen Identität und eine sen der Stadt symbolisieren sollte die Bürokratie verschlankt geringere Bürgernähe. In den sollten. So wurden das westliwerden. Die durchschnittliche Medien war oft von „Zwangsehen“ che Kreuzberg und das östliche Einwohnerzahl pro Bezirk stieg die Rede. Während einige Bezirke Friedrichshain zu einem Bezirk durch die Fusionen auf rund wie Spandau, Reinickendorf und vereint. Auch Mitte (Ost) wurde 300.000 an – eine Größe, die jener Neukölln ihre Eigenständigkeit mit Tiergarten und Wedding von deutschen Großstädten wie behielten, mussten andere fusi- (beide West) zusammengeonieren. Bonn oder Münster entspricht. legt. Im Westen der Stadt verschmolzen Charlottenburg und Ungeliebte „Zwangsehen“ Symbolisches Zusammenwachsen Wilmersdorf, Tempelhof und Die Neuordnung sorgte im Vor- Besondere Aufmerksamkeit er- Schöneberg sowie Steglitz und feld für hitzige Debatten. Viele hielten die Ost-West-Fusionen, Zehlendorf.

Köpenick

jahrhundert später, sind die 12  Großbezirke zwar etabliert, das Thema Reformen bleibt in Berlin jedoch aktuell. Die genaue Aufteilung der Zuständigkeiten zwischen der Landesebene (Senat) und den Bezirken im Rahmen einer neuen Verwaltungsreform trat erst am 1. Januar dieses Jahres in Kraft.

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Selbstverständlich dazugehören Roma und Sinti in unserer Mitte Am 25. Oktober 2012 – einen Tag nach der Einweihung des für die in der NS-Zeit ermordeten Sinti und Roma errichteten Denkmals – wurde die Hildegard-Lagrenne-Stiftung (HLS) mit Stammsitz in Mannheim gegründet. Benannt ist sie nach ihrer Gründerin Hildegard Lagrenne (1921-2007), die ihr Leben lang für Bildung und Bekämpfung des Antiziganismus eintrat und maßgeblich die Bürgerrechtsbewegung der

deutschen Sinti und Roma prägte. Nach ihrem Vorbild setzen sich in der Berliner Stiftungsniederlassung im Pangea-Begegnungshaus in Wilmersdorf – Sitz von 23 überwiegend migrantischen Selbst­organisationen und Vereinen – in erster Reihe Christoph Leucht, Projektmanager und 1. Vorsitzender des Roma- und Sinti-Jugendbeirates, und Avram Sarban, 2. Vorsitzender, ebenfalls dafür ein, Menschen mit Romno-Hintergrund (Roma und Sinti) einen gerechteren Zugang zur Bildung und zu gesellschaftlicher Teilhabe zu ermöglichen und bestehende Vorurteile zum Positiven hin zu ändern. Begleitet von der Social-Media-Expertin Vicka Sokolinskaia arbeiten sie – eng unterstützt von der  Community sowie von Partnern und Förderern – auf stärkere Inklusion in die deutsche Gesellschaft hin. Geschätzt zwischen 70.000 bis 150.000 Sinti und Roma le Gesellschaft selbstbestimmt zu gestalten. So schafft die Stiftung auch in der Hauptstadt wertvolle Berührungsorte, an denen Austausch, Lernen und Empowerment junge Menschen, Familien und Ratsuchende miteinander vernetzt und stärkt. Der Fokus wird dabei auch auf die Öffentlichkeit gelegt, in der Diskriminierung der Bevölkerungsgruppe von Sinti und Roma sowie Vorurteile noch immer Raum finden: Ihr die Geschichte, Kultur und Lebensrealität von Sinti und Roma im Kampf gegen Antiziganismus und Ausgrenzung verständlich und nachhaltig zu vermitteln, ist eine weitere wichtige Aufgabe, welche die Stiftungsvertreter in Vorbildfunktion erfüllen wollen.

Mit Projekten Chancen öffnen

(v. l.n.r.) Avram Sarban, Alina Voinea (Ansprechperson des Landes Berlin zu Antiziganismus) und Christoph Leucht. � Foto: Hildegard Lagrenne Stiftung ben heute in der Bundesrepublik Deutschland. Die genaue Zahl ist nicht bekannt, da es keine offiziellen Erhebungen gibt. Mithilfe etlicher HLS-Projekte

der Bereiche soziale Beratung, Bildungsberatung und Förderprogramme sollen bereits junge Menschen darin bestärkt werden, ihre Zukunft inmitten unserer

Vier Stiftungsprojekte im Berliner Pangea-Haus bilden die stabilen Eckpfeiler gegen Ausgrenzung: Das Projekt Romano Sfato will dabei mit seinem gezielt für diskriminierte Minderheiten wie schutzsuchende Roma aus Drittstaaten entwickeltem Rechtsberatungsangebot einen Beitrag für langfristig wirksame Strategien leisten, die einen Zugang zu Arbeitsplätzen in Deutschland und im Herkunftsland ermöglichen. Es kooperiert mit Roma-Organisationen in Moldawien. Daneben bietet das Projekt Amari Zor Sinti und Roma Unterstützung u. a. bei der Anerkennung von (ausländischen) Schul- und Berufsabschlüssen, der Suche nach Studien- und Ausbildungsplät Rüdesheimer Platz 7 14197 Berlin Klaus-Uwe Ittner

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Gazette Wilmersdorf  |  Februar 2026  |  9 zen sowie die Organisation von Empowerment-Workshops und Lehrkräfte-Fortbildung. Das Projekt Pakiv für Neuzugewanderte aus EU-Staaten im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf zielt auf Vertrauen und Ermutigung zur Teilhabe, wozu Sozialberatung und Sprachmittlung ebenso beitragen wie die Unterstützung und Begleitung bei Behördengängen, Arztbesuchen oder Wohnungsangelegenheiten und Arbeitssuche. Viele der Beratungspersonen besitzen Sinti- bzw. Roma-Hintergrund und beherrschen verschiedene Sprachen, sodass ein vertrauensvolles Miteinander gewährleistet ist.

und Roma zur Verfügung gestellt werden, damit die Schulen auch in diesem Jahr im Rahmen der Wissenskampagne RomaDay26 dieses wichtige Thema über den Rahmenlehrplan für Berlin und Brandenburg im Deutsch-, Ethik-, Politik- und Geschichtsunterricht vertiefen und in Projekttagen aufgreifen können. Christoph Leucht

selbsbewusstes Betreten des Bildungspfades mit zukunftsweisendem Bildunsabschluss als Ziel.

Mit dem Jugendbeirat hin zu mehr Teilhabe, Bildung und Antidiskriminierung Wenn Avram Sarban vom Stiftungsteam von seiner Arbeit im HLS-Jugendbeirat erzählt, wirkt

RomaDay26 – Tag der Roma für mehr Wissen und Verständnis Als unverzichtbare Wissenskampagne für die Dazugehörigkeit und das Verstehen der Geschichte von Sinti und Roma hat sich die Wissenskampagne RomaDay erwiesen: Der 8. April ist der Internationale Tag der Roma und Sinti, der als Aktionstag auf deren Situation und insbesondere deren Diskriminierung und Verfolgung aufmerksam macht, dabei aber auch mit Demo unter den Linden und Flaggenhissen vor dem Rathaus ihr selbstbewusstes Auftreten fördert. Seit 1990 findet er statt, das Datum erinnert dabei an die Anfänge der Roma-Bürgerrechtsbewegung, die am 8. April 1971 mit dem Ersten Welt-Roma-Kongress in London Aufmerksamkeit erhielt. Projektleiter Christoph Leucht erklärt, dass dazu von der Stiftung kostenlose, mit fachkundiger Unterstützung für Unterricht und Lehrkräfte entwickelte Materialien über Geschichte und Gegenwart der Sinti

Rosalinda – Gewinnerin der ersten Talentshow für Sinti und Roma. � Foto: Hildegard Lagrenne Stiftung betont, dass viele Projekte gezielt, aber nicht ausschließlich auf Sinti und Roma ausgerichtet sind, um eine Separierung zu vermeiden. Dazu zählt auch das Projekt professionalisierte Schulmediation der Hildegard-Lagrenne-Stiftung, das den erfolgversprechenden Weg hin zu mehr Bildungsgerechtigkeit und einer rassismuskritischen Schulkultur mit dem Einsatz einer Sinti-Schulmediatorin als Ansprechpartnerin für Familien und Kinder an der Grundstufe der Gemeinschaftsschule auf dem  Campus Rütli geht. Denn weniger Angst vor Diskriminierung bedeutet auch

seine Zuversicht nahezu ansteckend. Er spricht über das umfassende Bildungs- und Empowermentprogramm, mit denen junge Sinti und Roma begeistert und zu mehr Selbstbewusstsein und Vertrauen geführt werden, von Veranstaltungen in Schulen und der Vorbereitung der Jugendbeiratsmitglieder auf öffentliche Auftritte. In Kooperation mit anderen Roma- und Sinti-Organisationen wird da im Pangea-Haus Kontakt zu vielen Familien aus der Minderheit gepflegt, können geflüchtete und sozial benachteiligte Jugendliche in die Arbeit des Jugendbeirates einbezogen

werden und so zu mehr Selbstvertrauen gelangen. „Regelmäßige Treffen mit Gesprächen zu politischen Themen und Diskussionen mit Berliner Schulklassen zu Antiziganismus und Teilhabe gehören ebenso zur Arbeit des Jugendbeirates wie offene Sprechstunden und der Austausch mit dem Erwachsenenbeirat und mit Abgeordneten. Diese vielfältige Zusammenarbeit öffnet den Blick für unterschiedliche Sichtweisen, macht wachsam gegen Rassismus und stärkt Verständnis für Minderheiten“, betont Avram. Ein besonderes Erlebnis war die vom Jugendbeirat im Dezember vorigen Jahres initiierte erste Talentshow für Sinti und Roma im Grünen Salon der Volksbühne, die in diesem Jahr eine Fortsetzung finden soll. Da begeisterten angemeldete Gesangs-, Tanz-, Rap- und Musikdarbietungen von Groß und Klein ebenso wie die spontane Beteiligung aus dem Publikum. Rosalinda gewann dabei schließlich nicht nur die Herzen der Fachjury und des Publikums für sich mit einem Roma-, einem jüdischen und einem rumänischen Lied. Social-Media-Fachfrau Vicka erklärt dazu: „Der Wettbewerbsgedanke ist bei unserer Talentshow zweitrangig, vielmehr zählen Selbstbewusstsein, Mut und der Stolz, Sinti und Roma zu sein.“ Weitere Informationen zu den Stiftungsangeboten und zum Kontakt unter www.lagrennestiftung.de � Jacqueline Lorenz Hildegard Lagrenne Stiftung für Bildung, Inklusion und Teilhabe von Roma und Sinti in Deutschland c/o Pangea-Haus Trautenaustraße 5 10717 Berlin

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Kunst statt Kleidung Art Pavillon ´ 61 neu in Schmargendorf Als die Wohnungsbaugesellschaft Neues Heim & Gemeinnützige im Jahr 1961 mit dem Bau der Wohnanlage mit Ladenzeile und -pavillons an der Schmargendorfer Breite Straße begann, schuf sie nach Plänen des Architekten Hans-Jürgen Heide einen gut durchdachten Mittelpunkt: Nachbarn und Einzelhandel sollten hier an lebens- und liebenswertem Ort zusammenkommen,

Art Pavillon´61 Kunst & Kultur in Schmargendorf

wo Wohnen und Einkaufen dicht beieinanderliegen. Doch die Zeiten haben sich geändert, hektischer Online-Kauf verdrängt viel zu oft das persönliche Gespräch mit dem Verkäufer nebenan. Auch manch Einzelhändler an der einladenden, rund 150 Meter langen Ladenzeile an der Breite Straße musste das an eigenem Leibe erfahren und sein kleines, aber feines Geschäft schließen. Die Folge sind Leerstand und verwaiste Geschäfte an diesem inzwischen denkmalgeschützten Ort, der noch immer charmanten Duft der 60er-Jahre versprüht. Hier wieder mehr Leben hineinzubringen und die Nachbarschaft zu begeistern, haben sich drei ebenso mutige wie ehrenamtlich aktive Anwohner aufgemacht: Nach wochenlangem Hämmern, Sägen, Bohren

Gruppenbild mit Skulptur: Die Initiatoren des Art Pavillon ´ 61 Andreas Butz, Frank Effenberger und Gerhild Karpf (v.l.n.r.).� Foto: privat und Organisieren haben Andreas „Schnipps!Schmargendorf“ und Butz, Frank Effenberger und Ger- Musiker – Frank Effenberger hild Karpf als Zwischennutzer am – Schulleiter der Charles-Di8. Januar den ehemaligen Mode- ckens-Grundschule – sowie Gerpavillon als Art Pavillon ´ 61 mit hild Karpf, Sängerin und ehemaeiner rauschenden Vernissage lige Sekretärin. „Das Organisieren, eröffnet, die Gäste wie Macher Vernetzen und Zusammenbrinund Anwohner mit Hoffnung gen von Menschen liegt uns alund Freude über diesen neuen len ebenso im Blut wie die Liebe Kunststandort erfüllt. und das Verständnis zur Kunst“, erklärt Gerhild, deren Mutter, die Hochwertige Kunst Künstlerin Anna Maria Karpf, zu und Einzelstücke den ersten Kunstschaffenden Die drei Kunst- und Menschen- gehört, die am neuen Kunstort freunde ergänzen sich bestens ausstellen durften. Mit ihren ob ihrer beruflichen Herkunft Aquarellen, die vom zarten Blufür ihre neue Aufgabe zur Stär- menarrangement bis zur figürkung ihres Ortsteils: Da ist An- lich plakativen Farbexplosion dreas Butz – Immobilienmakler, reichen, brachte sie nicht nur Gründer der Bürgerinitiative am Eröffnungsabend Leben und Wärme in den kalten Wintertag. Ergänzt wurde ihre Kunst von den lebensecht ansprechenden Skulpturen des Künstlers Rainer Kurka, die tänzerisch die Ausstellungsfläche in Bewegung zu setzen und selbst den Betrachter zu beobachten scheinen. Daneben waren auch Werke der Fotoart Johannes Hauser zu bestaunen, der digitale Fotografie auf ganz besondere Art zu vervollkommnen vermag. Bereits zur Eröffnung des Art Pavillon ´ 61 war das Echo groß und der Verkauf der Kunstwerke lief erfreulich an.

Flexibler Kunst- und Begegnungsort Der geräumige Ausstellungspavillon öffnet sich mit gut erhaltenem 60er-Jahre-Türgriff einladend seinem kunstsuchenden Publikum für Pop-up Kunstund Eventlocation. Behutsam denkmalschutzgemäß gestaltet, bieten die ehemaligen Schaufensterflächen über der Heizung mit gemütlichen Kissen wohlige Sitzmöglichkeit, große mobile Stellwände erlauben flexible Raumgestaltung. Aus zweiter Hand bezogen, hat ein Tischler sie praktisch mit Rollen versehen. Das Non-Profit-Projekt Art Pavillon ´ 61 arbeitet kostendeckend. So bietet der neue Kunst- und Kulturort viele Möglichkeiten für zum Kiez passende Veranstaltungen, von der Ausstellung und Lesung bis zu Tanz, Workshop, Musikveranstaltung und Konzert. Ideen und Vorschläge sind stets willkommen, dabei achtet das Initiatoren-Team aber intensiv auf niveauvolle Angebote. „Die Nachfrage von Künstlern, die den Art Pavillon ´ 61 nutzen möchten, ist groß“, freut sich Gerhild Karpf und ergänzt, dass nicht nur Künstler aus dem Bezirk, sondern durchaus auch aus anderen Bezirken

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Mit Werken von Anna Maria Karpf und Rainer Kurka startete der Art Pavillon ´ 61. und Orten willkommen sind, – René Wolter bietet mit seinem wenn sie mit ihrer Kunst in das „WurzelPerlWerk-Ostermarkt““ Schmargendorfer Umfeld passen. vom 1. – 7. April Kunsthandwerk Zu verdanken ist der Art Pavil- und Naturgestecke. – Kleine lon ´ 61 dem ehrenamtlichen Glücksbringer, die zum Osterfest Einsatz der drei Initiatoren, nicht passen. zuletzt aber auch der Aufge- Und zeitgleich vom 9.  April schlossenheit für die Kunst der (Vernissage 18-21 Uhr) – 9. Mai Vermieterin: Sie stellt – bis ein zur stellen gleich zwei Künstler ihre Ladenpassage passender Mieter Arbeiten aus: Albrecht Tiedegefunden ist – die Geschäfts- mann präsentiert mit „Messerfläche vertrauensvoll dem Art scharf und Handgerieben“ seiPavillon ´ 61 mietfrei und unbe- ne mehrfarbigen Holzschnitte: fristet zur Verfügung. Findet sich Am 23. April in der Zeit von 18ein neuer Mieter, besteht für die 20 Uhr gibt der Künstler persönZwischennutzer eine zweiwöchi- liche Einblicke mit der Midissage Räumungsfrist. ge-Vorführung von „Holzschnitt Halten wir es also mit Aaron Live“. Hammel, der im extra für den Art Doreen Krause präsentiert im Pavillon ´ 61 geschriebenen Song selben Zeitraum mit „Frauenempfiehlt: zimmer“ ihre selbstgetöpferten Skulpturen. Berlin sagt: „Komm herein“. In der Breite Straßen, Schmargen- Weitere Uhrzeiten, Kontakt und dorf, Veranstaltungen im Art PavilPassage, denkmalgeschützt, lon ´ 61 werden unter https:// wird ein leerer Raum zur Bühne – artpavillon61.odoo.com und im Berliner Kunstkalender unter für Kunst, Kultur und Musik Derzeit läuft noch bis voraus- www.kunstkalender.berlin/de/ sichtlich 28.  März (Finissage 11- orte/galerien/art-pavillon-61 13 Uhr) die Ausstellung mit Wer- angezeigt. ken Georg Weise‘s unter dem Jacqueline Lorenz Titel „Trost“. Unter Initiator und Art Pavillon ´ 61 Kurator Frank Effenberger zieht Breite Straße 32 der Künstler darin mit der ihm 14199 Berlin eigenen Ästhetik den Betrachter Öffnungszeiten: Mi.-Fr. 15-18 Uhr und Sa. 11-13 Uhr sowie nach Vereinbarung in Bann.

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Gedenktafel für Donata und Eberhard Helmrich Ehepaar half während des Nationalsozialismus Verfolgten

»Wer half, blieb normal. Blieb Mensch.« Hier lebten ab 1933 viele Jahre

DONATA HELMRICH 27.8.1900 — 10.4.1986

EBERHARD HELMRICH

24.8.1899 — 5.5.1969 Von Beginn an lehnte das Ehepaar den Nationalsozialismus ab. Sie versteckten und versorgten jüdische Menschen in ihrem Haus, halfen Verfolgten gemeinsam beim Abtauchen in den Untergrund oder bei Fluchten in die Emigration, auch aus Polen.

KPM

Seit 22. März erinnert eine Berliner Gedenktafel an der Westendallee 99f an Donata (1900–1986) und Eberhard (1899–1969) Helmrich. An Donata und Eberhard Helmrichs mutigen Einsatz für die Menschlichkeit während der dunklen Zeit des Nationalsozialismus erinnert jetzt eine Tafel an ihrem früheren Wohnhaus. Das Gebäude in der Westendallee 99f diente als Zuflucht für Verfolgte des Regimes im „Dritten Reich“. Das Ehepaar riskierte sein eigenes Leben, um anderen zu helfen. Eberhard Helmrichs Rolle als Wehrmachtsoffizier ermöglichte es ihm, jüdischen Krankenhauspatienten in Galizien zu helfen. Er nutzte seine Position, um falsche Papiere zu beschaffen und Nahrung zu liefern, und schickte die Menschen dann zu seiner Frau Donata nach Berlin. Donata Helmrich wiederum war eine Meisterin der Tarnung. Sie gab jüdischen Ukrainerinnen die Identität von Hausmädchen und vermittelte sie in der Nachbarschaft. In der Nachkriegszeit setzte Donata Helmrich ihr Engagement fort und arbeitete als Dolmetscherin für bedeutende Persönlichkeiten wie Konrad

Adenauer und Gerhard Schröder. Ihre bemerkenswerten Leistungen wurden vom Staat Israel gewürdigt, der sie als „Gerechte unter den Völkern“ ehrte. Im Garten der Gedenkstätte Yad Vashem wurde 1986 ein Baum für sie gepflanzt, der ihr Engagement und ihren Mut symbolisiert. Die Gedenktafel für Donata und Eberhard Helmrich ist Teil des Berliner Gedenktafeln-Programms, das vom Landes Berlin unterstützt wird. Dieses Programm ist in das Förderprogramm Historische Stadtmarkierungen der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt eingebunden. Die weißen Porzellantafeln werden von der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin hergestellt. Die Recherche und Organisation der Tafel wurde vom Verein Aktives Museum Faschismus und Widerstand in Berlin durchgeführt, der sich seit 2013 aktiv für die Umsetzung des Berliner Gedenktafelprogramms einsetzt.

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Museum Europäischer Kulturen zeigt „Gesichter der Flucht“ Porträts und Schicksale von Geflüchteten aus der Ukraine und Russland Das Museum Europäischer Kulturen zeigt eine Sonderausstellung. Unter dem Titel „Flucht“ sind rund vierzig Fotografien von Frank Gaudlitz zu sehen, die Menschen porträtieren, deren Leben durch den Krieg in der Ukraine verändert wurde. Für das Projekt reiste der Fotograf in den vergangenen drei Jahren nach Moldau, Armenien und Georgien. Dort porträtierte er nicht nur Menschen, die aus der Ukraine geflohen sind, sondern auch jene, die Russland aufgrund des politischen Regimes verlassen haben. Interviews und Zitate ergänzen die Fotografien und dokumentieren die persönlichen Geschichten hinter der Flucht. Fluchtzahlen mit konkreten Biografien. Eine der eindrücklichsten Geschichten ist die von Tamara C. (48) aus Cherson. Im Herbst 2022 floh sie mit ihrem Sohn über die Krim und Russland in die Republik Moldau. Im Filtrationslager wurde sie verhört, ihre Telefonate überwacht, Verdächtige misshandelt. In Cherson herrschten Angst, Verhaftungen und Folter. Tagelang war sie mit ihrem Sohn im Freien

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Natascha J., 36, mit ihren Kindern Aurica, 13, Timur, 10, Beata 7, Mark, 4, und ihrer Schwägerin Marina K., 24, mit deren Sohn Bogdan, 5, aus Winnyzja | Ukraine Unterkunft für Geflüchtete, Dondușeni | Moldau 10/2022 Foto: Frank Gaudlitz unterwegs – ohne Unterkunft, in Kälte und Regen, bis Freiwillige halfen. Eine Rückkehr

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in ukrainisch kontrolliertes Gebiet war nicht möglich: Beschuss, Minenfelder und Massengräber machten jeden Weg unmöglich. Auch in Russland, dem Land des Aggressors, entschieden sich Menschen, ihre Heimat zu verlassen. Sie flohen nicht vor Bomben und Zerstörung, sondern vor einem zunehmend autoritären Regime. Manche waren bereits ins Visier des Geheimdienstes geraten, wurden bedroht oder verfolgt. Andere wollten ihre Kinder nicht in einem Staat aufwachsen sehen, der politische Freiheit unterdrückt und Krieg führt. In Tiflis oder Jerewan fanden sie Zuflucht – in Ländern, die selbst von der Geschichte der Sowjetunion geprägt sind. Die Ausstellung läuft bis zum 1. März 2026 im Museum Europäischer Kulturen an der Arnimallee  25. Geöffnet ist mittwochs bis freitags von 10 bis 17 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 18  Uhr. Ein Begleitprogramm mit Gesprächen und Führungen vertieft die Themen der Ausstellung. Weitere Informationen unter www.smb. museum/?myPageID=783

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Sechs Jahre nach der Einführung hat sich das Angebot der Mobilitäts-App Jelbi weiter vergrößert. Wie die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) mitteilen, wurden im Jahr 2025 rund 100 neue Standorte eröffnet. Damit umfasst das Netz in Berlin, Potsdam und Kleinmachnow nun etwa 400  Stationen. Über die Plattform sind aktuell rund 70.000 Fahrzeuge buchbar, was einem Großteil der in der Region verfügbaren Sharing-Angebote entspricht. Damit hat sich das Konzept, moderne Mobilität und den öffentlichen Nahverkehr zu verbinden, bewährt. Seit dem Start im Jahr 2019 wurden insgesamt mehr als sieben Millionen Anmietungen registriert. Die Jelbi-App wurde inzwischen über 1,2  Millionen Mal heruntergeladen und hat überwiegend gute Bewertungen. Um Problemen mit falsch abge stellten Fahrzeugen auf Gehwegen zu begegnen, sind wochentags spezielle Teams im Einsatz. Diese sogenannten Ranger und Fußpatrouillen sortieren Fahrzeuge an den Standorten, führen kleinere Reinigungs- und Reparaturarbeiten durch und bringen falsch geparkte Roller zu den Stationen zurück. Im Jahr 2025 wurden dazu 30.000 Kontrollgänge durchgeführt.

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Gazette Charlottenburg & Wilmersdorf 2

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Gazette Wilmersdorf  |  Februar 2026  |  13

Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) diskutiert Marode Sportanlagen im Bezirk – wie sollen wir jemals 230 Mio. Euro Sanierungsstau aufholen? Monatlich erscheint in der Gazette Charlottenburg und Wilmersdorf ein Thema, zu dem die in der BVV vertretenen Fraktionen Stellung nehmen. Das Thema wird „reihum“ von einer der Fraktionen bestimmt. In dieser Ausgabe hat die Linksfraktion das Thema vorgeschlagen.

Sanierung der bezirklichen Sportanlagen genutzt werden kann. Auch die Olympiabewerbung Berlins ist eine Chance, um zusätzliche Gelder zur Sanierung der Sportanlagen zu erhalten. Klar, dass wir hier von Sanierung reden, die auch inklusiven Sport berücksichtigt. Wolfgang Tillinger

CDU-Fraktion

1.200 ohne Bild 1.100 mit Bild Vorwort -CDU Grüne SPD Linke FDP AfD

Berlin

SPD-Fraktion

Die Antwort ist nicht einfach, weil die Gelder für die Sanierung von Sportstätten vom Abgeordnetenhaus vorgegeben werden. Dem Bezirk gelingt es jedes Jahr, deutlich mehr Gelder auszugeben, indem er davon profitiert, dass andere Bezirke Schwierigkeiten haben, ihre zugewiesenen Gelder auszugeben. Das geschieht durch einen erheblichen Arbeitsaufwand der Verwaltung mit tatkräftiger Unterstützung der zuständigen SPD-Stadträtin. Weiter hat die Stadträtin verschiedene Sanierungsmaßnahmen für die erste Teilsumme der „Sportmilliarde“ beantragt. Sind wir hier mindestens in einer der drei Bewerbungsrunde erfolgreich, haben wir einen zusätzlichen Abbau des Sanierungsrückstandes erreicht. Wir fordern aber auch, dass von den Geldern, die über den Bund den Ländern zur Sanierung von Infrastruktur zur Verfügung gestellt werden, ein Anteil für die

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Viele Sportanlagen in Charlottenburg-Wilmersdorf sind seit Jahren in einem schlechten baulichen Zustand und schränken den Schul- und Vereinssport erheblich ein. Besonders deutlich zeigt sich das am Stadtbad in der Krumme Straße, das aufgrund seines maroden Zustands seit 2021 geschlossen ist. Um den Sanierungsstau bei bezirklichen Sportanlagen abzubauen, sind die Bezirke auf zusätzliche Mittel angewiesen. Wichtige Chancen bieten dabei die Pro gramme aus dem Sondervermögen des Bundes, etwa zur Sanierung kommunaler Sportstätten oder von Bädern. Das Bezirksamt und der Senat müssen diese Gelder nutzen. Klar ist aber auch: Sowohl der schwarz-rote Senat in Berlin als auch die schwarz-rote Koalition im Bund müssen deutlich mehr Geld für die bezirklichen Sportanlagen bereitstellen. Wir als Grüne Fraktion setzen uns dafür ein, dass Förderprogramme konsequent genutzt, Sanierungen priorisiert und Sportstätten im Bezirk wieder verlässlich nutzbar werden. Jakob Zimmer

Berlins Breitensport ist im wahrsten Sinne des Wortes in Schieflage. Der Sportplatz des BSC an der Hubertusallee hat einen Höhenunterschied von über 1 Meter: In eine Richtung geht es bergauf, in die andere bergab. Auch die vor 3 Jahren neu gebaute Umkleide ist sanierungsbedürftig. Kein Einzelfall im Bezirk. Sportanlagen sind marode, nur eingeschränkt nutzbar oder ganz geschlossen. Die Folge: Kinder und Jugendliche landen auf Wartelisten, Alternative AfD-Fraktion Vereine finden keine Trainingsmöglichkeiten, der Schulsport besteht aus Notlösun- Natürlich könnte man mit mehr Steuergen. Der Sportentwicklungsplan beziffert geld vom Bund und harter Priorisierung den Sanierungsstau auf unglaubliche 230 von instand zu setzenden Objekten für Mio. Euro. Eine Summe, die der Bezirk den laufenden Betrieb etwas erreichen. unmöglich allein stemmen kann. Doch Mit den Genossen von SPD, CDU, Grünen statt Geld für den Breitensport bereitzu- und Linken holen wir aber sicher keinen stellen, setzen CDU und SPD im Berliner Sanierungsstau auf. Auf keinem Gebiet. Senat auf Prestigeprojekte: 12,5 Mio. Nicht nur die Sportstätten sind erfolgreich für NFL-Spiele, weitere 10 Mio. Euro für heruntergewirtschaftet, die gesamte Indie Berliner Olympia-Bewerbung. Für frastruktur, wohin man schaut. Warum? den Alltagssport bleibt kein Geld. Diese Weil die Altparteien das Geld lieber anderSchieflage ist politisch gemacht. Die Linke weitig vergeuden. Jeden Euro kann man fordert: Schluss mit Eventpolitik auf Kos- bekanntlich nur einmal ausgeben. Das ten des Breitensports! Das Geld gehört Geld geht schon drauf für die Versorgung in unsere Sportanlagen, nicht in private von „Flüchtlingen“ und den Kampf geGroßveranstaltungen! gen räächts. Aber, wir haben ja noch das Frederike-Sophie Gronde-Brunner „Sondervermögen“! Was für ein Wort, so schön modern und dabei komplett gaga. FDP-Fraktion Nein, für das besondere Vermögen gibt`s Sportanlagen sind im Bezirk keine frei- neue Bäume wegen der „Klimaapokalypwillige Kür, sondern Voraussetzung für se“. Bäume sind eine schöne Sache. Aber Schul- und Vereinssport, Gesundheit wie steht‘s mit der Sicherheit, z. B. bei der und sozialen Zusammenhalt. Gleich- Stromversorgung? Jedenfalls, Sportstätzeitig müssen wir ehrlich sein: Mit dem ten kommen zum Schluss und da ist das bisherigen Tempo, den gewachsenen Geld eben fort. Also woanders. Nein, liebe Strukturen und dem laufenden Betrieb SPD, CDU, Grüne und Linke, danke für nix. wird Charlottenburg-Wilmersdorf diesen Und die Hoffnung auf Olympia und fremSanierungsstau nicht abbauen. des Steuergeld wird (leider) erbärmlich Deshalb braucht es drei klare Schritte. scheitern. Erstens Priorisierung statt Gießkanne: Gregor Kadow

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B‘90/Grünen-Fraktion

Linksfraktion Das Sportfunktionsgebäude auf dem Hubertussportplatz. Foto: BACW

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Allein die Überschrift sagt alles über unsere Sportanlagen aus. Ohne eine massive Sportstättenoffensive werden diese weiter verfallen. Vor 10 Jahren lag der Sanierungstau noch bei ca. 60 Mio. Euro. Die Anlagen können heute zum Teil nicht mehr für den Sport genutzt werden. Im Bezirk sind fünf Sporthallen nicht mehr nutzbar, davon drei schon langfristig. Gelder, die zur Verfügung stehen, sind nicht ausreichend, um eine Verbesserung zu erzielen. Wir fordern, dass aus dem Sondervermögen zügig die erforderlichen Gelder für den Sport freigegeben werden. Sportanlagen sind nicht nur für den Spitzensport vorgesehen, sondern auch für den Vereinssport. Die Vereine können ihre Verpflichtungen kaum mehr angemessen erfüllen: Integration fördern, Gemeinschaft stärken und Spaß an Bewegung vermitteln. Es fehlt den Verantwortlichen Durchsetzungsvermögen und Beharrlichkeit, um die notwendigen Änderungen zu erzielen. Die Sportsenatorin und die Staatssekretärin sollten sich einmal vor Ort die Missstände ansehen – und dies nicht nur von der Bühne aus. Hans-Joachim Fenske

Begrenzte Mittel müssen dort eingesetzt werden, wo Anlagen stark genutzt werden oder Sicherheitsmängel bestehen. Zweitens effizientere Verfahren: standardisierte Bauweisen, verlässliche Zeitpläne und konsequentes Controlling, damit Sanierungen schneller und wirtschaftlicher umgesetzt werden. Drittens brauchen wir mehr als den bisherigen Bezirkshaushalt. Neue Finanzierungsmodelle, Fördermittel von Land und Bund sowie eine stärkere Einbindung der Vereine sind notwendig, um den Rückstand wirksam abzubauen. Der Sanierungsstau ist kein Zahlentrick, sondern ein strukturelles Finanzierungsproblem. Wer ihn in Charlottenburg-Wilmersdorf ernsthaft abbauen will, muss Prioritäten setzen, Prozesse modernisieren und offen für neue Wege sein. Johannes Heyne

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RATGEBER

Falsche Betriebskostenabrechnung Mehr als jede zweite Abrechnung ist fehlerhaft Mehr als jede zweite Betriebskostenabrechnung enthält Fehler. Das berichten die Mietervereine Düsseldorf, Hamburg und Köln nach Anfragen des unabhängigen Geldratgebers Finanztip. Besonders häufig sind dabei Fehler bei der Heizkostenabrechnung. Dabei geht es oft um hunderte Euro. Finanztip rät Mietern, die Abrechnung genau zu prüfen und im Zweifel Widerspruch einzulegen. Einmal im Jahr müssen Mieterhaushalte, die keine Nebenkostenpauschale zahlen, eine Betriebskostenabrechnung erhalten – für die meisten ist der 31.  Dezember Stichtag für die Abrechnung des Vorjahres. Verspätete Forderungen muss der Mieter nicht mehr zahlen. Gerade die enthaltene Heizkostenabrechnung sorgt immer wieder für Streit zwischen Mietern und Ver mietern. „Rechnet der Vermieter die Kosten für Warmwasser und Heizung nicht nach Verbrauch ab, dürfen Mieter die Kosten pauschal um 15 Prozent kürzen“, sagt Sandra Duy, Finanztip-Expertin für energetische Sanierung.

Diese Kosten darf der Vermieter abrechnen Auf die Mieter umgelegt werden können zum einen die verbrauchsunabhängigen Grundkosten – etwa für Betriebsstrom, Wartung und Reinigung der Heizanlage, gesetzlich vorgeschriebene Messungen sowie die Miete der Erfassungsgeräte. Diese Grundkosten werden in der Regel nach der Wohnfläche verteilt. Hinzu kommen die Kosten für Brennstoffe bzw. Wärmelieferung, die nach Verbrauch berechnet werden. In der Heizkostenabrechnung werden die Grund- und

Verbrauchskosten nach einem festen Anteil aufgeteilt. Der Vermieter muss die Grundkosten und Verbrauchskosten mindestens im Verhältnis 50 zu 50 und maximal im Verhältnis 30 zu 70 aufteilen. Seit 2023 müssen Vermieter außerdem die CO2-Kosten, die für das Heizen anfallen, fair aufteilen. Fehlt diese Aufschlüsselung ganz oder ist unvollständig, dürfen Mieter die abgerechneten Heizkosten um drei Prozent kürzen. Die Aufteilung erfolgt anhand des CO2-Ausstoßes des Wohnhauses – je geringer der Verbrauch, desto geringer die Kosten, die der Vermieter tragen muss. Ist der Verbrauch und damit der CO2-Ausstoß des Hauses sehr hoch, müssen Vermieter bis zu 95  Prozent der CO2-Kosten tragen. Das kommt beispielsweise bei schlecht gedämmten

Häusern vor.

Widerspruch lohnt sich Bei falschen Vorauszahlungsbeiträgen, Rechenfehlern oder falschen Verteilungsschlüsseln lohnt sich ein Widerspruch. Mieterinnen und Mieter haben dafür nach Zustellung der Abrechnung ein Jahr Zeit und können Einsicht in die Rechnungsbelege fordern. Bezahlen müssen Mieter eine mögliche Nachzahlung in der Regel allerdings – binnen 30 Tagen. Halten sie die Nachzahlung für unberechtigt, können Mieter unter Vorbehalt der Rückforderung zahlen oder bis zur Klärung um Aufschub bitten. Bei formellen Fehlern, etwa falsche Abrechnungszeiträume oder eine nicht nachvollziehbare Abrechnung, können Mieter die Zahlung ganz verweigern und eine ordnungsgemäße Abrechnung anfordern.

Irrtümer beim Privatkauf Was bei Rückgabe und Versand wirklich gilt Der Handel mit gebrauchten Waren im Internet gehört für viele Menschen in Berlin mittlerweile zum Alltag. Besonders jüngere Generationen nutzen Online-Plattformen regelmäßig, um Kleidung oder Technik aus zweiter Hand zu erwerben. Doch mit der steigenden Beliebtheit wächst auch die Unsicherheit bezüglich der rechtlichen Rahmenbedingungen. Wie eine aktuelle

Erhebung von YouGov und Kleinanzeigen zeigt, herrschen bei vielen Nutzern falsche Vorstellungen über ihre Rechte und Pflichten. Ein weit verbreiteter Irrglaube betrifft das Rückgaberecht bei Nichtgefallen. Viele Nutzer gehen davon aus, dass ihnen dieses Recht auch bei Geschäften mit Privatpersonen zusteht. Die Rechtsanwältin Heidi Kneller-Gronen vom Bundesverband Online Seit

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beispielsweise durch den Hinweis auf den Ausschluss der Sachmängelhaftung. Fehlt dieser Hinweis, gelten die gesetzlichen Bestimmungen. Zudem schützt eine solche Klausel nicht, wenn Mängel arglistig verschwiegen werden oder grobe Fahrlässigkeit vorliegt. Bekannte Defekte müssen daher immer offen benannt werden. handel e. V. (BVOH) stellt hierzu klar, dass das gesetzliche Widerrufsrecht ausschließlich beim Kauf von gewerblichen Händlern greift. Bei privaten Transaktionen existiert kein automatischer Anspruch auf Rücknahme; Käufer sind hier auf die Kulanz des Verkäufers angewiesen.

Haftungsausschluss muss klar formuliert sein Wir sind wieder da! ☎ (030) 822 51 33 Hohenzollerndamm 185 www.zum-haxenwirt-berlin.de 10713 Berlin-Wilmersdorf Mo - Sa 15 - 22 Uhr · Sonntag Ruhetag Wir bitten um telefonische Reservierung ab 13 Uhr

Auch beim Thema Gewährleistung bestehen Unklarheiten. Grundsätzlich können private Verkäufer die Haftung für Sachmängel ausschließen. Dies muss jedoch im Inserat durch eine eindeutige Formulierung geschehen,

Risiko beim Versand Das vielleicht größte Missverständnis betrifft den Versand der Ware. Viele Käufer nehmen an, dass das Risiko für verloren gegangene Pakete beim Verkäufer liegt. Beim Privatkauf geht die Gefahr jedoch auf den Käufer über, sobald der Verkäufer die Ware ordnungsgemäß verschickt hat und dies nachweisen kann. Kommt das Paket nicht an, besteht kein Anspruch auf Rückzahlung des Kaufpreises. Dies unterscheidet den privaten Handel wesentlich vom Kauf bei einem Online-Shop, wo das Unternehmen das Transportrisiko trägt.

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RATGEBER

Kostenfalle Arztpraxis Wie Sie unnötige Zusatzleistungen erkennen und wann die Kasse zahlen muss Für ärztliche Zusatzleistungen, sogenannte Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL), geben gesetzlich Versicherte jährlich mindestens 2,4 Milliarden Euro aus. Wie die Verbraucherzentrale NRW mitteilt, sind viele dieser Angebote aus medizinischer Sicht nicht notwendig und ihr Nutzen ist oft nicht durch Studien belegt. Manchmal können sie sogar mehr schaden als nutzen. Patienten sollten wissen, dass IGeL niemals dringend sind. Man kann ein Angebot daher ablehnen und sich zunächst unabhängig informieren. Für akut notwendige Therapien stehen immer Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen zur Verfügung. Ärzte mit Kassenzulassung dürfen gesetzliche Leis- nachgewiesen wurde, in den Leistungen nicht abwerten, indem tungskatalog der gesetzlichen sie mit Begriffen wie „Großer Krankenkassen aufgenommen. Körper-Check“ oder „Krebsvor- Dazu gehören: sorge Plus“ werben. Ebenso ist • Verschiedene Krebsfrüherkenes unzulässig, eine notwendige nungsmaßnahmen wie die Behandlung davon abhängig zu Darmspiegelung, die Mammachen, dass eine IGeL in Anmographie und das Hautspruch genommen wird. krebs-Screening für bestimmte Altersgruppen. Wann die Kasse zahlt • Akupunktur bei chronischen Bestimmte SelbstzahlerleistunRücken- oder Knieschmerzen. gen können zur Kassenleistung • Das Chlamydien-Screening für werden, wenn eine medizinische Frauen bis 25 Jahre (seit 2008). Notwendigkeit besteht oder der • Das Neugeborenen-HörscreePatient zu einer Risikogruppe ning (seit 2009). gehört. Das betrifft besonders • Moderne immunologische Stuhltests zur DarmkrebsfrühFrüherkennungsuntersuchungen. So wird beispielsweise eine erkennung (seit 2017). Ultraschalluntersuchung der Eier- • Die Stoßwellentherapie bei Ferstöcke oder der Brust von der Kassenschmerz unter bestimmten se übernommen, wenn durch AbBedingungen (seit 2019). tasten oder eine Mammographie • Die Untersuchung von Hautveränderungen mit dem Auflichtein Krebsverdacht entstanden ist. Auch die Messung des Augeninmikroskop zur Früherkennung nendrucks zur Früherkennung des von Hautkrebs für Versicherte Grünen Stars (Glaukom) wird zur ab 35 Jahren alle zwei Jahre (seit April 2020). Kassenleistung, wenn ein begründeter Krankheitsverdacht vorliegt. Derzeit wird geprüft, ob auch der PSA-Test zur Früherkennung Was bereits Kassenleistung ist von Prostatakrebs zukünftig eine In der Vergangenheit wurden Leistung der gesetzlichen Kranbereits einige IGeL, deren Nutzen kenkassen wird.

Gazette Wilmersdorf  |  Februar 2026  |  15

Kündigung wegen Eigenbedarf Eine Kündigung wegen Eigenbedarfs ist für viele Mieter ein Schock. Doch nicht jede Kündigung ist rechtens. Es gibt klare Regeln, wann ein Vermieter Eigenbedarf anmelden darf und welche Rechte Mieter haben.

Wer darf die Wohnung nutzen? Ein Vermieter kann Eigenbedarf für sich selbst, für nahe Verwandte oder für Angehörige seines Haushalts anmelden. Zu den nahen Verwandten zählen laut Sabine Brandl, Juristin bei der ERGO Rechtsschutz Leistungs-GmbH, unter anderem Kinder, Enkel, Eltern, Großeltern, Geschwister, Nichten und Neffen. Auch für eingetragene Lebenspartner oder im Haushalt lebende Pflegekräfte kann der Vermieter Eigenbedarf geltend machen. Bei entfernteren Verwandten ist dies nur bei einer nachweislich engen persönlichen Beziehung möglich.

Welche Gründe sind zulässig? Der Vermieter muss einen nachvollziehbaren Grund für den Eigenbedarf angeben. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn nach einer Heirat oder der Geburt eines Kindes mehr Wohnraum benötigt wird. Auch ein Jobwechsel, der einen Umzug in die Nähe des neuen Arbeitsplatzes erfordert, kann ein legitimer Grund sein. Wichtig ist, dass der Bedarf aktuell oder in naher Zukunft besteht. Zudem muss die Wohnungsgröße zum Bedarf passen.

Wann ist eine Kündigung unwirksam? Eine Kündigung wegen Eigenbedarfs muss formale AnforderunImpressum

gen erfüllen. Sie muss schriftlich erfolgen, eine verständliche Begründung enthalten und die Person benennen, die die Wohnung beziehen soll. Außerdem muss die gesetzliche Kündigungsfrist eingehalten werden. Fehlen diese Angaben oder sind sie fehlerhaft, kann die Kündigung unwirksam sein.

Widerspruch bei unzumutbarer Härte Selbst bei einer rechtmäßigen Kündigung können Mieter unter bestimmten Umständen in ihrer Wohnung bleiben. Dies gilt in Fällen sogenannter unzumutbarer Härte. Dazu zählen beispielsweise hohes Alter in Verbindung mit Gebrechlichkeit, schwere Krankheit, eine Schwangerschaft oder bevorstehende wichtige Prüfungen. Der Widerspruch muss schriftlich innerhalb einer zweimonatigen Frist erfolgen. Ob ein Härtefall vorliegt, muss oft im Einzelfall gerichtlich geklärt werden.

Rechte bei vorgetäuschtem Eigenbedarf Stellt sich heraus, dass der Eigenbedarf nur vorgetäuscht war – etwa, weil die Wohnung nach dem Auszug an neue Mieter vermietet wird – haben die ehemaligen Mieter Anspruch auf Schadenersatz. Dies kann zum Beispiel die Kosten für den Umzug umfassen. Entfällt der Grund für den Eigenbedarf unerwartet vor Ablauf der Kündigungsfrist, muss der Vermieter den Mieter darüber informieren. Dieser hat dann das Recht, eine Fortsetzung des Mietverhältnisses zu verlangen.

Gazette Wilmersdorf ·  Februar Nr. 2/2026 ·  46. Jahrgang Das Gazette Verbrauchermagazin erscheint monatlich in Wilmersdorf, Charlottenburg, Steglitz, Zehlendorf sowie Schöneberg & Friedenau.

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