Gazette Schöneberg & Friedenau - März 2026

Gazette für Schöneberg und Friedenau

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GAZETTE VERBRAUCHERMAGAZIN

März 2026

Schöneberg & Friedenau

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Ungewöhnlich wohnen – der Bunker wurde mit einem Wohnhaus überbaut.

Der Bunker in der Pallasstraße Wohnhaus auf Stelzen über Hochbunker Ein ungewöhnlicher Anblick – ein großes Mehrfamilienhaus auf Stelzen überbrückt einen alten Bunker. Dieser wurde von 1943 bis 1945 gebaut und ist nicht über den Rohbau hinausgekommen. Eigentlich sollte er als Fernmeldebunker genutzt werden, aber durch das Kriegsende 1945 kam es nie dazu. Auf dem Bau wurden sowjetische Zwangsarbeiter eingesetzt, darunter auch Menschen aus der heutigen Ukraine. Nach Kriegsende versuchten US-amerikanische Soldaten, den Bunker zu sprengen. Das Vorhaben misslang – auch deshalb, weil aus

Rücksicht auf die noch intakten Bauten der Umgebung keine größeren Sprengungen möglich waren. In den 1970er-Jahren wurde der benachbarte Sportpalast abgerissen und das Gelände mit der Wohnanlage „Wohnen am Kleistpark“ – mittlerweile „Pallasseum“ bebaut. Da der Bunker nicht beseitigt werden konnte, bauten die Architekten das eingangs erwähnte Wohnhaus auf Stelzen über dem Bunker. Auf Betreiben der westlichen Alliierten wurde der Bunker Ende der 1980er-Jahre ausgebaut, sodass er mit fast 5000 Plätzen die größte Zivil der Sophie-Scholl-Schule wurde er zu einem „Ort der Erinnerung“. In der Schule – damals noch Augusta-Schule – waren die Zwangsarbeiterinnen und -arbeiter untergebracht, die den Bunker errichten mussten. Die Sophie-Scholl-Schule knüpfte 1994 Kontakte zu den Kindern und Jugendlichen, die damals nach Deutschland deportiert Eine Tafel erinnert an die wurden. Der Bunker wurde Geschichte des Bunkers, der heute 2010 entwidmet und steht unein „Ort der Erinnerung“ ist. ter Denkmalschutz. Außen am Bunker hängen Gedenktafeln, schutzanlage Berlins war. Im Jahr die an die Menschen erinnern, 2002 bekam er eine neue Aufga- die ihn in Zwangsarbeit errichbe – auf Initiative von Schülern ten mussten.

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WORT DES BEZIRKSBÜRGERMEISTERS

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Liebe Leser_innen, nach diesem kalten Februar, hoffen alle auf einen Frühling mit viel Licht und Sonnenschein.

Kaffeewette Eingangs möchte ich mich für 1.243-mal gespendete Wärme bedanken. So viele Kaffeepakete haben wir in Tempelhof-Schöneberg anlässlich der diesjährigen „Kaffeewette“ gespendet bekommen. Zum ersten Mal haben

Bezirksbürgermeister Oltmann freut sich über die vielen Kaffeespenden. Foto: BA TS alle 12  Berliner Bezirke an der Kaffeewette teilgenommen und haben sage und schreibe insgesamt 18.847 Päckchen in Berlin gesammelt. In der Challenge der Bezirke haben wir den vierten Platz erreicht und mit weit mehr als 500 gesammelten Kaffeepäckchen „die Wette gewonnen“. Den Gewinn von 2.500 Euro habe ich vom hiesigen Einzelhändler Ralf Oelmann für die Kältehilfe in Tempelhof-Schöneberg erhalten

und sage für das besondere Engagement von Herzen „Danke“. Alle Spendenden haben mit ihrer Teilnahme ein großes Zeichen der Solidarität mit wohnungslosen Menschen gesetzt und genau darauf kommt es bei der Aktion an. Jetzt heißt es, die Kaffeepäckchen und den Gewinn zu verteilen. Ich verspreche Ihnen, jede Spende kommt an!

Frauenmärz Nachdem der Frauenmärz schon Ende Februar mit dem Motto „Frauen überwinden Grenzen“ an den Start gegangen ist, können Sie sich auf eine Vielzahl weiterer Veranstaltungen freuen. Darunter sind musikalische und politische Termine, aber auch Kiezspaziergänge. Am 10.  März 2026 um 18  Uhr präsentiert die Fotografin Bettina Straub in der Ausstellung „Frauen in Bewegung“ klassische Porträtaufnahmen von 18 ganz unterschiedlichen Frauen. In Kombination mit Kurztexten ergeben sich unter anderem Einblicke in die Wandlungsfähigkeit und Individualität in kritischen Lebensphasen. Ort: BEGINE – Treffpunkt für Kultur und Frauen in der Potsdamer Str. 139 in 10783 Berlin. Gleich mehrere Ensembles der Leo Kestenberg Musikschule entführen Sie am 15. März 2026 um 17  Uhr im Rathaus Schöneberg in die weite Welt. Präsentiert werden im großen Willy-BrandtSaal Lieder und Stücke berühmter Musikerinnen und Komponistinnen. Geboten werden Lieder von Fairouz, Miriam Makeba, Geishalieder und weitere. Ort: Rathaus Schöneberg, John F.-Kennedy-Platz 1, 10825 Berlin. Nachhaltigkeitspreis Vom 27. bis 29. März 2026 spielt das Kabarett Korsett das Pro- Bereits zum 15. Mal lobt der Begramm „immer heiter...immer zirk Tempelhof-Schöneberg den weiter!“ im Gemeinschaftshaus „Green Buddy Award“ aus. In den Lichtenrade. Mit einem Augen- Jahren haben wir hervorragende zwinkern präsentieren die Frauen Projekte mit diesem, weit über gesellschaftliche und politische die Grenzen des Bezirks hinaus Ungerechtigkeiten in amüsanter bekannten Nachhaltigkeits-Preis Form mit selbstgeschrieben Tex- ausgezeichnet. Es ist großartig, ten. Gegründet hat sich das Ka- wie viele Unternehmen, Startbarett Korsett 1994 und ist fester ups und Projektgruppen sich Bestandteil des Frauenmärzes. innovativ, mit „Know-how“ und Ort: Barnetstraße  11/Ecke Lich- Engagement für die Umwelt eintenrader Damm in 12305 Berlin. setzen. Noch bis zum 31.  März Genießen Sie den Frauenmärz in 2026 können sich Schüler_innen, seiner ganzen Vielfalt und achten Studierende und Unternehmen Sie darauf, ob Anmeldungen er- in sechs Kategorien um den grüforderlich sind. nen Bären bewerben. Dabei sind: Alle Infos: www.frauenmaerz.de/ Erneuerbare Energien, Produktion, Dienstleistungen und HandNachbarschaftsfest am werk, Young Green Buddy Award, Rathaus Schöneberg Einzelhandel, Abfallvermeidung Das diesjährige Nachbarschafts- und Recycle sowie Smart Cities fest vor dem Rathaus Schöneberg Lösungen. Die feierliche Preisverund in der Freiherr-vom-Stein- leihung findet am 18. Juni 2026 Straße geht zwar erst am 13. Juni statt. Vielleicht haben Sie ja selber 2026 von 12 bis 19 Uhr an den ein innovatives Projekt das passt Start, aber den Termin sollten oder kennen ein solches UnterSie sich schon jetzt vormerken. nehmen. Wir freuen uns auf viele Das Fest für die ganze Nachbar- Bewerbungen. schaft wird immer beliebter. Wie I nfos: w w w.ber lin.de/bain den letzten Jahren werden sich tempelhof-schoeneberg/ Arbeitsbereiche des Bezirksamtes Abschließend möchte ich Sie und ehrenamtliche Organisatio- gerne noch einmal an die Ehrennen vorstellen. Wenn Sie sich amtsbörse am 21. März 2026 von mit Ihrem Verein für einen Stand 11 bis 16 Uhr bei uns im Rathaus anmelden möchten, melden Sie Schöneberg erinnern. Hier könsich bitte schnell an. Läuft die nen Sie sich über die verschieAnmeldefrist auch bis längstens densten Einsatzmöglichkeiten 15.  April 2026, gilt das Prinzip informieren und mit Ehrenamtli„Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ chen ins Gespräch kommen! und wenn die Höchststandanzahl Ihr erreicht ist, müssen wir das An-   meldefenster leider schon früher   schließen. Jörn Oltmann Infos: www.berlin.de/ba-ts/ Bezirksbürgermeister nachbarschaftsfest von Tempelhof-Schöneberg

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Ein Monat im Zeichen der Stärke Der Frauenmärz 2026 in Tempelhof-Schöneberg

Frauen märz

2 0 26 in Tempelhof und Schöneberg

U

nter dem kraftvollen Motto „Frauen überwinden Grenzen“ verwandelt sich der Bezirk Tempelhof-Schöneberg im März 2026 in eine Bühne für weibliche Perspektiven, Geschichte und Zukunftsvisionen. Mit über 40 kostenfreien Veranstaltungen bietet die diesjährige Reihe ein beeindruckend vielfältiges Programm, das von Kunst und Kultur über politische Debatten bis hin zu praktischen Workshops reicht. Am 5.  März um 18.30  Uhr liest Stefanie de Velasco aus ihrem Buch „Heiss – Liebeserklärung an die Wechseljahre“. Sie zeigt, wie viel Kraft in den Wechseljahren steckt. Erste Veränderungen wie graue Haare, Schlafprobleme und Wutausbrüche verunsicherten sie, auch weil kaum über die Menopause gesprochen wird. In

ihrem Buch bricht sie das Tabu und beschreibt diese Zeit als Chance für eine neue, unabhängige Identität. Für die Lesung in der Stadtteilbibliothek in der Marienfelder Allee ist keine Anmeldung erforderlich. Am 8.  März, dem Weltfrauentag, präsentiert die Fotografin Christa Mayer ihr Lebenswerk aus vier Jahrzehnten, während das „Kabarett Korsett“ Ende des Monats mit satirischem Biss und musikalischer Begleitung den politischen Alltag aufs Korn nimmt.

Sichtbarkeit im öffentlichen Raum Ein zentrales Anliegen des Frauenmärz ist es, Frauen im Stadtbild sichtbar zu machen. Dies geschieht 2026 nicht nur durch die Kampagne „Frauen*Stimmen sichtbar machen“, die am 5. März

startet, sondern auch durch dauerhafte Veränderungen im Kiez. Zwei feierliche Platzbenennungen stehen auf dem Programm: Am 6. März wird der nördliche Teil der Crellestraße zum „Lucie-Leydicke-Platz“, benannt nach der legendären Schöneberger Wirtin. Am 23. März folgt die Einweihung des „Erna-Proskauer-Parks“ am Innsbrucker Platz, um die Juristin und Kämpferin für NS-Opfer-Entschädigungen zu ehren. Wer die Geschichte des Bezirks zu Fuß erkunden möchte, hat dazu mehrfach Gelegenheit. Historische Kiezrundgänge führen unter anderem zu den Orten lesbischer Sichtbarkeit in Schöneberg, zu den „Grenzgängerinnen“ in Friedenau oder zu den Ruhestätten feministischer Vorkämpferinnen auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof.

Diskurs, Gedenken und Literatur Das Programm scheut sich nicht vor ernsten und hochpolitischen Themen. Am 10.  März widmet sich die Veranstaltung „Stiller Schrei“ im Diakonischen Werk dem Gedenken an Hatun Sürücü und thematisiert Gewalt gegen Frauen. Auch aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen stehen im Fokus: So diskutiert der Berliner Frauenbund 1945 am 18.  März über „Klimaanpassung als gleichstellungs- und sozialpolitische Aufgabe“. Literarisch wird ein weiter Bogen gespannt. Besonders unterhaltsam verspricht die Lesung am 11. März im Eva-Maria-Buch-Haus zu werden: Unter dem Titel „Drei ostdeutsche Frauen betrinken sich und gründen den idealen Staat“ blicken Annett Gröschner, Peggy Mädler und Wenke Seemann humorvoll auf ihre Herkunft. Dennenesch Zoudé liest am 6. März aus der Biografie der Ikone Josephine Baker, und Stefanie de Velasco bricht am 5. März mit „Heiss“ eine Lanze für das Tabuthema Wechseljahre.

Film, Musik und Empowerment Auch Cineastinnen kommen auf ihre Kosten. Gezeigt werden unter anderem der Hollywood-Film „She Said“ über die Aufdeckung des Weinstein-Skandals sowie die isländische Dokumentation „Ein Tag ohne Frauen“ über den historischen Frauenstreik von 1975. Musikalisch untermalt wird der Monat durch das traditionelle Jazzkonzert „steinway & daughter“ am 15. März sowie Konzerte mit Musikerinnen aus aller Welt. Abgerundet wird der Frauenmärz durch ein umfangreiches Workshop-Angebot, das Frauen ganz praktisch stärken soll. Von der „Existenzgründung für Unternehmerinnen“ über Selbstbehauptungskurse bis hin zu „Contact Improvisation“ und Gartenevents reicht die Palette. Alle Veranstaltungen sind kostenfrei. Das vollständige Programm und Details zu den einzelnen Terminen finden Interessierte unter www.frauenmaerz.de.

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Über 4.000 Geburten am St. Joseph Krankenhaus Geburtenstärkste Klinik in Berlin und Brandenburg Im St. Joseph Krankenhaus in Tempelhof-Schöneberg kamen 2025 insgesamt 4.119 Babys zur Welt. Bei 4.020  Entbindungen wurden 1.969  Mädchen und 2.150  Jungen geboren, darunter 97  Zwillingspaare und einmal Drillinge. Damit ist die Klinik erneut die geburtenstärkste Einzelklinik in Berlin und Brandenburg. Bundesweit belegt das Krankenhaus Platz zwei. Nur zwei Kliniken in Deutschland verzeichneten 2025 mehr als 4.000 Geburten: das St. Joseph Krankenhaus und eine Klinik in Frankfurt am Main. Die Statistik wird vom wissenschaftlichen Informationsdienst der Milupa Nutricia GmbH erstellt und berücksichtigt über 600 Geburtskliniken. Chefarzt Prof.  Dr.  Michael Abou-Dakn führt die hohe Ge sorgungsstufe (Level 1), in dem Geburtshilfe und Kinder- und Jugendmedizin eng zusammenarbeiten. 2025 betreute die Neonatologie unter Chefärztin Dr. Caroline Schmitt 39 Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht unter 1.500 Gramm sowie 28 Kinder unter 1.250 Gramm. Das Perinatalzentrum wurde erneut zertifiziert, ebenso das „familyfriendly“-Zertifikat für die Förderung der Eltern-Kind-Bindung. Bei den Vornamen lagen 2025 Lina, Ayla und Emma bei den Mädchen vorne, bei den Jungen St. Joseph Krankenhaus in Tempelhof erneut geburtenstärkste Adam, Noah und Emil. Das Krankenhaus bietet für werEinzelklinik in Berlin-Brandenburg sowie Platz 2 in Deutschland. Foto: Joseph Kliniken Berlin, Dirk Pagels dende Eltern montags um 18 Uhr Informationsveranstaltungen an, burtenzahl auf das Vertrauen ein erfahrenes Team und die die vor Ort oder online stattfinwerdender Eltern zurück. Aus- personelle Ausstattung. den. Aktuelle Termine sind unter schlaggebend seien die famili- Die Klinik verfügt über ein Peri- www.joseph-kliniken.de zu finenorientierte Geburtsmedizin, natalzentrum der höchsten Ver- den.

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Ein Leben für die Fürsorge Vor 50 Jahren starb Elisabet von Harnack Von Harnack – ein bekannter Name. Meist fällt der Blick dabei auf die Männer: auf den überragenden Theologen und Wissenschaftsorganisator Adolf von Harnack, seinen Sohn Ernst oder auf seinen Neffen Arvid, die beide für ihre Rolle im Widerstand gegen das Nazi-Regime ermordet wurden. Doch im Schatten dieser Biografien wirkte eine Frau, deren Leben exemplarisch für die Herausforderungen und Brüche des 20.  Jahrhunderts steht: Elisabet von Harnack. Sie war Sozialarbeiterin und setzte sich besonders für die Belange von Kindern und Frauen ein.

Hochrangiger Besuch Elisabet wurde am 1.  Januar 1892 als das sechste von sieben Kindern geboren. Die Familie Harnack – ab 1914 von Harnack – lebte von 1900 bis 1910 in der Fasanenstraße in Wilmersdorf, das zu dieser Zeit noch vor den Toren Berlins lag. Ab 1911 wohnten sie in der Kunz-Buntschuh-Straße in der Villenkolonie Grunewald. Elisabet wuchs in einer Atmosphäre auf, die man heute als „intellektuellen Hochadel“ bezeichnen würde. Ihr Vater, Adolf von Harnack, war nicht nur der bedeutendste Theologe seiner Zeit, sondern als Generaldirektor der Königlichen Bibliothek und Präsident der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft auch ein politischer Netzwerker ersten Ranges. Im Haus der Harnacks verkehrten Politiker und Kirchenführer.

Hier wohnte von 1900 bis 1910

ADOLF VON HARNACK 7.5.1851 – 10.6.1930

Theologe und Kirchenhistoriker Er war Initiator und erster Präsident der »Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften« der heutigen »Max-Planck-Gesellschaft«

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Die Familie Harnack lebte bis 1910 in der Fasanenstraße in Wilmersdorf. Für Elisabet und ihre Geschwister war dies Privileg und Last zugleich. Von den Töchtern wurde erwartet, gebildet und repräsentativ zu sein, doch akademische Karrieren waren für Frauen im Kaiserreich noch die Ausnahme. Elisabet jedoch suchte ihren eigenen Weg, geprägt von der protestantischen Ethik des „Dienens“, die im Hause Harnack gelehrt wurde.

Weg in die Soziale Arbeit Anders als viele Frauen ihres Standes, die sich auf eine Ehe vorbereiteten, strebte Elisabet nach beruflicher Eigenständigkeit. Sie gehörte zu der Generation von Frauen, die die Professionalisierung der „Sozialen Arbeit“ – damals Fürsorge – in Deutschland vorantrieben. Nach dem Studium der Nationalökonomie, Staatswissen schaften, Kirchen- und Dogmengeschichte wurde sie zunächst Referentin für Fragen der Fürsorge, anschließend wurde sie Schulpflegerin. 1921 arbeitete sie als Geschäftsführerin des Wohlfahrtsverbandes Berlins, des Berliner Frauenvereins sowie der Deutschen Verbände für Sozialbeamtinnen und für Schulkinderpflege. Sie setzte sich ein, dass es Richtlinien für die Beaufsichtigung gewerblich arbeitender Kinder gab und setzte sich für das Verbot körperlicher Züchtigung in der öffentlichen Kinder- und Jugendfürsorge ein.

Dunkle Jahre und Familientrauma Die Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 markierte für die humanistisch geprägte Familie eine Zäsur. Während Adolf von Harnack 1930 verstor ben war und den Untergang der Republik nicht mehr miterleben musste, geriet die Familie in den Strudel des Terrors. Elisabet musste alle ämter aufgeben, da Familienangehörige Mitglieder der SPD waren. Traumatische Ereignisse für die Familie waren zweifellos die Schicksale ihres Bruders Ernst sowie ihres Cousins Arvid und dessen Frau Mildred. Mildred und Arvid waren Mitglieder der Widerstandsgruppe „Rote Kapelle“. Als sie 1942 verhaftet wurden, versuchte die Familie verzweifelt, Einfluss zu nehmen – vergeblich. Arvid wurde gehängt, Mildred enthauptet. Ernst unterstützte die Widerstandskämpfer des Attentats vom 20.  Juli 1944, er wurde am 5. März 1945 in Plötzensee gehängt.

Wirken im Nachkriegsdeutschland Nach 1945 war Elisabet am Aufbau der sozialen Arbeit in Berlin aktiv beteiligt und kümmerte sich ab 1949 in der Senatsverwaltung für Arbeit und Sozialwesen um die Flüchtlings- und Vertriebenenhilfe, Heimkehrerfürsorge und Fürsorge für Verfolgte während des Dritten Reichs. Gemeinsam mit Ernst Reuter gab sie die Zeitschrift Soziale Arbeit heraus. Auch nach ihrer Pensionierung blieb sie nicht untätig und füllte viele Ehrenämter aus. Sie starb am 22. November 1976 in Berlin und wurde im Familiengrab auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof in Schöneberg beigesetzt.

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Sekundarschule geplant

72.000 Euro für Kiez-Ideen Bezirk startet Bewerbungsphase für Regionalkasse 2026 Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg stellt auch für das Jahr 2026 finanzielle Mittel bereit, um das nachbarschaftliche Leben zu stärken. Insgesamt befinden sich 72.000 Euro im Topf der sogenannten Regionalkasse. Gefördert werden Vorhaben, die Menschen zusammenbringen oder das Wohnumfeld verschönern. Ab sofort können Interessierte ihre Vorschläge einreichen. Angesprochen sind Privatpersonen, Vereine sowie Träger. Die maximale Fördersumme pro Projekt beläuft sich auf 3.000 Euro. In der Vergangenheit wurden durch diese Mittel unter anderem kulturelle Veranstaltungen, Flohmärkte, Sportangebote oder die insektenfreundliche Umgestaltung öffentlicher Flächen realisiert. Die Einreichung der Projektideen erfolgt entweder digital über die Beteiligungsplattform https://mein.berlin.

Grafik: georg + georg de/vorhaben/2026-01335 oder per E-Mail an sozialraumorientierung@ba-ts. berlin.de. Alle eingegangenen Vorschläge werden auf der Plattform veröffentlicht und können dort von den Bürgern kommentiert werden. Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann hob im Zuge der AnkünDoppelzimmer pro Person

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45, digung das kreative Potenzial im Bezirk hervor. Wer Unterstützung bei der Ausarbeitung einer Idee benötigt, kann sich an die Regionalkoordinatoren wenden. Detaillierte Informationen zum Verfahren stehen zudem auf der Webseite des Bezirksamtes unter www.berlin.de/-ii1188180 zur Verfügung.

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Tempelhof-Schöneberg bekommt eine weitere Schule. Die Projektvereinbarung für eine Integrierte Sekundarschule am Tirschenreuther Ring in Marienfelde wurde jetzt unterzeichnet. Beteiligt sind der Bezirk, die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie sowie die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft HOWOGE als Baudienstleister. Die neue Schule wird vier Züge in der Sekundarstufe I und zwei Züge in der Sekundarstufe  II umfassen. Insgesamt sind etwa 550 Schulplätze vorgesehen. Die Inbetriebnahme ist für das Schuljahr 2031/2032 geplant. Schulstadtrat Tobias Dollase bezeichnete die Unterzeichnung als wichtigen Schritt, um das Schulplatzangebot im Bezirk zu erweitern. Daniela Riedel, bei der HOWOGE für den Schulbau zuständig, verwies auf den wachsenden Bedarf an weiterführenden Schulen in Berlin. Das Projekt ist Teil der laufenden Schulbauoffensive in Tempelhof-Schöneberg.

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Königin Luise auf einem Ölgemälde von Josef Mathias Grassi, 1802.

250 Jahre Königin Luise von Preußen Im schönsten Kleid zu Napoleon

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Gazette Schöneberg & Friedenau  |  März 2026  |  9 In der langen Geschichte der Hohenzollern gibt es viele Herrscher, die durch militärische Strenge oder staatstragende Reformen in Erinnerung blieben. Doch keine Gestalt des preußischen Königshauses wird bis heute so sehr mit Anmut, menschlicher Wärme und tragischem Schicksal verbunden wie Königin Luise. Als sie 1810 mit nur 34  Jahren starb, hinterließ sie ein ganzes Volk in Trauer. In Dahlem wurde eine der wichtigsten Straßen nach ihr benannt und die 1811 gegründeten Königin-Luise-Stiftung an der Podbielskiallee wird seit Generationen von Schülerinnen und Schülern besucht.

Unkonventionelle Jugend Luise Auguste Wilhelmine Amalie wurde am 10. März 1776 in Hannover als Prinzessin von Mecklenburg-Strelitz geboren. Vater Herzog Karl zu Mecklenburg-Strelitz verwaltete in Hannover das Kurfürstentum für den britischen König Georg III.. Ihre Mutter starb im Kindbett, als Luise erst sechs Jahre alt war. So wuchs Luise, zusammen mit ihren beiden Schwestern – die Brüder blieben beim Vater – größtenteils bei ihrer Großmutter in Darmstadt auf. Das war ein Glücksfall für ihre persönliche Entwicklung, denn sie genoss dort eine für damalige Verhältnisse liberale und naturnahe Erziehung. Anfang März 1793 wurden sie und ihre Schwester Friederike in Frankfurt am Main dem preußischen König Friedrich Wilhelm  II. vorgestellt. Er war beeindruckt und arrangierte ein Treffen mit seinen Söhnen. Die 17-jährige Luise und der 22-jährige Kronprinz Friedrich Wilhelm verliebten sich ineinander. Die Verlobung folgte rasch, und am Weihnachtsabend 1793 heiratete das Paar in Berlin. Ihre Schwester Friederike heiratete Prinz Louis, den jüngeren Bruder von Friedrich Wilhelm. Diese Ehe war allerdings nicht glücklich.

Fast bürgerliche Ehe Luise besaß eine natürliche Herzlichkeit, die Menschen aller Stände in ihren Bann zog. Goethe, der sie traf, schwärmte von ihrer Erscheinung. Als Kronprinzessin und ab 1797 als Königin an der Seite Friedrich Wilhelms III. brach Luise mit den Konventionen. Das

und ihrem Geist – er nannte sie später „den einzigen Mann in Preußen“ – doch politisch blieb er hart. Preußen verlor die Hälfte seines Territoriums. Obwohl Luises Mission politisch scheiterte, war sie ein moralischer Triumph. Dass eine Frau und Mutter sich dem Tyrannen entgegenstellte, um ihr Volk zu retten, machte sie endgültig zur Ikone. Sie war nun nicht mehr nur die schöne Königin, sie war die schmerzhafte Seele Preußens.

Früher Tod und „Luisenkult“ Die Jahre nach Tilsit waren geprägt von finanziellen Nöten und dem Versuch, den Staat durch Reformen zu modernisieren, was Luise unterstützte. Doch ihre Gesundheit hatte durch die physischen und psychischen Belastungen der Fluchtjahre irreparablen Schaden genommen. Im Sommer 1810 besuchte sie ihren Vater in Strelitz. Dort erkrankte sie schwer an einer Lungenentzündung (vermutlich in Kombination mit einem Herzleiden). Am 19. Juli 1810 starb Königin Luise im Schloss Hohenzieritz im Beisein ihres Mannes und ihrer engsten Vertrauten. Sie war geraEmpfang beim Frieden von Tilsit 1807: Napoleon, Alexander I. von de einmal 34 Jahre alt. Russland, Luise und Friedrich Wilhelm III. Gemälde von Nicolas Gosse. Die Nachricht von ihrem Tod löste eine Welle der Bestürzung aus. Paar führte eine fast bürgerliche tend geschlagen. Die königliche „Sie ist an gebrochenem Herzen Ehe, sprachen sich mit „Du“, statt Familie musste fliehen. Sie zogen gestorben“, hieß es im Volk – gedes höfischen „Sie“ an. Luise sich zurück bis nach Memel, heu- storben am Schicksal ihres Lanund ihr Mann spazierten durch te Klaipeda, in den äußersten Os- des. den Tiergarten, besuchten den ten des Reichs. Der König machIdealisierung und Luisenkult Weihnachtsmarkt und andere te die Stadt von Januar 1807 bis „bürgerliche“ Vergnügen – für die zum Januar 1808 zu seiner vor- Durch ihren frühen Tod blieb Traditionalisten ein Skandal, aber übergehenden Residenz. sie in der Erinnerung jung und das Volk liebte das Paar und seine schön – der „Luisenkult“ nahm Begegnung in Tilsit Nahbarkeit. Luise brachte zehn seinen Anfang. König Friedrich Kinder zur Welt, sieben erreichten Der wohl berühmteste Moment Wilhelm III. stiftete am 10. März das Erwachsenenalter – darunter in Luises Leben ereignete sich im 1813, am Geburtstag seiner der spätere deutsche Kaiser Wil- Juli 1807 in Tilsit. Preußen lag am verstorbenen Frau, das Eiserne helm I. und die Zarin Alexandra Boden, Napoleon diktierte den Kreuz. Dichter wie Novalis und Fjodorowna. Frieden. In einem verzweifelten Kleist verklärten sie; Denkmäler Versuch, die harten Bedingungen wurden errichtet. Napoleon in Preußen für ihr Land abzumildern, bat Im 19. Jahrhundert wurde Luise Das königliche Glück war nur von Friedrich Wilhelm seine Frau, mit zur Idealgestalt der deutschen kurzer Dauer. Europa befand sich dem französischen Kaiser zu spre- Frau und Mutter stilisiert: aufopim Würgegriff Napoleons. Fried- chen. Es war eine beispiellose De- ferungsvoll, patriotisch, familiär. rich Wilhelm III. versuchte lange, mütigung und zugleich ein Akt Als ihr zweitgeborener Sohn WilPreußen aus den Konflikten her- höchsten Mutes: Die Königin trat helm 1871 im Spiegelsaal von auszuhalten. Luise hingegen sah dem Eroberer Europas entgegen. Versailles zum Deutschen Kaiser Preußen durch Frankreichs Agie- Luise trug ein silberdurchwirktes proklamiert wurde, sah man dies Kleid und setzte all ihren Charme als späte Rache für die Tränen seiren bedroht. Das Jahr 1806 war katastrophal. und ihre Intelligenz ein. Sie bat ner Mutter in Tilsit. Ihr Sarkophag In der Doppelschlacht von Jena Napoleon um Milde, um den Er- im Mausoleum des Schlossparks und Auerstedt wurde die einst- halt von Magdeburg und westel- Charlottenburg ist bis heute ein mals stolze preußische Armee bischen Gebieten. Napoleon war Ort der Erinnerung an die popuvon Napoleons Truppen vernich- beeindruckt von ihrer Schönheit läre Königin.

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Ein Schöneberger im Eis Der Glaziologe und Polarforscher Fritz Loewe Fritz Loewe (1905 – 1974) wurde als Sohn des Landgerichtsrats Eugen Loewe und seiner Frau Hedwig, geborene Makower, In Schöneberg, damals noch zum Landkreis Teltow gehörend, geboren. Loewe besuchte von 1908 bis 1913 das Joachimsthalsche Gymnasium in Berlin.

Ausbildung nach dem Ersten Weltkrieg Während des Ersten Weltkriegs diente Loewe vier Jahre als Artilleriefunker an der Ost- und Westfront und wurde mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse dekoriert. Nach dem Krieg setzte er sein Jura-Studium nicht fort, sondern studierte Physik, Geografie und Meteorologie in Berlin und promovierte 1924 mit der Dissertation „Die geographische Verbreitung der Niederschläge in Afrika“. Loewe wurde Assistent von Carl Dorno am Physikalisch-Meteorologischen Observatorium in Davos und später am Meteorologisch-Magnetischen Observatorium in Potsdam und am Preußischen Aeronautischen Observatorium Lindenberg. Er führte meteorologische Beobachtungen aus dem Flugzeug durch und maß die kosmische Strahlung auf dem Jungfraujoch. 1925 lernte er seine spätere

Fritz Loewe in der Station Eismitte, 1930/31. Frau Else Koestler kennen, die er 1927 heiratete.

Expeditionen ins Eis Loewe nahm 1929 an Alfred Wegeners Vorbereitungsexpedition nach Grönland teil

und lernte dabei weite Teile Westgrönlands und die wichtigsten Gletscher kennen. Er war auch an den ersten seismischen Messungen zur Bestimmung der Eisdicke beteiligt. Die Hauptexpedition 1930-1931 startete unter ungünstigen Vorzeichen. Früher als sonst

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Gazette Schöneberg & Friedenau  |  März 2026  |  11 setzten Schneestürme ein, sodass ein Großteil der Expeditionsmitglieder umkehrte. Loewe, Alfred Wegener und Rasmus Villumsen erreichten die Station Eismitte, die im Wesentlichen aus einer Höhle im Eis bestand. Sie wollten zwei andere Wissenschaftler ablösen. Loewes Zehen erfroren an den letzten Reisetagen und mussten vor Ort amputiert werden. Er überwinterte im Schlafsack in Eismitte. Wegener und Villumsen kehrten um und starben auf dem Rückweg.

Emigration nach England 1934 verlor Fritz Loewe seinen Arbeitsplatz, da er Jude war. Er wanderte mit seiner Familie nach England aus. Dort bekam er ein einjähriges Stipendium vom Scott Polar Research Institute, das jedoch verlängert wurde. Er hielt Vorlesungen an der Universität Cambridge und begann mit den ersten Studien zur Antarktis. 1937 Loewe von der Universität Melbourne nach Australien eingeladen und zog mit seiner Familie dorthin um. Er arbeitete an der Universität Melbourne als Hochschullehrer, baute das erste universitäre meteorologische Institut Australiens auf und leitete es mehr als zwanzig Jahre.

Forschung in der Antarktis Ab 1947 wandte sich Loewe wieder antarktischen Fragestellungen zu und nahm an der gescheiterten Fahrt der HMAS Wyatt Earp teil. 1950 gehörte er zu dem Ream, der die fran Mit der HMAS Wyatt Earp war Fritz Loewe 1947/48 zur Antarktis unterwegs. zösische Station Port Martin aufbaute und nahm im Feolgejahr an einer französischen Expedition in die Antarktis teil. Damit war er der erste Deutsche, der sowohl in der Arktis als auch in der Antarktis überwintert hatte.

Ehrung in Deutschland Loewe arbeitete zwischen 1961 und 1973 als Gastprofessor am Polarinstitut der Ohio

State University. Zeitweise hielt er sich wieder in Deutschland auf – im Wintersemester 1965/66 hielt er Gastvorlesungen an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Er blieb bis ins hohe Alter wissenschaftlich aktiv und veröffentlichte etwa 200 Publikationen. In Deutschland wurde er mit der Karl-Weypecht-Medaille der Deutschen Gesellschaft für Polarforschung geehrt.

135 Jahre Sicherheit für Berlin

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Rehbein Sicherheitstechnik: Eine Ära der Innovation und des Vertrauens Rehbein Sicherheitstechnik, eine Berliner Institution, feierte 2025 ihr 135-jähriges Bestehen. Seit der Gründung durch Schlossermeister Emil Rehbein im Jahr 1890 hat sich das Unternehmen zu einem führenden Anbieter für Sicherheitslösungen in der Hauptstadt entwickelt und verbindet erfolgreich langjährige Erfahrung mit modernster Technologie.

Von der Schlosserei zum umfassenden Sicherheitsdienstleister Die Anfänge des Unternehmens lagen in der Fabrikation und Montage von Schlössern und Türschließern. Emil Rehbein bewies schon früh Innovationsgeist und erhielt 1899 den Gebrauchsmusterschutz für einen pneumatischen Türöffner und 1902 für eine elektrische Türsicherung.

zwei langjährige Mitarbeiter als geschäftsführende Kommanditisten wesentliche Anteile des Unternehmens. Damit ist die Zukunft von Rehbein Sicherheitstechnik gesichert, während die Familie Rehbein weiterhin beteiligt bleibt. Moderne Sicherheitstechnik für jedes Bedürfnis

Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs und mehreren Umzügen etablierte sich das Geschäft unter der Leitung von Enkel Horst Rehbein in Friedenau. Urenkelin Sabrina Rehbein, die das Unternehmen nach ihrem Betriebswirtschaftsstudium und einer Schlosserlehre 1981 übernahm, expandierte und eröffnete 1999 eine weitere Filiale in Westend. Ein weiterer bedeutender Schritt war die Übernahme der 1896 gegründeten Firma Meyer & Roschkowski zum Jahreswechsel 2018/19, wodurch das Leistungsportfolio um spezialisierte Schlosserarbeiten und die Anfertigung von Autoschlüsseln erweitert wurde.

Zukunftsorientierte Unternehmensführung Im Jahr 2023 wurde ein neues Kapitel in der Firmengeschichte aufgeschlagen: Mit Heiko Ludwig (kaufmän Heute bietet Rehbein Sicherheitstechnik ein umfassendes Spektrum an Sicherheitslösungen für Privatund Geschäftskunden. Dazu gehören neben klassischen Schlüsseln, Schlössern und Zylindern auch modernste Alarmanlagen, Videoüberwachung, Tresore, Zutrittskontrollsysteme und Rauchmelder. Das Unternehmen legt großen Wert auf eine individuelle Bedarfsanalyse und qualitativ hochwertige Produkte, um maßgeschneiderte Sicherheitskonzepte zu erstellen. Weitere Informationen unter www.rehbein.berlin Rehbein Sicherheitstechnik

nische Leitung) und Robert Ponzi (Leitung Außendienst) übernahmen

Schmiljanstraße 16 in Friedenau Reichsstraße 21 in Westend Alt-Moabit 37 in Moabit Tel. 030 / 859 655 00

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RATGEBER

Krankschreibung – Was ist erlaubt? So verhalten sich Arbeitnehmer richtig Krankgeschrieben zu sein bedeutet in erster Linie, sich zu schonen, um wieder gesund zu werden. Trotzdem fragen sich viele Beschäftigte, was sie in dieser Zeit tun dürfen und was möglicherweise zu Ärger mit dem Arbeitgeber führt. Sabine Brandl, Juristin der ERGO Rechtsschutz erklärt, was eine Krankschreibung bedeutet und welche Regeln Arbeitnehmerinnen und Abreitnehmer kennen sollten.

Was bedeutet eine Krankschreibung? Eine Krankschreibung durch einen Arzt (Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung) bestätigt, dass die erkrankte Person für eine bestimmte Anzahl von Tagen ihre aktuelle Tätigkeit nicht ausüben kann. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass Betroffene das Haus nicht verlassen dürfen oder im Bett bleiben müssen. „Ausschlaggebend ist, welche Aktivitäten die Heilung der jeweiligen Krankheit unterstützen“, erklärt Sabine Brandl. Denn: „Betätigt sich die betroffene Person in einer Art und Weise, die der Genesung abträglich sein kann,

kann Ärger mit dem Arbeitgeber die Folge sein, bis hin zu Abmahnung und Kündigung.“

Was ist erlaubt und wann droht Ärger?

gedehnte Shoppingtouren oder Bar-Besuche. Es kommt jedoch immer auf den Einzelfall an: Ein Schreiner mit gebrochener Hand kann zwar nicht arbeiten, ein Restaurantbesuch wird jedoch seine Heilung eher nicht gefährden. „Partynächte oder Alkoholkonsum sind jedoch regelmäßig als genesungswidrig einzustufen“, so Brandl.

Grundsätzlich ist alles möglich, solange es den Genesungsprozess unterstützt. Spazieren gehen an der frischen Luft beispielsweise kann den Kreislauf anregen und das Wohlbefinden Wann Urlaub möglich ist fördern. Auch Einkaufen im Supermarkt ist in der Regel unpro- Reisen während einer Krankblematisch. Leichte sportliche schreibung ist grundsätzlich Aktivitäten, zum Beispiel mode- möglich, solange der Aufenthalt rates Joggen, können hilfreich die Genesung unterstützt. Gerasein, allerdings sollte dies mit de bei psychischen Erkrankungen dem Arzt abgesprochen sein. Bei wie Depressionen oder bei Burleichten Erkrankungen oder psy- nout kann ein Urlaub und der dachischen Belastungen kann sich mit verbundene Ortswechsel zur ein Treffen mit Freunden positiv Gesundung beitragen. Allerdings auf die Gesundheit auswirken. ist es hier wichtig, die geplante Problematisch wird es, wenn Ak- Reise mit der behandelnden tivitäten im Widerspruch zur Dia- Arztpraxis abzusprechen. Wenn gnose oder zu den Anweisungen diese bescheinigt, dass der Urdes Arztes stehen. So empfiehlt laub die Heilung nicht gefährdet es sich, sich an eine verordnete – sondern im Idealfall sogar unterBettruhe auch zu halten. Als nicht stützt –, ist der Urlaub während förderlich für die Genesung gel- der Krankschreibung in der Regel ten bei vielen Krankheiten nicht erlaubt. Umgekehrt gilt: Reisen, nur energieintensive Sportarten, die körperlich anstrengend sind sondern zum Beispiel auch aus- und Stress erzeugen, können die

Genesung verzögern. Wichtig ist immer auch die Art der Krankheit: Ein Skiurlaub mit Grippe etwa ist eine schlechte Idee. Arbeitsrechtlich kann die Folge eine Gehaltskürzung, eine Abmahnung oder im Wiederholungsfall sowie in schwerwiegenden Fällen sogar eine Kündigung sein. „Daher empfiehlt es sich, im Krankheitsfall nur eine für die Genesung hilfreiche Reise anzutreten“, rät Brandl. „Wer sicher gehen will, informiert den Arbeitgeber.“

Krankgeschrieben, aber am Schreibtisch? Eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung stellt kein Arbeitsverbot dar, sondern prognostiziert den erwarteten Krankheitsverlauf. Das bedeutet, aus rechtlicher Sicht können Beschäftigte trotz Krankschreibung arbeiten, wenn sie sich arbeitsfähig fühlen. Ein vorheriger Arztbesuch ist dafür nicht nötig. Allerdings darf der Arbeitgeber den Arbeitnehmer nach Hause schicken, wenn er den Eindruck hat, dass die Krankheit noch andauert. Auch hier gilt: Miteinander reden hilft.

Dämpfer für Miet-Dienstleister Berliner Gerichtsurteil hinterfragt hohe Provisionen bei der Mietpreisbremse Ein aktuelles Urteil des Amtsgerichts Mitte zieht rechtliche Grenzen für Unternehmen, die Mieteransprüche geschäftsmäßig durchsetzen. Im Zentrum des Verfahrens stand die Frage, ob Ansprüche auf Rückzahlung zu viel gezahlter Miete wirksam an Dienstleister abgetreten werden können, wenn diese im Gegenzug einen Großteil der Erstattung einbehalten. Hintergrund ist das Geschäftsmodell von Anbietern wie der Conny GmbH (ehemals WenigerMiete.de). Das Unternehmen prüft für Mieter die Einhaltung der Mietpreisbremse und setzt Forderungen gegen Vermieter durch. Das Honorar wird nur im Erfolgsfall fällig. Während

früher oft drei bis sechs Monate der eingesparten Miete als Vergütung an den Dienstleister flossen, sehen neuere Vertragsmodelle vor, dass die Mieter ihre Rückzahlungsansprüche für bis zu 24 Monate an das Unternehmen abtreten. Die Firma holt sich ihre Vergütung dann direkt beim Vermieter.

Missverhältnis von Leistung und Vergütung

nis zwischen der Leistung des Anbieters und der verlangten Gegenleistung bestehe. Die Ansprüche aus dem abgetretenen Recht seien somit nicht durchsetzbar. Zwar betonte das Gericht, dass Angebote dieser Art eine Lücke schließen, da viele Mieter ihre Rechte scheuen selbst durchzusetzen. Dennoch dürfe die wirtschaftliche Beteiligung des Dienstleisters nicht außer Verhältnis zum tatsächlichen Aufwand stehen.

Ein Vermieter hatte diese Praxis gerichtlich überprüfen lassen. Das Amtsgericht Mitte entschied Folgen für Mieter und Vermieter nun, dass eine derart weitgehende Abtretung nicht zulässig Jörg Rosenthal, Fachanwalt für sei. Das Gericht bewertete die Mietrecht bei der Kanzlei Müller Vereinbarung als sittenwidrig, Radack Schultz, begrüßt das Urda ein auffälliges Missverhält- teil aus Vermietersicht, sieht aber

auch wichtige Signale für Mieter. Die Entscheidung zeige auf, dass Mieter bei solchen Modellen unter Umständen ein wirtschaftlich nachteiliges Geschäft eingehen. Da das Gericht die Abtretungsvereinbarung als nichtig einstuft, könnten Mieter, die in der Vergangenheit solche Dienste genutzt haben, möglicherweise sogar Rückforderungsansprüche gegen den Dienstleister haben, sollte sich diese Rechtsauffassung allgemein durchsetzen. Das Urteil stärkt somit die Position von Vermietern gegen unverhältnismäßig hohe Forderungen von Drittanbietern, mahnt aber gleichzeitig Legal-Tech-Unternehmen zur Mäßigung bei der Gebührengestaltung.

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RATGEBER

Gazette Schöneberg & Friedenau  |  März 2026  |  13

Kostenlose Energieberatung „ZuHaus in Berlin“ geht in die Verlängerung Mit fast 3.000 Energieberatungen leistet das von der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (SenMVKU) mitfinanzierte Projekt „ZuHaus in Berlin“ einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Wärmewende. Vor fünf Jahren ist das kostenlose Angebot für Eigentümerinnen und Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern gestartet, zunächst befristet bis Ende 2025. Jetzt geht es in die Verlängerung. Das Projekt wird bis Ende 2027 von der SenMVKU im Rahmen des Berliner Energie- und Klimaschutzprogramms 2030 (BEK 2030) finanziert und baut auf der Bundesförderung für Energieberatung der Verbraucherzentrale auf. Interessierte können sich damit weiterhin kostenlos von zertifizierten Energieberaterinnen und Energieberatern aufsuchen und beraten lassen. Wer über klimafreundliche Lösungen

wie Wärmepumpen oder Photovoltaik im Eigenheim nachdenkt oder Fragen zu Energieeffizienz und energetischer Sanierung hat, findet hier kompetente Antworten. Das Angebot wird von der Verbraucherzentrale Berlin umgesetzt. Ute Bonde, Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt: „Das Land Berlin unterstützt mit dem Angebot Eigentümerinnen und Eigentümer aktiv darin, Energiesparmaßnahmen und eine klimafreundliche Wärmeversorgung umzusetzen. Denn klar ist: Energieberatung zahlt sich doppelt aus. Sie senkt Kosten und ist gut fürs Klima. Ich freue mich, dass wir dieses wertvolle Beratungsangebot der Verbraucherzentrale weiter aus Mitteln der SenMVKU unterstützen können.“ Markus Kamrad, Vorstand der Verbraucherzentrale Berlin: „Im Bereich Gebäude spielen Eigen Wenn es wirklich sicher sein soll • • • • • • •

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Errichterverzeichnis der Berliner Polizei

heime eine Schlüsselrolle für den Klimaschutz. Gerade ältere Gebäude verfügen über ein hohes, oft nicht ausreichend genutztes Einsparpotenzial beim Energieverbrauch, zugleich ist gerade dort die Unsicherheit oft groß. Umso schöner, dass wir Berlin auch künftig mit unabhängiger Beratung unterstützen dürfen, damit die Wärmewende gelingt.“

Heizungsoptimierung und -tausch besonders gefragt Nach aktueller Gesetzeslage gilt ab dem 1. Juli 2026: Neue Heizungen müssen mit einem Anteil von mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien oder unvermeidbarer Abwärme betrieben werden. Vor diesem Hintergrund ist mit einer steigenden Nachfrage nach fachkundiger Beratung und Informationen zur Umstellung auf alternative Heizsysteme sowie zu Förderprogrammen zu rechnen. Schon heute ist die Be ratung zur Heizungsoptimierung und zum Heizungstausch das beliebteste Angebot bei „ZuHaus in Berlin“. Das Land Berlin hat sich per Berliner Klimaschutz- und Energiewendegesetz (EWG Bln) das Ziel gesetzt, seine CO2-Emissionen bis 2045 um mindestens 95 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken. Derzeit entfallen noch über 40 Prozent der Berliner CO2-Emissionen auf den Gebäudebereich. Daher kommt der Wärmewende mit ihren zwei strategischen Ansätzen – Senkung des Wärmeverbrauchs sowie Dekarbonisierung der Wärmeversorgung – eine zentrale Rolle für den Klimaschutz zu. Bis spätestens zum 30. Juni 2026 wird der Berliner Senat eine gesamtstädtische Wärmeplanung vorlegen. Weitere Informationen finden Interessierte unter: www. verbraucherzentrale-berlin.de/ zuhaus-in-berlin

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RATGEBER

Solarstrom an Nachbarn verkaufen Warum sich das Teilen von Energie ab Sommer lohnt Ab dem 1. Juni 2026 wird es für Hauseigentümer deutlich einfacher, ihren selbst erzeugten Solarstrom direkt an umliegende Haushalte zu veräußern. Eine Neuregelung im Energiewirtschaftsgesetz (§ 42c) beseitigt bisherige bürokratische Hürden für das sogenannte „Energy Sharing“. Bislang wurden private Verkäufer rechtlich oft wie klassische Energieversorger behandelt, was komplexe Pflichten und Liefergarantien nach sich zog. Dieser Aufwand entfällt künftig. Anlagenbetreiber können dann vereinfachte Vereinbarungen direkt mit ihren Abnehmern schließen. Dabei wird lediglich der tatsächlich verfügbare Solarstrom geteilt; für die Zeiten ohne Sonne müssen die Nachbarn weiterhin eigene Verträge mit Stromanbietern für den Reststrombedarf abschließen.

Neuanlagen künftig entfallen soll. Besonders für Gebäude mit großen Dachflächen und einem im Verhältnis dazu geringen Eigenverbrauch bietet der lokale

Verkauf eine Alternative zur Vermarktung an der Strombörse.

Schrittweise Einführung

Wirtschaftlicher als die Netzeinspeisung Das Modell soll sich für beide Seiten rechnen. Aktuell erhalten Betreiber neuer Photovoltaikanlagen oft nur eine Einspeisevergütung von knapp acht Cent pro Kilowattstunde, während der Bezug aus dem Netz die Verbraucher durchschnittlich 35 Cent kostet. Beim direkten Verkauf können Anlagenbesitzer einen Preis

erzielen, der über der Einspeisevergütung liegt, während die Nachbarn den Strom günstiger als beim regulären Versorger erhalten. Nach Einschätzung des Informationsprogramms Zukunft Altbau gewinnt dieser Ansatz an Relevanz, da derzeit auch politisch diskutiert wird, ob die feste Einspeisevergütung für

Die Verteilnetzbetreiber sind verpflichtet, die technischen Voraussetzungen für das Energy Sharing innerhalb ihres Bilanzierungsgebietes ab Juni 2026 bereitzustellen. Eine Ausweitung auf gebietsübergreifende Transaktionen ist für Juni 2028 vorgesehen. Das Modell richtet sich gezielt an private Akteure und lokale Gemeinschaften; große Unternehmen sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

Dämpfer für Miet-Dienstleister Ein Berliner Gerichtsurteil hinterfragt hohe Provisionen bei der Durchsetzung der Mietpreisbremse Ein aktuelles Urteil des Amtsgerichts Mitte zieht rechtliche Grenzen für Unternehmen, die Mieteransprüche geschäftsmäßig durchsetzen. Im Zentrum des Verfahrens stand die Frage, ob Ansprüche auf Rückzahlung zu viel gezahlter Miete wirksam an Dienstleister abgetreten werden können, wenn diese im Gegenzug einen Großteil der Erstattung einbehalten. Hintergrund ist das Geschäftsmodell von Anbietern wie der Conny GmbH (ehemals WenigerMiete.de). Das Unternehmen prüft für Mieter die Einhaltung der Mietpreisbremse und setzt Forderungen gegen Vermieter durch. Das Honorar wird nur im Erfolgsfall fällig. Während

früher oft drei bis sechs Monate der eingesparten Miete als Vergütung an den Dienstleister flossen, sehen neuere Vertragsmodelle vor, dass die Mieter ihre Rückzahlungsansprüche für bis zu 24 Monate an das Unternehmen abtreten. Die Firma holt sich ihre Vergütung dann direkt beim Vermieter.

Missverhältnis von Leistung und Vergütung

nis zwischen der Leistung des Anbieters und der verlangten Gegenleistung bestehe. Die Ansprüche aus dem abgetretenen Recht seien somit nicht durchsetzbar. Zwar betonte das Gericht, dass Angebote dieser Art eine Lücke schließen, da viele Mieter ihre Rechte scheuen selbst durchzusetzen. Dennoch dürfe die wirtschaftliche Beteiligung des Dienstleisters nicht außer Verhältnis zum tatsächlichen Aufwand stehen.

Ein Vermieter hatte diese Praxis gerichtlich überprüfen lassen. Das Amtsgericht Mitte entschied Folgen für Mieter und Vermieter nun, dass eine derart weitgehende Abtretung nicht zulässig Jörg Rosenthal, Fachanwalt für sei. Das Gericht bewertete die Mietrecht bei der Kanzlei Müller Vereinbarung als sittenwidrig, Radack Schultz, begrüßt das Urda ein auffälliges Missverhält- teil aus Vermietersicht, sieht aber

auch wichtige Signale für Mieter. Die Entscheidung zeige auf, dass Mieter bei solchen Modellen unter Umständen ein wirtschaftlich nachteiliges Geschäft eingehen. Da das Gericht die Abtretungsvereinbarung als nichtig einstuft, könnten Mieter, die in der Vergangenheit solche Dienste genutzt haben, möglicherweise sogar Rückforderungsansprüche gegen den Dienstleister haben, sollte sich diese Rechtsauffassung allgemein durchsetzen. Das Urteil stärkt somit die Position von Vermietern gegen unverhältnismäßig hohe Forderungen von Drittanbietern, mahnt aber gleichzeitig Legal-Tech-Unternehmen zur Mäßigung bei der Gebührengestaltung.

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RATGEBER

Gazette Schöneberg & Friedenau  |  März 2026  |  15

Wohin mit Wertsachen? So sind Gold und Dokumente richtig geschützt Nach dem Einbruch in eine Sparkasse in Gelsenkirchen sorgen sich viele Sparer um ihre Wertsachen. Ähnliche Vorfälle in Lübeck und Norderstedt zeigen, dass auch Bankschließfächer Risiken bergen können. Die Verbraucherzentrale NRW weist darauf hin, dass die Haftung der Banken oft begrenzt ist – im aktuellen Fall etwa auf 10.300 Euro. Über diesen Betrag hinaus greifen unter Umständen die eigene Hausratversicherung im Rahmen der Außenversicherung oder spezielle Schließfachversicherungen. Ein Anspruch auf den vollen Ersatz besteht meist nur dann, wenn nachgewiesen werden kann, dass die Bank bei der Sicherung der Anlage gängige

Sicherheitsstandards vernachlässigt hat. Entscheidend für die Entschädigung ist der Nachweis des Eigentums. Betroffene sollten Kaufbelege, Fotos oder Zeugenaussagen vorlegen können. Wichtig ist, diese Dokumentation getrennt von den Wertsachen aufzubewahren. Zudem muss im Schadensfall zwingend Strafanzeige erstattet werden. Für die Lagerung zu Hause empfehlen Experten fest verankerte, zertifizierte Tresore, um den Versicherungsschutz zu erhöhen. Trotz spektakulärer Einbrüche in Bankfilialen bleibt das Bankschließfach statistisch gesehen jedoch sicherer als das Versteck in der eigenen Wohnung.

112 oder 116117

Preisauszeichnung Supermarkt: Nur der Preis an der Kasse zählt Einkaufen ist teurer geworden. Umso mehr achten Verbraucherinnen und Verbraucher gerade im Supermarkt auf Sonderangebote und reduzierte Ware – meist farblich auf den Preisschildern am Regal gekennzeichnet. Doch Vorsicht, das vermeintliche Schnäppchen kann an der Kasse plötzlich wieder mehr kosten. Den Grund erklärt Iwona Husemann, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale NRW: „Bei dem Preis am Regal handelt es sich nicht um ein rechtlich bindendes Angebot des Händlers, sondern nur um eine sogenannte ,invitatio ad offerendum‘, also um die Aufforderung an potenzielle Käuferinnen und Käufer, ein Angebot abzugeben. Der eigentliche Kaufvertrag kommt erst an der Kasse zustande.“ Im Normalfall stimmen die ausgewiesenen Regal-Preise mit den in der Kasse gespeicherten Preisen

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überein. Aber mangelnde Sorgfalt bei den Markt-Betreibern kann zu Verwirrung durch unterschiedliche Preise führen. Etwa, weil bei schon beendeten Sonderaktionen die Preisschilder noch nicht wieder ausgetauscht wurden oder der günstigere Preis schon ausgezeichnet ist, obwohl die Aktion erst am nächsten Tag beginnt. Doch auch, wenn Kunden durch die falsche Auszeichnung verärgert sind: Sie haben keinen Anspruch auf den günstigeren Preis, sondern können nur direkt vom Kauf zurücktreten. Eine spätere Reklamation ist nicht mehr möglich. Tipp der Expertin: „Verbraucherinnen und Verbraucher sollten die Preise vom Regal mit denen auf der Digitalanzeige an der Kasse vergleichen und bei Abweichungen sofort reklamieren. Oft akzeptieren die Supermärkte aus Kulanz den günstigeren Preis.“

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Gazette Schöneberg & Friedenau März Nr. 3/2026 ·  31. Jahrgang Das Gazette Verbrauchermagazin erscheint monatlich in Schöneberg & Friedenau sowie Steglitz, Zehlendorf, Charlottenburg und Wilmersdorf.

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16  |  Gazette Schöneberg & Friedenau  |  MäRZ 2026

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