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Steglitz Fünfzig Jahre Bierpinsel
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Oktober 2026
Steglitz Lankwitz Lichterfelde
2 | Gazette Steglitz | Oktober 2026
Spurensuche am Thuner Platz Historischer Rundgang über den Parkfriedhof Lichterfelde II Hinter den Toren des 1911 eröffneten Parkfriedhofs Lichterfelde II spiegelt sich ein bedeutendes Stück deutscher Zeitgeschichte wider. Am Freitag, 30. Oktober 2026, führt der Historiker Dr. Andreas Splanemann über das weitläufige Gelände, auf dem zahlreiche historische Persönlichkeiten bestattet sind. Im Mittelpunkt des Rundgangs stehen die Ehrengräber des Areals. Dazu zählen die Ruhestätten des Publizisten und Zeithistorikers Sebastian Haffner, des evangelischen Bischofs Otto Dibelius sowie von Kurt von Schleicher, dem letzten Reichskanzler der Weimarer Republik. Neben prominenten Biografien thematisiert die Führung auch die Folgen Architektonische Besonderheit: Der Brunnentempel auf den kriegerischer Konflikte: Auf dem Parkfriedhof Lichterfelde Friedhof befinden sich mehr als 2.100 Gräber von Opfern von Die Veranstaltung beginnt um lände am Thuner Platz 2–4 (HalKrieg und Gewaltherrschaft, die 14 Uhr und dauert bis etwa testelle Thuner Platz der Busliniüberwiegend aus der Zeit des 16.30 Uhr. Treffpunkt ist vor der en 112 und 188). Zweiten Weltkriegs stammen. Friedhofskapelle auf dem Ge- Die Teilnahme an der Führung
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ist kostenfrei, Spenden sind erwünscht. Da die Gruppengröße auf 20 Personen begrenzt ist, bittet der veranstaltende Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge um eine verbindliche Anmeldung unter Angabe der Kontaktdaten – telefonisch unter 030-2546 4134 oder per E-Mail an berlin@volksbund.de. Den Teilnehmern und Teilnehmerinnen wird wetterangepasste Kleidung empfohlen.
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Gazette Zehlendorf | OKTOBER 2026 | 1 Gazette Steglitz | Oktober 2026 | 3
Liebe Leserinnen und Leser,
Foto: Uwe Steinert
im Oktober ist in Steglitz-Zeh- Die Domäne Dahlem ist wieder lendorf einiges los: „Familie – Wo Schauplatz des traditionellen Zukunft entsteht und Demokra- Herbstmarkts: Am 17. und 18. Oktie beginnt“ ist das Motto der tober bieten rund 30 Stände saiBerliner Familiennacht (www. sonale Produkte an. Ergänzt wird familiennacht.de), die der Markt durch kultuam 10. Oktober auch relle Veranstaltungen, gastronomische Angein unserem Bezirk bote und Aktivitäten stattfindet. Zu einer für Kinder. kreativen MitmachBeim berlinweiten aktion für die ganze „Festival of Lights“ erFamilie laden das strahlen vom 9. bis Kinder-, Jugend- und 18. Oktober in Berlin Nachbarschaftszentrum (KiJuNa) und das Maren Schellenberg zahlreiche Gebäude Spielmobil des Stadtund Wahrzeichen. Näteilzentrums Steglitz ein. Dabei here Infos finden Sie unter www. entstehen Familienporträts, aus festival-of-lights.de. denen die Familien mithilfe von Am 20. September haben die BerKI „Malen nach Zahlen“-Vorlagen linerinnen und Berliner das Abgeerstellen und diese anschließend ordnetenhaus und die Bezirksvergemeinsam gestalten. Im Nach- ordnetenversammlungen (BVV) barschaftsladen Leonie wird ge- neu gewählt. In Steglitz-Zehlenmeinsam gekocht und darüber dorf geht es nun darum, sich zu abgestimmt, welche Gerichte sortieren und nach Mehrheiten und Zutaten auf den Tisch kom- für die kommende Wahlperiode men. Spiele, kreative Aktivitäten zu suchen. Hierzu können Frakund Geschichten für Familien ste- tionen sogenannte Zählgemeinhen auf dem Programm des Fa- schaften bilden. Am 28. Oktober milienzentrums Lichterfelde-Süd tritt die BVV zu ihrer konstituieim Nachbarschaftshaus Lilienthal. renden Sitzung zusammen. Wer
Bei der Familiennacht können Familien am Samstag, den 10. Oktober etwas ganz Besonderes erleben. Foto: Kay Herschelmann die BVV nicht live vor Ort miterleben kann, hat die Möglichkeit, die Sitzungen per Livestream über die Internetseite des Bezirksamtes zu verfolgen. Nutzen Sie ansonsten die Herbstzeit in Steglitz-Zehlendorf! Die sich verfärbenden Bäume ver wandeln unseren Kiez in ein farbenfrohes Panorama. Ihre Maren Schellenberg Bezirksbürgermeisterin
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Fünfzig Jahre Bierpinsel Hinter der Fassade herrscht weiterhin Stillstand Am 13. Oktober 1976 öffnete das futuristische Turmrestaurant an der Schloßstraße zum ersten Mal seine Türen. Fünfzig Jahre später ist der „Bierpinsel“ aus dem Stadtbild von Steglitz nicht mehr wegzudenken. Doch statt festlicher Betriebsamkeit prägen Leerstand und Debatten über die Zukunft das Jubiläum des denkmalgeschützten Bauwerks.
Bis 2010 war die Fassade rot.
Baum oder Pinsel Als das Architektenpaar Ralf Schüler und Ursulina Schüler-Witte das 47 Meter hohe Gebäude in den 1970er-Jahren entwarf, dachten sie an die Form eines stilisierten Baumes, der die Joachim-Tibur MEIN GUTER STERN Sanitär Gas Klempnerei Solar Badgestaltung Gebäudetrocknung
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IM WINTER
Gazette Steglitz | OKTOBER 2026 | 5 tius-Brücke optisch auflockern sollte. Die Berliner sahen in der markanten Pop-Art-Architektur jedoch eher einen Rasierpinsel. In Kombination mit der dortigen Gastronomie etablierte sich rasch der Spitzname „Bierpinsel“. Jahrzehntelang war der Turm ein beliebter Treffpunkt mit wechselnden Restaurants, Cafés und einer Diskothek. Seit Anfang der 2000er-Jahre steht das Gebäude jedoch weitgehend leer, was im Bezirk regelmäßig die Frage aufwirft, wie es mit der Betonikone weitergehen soll.
Protest und Besetzung
Unter der abblätternden bunten Bemalung tritt die ursprüngliche rote Farbe wieder hervor. ein selbstverwaltetes Gemeinschaftszentrum und unkommerzielle Treffpunkte im Bezirk zu schaffen. Die Besetzung wurde wenige Stunden später von der Polizei beendet.
Wie sieht die Zukunft des Turms aus? Der Eigentümer Götz Fluck, der den Turm 2021 erwarb, plant eine Sanierung sowie eine künf Wie sehr dieses Thema die Gemüter im Kiez bewegt, zeigte sich im vergangenen Jahr. Am frühen Morgen des 18. Oktober 2025, gegen 4.30 Uhr, drang eine Gruppe von rund 20 Aktivistinnen und Aktivisten unbemerkt in das Gebäude ein. Sie wurden von zahlreichen Sympathisanten unterstützt. Unter dem Slogan „Bierpinsel für alle“ protestierten die Menschen gegen den langjährigen Leerstand und Immobilienspekulationen in Berlin. Ihr erklärtes Ziel war es,
tige Nutzung für Büroräume und universitäre Zwecke. Auch die Rückkehr von Gastronomie im obersten Stockwerk ist vorgesehen, um das Bauwerk wieder öffentlich zugänglich zu machen. Dennoch gestaltet sich der Fortschritt auch aufgrund der komplizierten Eigentümerverhältnisse rund um das Ensemble schwierig. Während der Turm in Privatbesitz ist, gehören die Brücke dem Land Berlin und der darunterliegende U-Bahnhof der BVG. Ein weiterer Knackpunkt ist, dass das Gebäude den heutigen Brandschutzbestimmungen nicht entspricht, ein Umbau aber aufgrund des Denkmalschutzes bisher abgelehnt wird. Mittlerweile wird es rund um den Bierpinsel gefährlich - so fielen an einem Sonntagabend im September Fassadenteile aus 30 Meter Höhe auf den Gehsteig. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Auch fünfzig Jahre nach seiner Eröffnung bleibt der Bierpinsel ein Symbol für Steglitz – derzeit allerdings weniger als Ort der Begegnung, sondern vielmehr als offene Zukunftsfrage für den Bezirk.
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6 | Gazette Steglitz | Oktober 2026
Umzug der Europa-BücherboXX Neue Heimat in Lichterfelde West gefunden Fünf Jahre lang stand sie – eine der rund 25 Berliner zu Bücher-Tauschstätten umgerüsteten ehemaligen Telefonzellen – als nachhaltige Europa-Trio-BücherboXX im Vorgarten der Europäischen Akademie Berlin im Ortsteil Grunewald, mit Audio-Box und Solar-Buch-Modul auf dem Boxendach und bestückt mit überwiegend slowenischer Literatur. Und wenn auch „Europa wie ein Buch mit vielen Seiten“ ist, erwies sich der Standort auf dem Gelände der Europäischen Akademie Berlin als zu gering frequentiert, sodass im Einverständnis mit ihr und der Senatskanzlei nach einem leichter für die breite Masse zugänglichen Standort gesucht werden sollte. Besonders engagiert und erfolgreich bei der Suche zeigte sich Marion Becker, Anwohnerin aus dem rund um den Bahnhof Lichterfelde West gelegenen Kiez, die darin vom Hauptinitiator der BücherboXX-Projekte Konrad Kutt unterstützt wurde. Neues Quartier für „ein Jahr zur Probe“ beziehen konnte die BücherBoXX nicht zuletzt dank ihres Einsatzes nun am 12. September 2026 an der Baseler Straße 10/Curtiusstraße zwischen Bäckerei Steinecke und Fa. Osche – gerade richtig zu Umgestaltungsbeginn des Bahnhof-Vorplatzes gegenüber. Zur feierlichen Einweihung waren auch Initiatoren, Anwohner, BücherboXX-Entwickler Konrad Kutt und Stadtrat Urban Aykal gekommen, der betonte, wie wichtig diese BoXX hier im Lich ler, Kulturfreunde und Privatpersonen wollen daran mitwirken und sammeln bereits emsig gute Ideen, denn vieles muss erneuert und eingebracht werden.
Auf den Weg gebracht
Angekommen – BücherboXX in Lichterfelde West.�
Foto: Becker
terfelder Kiez für ein gesundes so- Doch schon bald soll die BoXX an ziales Miteinander sei. Noch trägt Lichterfelde West adaptiert und die BücherboXX ihr Europakleid „maßgeschneidert“ angepasst mit überwiegend Europa betref- werden. Dazu hat das Land Berlin fenden Emblemen, der gute Kon- bereits Gelder bereitgestellt. Etlitakt zur Europäischen Akademie che kleine und große Engagierte soll weiterhin bestehen bleiben. aus Kiez und Bezirk, Einzelhänd Marion Becker nutzte im Winter ihre einem glatteisbedingten Armbruch zu verdankende freie Zeit gut, indem sie wichtige Vorund Informationsarbeit leistete, um die BoXX von Grunewald nach Lichterfelde West zu holen: Bei einer schon länger im Blumenkiez an der Moltkebrücke stehenden Lichterfelder BücherboXX, zu der weiter Verbindung gehalten werden soll, holte sie sich Rat. Sie fragte bei der Steinecke-Firmenleitung und bei Osche nach, ob die etwas gegen den Standort vor ihren Türen hätten, wandte sich an den Bezirk und brachte Interessierte zusammen. Dabei traf Marion Becker über nebenan.de auf neun Gleichgesinnte im Kiez, die sich gemeinsam mit ihr im Team als die Initiative „Nachbarn für Nachbarn“ zukünftig als Kümmerer um eine bunte Bücherauswahl für Alt und Jung sowie um Ordnung und Pflege rund um die BücherboXX sorgen wollen. „Dass der Umzug der BücherboXX nach Lichterfelde West so reibungslos verlief, verdanken wir in erster Linie dem hilfsbereiten Ausbildungsteam um Stefan Weitkus vom Sägewerk Grunewald, das die BoXX für uns professionell abgebaut, aufgestellt und aktualisiert hat“, lobte Marion Be Sie träumen vom Tapetenwechsel? Dann rufen Sie gleich an!
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Gazette Steglitz | OKTOBER 2026 | 7 cker am Einweihungstag, auch im Namen von Konrad Kutt, ehemaliger Mitarbeiter des Institutes für Nachhaltigkeit in Bildung, Arbeit und Kultur, der immer noch für das Thema BücherboXX brennt und unermüdlich im Einsatz dafür ist. Ausgezeichnet wurde er dafür im vergangenen Jahre mit dem Bundesverdienstkreuz.
Europa ist auch Lichterfelde West Und wenn auch die in den 80er-Jahren passend zum historischen Fachwerkbau von Kleinstädten konzipierte Telefonzelle nun beste Voraussetzungen für den mit Türmchen und Fachwerkgesicht begeisternden Lichterfelder Kiez mitbringt: Um eine auf Lichterfelde West noch stärker zugeschnittene BücherboXX zu schaffen, bedarf es etlicher Anpassungen: Die 26 Scheiben der BücherboXX müssen ausgetauscht und neu gestaltet, die Audio-Boxen neu bestückt werden, wobei die Europa-Hymne erhalten bleiben soll. Kulturelle Veranstaltungen, Lesungen etc. sollen rund um die BücherboXX dabei helfen, Verbindungen zwischen Lichterfelde und Europa herzustellen: Im Vordergrund dabei stets der Nachhaltigkeits-Grundgedanke des BücherboXX-Projektes, der das Teilen und Tauschen von Büchern beinhaltet. Wertvolle Kontakte, die maßgeblich zu dieser Weiterentwicklung beitragen könnten, sind inzwischen auch von Marion Becker geknüpft: Da ist das Steglitz Museum mit Gabriele Schuster an der Spitze, ist die Athene Grundschule ganz in der Nähe. Und am diesjährigen Tag der Offenen Tür bei Osche am 4./5. Dezember dürfte auch die neu aufgestellte
Erfolgreiche Projekte brauchen engagierte Bürger und Politiker wie Konrad Kutt (r.), Marion Becker (2.v.r.) und Bezirksstadtrat Urban Aykal (l.). Foto: Becker
Umzug gelungen dank Profi-Team vom Sägewerk Grunewald. Foto: Becker BücherboXX in Lichterfelde West beispielsweise als geeignete Bühne für Puppenspieler ein Hauptrolle bekommen. Man darf also gespannt sein. Gute Ideen und Unterstützungsangebote für die BoXX sind willkommen und kön Dr. med. Robert Khuri Elyas Als erfahrener Orthopäde in Steglitz biete ich Ihnen in meiner Privatpraxis eine individuelle und umfassende Betreuung. Mit modernsten Behandlungsmethoden kümmere ich mich persönlich um Ihre orthopädischen Anliegen und Beschwerden und versuche dabei, Operationen zu vermeiden. Vereinbaren Sie jetzt einen Termin und erleben Sie präzise Versorgung – für Ihre Gesundheit und Lebensqualität. Grunewaldstr. 11 ∙ 12165 Berlin ∙ Tel.: 0151 - 64 75 80 93 ∙ praxis@MeinOrtho.de
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Projekt BücherboXX Der Grundstein für das Projekt BüchboXX wurde 2010 vom Berufs- und Wirtschaftspädagogen
Konrad Kutt mit der INBAK, dem von ihm gegründeten „Institut für Nachhaltigkeit in Bildung, Arbeit und Kultur“ gelegt. Er setzt bis heute mit diesem Projekt der zum Teilen und Tauschen anregenden BücherboXX ein sichtbares Zeichen für Nachhaltigkeit, gemeinschaftliche Nutzung und kulturellen Austausch. Über Jahre hat Initiator Konrad Kutthat mit seinem Team daran gearbeitet, Lesen, Begegnung und erneuerbare Energie im Stadtraum miteinander zu verbinden. Nach einem Brandanschlag im Jahr 2023 auf die thematisch historische BücherboXX am Mahnmal Gleis 17 in Grunewald wurde das Projekt mit großer Unterstützung erneut aufgebaut. Die Berliner BücherboXXen gehören zu den erfolgreichsten zivilgesellschaftlichen Projekten der Stadt: Ausgediente Telefonzellen wurden zu frei zugänglichen Straßenbibliotheken umgestaltet und stehen heute an 25 Berliner Standorten. Jede BücherboXX ist individuell gestaltet, einige verfügen sogar über solare Audioboxen, die Sprachkurse oder Hörinhalte anbieten. Die erste BücherboXX wurde im Jahr 2010 auf dem Steglitzer Markusplatz aufgebaut. Wegen seiner Popularität und Öffentlichkeitswirksamkeit hat sich das Modell BücherboXX in Berlin, aber auch bundesweit stark verbreitet. Es gibt inzwischen eine Vielzahl umgebauter Telefonhäuschen, die sich die „BücherboXX“ zum Vorbild nahmen, aber ihre eigene Geschichte schreiben – mit eigenen Bezeichnungen wie Bücherzelle oder Bücherschrank etc. Weitere informationen unter www.buecherboxx.com Jacqueline Lorenz
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8 | Gazette Steglitz | OKTOBER 2026
Freundeskreis Schlosspark Theater in Berlin e. V. Über 30 Jahre ehrenamtliches Engagement in Steglitz Bereits im 31. Jahr steht das Traditionshaus Schlosspark Theater Berlin im ideellen Mittelpunkt der Vereins-Aktivitäten des Freundeskreis Schlosspark Theater in Berlin e. V.. Vereinsziel ist in erster Linie, das auf eine lange Geschichte zurückblickende Privattheater von Dieter Hallervorden zu unterstützen und zu fördern. Dass Vereinsmitglieder und Theaterfreunde darüber hinaus auch einen erweiternden Blick auf ein gerade auf dem Premierenplan stehendes Stück und das ein oder andere appetitlich präsentierte Theaterhäppchen erhalten, ist nicht zuletzt dem gut organisierten und in konstruktivem Austausch mit der Theaterleitung stehenden Vorstandsteam rund um Holger Thomsen zu verdanken.
Angebote für Alt... Jeweils am Sonntag vor der Premiere einer Eigenproduktion bitten Verein und Intendanz bei freiem Eintritt um 11 Uhr ins Schlosspark Theater zur Einführungsmatinée, in der Interessantes, Wissenswertes und oft auch Erstaunliches rund um Stück und Schauspieler ans Scheinwerferlicht kommt: Souverän moderiert vom Vereinsvorsitzenden Holger Thomsen, der dabei auch
Die Einführungsmatinées unter Moderation von Holger Thomsen sind stets sehr gut besucht, Anmeldung erbeten. Foto: Werner Brinkmann, Freundeskreis Schlosspark Theater in Berlin e. V. persönlichen Fragen aus dem schmackhafte Appetithäppchen: um Schülergruppen dort einen Publikum an die anwesenden Die reichen von der kostenlosen Pro-Kopf-Eintritt von erschwingSchauspieler und Regisseure Einladung des Theaters zu Vor- lichen 5 Euro zu ermöglichen. Raum gibt und damit hilft, neue aufführungen und Premieren der „Gerade das aktuelle Stück Zuschauer und Freunde für das jährlich etwa sechs auf die Bühne „Putsch“ ist auch für Schüler Theater an der Schloßstraße zu gebrachten Eigenproduktionen ausgesprochen geeignet. Das gewinnen. Den Sonntagvormit- bis hin zu von Holger Thomsen Stück ist absolut sehenswert. Es tag ausklingen lassen und mit moderierten Gesprächsrunden handelt sich dabei um politische Verein, Gleichgesinnten und hinter den Kulissen mit einzelnen Aufklärung, die durch ein humoSchauspielern ins Gespräch Schauspielern des Schlosspark ristisches Lehrstück vermittelt kommen, können die Besucher Theater Berlin. Und natürlich wird. In Trier, wo es schon 2025 dann anschließend bei Kaffee schaut auch Hausherr Dieter Hal- aufgeführt wurde, nannte man und einem vom Vorstandsteam lervorden von Zeit zu Zeit vorbei es Polit-Satire. Es ist wirklich gegegen Spende angebotenen und ist stets hochwillkommener hobene Unterhaltung. Damit ist selbstgebackenen Stück Teilnehmer der alljährlichen das Schlosspark Theater hochakKuchen. Während Weihnachtsfeier des Freundes- tuell. Es gibt viel Ernsthaftes, aber das Matinée -An- kreises. – Viel Theaterfreude und auch Vieles zum Lachen mit einer gebot (möglichst -unterstützung wird also geboten gelungenen Schlusspointe. – Das unter Voranmel- für einen jährlichen Mitgliedsbei- Stück ist damit auch für Schüler dung) auch für alle trag von lediglich 80 Euro. unbedingt geeignet, zeigt es theaterinteressierdoch die subtile Machtergrei...und Jung fung einer Partei, wobei auch das ten Nicht-Mitglieder des Freundeskreis-Ver- Mitgliedsbeiträge und Spenden Versagen der demokratischen eins gilt, erwarten die derzeit werden auch für den Schloss- Kräfte herausgearbeitet wird“, 230 Vereinsmitglieder weitere park-Theaterzuschuss verwendet, erklärt Holger Thomsen, der sein
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Gazette Steglitz | OKTOBER 2026 | 9 Berufsleben als Deutsch- und Geschichtslehrer sowie als Fachbereichsleiter für Gesellschaftswissenschaft am Hermann-Ehlers-Gymnasium verbrachte und dort auch über 30 Jahre die Theater-AG der Schule in Organisation, Öffentlichkeitsarbeit und darüber hinaus als Stückeschreiber unterstützte. Nun sieht er es als seine ehrenamtliche Aufgabe, die Kommunikation zwischen Schlosspark Theater und Freundeskreis zu pflegen, ohne – auch im Sinne des Schlosspark Theater – dabei den Publikums-Nachwuchs aus den Augen zu verlieren. „Putsch“ mit dem Untertitel „Anleitung zur Zerstörung einer Demokratie“ steht noch bis zum 18. Oktober 2026 auf dem Spielplan des Schlosspark Theater Berlin und zeigt, dass Demokratie kein Selbstläufer ist, sondern ein täglicher Kraftakt. An der Eintrittermäßigung interessierte Schülergruppen können sich über E-Mail freundeskreis@ schlosspark-theater.de an den Freundeskreis Schlosspark Theater Berlin e. V. wenden.
Ein starkes Team, bei dem jeder seine Hauptaufgabe mit viel ehrenamtlicher Energie und Liebe zum Schlosspark Theater vertritt, weiß der 1. Vorsitzende Holger Thomsen hinter sich. Die aktuellen Vorstandsmitglieder sind, jede(r) für sich, bereits seit 2014 für den Verein aktiv tätig. Als 2. Vorsitzender agiert Holger Thomsens ehemaliger Kollege Richard Faller, der 35 Jahre lang die Theater-AG des Steglitzer Hermann-Ehlers-Gymnasiums leitete. Heute macht er in erster Linie Schulen im Berliner Südwesten auf geeignete Theateraktivitäten und damit Schüler,
Gesprächsrunde für Freundeskreis-Vereinsmitglieder im Theater-Champagnersaal: humorvoll mit Schauspieler-Schwergewicht Frank Kessler. Fotos: Werner Brinkmann, Freundeskreis Schlosspark Theater in Berlin e. V. junge Leute und Studierende auf Verankerung des Schlosspark de die Förderung des Deutschen die vielfältigen Angebote des Theaters im bezirklichen, regi- Theater Prag aus der Satzung des Schlosspark Theater aufmerk- onalen sowie hauptstädtischen Freundeskreis gestrichen. Nach sam. Während Sabine Beck vom Kulturleben zu bewahren und zu jahrelanger weniger erfolgreiVorstand als Schriftführerin und verbessern, die Programmquali- cher Phase des FreundeskreiProtokollantin den Überblick hält, tät und -vielfalt des Theaters ses, die wohl den wechselnden hat Gisela Brokamp die Finanzen zu unterstützen, Interesse am Theaterleitungen zu schulden des Vereins fest im Griff. Vielen Sprechtheater durch Aktionen ist, ging es mit der Übernahme Theaterfreunden als gute Seele und Kooperationen mit Schulen des Schlosspark Theater Berlin ist Monika Ludewig bekannt, die zu fördern sowie die Vernetzung durch Dieter Hallervorden im den Freundeskreis mit viel Herz- mit Kulturinteressierten und Jahr 2009 mit dem Freundeslichkeit zuverlässig in seiner Au- -schaffenden im Bezirk zu stärken. kreis-Verein allmählich, wenn ßendarstellung vertritt, sei es bei auch wechselhaft, voran: Erst Historie Events, Sommerfesten oder den 2013 aber kam mit neuem VorEinführungs-Matinées. Daneben Nach längerer Vorgeschichte war stand gleichmäßige Fahrt auf, die sind zahlreiche Vereinsmitglieder im Februar 1995 der „Freundes- seit 2016 mit dem heutigen Vorzuverlässige Helfer, wenn viele kreis Schloßpark-Theater Berlin sitzenden Holger Thomsen und Hände gebraucht werden. „Ich e. V.“ gegründet worden. – Da- dem aktuellen Vorstandsteam kann mit unserem Team sehr zu- mals noch mit dem gemeinnützi- am Ruder nun kontinuierlich an frieden sein“, betont Thomsen, gen Zweck, dass „...dieser Verein, Tempo gewinnt. der zusätzlich das inzwischen dessen Tätigkeit nicht auf Gewinn Weitere Informationen und stete Wachsen des Freundes- ausgerichtet ist, die kulturellen Kontakt zum Freundeskreis kreis-Vereins lobt. – Auch wenn Interessen des Schloßpark-The- Schlosspark Theater in Berlin ein kleiner Wermutstropfen aters in Berlin fördert und glei- e. V. unter www.freundeskreisdiese Zufriedenheit trübt: Eine chermaßen die Aufgabe hat, schlossparktheater.de. Anerkennung des Vereins als durch die Wiederbegründung Die nächste Einführungsmatinée gemeinnützig ist noch immer des Deutschen Theaters in Prag zur Premiere der Komödie „Was nicht möglich, da es sich beim an die deutsch-tschechische The- ist los mit der Welt?!“ findet am Schlosspark Theater Berlin um atertradition anzuknüpfen und 18. Oktober 2016 um 11 Uhr statt. ein Privattheater handelt. Den- den deutsch-tschechischen Kul- Anmeldung erbeten. noch ist jede Spende willkom- turaustausch zu fördern und zu Spielplan und Informationen zum men und trägt gemeinsam mit unterstützen.“ Nicht einmal vier Schlosspark Theater Berlin unter den Mitgliedsbeiträgen des Ver- Monate hielt diese Verbindung www.schlossparktheater.de eins dazu bei, die Präsenz und der beiden Theater. Später wurJacqueline Lorenz
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10 | Gazette Steglitz | Oktober 2026
„Die Mütter“ in Zeiten von Krieg und Krisen Schwartzsche Villa zeigt Käthe Kollwitz und Isaac Chong Wai im Dialog Mit den universellen Folgen von Krieg, Verlust und der Rolle von Müttern in Zeiten bewaffneter Konflikte befasst sich eine neue Ausstellung im Steglitzer Kulturhaus Schwartzsche Villa. Unter dem Titel „Die Mütter“ treten Arbeiten der bedeutenden Grafikerin und Bildhauerin Käthe Kollwitz (1867–1945) in ein generationenübergreifendes Zwiegespräch mit Werken des zeitgenössischen Künstlers Isaac Chong Wai.
Trauer und Weiterleben Die von Christine Nippe kuratierte Schau spannt einen Bogen vom Ersten Weltkrieg bis in die von aktuellen Krisen geprägte Gegenwart. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach Schuld, Trauer und dem Weiterleben nach traumatischen Einschnitten. Kollwitz verarbeitete in ihrer Kunst den Verlust ihres 18-jährigen Sohnes Peter, der 1914 bereits wenige Tage nach seinem Einrücken an die Front fiel. In Steglitz ist unter anderem ihre berühmte Skulptur „Pietà“ zu sehen. Das Werk greift das klassische Motiv der um ihren toten Sohn
trauernden Mutter auf, verzichtet jedoch auf christliche Überhöhung und konzentriert sich ganz auf das menschliche Leid.
Multimediale Arbeiten Diesen historischen Positionen stellt der zwischen Berlin und Hongkong arbeitende Gegenwartskünstler Isaac Chong Wai multimediale Arbeiten gegenüber. Die namensgebende Videoinstallation „Die Mütter“ zeigt eine Gruppe von Darstellern, die in einer Schutzformation Wiegen- und Klagelieder aus unterschiedlichen Kulturkreisen anstimmen. In weiteren Werken beschäftigt sich Chong mit den materiellen Hinterlassenschaften von Gewalt: Fragile Glasskulpturen füllen etwa die Leerräume von Einschusslöchern an histori- Bis Januar 2027 gibt es eine neue Ausstellung schen Gebäuden aus. Bei der Serie „Muted in der Schwartzschen Villa. Dimensions“ können Besucher zudem mit Steinen Markierungen auf Plexiglasplatten den 8. Oktober 2026, im Rahmen einer Verhinterlassen, die den Umrissen historischer nissage von 18 bis 21 Uhr eröffnet. Zu sehen Fliegerbomben nachempfunden sind. sind die Arbeiten anschließend vom 9. OktoDie Ausstellung in der Schwartzschen Villa, ber 2026 bis zum 31. Januar 2027 täglich von Grunewaldstraße 55, wird am Donnerstag, 10 bis 18 Uhr, der Eintritt ist frei.
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125 Jahre Berlins Chöre Wanderausstellung und Konzert in der Ingeborg-Drewitz-Bibliothek Ob moderne Songs, klassisches Volkslied oder internationale Kanons: Die Berliner Chorszene gilt mit ihren schätzungsweise 2.500 Ensembles als eine der vielfältigsten des Landes. Mehr als 350 dieser Gruppen sind im Chorverband Berlin organisiert, der in diesem Jahr sein 125-jähriges Bestehen feiert. Zu diesem Jubiläum verlässt die traditionsreiche Organisation die großen Konzertsäle und tourt durch die Bezirke. Im Oktober macht die Wanderausstellung Station im Südwesten der Stadt. In der Ingeborg-Drewitz-Bibliothek können Besucherinnen und Besucher die Geschichte der Berliner Chöre nachvollziehen. Die Schau blickt auf die Entwicklung des Verbandes zurück, widmet
sich aber vor allem der heutigen musikalischen Bandbreite in den Berliner Kiezen. Ein besonderer Höhepunkt erwartet das Publikum am 14. Oktober: An diesem Tag wird die Ausstellung durch Live-Gesang lokaler Chöre ergänzt, die den Bibliotheksraum mit Musik füllen. Die Informationstafeln und Exponate bleiben anschließend noch bis zum Ende des Monats zu den regulären Öffnungszeiten der Bibliothek zu sehen. Der Eintritt zur Ausstellung und zum Auftritt am 14. Oktober ist frei, eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich. Veranstaltungsort ist die Ingeborg-Drewitz-Bibliothek in der Grunewaldstraße 3, direkt am Rathaus Steglitz.
Gazette Steglitz | Oktober 2026 | 11
Vom Pilzgeflecht zur Politik Diskussionsabend verbindet Naturforschung mit gesellschaftlichen Debatten
Schwefelporlinge (Laetiporus sulphureus). �
Foto: H. Beyer / Botanischer Garten Berlin Benjamin Haag spricht mit dem Biologen René Jarling über die Lebensweisen von Pilzen sowie deren kulturhistorische und literarische Bedeutung. Im zweiten Teil des Abends wechselt die Perspektive vom Waldboden auf die gesellschaftli Anzeige
Unterirdische Pilzgeflechte ver- Krisen? Dieser Frage widmet sich binden Pflanzen miteinander, ein öffentlicher Themenabend zersetzen Totes und schaffen am Mittwoch, 14. Oktober 2026 Nährböden für neues Leben. im Botanischen Garten. Doch taugen biologische Netz- Die Veranstaltung beginnt um werke auch als Denkmodell für 19 Uhr mit einem Blick in die gesellschaftliches und politisches Mykologie (Pilzkunde): Der GerHandeln in Zeiten ökologischer manist und Pilzsachverständige
che Bühne. Vor dem Hintergrund von Artensterben und Klimawandel debattieren die Schriftstellerin Judith Schalansky, Andreas Rötzer, Luiza Bengtsson und Olaf Zimmermann über Schnittmengen zwischen Kunst, Geistes- und Naturwissenschaften. Gefragt wird dabei insbesondere, wie Kultur- und Forschungsinstitutionen das wachsende öffentliche Interesse an Naturthemen nutzen können, um ökologische Veränderungen aktiv mitzugestalten. Die Moderation führt Harald Asel, im Anschluss sind Beiträge aus dem Publikum vorgesehen. Der Eintritt ist frei, eine vorherige Anmeldung unter https://tickets. bo.berlin/#/product/event/153?date_id=1385 ist jedoch erforderlich. Das Teilnahmeticket berechtigt zudem zu einem einmalig ermäßigten Eintritt in den Botanischen Garten im Verlauf des Monats Oktober.
Tischlerei
Hannemann Mit gutem Gewissen genießen Der Herbst ist da! Traditionell ist jetzt die Zeit für Wild und Geflügel. Auch die Martinsgans steht bald auf dem Tisch. Wir verarbeiten Fleisch von Betrieben, die für eine humane Form der Tierhaltung stehen. Mit innovativen sowie traditionellen Rezepten, unserem bekannt hohen Niveau und eigener Produktion bieten wir Qualität, die allen schmeckt!
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sechs Wochen dauernde Trockenreifung am Knochen bewahrt sich das Fleisch den Saft. Sehr beliebt ist Neuland-Rindfleisch aus eigener Trockenreifung am Knochen. Jetzt neu: Bachhubers Currywurst und Klopse mit Kapernsoße. Mit unserer vielfältigen Auswahl, täglichem Mittagstisch, zahlreichen Käsesorten und Weinen sind wir für Sie da. Wir freuen uns darauf, die Steglitzer Genießer bei uns begrüßen zu dürfen! Ein Plus für die Umwelt: Ob Fleisch, Wurst oder Käse – bringen Sie eine saubere Kunststoffbox mit, die wir füllen! Wir freuen uns auf Ihren Besuch! Baseler Straße 3 Bayerischer Platz 5 Güntzelstraße 47 Mexikoplatz 1
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12 | Gazette Steglitz | Oktober 2026
Wohnungen statt Öltanks Tanklager Lankwitz soll neues Wohnviertel werden Über Jahrzehnte lagerte hier die strategische Notfallreserve an Diesel und Heizöl für das geteilte West-Berlin: Auf dem Gelände des ehemaligen Tanklagers in Lankwitz soll künftig gewohnt und gearbeitet werden. Das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf hat mit dem sogenannten Aufstel Auf diesem Archivbild standen sie noch – mittlerweile sind die Öltanks in Lankwitz Geschichte.
Luftaufnahme der künftigen Baustelle. �
lungsbeschluss für den Bebauungsplan 6-51 den formellen Startschuss für die Umnutzung des Industrieareals gegeben. Der Betrieb der Tankanlagen aus den 1970er-Jahren war zum 31. März 2025 endgültig eingestellt worden. Da das bestehende
Planungsrecht dort ausschließlich gewerbliche Sondernutzungen erlaubt, müssen Bezirk und Eigentümer neues Baurecht schaffen. Beide Seiten hatten Voruntersuchungen angestellt und streben für das weitläufige Areal eine Mischnutzung an.
Foto: BASZ
Im Mittelpunkt der Planungen steht dringend benötigter Wohnraum, ergänzt durch Gewerbeflächen, soziale Einrichtungen wie Kitas sowie wohnungsnahe Grünzüge. Bevor die ersten Bagger anrollen, sind jedoch noch komplexe städtebauliche und ökolo gische Fragen zu klären: So muss geprüft werden, wie mit den bestehenden Erdwällen verfahren wird, wie der Naturschutz auf der Brachfläche berücksichtigt werden kann und wie die künftige Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr gelingt. Auch die genaue Mischung zwischen Wohnen und Gewerbe birgt Abstimmungsbedarf. Laut Stadtentwicklungsstadtrat Patrick Steinhoff strebt das Bezirksamt einen möglichst hohen Wohnanteil an, muss sich dabei allerdings an Vorgaben der Senatskommission Wohnen orientieren, die feste Anteile für Gewerbeansiedlungen verlangt. Als nächster Schritt wird die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) über den Beschluss informiert. Bürger sollen im Laufe des Verfahrens über Beteiligungsformate die Möglichkeit erhalten, eigene Anregungen zu den Plänen einzubringen.
Filme, Führungen, Vorträge Herbstprogramm im Bundesarchiv Wer an der Finckensteinallee in Lichterfelde vorbeigeht, blickt auf eine weitläufige Anlage mit wechselvoller Vergangenheit. Als preußische Hauptkadettenanstalt errichtet, wurde sie später Kaserne der US-Armee unter dem Namen „Andrew Barracks“. Seit 1994 beherbergt das Gelände das Bundesarchiv. Im Herbst 2026 lädt es zu einer Reihe öffentlicher und kostenfreier Veranstaltungen ein, die von persönlichen Filmschätzen über frühe Kinopioniere bis hin zur Theatergeschichte der DDR reichen.
Eigene Filmschätze begutachten lassen Am Donnerstag, dem 15. Oktober 2026, findet im Foyer der weltweite „Home Movie Day“ statt. Zwischen 14 Uhr und 18 Uhr können Bürgerinnen und Bürger private Filmrollen (8mm, Super 8, 16mm), Videokassetten oder Digitaldateien mitbringen. Expertinnen und
manns Hans Schaller, einem engen Freund von Heinz Rühmann, die live kommentiert wird.
Die Anfänge des Kinos: Die Brüder Skladanowsky
Experten des Archivs prüfen das Material kostenfrei, geben Ratschläge zur Erhaltung und besprechen auf Wunsch eine Übernahme in den Archivbestand. Um 16.45 Uhr beginnt eine Führung durch das Magazin und die Filmdigitalisierungs-Werkstatt. Den Abschluss bildet ab 18 Uhr im Kinosaal eine Vorführung seltener Amateurfilme des Kamera Am Donnerstag, dem 5. November 2026, widmet sich das Archiv den deutschen Anfängen des bewegten Bildes. Um 16.45 Uhr startet im Foyer des Benutzungszentrums eine Führung durch die Ausstellung „Habe ich den Film erfunden? Max Skladanowsky – Pionier, Visionär & Hochstapler“. Die Schau präsentiert Geräte, Dokumente und Fotografien aus dem Nachlass der Gebrüder Skladanowsky. Im Anschluss, ab 18 Uhr, zeigt das Archiv im Rahmen der Reihe „Lichterfilme“ ausgewählte Arbeiten der Filmpioniere, ergänzt durch eine Live-Daumenkinovorführung. Eine Anmeldung für die Führung und den Filmabend ist nicht erforderlich.
Führung und DDR-Theater Die bewegte Geschichte des Lichterfelder Archivgeländes selbst steht am Donnerstag, dem 12. November 2026, im Mittelpunkt. Um 16.45 Uhr beginnt eine Geländeführung, die den Bogen von der preußischen Nutzung über die NS-Zeit und die US-Garnison bis zum heutigen modernen Benutzungszentrum spannt. Um 18 Uhr beginnt der Vortrag „Von der Bühne auf die Straße. Theater in der späten DDR“ von Dr. Jutta Braun. Der Beitrag befasst sich mit der Rolle der Theater als kritische Ersatzöffentlichkeit in der späten DDR und dem Aufbegehren der Ensembles im Herbst 1989. Zur Illustration werden zeitgenössische Dokumente aus den Archivbeständen gezeigt. Der Eintritt zu allen genannten Veranstaltungen in der Finckensteinallee 63 ist frei.
Gazette Steglitz | Oktober 2026 | 13
Neues Leben im alten „Pop Inn“ Vorübergehende Nutzung nach jahrelangem Leerstand Das historische Wohn- und Gewerbegebäude in der Steglitzer Ahornstraße 15a, einer Seitenstraße der Schloßstraße, blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. 1891 erbaut, beherbergte es bis etwa in die 1930er-Jahre das „Lokal Schellhase“ samt Tanzsaal. Nach verschiedenen Zwischennutzungen wurde es ab 1967 als Jugenddiskothek „Pop Inn“ zu einer bekannten Institution der West-Berliner Jugendkultur. Seit dem Ende des Betriebs und dem anschließenden Leerstand steht das Gebäude jedoch seit Jahren ungenutzt. Eine schriftliche Anfrage der Abgeordneten Tonka Wojahn (Grüne) zeigt den aktuellen Stand der Planungen für die landeseigene Immobilie.
Nutzung unklar Da die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie keinen eigenen Bedarf mehr für das Ge Ahornstraße 15a in Steglitz. bäude sieht, soll die Liegenschaft in das sogenannte Clusterungsverfahren des Landes Berlin eingebracht werden. In diesem Verfahren wird geprüft, welche Landesbehörde das Gebäude künftig nutzen könnte. Parallel dazu prüft das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf, ob eine Übernah FÜR MENSCHEN, DIE AUCH IM ALTER WERT AUF QUALITÄT UND PRIVATSPHÄRE LEGEN.
me in das bezirkliche Fachvermögen möglich und sinnvoll ist.
Hoher Sanierungsbedarf Eine dauerhafte Öffnung oder reguläre Zwischennutzung scheiterte bislang am erheblichen Sanierungsbedarf sowie an baulichen Mängeln und Schimmel pilzbefall im Gebäude. Dennoch gibt es nun eine befristete Lösung für ein lokales Kulturprojekt: Das Tanz- und Performanceprojekt „Für immer Pop Inn“, das sich künstlerisch mit der Geschichte des ehemaligen Jugendclubs auseinandersetzt, darf die Räume bis Ende Dezember 2026 nutzen.
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14 | Gazette Steglitz | Oktober 2026
Zwischen Aufbruch und Zweifel Das Achim Freyer Kunsthaus in Lichterfelde zeigt neue Malerei von Lunita-July Dorn Im Lichterfelder Achim Freyer Kunsthaus begegnen sich im Herbst etablierte Sammlungstradition und junge Berliner Kunst. Anlässlich der Berlin Art Week 2026 präsentiert das Haus bis zum 13. Dezember 2026 die erste institutionelle Einzelausstellung der Malerin Lunita-July Dorn. Unter dem Titel „Like a bird on a wire“ sind dort großformatige Gemälde und Zeichnungen zu sehen. Lunita-July Dorn wurde 1999 in Berlin geboren und ist Absolventin der Weißensee Kunsthochschule. Sie stellt in ihren Arbeiten wiederkehrend das eigene Bildnis in den Mittelpunkt. Ihre Porträts dienen als Ausgangspunkt für eine persönliche Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Rollen, Identitätsfragen und dem Erwachsenwerden. Dabei verbindet sie eigene Erinnerungen mit fantastischen Bildwelten.
� Typisch für ihre Arbeitsweise ist die Sichtbarkeit des Malprozesses: Skizzenhafte Vorzeichnungen, übermalte Schichten und nachträglich freigelegte Partien
Foto: Roman März. bleiben bewusst erkennbar und verdeutlichen eine Kunst, die das Unfertige und die Veränderung thematisiert. Der Titel der von Sabine Bayer
kuratierten Schau geht auf das bekannte Lied von Leonard Cohen zurück. Ähnlich wie der Song kreisen auch Dorns Bilder um das Spannungsfeld zwischen dem Wunsch nach persönlicher Freiheit und den Anforderungen des Alltags. Für Besucher im Bezirk bietet die Schau zudem einen doppelten Blickwinkel: Dorns zeitgenössische Arbeiten treten in den Räumen des Kunsthauses in einen direkten Dialog mit der dort beheimateten Sammlung aus Klassischer Moderne, Art Brut und Outsider Art. Zur Ausstellung erscheint eine exklusive zehnteilige Edition von Lunita-July Dorn. Mit dem Erwerb eines Blattes unterstützen Sie die Realisierung ihrer ersten Monografie. Weitere Informationen unter www. achimfreyer.com/ausstellung/ lunita-july-dorn. Anzeige
Müssen Rentner Steuern zahlen? Das am 01.01.2005 in Kraft getretene Alterseinkünftegesetz beinhaltet unter anderem eine umfangreiche Neuordnung der Besteuerung von Alterseinkünften. Die Neuregelung gilt sowohl für Personen, die erst jetzt in Rente gehen oder noch im Arbeitsleben stehen, als auch für Personen, die bereits vor 2005 eine Rente bezogen haben, so genannte Bestandsrentner. Waren bisher bei einem Renteneintrittsalter von 65 Jahren 27 % der Rente als Einnahmen zu erfassen (Ertragsanteil), so beträgt im Kalenderjahr 2005 der Besteuerungsanteil 50 %, d. h. die Hälfte der Rente
unterliegt der Besteuerung. Seit dem 01.01.2005 werden die Rentenzahlungen an das Bundeszentralamt für Steuern übermittelt (Rentenbezugsmitteilung). Jeder Rentner sollte daher überprüfen, ob er aufgrund der Neuregelung ein zu versteuerndes Einkommen erzielt und eine Steuererklärung abgeben muss. Wir haben, um den Anforderungen der Rentner gerecht zu werden, ein spezielles Paket für Rentner entwickelt. Sprechen Sie uns diesbezüglich an. Natürlich können Sie auch in allen anderen steuerlichen Fragen den Kontakt mit uns aufnehmen.
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Gazette Steglitz | Oktober 2026 | 15
Bürgermedaille verliehen Bezirksverordnetenversammlung zeichnet fünf Persönlichkeiten aus Ob in der Schulkantine, im Katastrophenschutz oder in der Seelsorge: Bürgerschaftliches Engagement prägt den Alltag oft dort, wo es nicht sofort im Rampenlicht steht. Um diesen Einsatz zu würdigen, hat Bezirksverordnetenvorsteher René Rögner-Francke am 10. September im Gutshaus Steglitz fünf Persönlichkeiten mit der Bezirksmedaille ausgezeichnet. Die Geehrten gingen aus Vorschlägen hervor, die von den Einwohnern des Bezirks eingereicht worden waren. Die Bandbreite der gewürdigten Projekte zeigt, wie vielfältig das Ehrenamt im Bezirk aufgestellt ist. Am Gymnasium Steglitz etwa sind Wolfgang Ott und Reinhart Gentzsch seit Jahrzehnten eine feste Institution: Die beiden riefen einst den Betrieb der Schulcafeteria ins Leben und sicherten deren Fortbestand über viele Jahre hinweg ehrenamtlich ab – ein täglicher Treffpunkt, der das
Gruppenfoto der Geehrten mit dem BVV-Vorsteher v.l.n.r. Rögner-Francke, Bischof v. Chr., Breidbach, Mattner, Ott und Gentzsch. � Foto: BA SZ Schulleben nachhaltig bereichert. Dass nachbarschaftliche Hilfe auch über Krisen hinweg trägt, beweist das Wirken von Ursula Breidbach. Sie engagiert sich seit Jahren für geflüchtete Menschen im Bezirk und setzt sich
insbesondere im „Willkommensbündnis Steglitz-Zehlendorf“ für deren gesellschaftliche Teilhabe und Unterstützung im Alltag ein. Wie unverzichtbar freiwillige Helfer im Ernstfall sind, zeigte sich nicht zuletzt beim großflächigen Impressum
Stromausfall im Bezirk. Für seinen Einsatz beim Technischen Hilfswerk (THW) erhielt Philipp Mattner die Bezirksmedaille. Er hatte während des langanhaltenden Blackouts als Gesamteinsatzleiter die Hilfsmaßnahmen koordiniert und für die Sicherheit der Bevölkerung gesorgt. Mit Bischof Emmanuel Sfiatkos (Bischof von Christoupolis) wurde zudem ein Brückenbauer zwischen Kulturen und Religionen geehrt. Der Geistliche engagiert sich in der griechisch-orthodoxen Gemeinde in Steglitz-Zehlendorf und setzt sich im gesamten Bezirk für den interreligiösen Dialog, die ökumenische Zusammenarbeit und gelungene Integration ein. Mit der Verleihung der Bezirksmedaille setzt das Bezirksparlament ein Zeichen der Anerkennung für Menschen, die mit ihrer Zeit und Tatkraft den gesellschaftlichen Zusammenhalt im Berliner Südwesten stärken.
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