Gazette Charlottenburg - Juli 2026

Gazette für Charlottenburg und Westend

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GAZETTE VERBRAUCHERMAGAZIN

Juli 2026

Charlottenburg

Blick hinter die Kulissen der Kunst Rundgänge der Universität der Künste

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Blick hinter die Kulissen der Kunst Rundgänge der Universität der Künste vom 17. bis 19. Juli

An den Tagen der offenen Tür stellen Studentinnen und Studenten der UdK bei Rundgängen ihre Werke vor.

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Zum Ende des akademischen Jahres lädt die universität der Künste (udK) Berlin wieder zu ihrem traditionellen Rundgang ein. Von Freitag, 17. Juli, bis Sonntag, 19. Juli 2026, können interessierte, Nachbarn und Kunstbegeisterte einen direkten Blick in die kreative Werkstatt der Hochschule werfen. Drei Tage lang öffnen die unterschiedlichen Fakultäten an verschiedenen Standorten – unter anderem am Hauptstandort in der Hardenbergstraße 33 – ihre Türen. Gezeigt werden Arbeiten und Entstehungsprozesse aus den Bereichen Bildende Kunst, Gestaltung, Musik und Darstellende Kunst. Auch das Jazz-institut Berlin und das Berlin Career College beteiligen sich an den Tagen der offenen Tür. Besucherinnen und Besucher erwartet ein abwechslungsreiches Programm, das die Bandbreite der studentischen Ausbildung

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abbildet. Die Präsentationen reichen von klassischen Gemälden, Skulpturen und Designentwürfen über Modenschauen, Filmvorführungen und Soundinstallationen bis hin zu live-Konzerten und Tanzdarbietungen. Dabei geht es nicht nur um fertige Werke, sondern auch um den ungeschminkten Einblick in die alltägliche Arbeit in den Ateliers, Probenräumen und Werkstätten. Der Rundgang versteht sich als Ort der Begegnung und des Austauschs. Für junge Menschen, die mit dem Gedanken spielen, selbst einen künstlerischen Weg einzuschlagen, gibt es zudem ein spezifisches Beratungsangebot zu den verschiedenen Studiengängen. Die Veranstaltungen und Ausstellungen sind an allen drei Tagen kostenfrei zugänglich. Weitere informationen unter www. udk-berlin.de/veranstaltung/ rundgang-tage-der-offenentuer-1.

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Gazette Charlottenburg  |  Juli Gazette Wilmersdorf | Juli2026  |  3 2026 | 3

Liebe Bürger:innen in Charlottenburg-Wilmersdorf!

Foto: Anne Schulz

es viel zu entdecken: Sportgeschichte, beeindruckende Architektur, weitläufige Grünflächen und Orte, die auch abseits großer Veranstaltungen einen Besuch lohnen. Treffpunkt ist um 14 uhr am Olympischen Platz. Gemeinsam werfen Sie einen Blick auf die Entwicklung des Areals und sprechen über seine heutige Nutzung – vom Breiten- und Spitzensport bis zu kulturellen Veranstaltungen und Erholungsangeboten. Die Teilnahme ist wie immer kostenfrei. Alle interessierten sind herzlich willkommen. informationen über die bisherigen Kiezspaziergänge finden Sie im internet unter www.kiezspaziergaenge. de.

Pride Month: Konzert mit Conchita Wurst

125 Jahre SC Westend 1901

Konzerte, Diskussionen, Kulturveranstaltungen und der Christopher Street Day machen queeres leben in Berlin sichtbar. Ein Höhepunkt ist das Konzert von Conchita Wurst am 13. Juli im Renaissance-Theater. ich freue mich, den Abend mit einem Grußwort zu eröffnen. Conchita Wurst begeistert seit Jahren Menschen weit über die queere Community hinaus und steht für Vielfalt und individualität. Der Pride Month zeigt, wie selbstverständlich unterschiedliche lebensentwürfe zu Berlin gehören. Diese Vielfalt bereichert unsere Stadt und ist ein wertvolles Gut, das wir bewahren müssen. Für ihre Anregungen, lob und Kritik bin ich für Sie erreichbar unter bauch@charlottenburgwilmersdorf.de.

Am 11. Juli feiert der SC Westend 1901 sein 125-jähriges Bestehen – ein beeindruckendes Jubiläum für einen Verein, der seit Generationen das Sportleben im Bezirk prägt. in seiner langen Geschichte hat der Verein Höhen und Tiefen erlebt, sich immer wieder neu erfunden und bleibt doch ein Ort des Miteinanders. Hier treffen sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene, um Sport zu treiben, Freundschaften zu schließen und sich zu engagieren. Solche Vereine sind unverzichtbar für das Zusammenleben in unseren Kiezen. Sie schaffen Gemeinschaft und geben vielen Menschen Halt im Alltag. ich freue mich, die Jubiläumsfeier persönlich zu begleiten, und gratuliere dem SC Westend 1901 herzlich. Für die Zukunft wünsche ich dem Verein engagierte Mitglieder, sportlichen Erfolg und eine weiterhin starke Verankerung im Bezirk.

Foto: Lukas Feix

Der Juli ist oft ein Monat der betreffen den Alltag vieler MenGegensätze: Bevor die Sommer- schen auf der iNSEl. Deshalb ist pause beginnt, ist noch einmal es wichtig, darüber gemeinsam viel los. Überall im Bezirk finden ins Gespräch zu kommen. Nutzen Feste, Veranstaltungen und Tref- Sie die Gelegenheit, sich zu inforfen statt, viele Menschen verbrin- mieren und ihre Sichtweisen eingen ihre Zeit draußen, und die zubringen. Auch ich werde dabei Fußball-Weltmeisterschaft sorgt sein und freue mich darauf, ihre zusätzlich für Gesprächsstoff. Perspektiven kennenzulernen. Auch für mich ist dies eine Zeit „Kieze, Kioske, Kompetenzen!“: mit vielen Terminen, bevor es im Mitreden im Kiez – direkt vor Ort August etwas ruhiger wird. Die um die Frage, wie wir politische Sommerpause wird allerdings nur von unsere Kieze gemeinkurzer Dauer sein, denn sam gestalten können nach den Ferien richtet geht es auch bei der sich der Blick bereits auf Veranstaltungsreihe die Wahlen zum Berliner „Kieze, Kioske, KompeAbgeordnetenhaus und tenzen!“ des „Raums für Beteiligung“. im Juli zu den Bezirksverordne- Kirstin Bauch macht das mobile Betenversammlungen im September. teiligungsformat gleich zweimal Station in Charlottenburg-Nord: INSEL-Konferenz zu Bauvorhaben am 9. Juli in der Einkaufspassage auf der Mierendorff-Insel am Heckerdamm und am 14. Juli Auf der Mierendorff-iNSEl stehen im Grünzug Halemweg/Poppitzin den nächsten Jahren zahlrei- weg, jeweils von 14 bis 18  uhr. che Bau- und infrastrukturprojek- Dort können Sie Menschen kente an, die den Stadtteil auf vielfäl- nenlernen, die sich in der Nachtige Weise verändern. Viele von barschaft engagieren, informaihnen fragen sich, was geplant tionen zu Projekten im Stadtteil ist, welche Folgen zu erwarten erhalten und eigene ideen einsind und wie die Vorhaben zu- bringen. Solche Formate fördern sammenwirken. Erste Antworten den Austausch im Stadtteil und darauf bietet die iNSEl-Konferenz bringen Menschen ins Gespräch. „Die iNSEl unter Druck? Bauvorha- Wenn Sie neugierig sind, was in ben und ihre Folgen“. Das Bezirks- ihrem Kiez passiert oder was Sie amt lädt am Samstag, 4. Juli 2026, selbst einbringen können, dann von 11 bis 14 uhr in die Aula des schauen Sie gerne vorbei. Gottfried-Keller-Gymnasiums (OlBeim Kiezspaziergang den bersstraße 38, 10589 Berlin) ein. Olympiapark neu entdecken Die Konferenz bietet Raum für information, Austausch und Dis- Am Samstag, 11. Juli, führt unser kussion. Neben einem Überblick nächster Kiezspaziergang in den über die Bauprojekte gibt es the- Olympiapark. Bezirksstadtrat matische Werkstätten zu Mobili- Oliver Schruoffeneger begleitet tät, uferentwicklung und Bauen. Sie durch das Gelände rund um Die anstehenden Veränderungen das Olympiastadion. Dort gibt

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Bühne frei im Jagdschloss Kinderfestival „Kids on Stage“ im ältesten Schloss Berlins Wenn am Sonntag, dem 5.  Juli 2026, die Tore des Jagdschlosses Grunewald weit geöffnet werden, herrscht im Schlosshof ein anderes Treiben als zu Zeiten des Erbauers, Kurfürst Joachim ii. Wo einst fürstliche Jagdgesellschaften aufbrachen, zeigen von 11 bis 17.30 uhr die jüngsten Talente der Stadt ihr Können. Das Kinderfestival „Kids on Stage“ lädt zu einem Nachmittag ein, an dem sich Historie und zeitgemäße Jugendkultur miteinander verbinden.

Ein Schloss als lebendige Bühne Das Jagdschloss Grunewald, idyllisch am ufer des Grunewaldsees gelegen, ist der älteste noch erhaltene Schlossbau Berlins. Erbaut im Jahr 1542, atmet das gesamte Areal märkische Geschichte. Doch statt die Historie nur hinter dicken Schlossmauern und in stillen Ausstellungsräumen zu bewahren, öffnet die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten den Hof regelmäßig für Veranstaltungen. Das Kinderfestival ist aus einer Kooperation des Schlosses mit dem Kinderzirkus Charlottenburg entstanden. Junge Nachwuchskünstlerinnen und -künstler aus ganz Berlin bekommen so die Möglichkeit, unter professionellen Bedingungen vor einem großen Publikum aufzutreten. Gleichzeitig ist das Fest ein barrierefreies Angebot für Familien. um den Zugang für alle zu ermöglichen, beträgt der Eintritt symbolisch einen Euro, wo- Am 5. Juli zeigen Kinder im Hof des Jagdschlosses ihr Können. bei zusätzliche Spenden auf freiwilliger Basis willkommen sind. Für das leibliche Wohl vor für jüngere Zuschauer keine langeweile auf- diesen Tag proben, ist das Festival eine wichkommt. in diesem Jahr zeigen Ensembles wie tige Erfahrung. Das gemeinsame Meistern eiOrt ist gesorgt. das Ballett Centrum Adenauerplatz, die Mu- nes Auftritts stärkt das Selbstvertrauen und Akrobatik, Tanz und Musik sikschule City West und die Flamenco-Schule fördert den Zusammenhalt in den Gruppen im Halbstundentakt „A Compàs“ ihr Können. Ein Schwerpunkt liegt – ein pädagogischer Nebeneffekt, der den Hinter dem Programm steht das Konzept, auf der Akrobatik des Kinderzirkus Charlot- Organisatoren besonders am Herzen liegt. ein breites Spektrum darstellender Künste tenburg, dessen Mitglieder den historischen Weitere informationen unter www.psstan einem einzigen Ort zu präsentieren. Die innenhof in eine Manege unter freiem Him- verein.de und auf www.spsg.de/aktuelles/ Darbietungen wechseln sich in kurzen, rund mel verwandeln. Für die auftretenden Kinder veranstaltung/kinderfestival-im-jagdschlosshalbstündigen Abschnitten ab, sodass auch und Jugendlichen, die oft monatelang für grunewald/event/tid/12793.

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„CHINA INN“ Kinder aus Shanghai und Berlin musizieren gemeinsam Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Charlottenburg wird im Juli zur Bühne für eine internationale musikalische Begegnung. Zum ersten Mal macht das deutsch-chinesische Jugendmusikfestival „CHINA INN“ Station in Berlin. Die Initiative, die in Hamburg bereits auf eine elfjährige Geschichte zurückblickt, bringt junge Musiker aus beiden Ländern zusammen, um gemeinsam zu proben, kulturelle Unterschiede spielerisch zu überbrücken und ein öffentliches Konzert zu gestalten. Vom 5. bis zum 11.  Juli 2026 reisen fast 60 Schüler der Kangcheng-Schule aus Shanghai nach Berlin. In der Hauptstadt treffen sie auf Gleichaltrige der Freien Jugendorchesterschule Berlin. Neben den täglichen Proben steht für die Gäste aus China auch das gemeinsame Erkunden

der Stadt auf dem Programm. Im Mittelpunkt des Austauschs steht jedoch die Erarbeitung eines gemeinsamen Repertoires. Der Höhepunkt dieser Begegnungswoche ist das Abschlusskonzert am Freitag, dem 10. Juli 2026. Ab 18 Uhr präsentieren die Kinder und Jugendlichen im Alter von 8 bis 16 Jahren die Ergebnisse ihrer Arbeit in der Gedächtniskirche am Breitscheidplatz. Das Publikum kann sich auf ein vielseitiges Programm freuen, das von Orchester- und Chorstücken geprägt ist. Neben klassischen westlichen Klängen werden die Schüler aus Shanghai auch traditionelle Instrumente aus ihrer Heimat vorstellen und dem Publikum deren spezielle Spielweisen und Klänge näherbringen. Die Tickets zu dem Konzert im Herzen der City West sind ab einem Preis von 6,17 Euro erhältlich.

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Kokons im Gewächshaus Werke von Frauke Wilken in der Kleinen Orangerie Wo im Winter Zitruspflanzen auf die biologische Verwandlung Schutz vor der Kälte suchen, zie- als auch auf das gesellschaftliche hen in diesem Sommer unge- Phänomen des„Cocooning“ – den wöhnliche Stoffgebilde ein. Am Rückzug ins Häusliche. Die orgaFreitag, den 19. Juni 2026, um 18 nischen Formen nehmen menUhr wird in der Kleinen Orangerie schenähnliche Züge an, was mal die Einzelausstellung „cocooning“ verstörend und mal versöhnlich der Künstlerin Frauke Wilken er- wirken kann. öffnet. In ihren Arbeiten setzt sich die Für das historische Gebäude am 1965 geborene Künstlerin, die an Spandauer Damm hat die Künst- der Hochschule für Bildende Künslerin eine raumgreifende Instal- te Braunschweig studierte und lation entworfen. Von der Decke heute in Köln lebt, regelmäßig hängende Textilskulpturen, die mit dem Körper, seinen Verletzunmit groben Stichen vernäht wur- gen und seiner Widerstandskraft den, prägen den Raum. Die orga- auseinander. Ihre Werke wurden nischen Formen und sichtbaren bereits in verschiedenen Museen Nahtlinien erinnern an Kokons im In- und Ausland gezeigt. oder Haut und sollen Assoziati- Die Ausstellung kann bis zum 22. onen zu Prozessen der Verände- August 2026 in der Kleinen Oranrung wecken. Der Titel der Ausstel- gerie am Spandauer Damm 22 belung bezieht sich dabei sowohl sichtigt werden. Der Eintritt ist frei.

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Karin Kampmann, Vorsitzende des Freunde des Fasanenplatzes e. V. und Initiatorin der Platzverbesserung.

Wohlfühlort Fasanenplatz dank Bürgerengagement Glücksfall Karin Kampmann Die Hände in den Schoß legen Ohren, fand wertvolle Unterstütund abwarten, was da kommt – zung mit Rat und Tat. Beim Spennichts für Karin Kampmann. Direkt densammeln leistete u. a. die Stifam Fasanenplatz in Wilmersdorf tung KLEINE PLÄTZE große Hilfe. wohnt die flotte Best Agerin, die Anfang des Jahres hat die umtriesich tagtäglich über den trostlo- bige Anwohnerin nun gemeinsam sen Anblick des Platzes vor ihrer mit 14 Gründungsmitgliedern den Haustür ärgerte. Sie erkannte gemeinnützigen Verein „Freunde jedoch unter wucherndem Un- des Fasanenplatzes e. V.“ gegrünkraut sein Potential und wurde det. „Damit – falls ich mal ausfalle vor über drei Jahren aktiv. Organi- – es mit dem Platz nicht vorbei ist sations- und Marketingerfahrung, und weiter aufwärts geht, er eine die sie über 25 Jahre lang bei der Perspektive bekommt“, erklärt KaLufthansa und später während rin Kampmann weitsichtig. ihrer selbstgewählten SelbststänStadtverschönerung, digkeit bewiesen hatte, halfen ihr die beeindruckt dabei. Dank ihres unermüdlichen Anstoßes und Verhandlungsge- Auf den sanierten Bänken unter schicks holte sie Gartenbauamt, jahrzehntealten schattenspenLokalpolitiker, Landschaftsar- denden Bäumen – überwiegend chitekten sowie Spender mit ins Linden – ist das Publikum an Boot, steuerten sie gemeinsam diesem Mittag bunt gemischt. den Platz zielgerichtet Richtung Die Mutter mit Kinderwagen, der Wohlfühlort. Mit ihrem Anliegen Angestellte, der seinen Pausen-Saund Ideen zur Verschönerung lat gabelt, der junge Mann, der des Platzes stieß sie im Bezirk auf einfach nur chillt und Passanten überwiegend wohlwollend offene freundlich zunickt. Sie alle genie Der Fasanenplatz vorher (Foto: privat) und nachher. ßen hier mitten in der Stadt Wilmersdorfer Wohlfühl-Atmosphäre, die umliegenden Restaurants sind gut besucht. Farbe bringt der alte Feuermelder am Randes des Fasanenplatzes ins Bild. Ein paar Touristen bestaunen die plätschernde Wasserstele, das spiralförmig über Glasscheiben laufende Wasser verleiht künstlerischen Touch. Am 31. Mai 1989 war die aus Edelstahl und Glas erschaffene ca. neun Meter hohe Brunnenskulptur des Künstlers und renommierten Gestalters

kinetischer Plastik Prof.  Rolf Lieberknecht eingeweiht worden. Die Kosten für das Kunstwerk in Höhe von rund 210.000 DM wurden von der Wohnungsbau-Kreditanstalt Berlin gestiftet. Doch über die Jahre machten Kalk und Umwelteinflüsse dem Kunstwerk zu schaffen. Wertvolle Hilfe bei ihrer Einwerbung von Geldern für die Restaurierung des Kunstwerkes fand Karin Kampmann im Bezirksamt bei Umwelt-Bezirksstadtrat Oliver Schruoffeneger, dessen Einsatz eine Bankenspende in Höhe von 43.000  Euro brachte und dem Kunstwerk so zu neuem Glanz verhalf. „Eigentlich waren es viele glückliche Zufälle, die mir die Umsetzung meiner Vision von einem einladenden Fasanenplatz ermöglicht haben“, betont Macherin Kampmann, die im Gespräch immer wieder auf die vielen unterstützenden Seelen hinweist. Dabei versprüht sie so viel positive Ene

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Rheingauer Weinbrunnen ist Montag bis Samstag noch bis zum 12. September von 15 bis 21.30 Uhr auf dem Rüdesheimer Platz für Sie geöffnet

Die Rheingauer Weingüter präsentieren ihre Weine & Sekte Noch bis Sa. 11.07.2026 Weingut Adam Basting Mo 13.07. bis Sa. 01.08.2026 Weingut Wilhelm Nikolai Mo 03.08. bis Sa. 22.08.2026 Weingut Ferdinand Abel

HANS KRUPPA Fasanenplatz mit Wasserstele von Prof. Rolf Lieberknecht. gie, dass man sich selbst unweigerlich in ihrem ideengeladenen Dunstkreis wiederfindet.

Eigeninitiative mit Herz und Verstand „Der Weg bis zum heutigen Zustand des Fasanenplatzes war nicht leicht“, erzählt Karin Kampmann. So hatte sie anfangs mit ihrem Wunsch nach Platzverschönerung den Leiter des Grünflächenamtes, Jochen Flenker, angesprochen. Der

Map data © OpenStreetMap contributors

Fasanenplatz

Bundesallee

ger Straße Lietzenbur

Nürnberger Platz Spichernstraße

damm

zollern

Hohen

Nikolsburger Platz

Prager Platz

1870 wurde der Fasanenplatz von Johann Anton Wilhelm von Carstenn als Repräsentationsund Schmuckplatz in der von ihm konzipierten „Carstenn-Figur“ gebaut: Ein städtisches Ensemble, zu dem der Nürnberger-, Prager- und Nikolsburger Platz gehören. Seinen Namen erhielt der Fasanenplatz erst 1901. Seine heutige Form ohne Kreisverkehr, gepflastert und mit Bänken versehen, bekam er im Rahmen der Internationalen Bauausstellung 1984.

nahm sie ernst, konnte aber erst einmal nicht mehr tun, als ihr für Planungsgespräche den Kontakt zum Landschaftsarchitekten Christian Meyer zu nennen. – Einen Mann, der hinter der Bepflanzung der Verkehrsinseln am Kudamm und vom Olivaer Platz steht. Doch auch Meyer war erst einmal sprachlos angesichts des durch die alten Bäume total durchwurzelten und verschatteten Platzbodens, der kaum Bepflanzungsmöglichkeit bot. Da die Bezirkskasse es nicht hergab, spendete Karin Kampmann für die Finanzierung der Planungskosten privat einen vierstelligen Betrag. Ihr war schnell klar, dass eine schrittweise Verbesserung des Platzes nicht preiswert sein würde, und so sammelte sie unter Nachbarn Spendengelder. Insgesamt kamen 30.000  Euro zusammen. Inzwischen war Meyer einen Planungsschritt weiter gekommen und schlug vor, Hochbeete als Pflanzenträger aufzustellen. Doch alleine ein aus wetterresistentem Cortenstahl gefertigtes Hochbeet sollte rund 9.000 Euro kosten. Mehr Geld musste her. Dazu organisierte Kampmann im Herbst ´23 ein als Straßenfest deklariertes erstes „White Dinner“ auf dem Platz. Beeindruckt von der Eigeninitiative zeigten sich Grünflächen- und Bezirksamt und versprachen – sollte das Projekt Hochbeete von Karin Kampmann bis Jahresende realisiert werden – weitere 50.000 Euro zur Platzverschönerung. Karin Kampmann

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8  |  Gazette Charlottenburg  |  Juli 2026 wäre nicht Karin Kampmann, wenn sie das nicht geschafft hätte. Bereits wenig später, Anfang ´24, konnten erste Hochbeete mit pflegeleichter Dauerbepflanzung bestückt werden, begleitet von einem CDU-Politiker. Heute stehen vier kleinere und ein großes Hochbeet auf dem Fasanenplatz. Regelmäßig gegossen werden sie vom Wasseranschluss des Parks aus durch eine Mitarbeiterin der Reinigungsfirma, die bei Karin Kampmann im Haus Reinigungsarbeiten verrichtet. „Denn es muss ja mit System gegossen werden, sonst schadet es den Pflanzen mehr als es nutzt“, be- Das Team vom Grünflächenamt leistet wertvolle Pflegearbeiten. tont Karin, die auch diesen Punkt � Foto: privat gut organisiert hat. Das Grünflächenamt ist dabei wichtiger An- gleichzeitig ein besonderes so- 5. September statt: Die 65 Euro sprechpartner für sie, auf den sie ziales Highlight ist. Möglich ma- Teilnahmegebühr pro Person sich immer verlassen kann. Vor chen das Sponsoren wie u. a. das gehen vollständig aufs FasanenKurzem erst war es mit Jugendli- „Haus der Berliner Festspiele“, das platz-Spendenkonto, für weitere chen aus Kamerun auf dem Fasa- Möbel und Technik für dieses Fest 35 Euro wird das Dreigang-Menü nenplatz, um ihnen dieses lokale ganz in Weiß bereitstellt. Eventer- serviert. Vorzeigeprojekt bürgerlichen fahren und praktisch nutzt Karin Stolz kann Karin Kampmann Engagements näherzubringen. Kampmann statt weißer Tischtü- auf das bisher Erreichte blicken. Die jungen Besucher, die beim cher in jeder Hinsicht günstigere Doch da gibt es auch WermutsPflanzen kräftig mit anpackten, weiße Laken. Und das angelie- tropfen, die sie zeitnah wegwaren Austauschgäste im Zei- ferte Dreigang-Verwöhnmenü gewischt sehen will: So sind zu chen internationaler Begegnung. kommt vom Restaurant „Culacci- wenige Hängemülleimer der BSR Im Vorfeld waren Jugendliche no“ gleich gegenüber. In diesem rund um den Platz vorhanden, aus Berlin nach Kamerun gereist, Jahr findet das „White Dinner“ Müllberge darunter an der Tagesum an einem Wasserprojekt (weiße Kleidung ist Pflicht) am ordnung. Gespräche von Karin mitzuarbeiten. Was die Jugendlichen aus Kamerun besonders begeistert hat? „Äpfel, die es als Pausen­snack gab“, lacht Karin Kampmann. Denn dieses Obst gibt es in Kamerun nicht.

Kampmann mit der BSR brachten bisher wenig: Laut BSR seien es ausreichend Abfallbehälter. Und auch das Angebot von Seiten der Freunde des Fasanenplatzes, anstatt der orangefarbenen Behälter graue – wenn nötig mit Zuzahlung – zu hängen, stieß auf taube Ohren. Doch Kampmann bleibt dran, wird zu diesem Punkt von dem CDU-Abgeordneten Peer Mock-Stümer unterstützt. Die Initiatorin findet indessen noch Zeit, weitere „Wunschträume“ für den Fasanenplatz weiterzudenken: Da ist eine blaue Stahl-Silhouette eines Fasans mitten auf dem Platz angedacht, wäre ein prunkvolleres Schild mit Platznamen gut vorstellbar. Doch vorher werden aktuell erst einmal die Stromkästen am Platz attraktiver gestaltet, und auch zwei weitere Hochbeete sollen noch hinzukommen. – So geht es Schritt für Schritt am Fasanenplatz weiter mit der Stadtverschönerung, für die Karin Kampmann & Co noch viele gute Ideen entwickeln dürften. Informationen zum Projekt Fasanenplatz und für potentielle Spender unter E-Mail karinkampmann@gmx.de � Jacqueline Lorenz

Spenden für noch mehr Stadtverschönerung

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Zur lieben Tradition geworden ist inzwischen das jährliche „White Dinner“ mit etwa 65 Teilnehmenden rund um den Fasanenplatz, das die „Verschönerungskasse“ für den Platz auffüllen soll und

Junge Gäste aus Kamerun erhielten auf dem Fasanenplatz Einblick in nachhaltige Stadtentwicklung und bürgerschaftliches Engagement.� Fotos: privat

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Plauderbänke im Bezirk Drei Standorte laden zum Gespräch ein In einer Großstadt wie Berlin kann der Alltag einsam sein. Im Bezirk bieten die sogenannten „Plauderbänke“ eine einfache Gelegenheit, um mit Menschen in der Nachbarschaft ins Gespräch zu kommen. Die diesjährige Saison dauert bis Donnerstag, 24. September 2026. Das Prinzip der Bänke ist einfach: Wer sich auf eine der mit einem auffälligen Aufkleber gekennzeichneten Bänke setzt, signalisiert Offenheit für ein Gespräch. Andere können sich ungezwungen dazugesellen. Die Plauderbänke befinden sich im Volkspark

schen den Sportplätzen): dienstags von 11 Uhr bis 12 Uhr • Nikolsburger Platz: mittwochs von 11 Uhr bis 12 Uhr • Fennsee (nahe der Friedrich-Ebert-Schule): donnerstags von 15 Uhr bis 16 Uhr Bei starkem Regen oder Sturm Der auffällige Aufkleber gekennzeichnet Plauderbänke. bleiben die Plauderbänke unbesetzt. Wilmersdorf, am Nikolsburger barschaft Wilmersdorf und der Auch außerhalb dieser festen Platz und am Fennsee. bezirklichen Freiwilligenagentur Zeiten sind die Bänke im Kiez betreut. Ein Fahnenaufsteller ne- nutzbar. Jeder Mensch, der dort Ehrenamtliche Gesprächspartner ben der Bank zeigt an, dass die Platz nimmt, kann ganz ohne VerAn festen Terminen unter der Ehrenamtlichen für ein Gespräch pflichtung signalisieren, offen für eine spontane Unterhaltung mit Woche werden die Bänke von bereitstehen. Mitgliedern des Netzwerks Nach- • Volkspark Wilmersdorf (zwi- Vorbeigehenden zu sein.

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Historischer Fund im Botanischen Garten Farnbeleg von Chamisso im Herbarium entdeckt erhafte physische Referenz für eine neu beschriebene Pflanzenart. Chamisso hatte die Pflanze zwischen 1815 und 1818 während seiner Weltumsegelung auf der russischen Brigg „Rurik“ auf den Philippinen gesammelt. Neben den getrockneten Pflanzenteilen befinden sich auf dem Papier zwei feine Bleistiftzeichnungen und handschriftliche Notizen des Forschers, der ab 1819 als Kustos am Botanischen Garten war, der damals noch in Schöneberg lag.

Brand fast unbeschadet überstanden Der Fund markiert die Halbzeit eines laufenden Projekts. In den Jahren 2025 und 2026 wird die Digitalisierung der rund 300.000 Herbarbögen umfassenden Farnsammlung von der Berliner Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege mit bis zu 400.000 Euro gefördert. Das Farnherbarium gehört zu den wenigen Beständen der Einrichtung, die den Brand im Zweiten Weltkrieg im Jahr 1943 fast unbeschadet überstanden haben. Bislang ist erst rund ein Zehntel der hiesigen Farne online abrufbar, bis 2028 soll die gesamte Teilsammlung digitalisiert sein.

Hilfe für internationale Forschung Die Digitalisierung erleichtert die internationale Forschung erheblich. Laut Anton Güntsch, Leiter des Zentrums für Biodiversitätsinformatik am Botanischen Garten, ermöglichen hochauflösende Aufnahmen neue wissenschaftliche Ansätze – etwa bei der Analyse historischer Verbreitungsgebiete oder bei der Aufarbeitung von Sammlungsbeständen aus kolonialen Kontexten. Die Fachleute hoffen, im Zuge der weiteren Erfassung noch auf weitere historische Dokumente bekannter Forscher wie Alexander von Humboldt oder Karl Sigismund Kunth zu stoßen.

Ursprung vor 400 Millionen Jahren

Beleg von A. v. Chamisso zu Lygodium japonicum (Thunb.) Sw., dem Japanischen Kletterfarn inklusive originale Handzeichnungen.� Foto: Botanischer Garten Berlin Der Botanische Garten Berlin beherbergt in seinem Herbarium rund vier Millionen konservierte Pflanzen – ein Archiv der Naturgeschichte. Dass sich darin noch immer unentdeckte Details verbergen, zeigt ein aktueller Fund: Während laufender Digitalisierungsarbeiten stießen Fachleute auf einen historischen Farnbeleg, den der berühmte Dichter

und Botaniker Adelbert von Chamisso einst selbst angelegt hat.

Forscher auf Weltumsegelung Bei dem Fund handelt es sich um einen sogenannten Typus-Beleg des Japanischen Kletterfarns (Lygodium japonicum). Ein solcher Beleg dient in der Botanik als dau Rund 12.000 Farnarten sind heute bekannt, sie gehören zu den so genannten Gefäßsporenpflanzen (Pteridophyten) und pflanzen sich über Sporen an der Unterseite ihrer Wedel fort. Farne zählen zu den ältesten Landpflanzen der Welt, viele sehen heute noch so aus wie zur Zeit ihres Ursprungs vor rund 400 Millionen Jahren Wer sich die lebenden Verwandten des historischen Fundes ansehen möchte, kann dies direkt vor Ort tun: Im Gewächshauskomplex des Botanischen Gartens sind zahlreiche Farnarten zu sehen. Die Gewächshäuser sind täglich von 10 Uhr bis 19 Uhr geöffnet. Weitere Informationen unter www.bo.berlin.

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Lebendiges Grün im eigenen Garten Ausstellung im Botanischen Garten beleuchtet Artenvielfalt Ökosystem einnehmen oder wie Vögel und Säugetiere das eigene Grün als lebensraum nutzen. Auch weniger beachtete Gartenbewohner wie Moose oder die lebewesen im Gartenteich werden thematisiert.

Praxis im Alltag

Grafik: Verband Botanischer Gärten Der eigene Garten ist meist viel lebendiger, als es auf den ersten Blick scheint. Wer genauer hinsieht, entdeckt neben den gezielt gepflanzten Blumen eine Vielzahl an Wildtieren, insekten und Kleinstlebewesen. Diese oft verborgene Natur steht im Mittelpunkt der neuen Ausstellung „Wilde Vielfalt im Garten“, die zurzeit im Botanischen Garten Berlin zu sehen ist.

Wichtige Rückzugsorte Die Schau zeigt auf, dass private Gärten wichtige Rückzugsorte für heimische Tier- und Pflanzenarten sein können. Anhand verschiedener Organismengruppen wie Pilzen, Flechten, Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln werden ökologische Zusammenhänge im Gartenalltag erklärt. So erfahren Besucher beispielsweise, welche zentrale Rolle Pilze im

Neben der Wissensvermittlung bietet die Präsentation auch praktische unterstützung für den Alltag im Bezirk. Steckbriefe stellen unterschiedliche lebensräume vor und geben konkrete Tipps, wie die Artenvielfalt auf dem eigenen Grundstück oder dem Balkon aktiv gefördert werden kann. Wer selbst zum Entdecker werden möchte, erhält zudem informationen darüber, wie sich die Tier- und Pflanzenwelt mithilfe digitaler Anwendungen erfassen lässt – beispielsweise im Rahmen von gemeinschaftlichen Beobachtungsaktionen wie dem „BioBlitz“. Die Ausstellung läuft bis zum 1. November 2026. Der Besuch ist im regulären Eintrittspreis des Gartens inbegriffen. Der Botanische Garten Berlin ist in den Sommermonaten täglich von 10 uhr bis 20 uhr geöffnet. Weitere informationen unter www.bo.berlin/de/ wilde-vielfalt-im-garten-0.

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Wenn Buchstaben zu Bildern werden Werke von Jumping He im Bröhan-Museum und Designkurators Jumping He.

Designer für das globale Zeitalter Für den 1973 im chinesischen Hangzhou geborenen Designer schließt sich mit der Ausstellung auch ein biografischer Kreis im Bezirk. Nach seinem Grafikdesignstudium an der China Academy of Art kam He im Jahr 1997 nach Berlin, um an der Universität der Künste (UdK) zu studieren. Heute leitet er sein Designstudio „Hesign“ mit Standorten in Hangzhou und Berlin. Zudem engagiert er sich mit dem von ihm mitbegründeten „Center for Visual Arts“ für den fachlichen Austausch zwischen der asiatischen und europäischen Gestaltungskultur. Der Künstler Ai Weiwei bezeichnete ihn vor diesem Hintergrund als einen „Designer für das globale Zeitalter“.

einen Überblick über mehr als 25 Jahre Praxis. Zu sehen sind Plakate, Bücher, grafische Arbeiten und Papierinstallationen, die die Bandbreite des Mediums zeigen. Die Schau ist bis zum 1. November 2026 zu sehen. Das Bröhan-Museum (www.broehanmuseum.de) in der Schloßstraße 1a ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Schriftreihen zu Bildern

Jumping He, Vivos / A Film by Ai Weiwei, A0, 2019 Papier ist im Alltag meist nur Mittel zum Zweck – ein schlichter Träger für gedruckte Worte, Notizen oder Skizzen. Wie man dieses vertraute Material und die darauf abgebildeten Schriftzeichen neu interpretieren kann, wird im Bröhan-Museum gezeigt. Unter dem Titel „Paperwork – Jumping He. Blackbox 18“ widmet sich die neue Ausstellung dem Schaffen des international aktiven Grafikdesigners

In seiner Arbeit löst He die Grenze zwischen klassischem Grafikdesign und freier Kunst auf. Er nutzt Buchstaben und typografische Zeichen, die eigentlich der reinen Informationsvermittlung dienen, als freie Bildelemente. Ähnlich wie in der traditionellen Kalligrafie beginnt er mit den Buchstaben zu zeichnen, sodass Schriftreihen zu eigenständigen Bildern werden. Auch das Papier selbst befreit er aus seiner dienenden Rolle: Insbesondere bei seinen Buchgestaltungen wird das Material durch seine Beschaffenheit und Bearbeitung selbst zum gestaltenden Element. Die Ausstellung im Bröhan-Museum bietet

Jumping He, Tadanori Yokoo – Poster Art: Original Posters from 1965– 2025, A0, 2025

Schwerer Stoff im MEK Trachten erzählen Lebensgeschichten Das Museum Europäischer Kulturen (MEK) in Dahlem zeigt die Sonderausstellung „Schwerer Stoff: Frauen – Trachten – Lebensgeschichten“. Die Schau, eine Übernahme des Donauschwäbischen Zentralmuseums Ulm, präsentiert textile Objekte aus dem Zeitraum von 1880 bis 1990. Im Zentrum der Ausstellung stehen rund 20 Kleiderensembles sowie Fotografien und Zeichnungen. Die Exponate reichen von bunten Stoffen auf goldenem Grund bis hin zu tiefschwarzer Brautkleidung. Sie illustrieren die Lebenswelten der Donauschwaben, die als Nachfahren deutschsprachiger Auswanderer vom späten 17. bis zum 19. Jahrhun Detail der Sonntagskleidung der Bauerntochter Elisabeth Weiss, getragen in Kéty/Giek (Schwäbische Türkei, Ungarn) 1942. � Foto: Oleg Kuchar / Donauschwäbisches Zentralmuseum (DZM) dert im Königreich Ungarn siedelten. Die Kleidung spiegelt das Span nungsfeld zwischen dörflichen Regeln und einer multikulturellen Gesellschaft wider. Laut der

Ulmer Kuratorin Henrike Hampe bestehen die Ensembles aus bis zu 15 Teilen. Die Besitzerinnen trennten sich trotz oft bewegter Biografien nicht von diesen Stücken – vom Arbeitsgewand bis zum Totenkleid. Damit verknüpfen die Textilien individuelle Schicksale mit der Geschichte von Migration, Abgrenzung und Integration. Auch Aspekte wie textiles Upcycling werden thematisiert. Nach einer Station am Ethnografischen Museum Budapest ist die Ausstellung bis zum 29. März 2027 im Museum Europäischer Kulturen, Arnimallee 25,14195 Berlin, zu sehen. Begleitend ist ein zweisprachiger Katalog erschienen.

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Gazette Charlottenburg & Wilmersdorf 7

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Gazette Charlottenburg  |  Juli 2026  |  13

Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) diskutiert Warum kein Milieuschutz für den Leon-Jessel-Kiez? Monatlich erscheint in der Gazette Charlottenburg und Wilmersdorf ein Thema, zu dem die in der BVV vertretenen Fraktionen Stellung nehmen. Das Thema wird „reihum“ von einer der Fraktionen bestimmt. In dieser Ausgabe hat die SPD-Fraktion das Thema vorgeschlagen.

Grüne haben den Schutz von Mieter:innen vor Verdrängung, Luxussanierungen und steigenden Mieten in diesen Gebieten damit faktisch aufgegeben. Milieuschutz für diese Gebiete scheitert nicht an fehlenden Erkenntnissen, sondern am politischen Willen. Zwar gibt es jetzt einen Beschluss für Milieuschutz im Stadtentwicklungsausschuss. Der CDU-Stadtrat hat aber schon angekündigt, diesen nicht umzusetzen. Das müssen alle wissen: Solange CDU und Grüne im Bezirk die politische Mehrheit haben, wird es keine weiteren Milieuschutzgebiete geben. Nur eine Stärkung der Linken bei der Wahl im September kann dies ändern. Milieuschutz ist Mieter:innenschutz! Rüdiger Deißler

CDU-Fraktion Die CDU-Fraktion spricht sich gegen die Festsetzung eines neuen Milieuschutzgebietes rund um den Leon-Jessel-Platz aus. Gerade in Zeiten akuten Wohnungsmangels braucht Berlin mehr Investitionen in den Wohnungsbestand, nicht zusätzliche bürokratische Hürden. Milieuschutzgebiete erschweren Modernisierungen, verlängern Genehmigungsverfahren und schaffen Unsicherheit für Eigentümerinnen und Eigentümer. Dadurch werden notwendige Investitionen häufig verzögert oder ganz unterlassen. Auf der anderen Seite sind die tatsächlichen Wirkungen eines neuen Milieuschutzgebietes für die Bewohnerinnen und Bewohner sehr überschaubar, insbesondere da die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen in Berlin unabhängig vom Milieuschutz ohnehin nicht mehr möglich ist und das bezirkliche Vorkaufsrecht auch in Milieuschutzgebieten nur noch in absoluten Ausnahmefällen besteht. Die CDU-Fraktion sieht die Gefahr, dass mit immer neuen Schutzgebieten ein Instrument ausgeweitet wird, dessen Wirksamkeit für die Sicherung bezahlbaren Wohnraums begrenzt ist und welches die Schaffung neuen Wohnraums eher behindert. Hans-Joachim Fenske

B‘90/Grünen-Fraktion Als Grüne-Fraktion begrüßen und unterstützen wir den Milieuschutz für den Leon-Jessel-Kiez. Das wird die BVV auf Empfehlung des Stadtentwicklungsausschusses Anfang Juli auch beschließen. Somit wird das Bezirksamt aufgefordert, die soziale Erhaltungsverordnung zu erlassen. Damit steht fest: Der Milieuschutz für den Leon-Jessel-Kiez wird kommen!

Pilzbrunnen auf dem Leon-Jessel-Platz. Mit dem Milieuschutz erhalten wir die soziale Durchmischung im Kiez, verhindern die Verdrängung durch Luxusmodernisierungen und schützen die bezahlbaren Mietwohnungen vor der Umwandlung in Eigentumswohnungen, Ferienwohnungen oder möbliertes Wohnen. Die Bürgerinnen und Bürger haben jetzt schon mit hohen Mietpreisen zu kämpfen. Weitere Belastungen führen zu sozialen Verwerfungen und zur Verdrängung aus dem Kiez. Deshalb wollen wir auch in Zukunft neue Milieuschutzgebiete ausweisen und weitere Kieze untersuchen. Als Grüne-Fraktion setzen wir ein klares Signal für den Erhalt bezahlbaren Wohnraums und schützen gleichzeitig die soziale Infrastruktur sowie die lokale Wirtschaft! Jun Chen und Jakob Zimmer Berlin

SPD-Fraktion

Milieuschutz wirkt! Er schützt Mieter vor Luxussanierungen und Vertreibung! Für den Leon-Jessel-Kiez liegt ein Gutachten vor, das die Einrichtung eines Milieuschutzgebietes empfiehlt. Warum hat der Bezirk aber bisher kein Milieuschutzgebiet festgesetzt? Weil CDU und Bündnis90/Die Grünen im Rahmen ihrer Zählgemeinschaft vereinbart haben, dass keine neuen Milieuschutzgebiete erlassen werden sollen. Die CDU lehnt

Milieuschutz grundsätzlich ab. Durch die Alternative AfD-Fraktion Vereinbarung konnten Bündnis90/Die Grünen weiterhin die Bürgermeisterin Kurze Antwort: weil bislang kein Aufstellen. Der Schutz der Mieter*innen war stellungsbeschluss gefällt wurde. Damit dabei offenkundig keine Priorität. Der aber nicht genug. Die Wohnungsnot im Antrag der SPD-Fraktion zur Einrichtung Bezirk ist ein ernsthaftes Problem, aber des Milieuschutzgebietes liegt im Aus- Milieuschutz ist schlichtweg das falsche schuss vor und kann noch vor der Wahl Werkzeug. Dieser Kiezpopulismus der beschlossen werden; das passiert aber SPD wird KEINE neue Wohnung schafnur, wenn wieder Mieterschutz statt fen und Investitionen im Bestand weiter Bezirksamtsposten Priorität wird! Leider ausbremsen. mussten Mieter*innen bis zum Ende Stattdessen müssen wir bei den Faktoren der Wahlperiode warten, damit sich die „Angebot und Nachfrage“ ansetzen. Das Prioritäten im Wahlkampf wieder so ver- Angebot lässt sich durch Neubau nicht über Nacht erhöhen und die meisten Kieschieben. In einer Zeit, da hohe Mieten eines der wichtigsten Probleme in der ze vertragen auch keine Nahverdichtung. Stadt sind, ist für die SPD die Priorität klar: Dementsprechend ist unser Hebel die Milieuschutz für den Leon-Jessel-Kiez! Nachfrage! Kai Boensiek Berlin ist eine schrumpfende Stadt – wenn man den ausländischen Zuzug herLinksfraktion ausrechnet. Wir lassen es nicht zu, dass Vor 3 Jahren empfahl ein vom Bezirksamt wir Berliner weiterhin mit dem Staat um beauftragtes Gutachten für das Gebiet den begrenzten Wohnraum konkurrierund um den Leon-Jessel-Platz dort ren, der die Wohnungen dann Migranten Milieuschutz zu erlassen. Weil die Mehr- ohne Gegenleistung zur Verfügung stellt. heit aus CDU und GRÜNEN keine neuen Wohnungen sind keine Asylheime. Die landeseigenen Wohnungsgesellschaften Milieuschutzgebiete wünscht, steht das Gebiet bis heute nicht unter diesem be- müssen den Wohnraum zuerst an Einheisonderen Schutz für Mieter:innen. mische vergeben, die unsere Stadt tragen. Auch weitere gefährdete Gebiete wie Wenn es uns gelingt den unqualifizierten Nikolsburger Platz, Barstraße, Wilhelm- Zuzug zu stoppen, sinkt der Druck auf den saue oder Babelsberger Straße werden Wohnungsmarkt rapide. deshalb nicht weiter untersucht. CDU und Martin C. T. Kohler

1.200 ohne Bild 1.100 mit Bild Vorwort -CDu Grüne SPD linke FDP AfD BVV-Sitzung im Rathaus Charlottenburg. Foto: von Kentzinsky / BACW

für

Deutschland

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RATGEBER

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Ärger mit der Airline? Wer seine Fluggastrechte kennt, holt sich sein Geld zurück – so geht‘s Verspätung, Streichung, zerkratzter Koffer: Fast jeder Flugreisende kennt solche Momente – das hilflose Warten, die ausweichenden Antworten am Schalter, und hinterher die Frage: Steht mir eigentlich etwas zu? Meistens ja. Nur wissen die wenigsten, wie sie ihre Ansprüche auch wirklich durchsetzen. Das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) Deutschland hat pünktlich zur Hauptreisezeit kostenlose Musterbriefe veröffentlicht, mit denen Passagiere ihre Forderungen direkt bei der Fluggesellschaft geltend machen können – auf Deutsch und auf Englisch, zugeschnitten auf die jeweilige Situation. Der Bedarf ist offensichtlich: Allein im vergangenen Jahr bearbeiteten die Juristen des EVZ über 1.900 grenzüberschreitende Beschwerden rund um Flugprobleme. „In unserer Fallarbeit sehen wir täglich, dass Reisende

Tagen schriftlich bei der Airline gemeldet werden, bei verspätetem Gepäck gilt eine Frist von 21 Tagen nach Erhalt.

Wenn die Airline mauert

unsicher sind, wie sie ihre Ansprüche gegenüber der Airline richtig formulieren und geltend machen können“, erklärt EVZ-Juristin Mareike Boguet.

Was Passagieren zusteht Wer von einem EU-Flughafen abfliegt oder mit einer EU-Airline in der EU landet, ist durch europäisches Recht vergleichsweise gut geschützt. Bei einer Ankunftsverspätung von mehr als drei Stunden, einer kurzfristigen Streichung oder beschädigtem Gepäck können Ausgleichszahlungen zwischen 250 und 600 Euro fällig werden – je nach Flugstrecke und Situation. Hinzu

kommen mögliche Betreuungsleistungen oder Schadensersatz. Bevor man zur Tastatur greift, lohnt ein kurzer Check: Das Online-Tool des EVZ zeigt nach wenigen Klicks, welche Rechte im konkreten Fall bestehen.

Gepäckschäden: Schnell handeln Besonders bei Gepäckproblemen gilt: keine Zeit verlieren. Wer am Gepäckband einen demolierten Koffer entdeckt, sollte noch im Flughafen den Lost-&-FoundSchalter aufsuchen und dort einen sogenannten Property Irregularity Report ausfüllen lassen. Beschädigungen müssen zusätzlich innerhalb von sieben

Dass Airlines berechtigte Forderungen zunächst ablehnen, ist laut EVZ keine Ausnahme, sondern eher die Regel. Wer nicht weiterkommt, kann sich kostenlos an das EVZ Deutschland oder an eine Schlichtungsstelle wenden, etwa die Schlichtungsstelle Reise & Verkehr oder die Schlichtungsstelle Luftverkehr. Die Musterbriefe sind auf der Website des EVZ (www.evz.de/ services/musterbriefe-tools/ musterbriefe/) abrufbar, ebenso eine Übersicht der Kontaktformulare europäischer Airlines. Wer das Formular nutzt: Screenshot des ausgefüllten Textes mit Datum nicht vergessen – er könnte später als Nachweis wichtig werden.

Zinsen rauf, Kaufkraft runter EZB erhöht Leitzinsen Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Die Entscheidung, die am 11. Juni verkündet wurde, soll der anhaltenden Teuerung im Euroraum entgegenwirken. Für Sparerinnen und Sparer bedeutet das zwar leicht steigende Zinsen auf dem Sparkonto – die Inflation gleicht das jedoch in den meisten Fällen nicht aus.

Die regulären Standardzinsen für Bestandskunden liegen im Schnitt bei lediglich 2,14  Prozent. Angesichts einer Inflationsrate von derzeit 2,6 Prozent in Deutschland bedeutet das für das Ersparte weiterhin einen realen Kaufkraftverlust.

Tagesgeld: Lockangebote täuschen über niedrige Standardzinsen hinweg

Etwas bessere Konditionen bieten Festgeldkonten, bei denen das Geld für einen vereinbarten Zeitraum fest angelegt wird. Für eine zweijährige Laufzeit erhalten Anlegende im Schnitt 3,00  Prozent Zinsen – ein Niveau, das seit Ende 2024 nicht mehr erreicht wurde. Bei einjährigen Laufzeiten liegt der Schnitt bei 2,93 Prozent, während eine dreijährige Bindung im Schnitt 3,03 Prozent einbringt.

Wer sein Geld flexibel auf dem Tagesgeldkonto parken möchte, steht vor einer zweigeteilten Zinswelt. Zwar werben einige Banken mit zeitlich befristeten Aktionszinsen von durchschnittlich 3,60 Prozent für Neukunden – in Spitzenfällen werden sogar bis zu vier Prozent geboten. Nach Ablauf dieser Fristen fallen die Zinsen jedoch meist deutlich ab.

Festgeld auf dem höchsten Stand seit Ende 2024

Eine Analyse des Geldratgebers Finanztip zeigt jedoch, dass sich ein genauer Vergleich der An € bieter (siehe www.finanztip.de/ tagesgeld/) lohnt, da die Spanne zwischen den Angeboten groß ist. Zudem sollte darauf geachtet

werden, dass die gewählte Bank unter eine gesetzliche europäische Einlagensicherung eines wirtschaftlich starken Landes fällt.

Bauzinsen bleiben stabil auf hohem Niveau Wer den Kauf einer Immobilie plant, spürt die aktuelle Entscheidung der EZB kaum direkt. Die Bauzinsen für Kredite mit einer Zinsbindung von fünf bis zehn Jahren liegen derzeit bei rund 3,53  Prozent. Da sich Bauzinsen eher an den langfristigen Erwartungen des Kapitalmarkts orientieren, reagieren sie kaum auf kurzfristige Leitzinsänderungen. Nach einem starken Anstieg im Jahr 2022 bewegen sich die Konditionen für Immobilienkredite seither in einer Seitwärtsbewegung zwischen drei und vier Prozent.

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RATGEBER

Gazette Charlottenburg  |  Juli 2026  |  15

Minijobs und Ferienjobs Was gilt steuerlich – und worauf bei Versicherung, Mindestlohn & Co. zu achten ist Ob als Kurierfahrer für einen lieferdienst, Kassierer im Einzelhandel oder Aushilfe in der Gastronomie – die Möglichkeiten, das eigene Einkommen mit einem Nebenjob aufzubessern, sind vielfältig. Besonders attraktiv ist das für Schülerinnen und Schüler in den Frühlings- und Sommermonaten durch Ferienjobs in Cafés oder Eisdielen. „Dabei müssen allerdings einige Regeln beachtet werden. Denn wer Schülerinnen und Schüler für einen Ferienjob beschäftigt, sollte 603-Euro-Minijobs und sogenannte kurzfristige Minijobs unterscheiden können sowie die Regelungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes kennen.“, so die Steuerberaterkammer Berlin. Danach dürfen Jugendliche in der Regel erst ab 15 Jahren und für höchstens acht Stunden pro Tag arbeiten. Eine Ausnahme gilt für Schülerinnen und Schüler ab 13 Jahren dann, wenn die Einwilligung der Eltern für eine Tätigkeit von bis zu zwei Stunden pro Tag vorliegt und diese altersgerecht ist.

Was sind Minijobs? Der sogenannte Minijob fällt nach Definition des Sozialversicherungs- und Arbeitslosenversicherungsrechts unter den Begriff der geringfügigen Beschäftigung. Eine solche liegt vor, wenn bestimmte Verdienst- oder Zeitgrenzen nicht überschritten werden. Die geringfügige Beschäftigung kann im gewerblichen Bereich oder

Privathaushalt stattfinden und wird wie folgt unterteilt:

Kurzfristige Minijobs

603-Euro-Minijobs

Eine kurzfristige Beschäftigung ist vor allem für die Sommeroder Semesterferien, Saisonarbeitskräfte und zum Ausgleich kurzfristig auftretender Personalengpässe gedacht. Typische kurzfristige Minijobs sind demnach Eisverkäufer, Erntehelfer oder Aushilfen im Biergarten. Die Beschäftigung ist entweder im Vorhinein direkt vertraglich begrenzt oder beschränkt sich innerhalb eines Kalenderjahres auf längstens drei Monate bzw. maximal 70 Arbeitstage. Grundsätzlich können auch mehrere kurzfristige Minijobs nebeneinander ausgeübt werden, wenn zusammengerechnet die genannten Grenzen nicht überschritten werden.

Bei einem 603-Euro-Minijob überschreitet das Arbeitsentgelt im Monat 603 Euro regelmäßig nicht. Man spricht insoweit von einer sogenannten „Entgeltgeringfügigkeit“. Das entspricht einer Verdienstgrenze von maximal 7.236  Euro pro Jahr bei durchgehender, mindestens zwölf Monate dauernder Beschäftigung. Einmalige Einnahmen, wie urlaubs- oder Weihnachtsgeld sind dabei ebenfalls zu berücksichtigen. Aber auch wenn die Verdienstgrenze überschritten wird, handelt es sich nicht automatisch um eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit. Denn eine geringfügige Beschäftigung bleibt auch dann bestehen, wenn der höhere Verdienst nur gelegentlich und nicht vorhersehbar gezahlt wird. Dies kann z. B. dann der Fall sein, wenn anderes Personal kurzfristig erkrankt und daher Minijobber einspringen müssen. in diesem Fall darf ein Minijobber oder eine Minijobberin bis zu zwei Kalendermonate innerhalb eines Zeitjahres die Verdienstgrenze überschreiten. Die Bedingung: Der Verdienst in diesen Monaten darf maximal das Doppelte der monatlichen Verdienstgrenze – also 1.206 Euro – betragen. Wird die Grenze zwei Mal überschritten, ist also statt 7.236 Euro ein jährlicher Verdienst von höchstens 8.442 Euro möglich.

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Wie hoch sind die Abgaben?

Arbeitnehmeranteil für die Rentenversicherung unwesentlich darunter.

Minijobs und Lohnsteuer Minijobs sind grundsätzlich steuerpflichtig und können auf zwei Arten besteuert werden: individuell nach der Steuerklasse der Minijobber oder mit einer pauschalen lohnsteuer. Hier gelten je nach Art des Minijobs unterschiedliche Pauschalsteuersätze. Bei den gewerblichen 603-Euro-Minijobs wird eine pauschale Steuer in Höhe von 2 % zusammen mit den Sozialversicherungsbeiträgen und den umlagen von der Minijob-Zentrale berechnet und eingezogen. Entscheiden sich die Minijobber für die Pauschalversteuerung, ist die Steuer abgegolten und der lohn aus dem Minijob muss in der Einkommensteuererklärung nicht mehr angegeben werden.

Die Abgaben für Minijobs tragen größtenteils die Arbeitgeber. Minijob und Mindestlohn Hierunter fallen etwa pauschale Beiträge zur Kranken- und Auch bei Minijobs müssen sich Rentenversicherung, zur ge- Arbeitgeber an den gesetzlichen setzlichen unfallversicherung Mindestlohn halten. Dieser besowie umlagen und Steuern. trägt seit dem 1.  Januar 2026 Für gewerbliche und haushalts- 13,90 Euro pro Stunde. Hier darf nahe Minijobs gelten hingegen die Gesamtstundenzahl der Miunterschiedlich hohe Sätze bei nijobber also 43,38 Stunden im den Abgaben. Hier spielt es Monat nicht übersteigen. Ab auch eine Rolle, ob die Tätigkeit dem 1.  Januar 2027 steigt der als 603-Euro-Minijob oder kurz- zu zahlende Mindestlohn auf fristiger Minijob einzuordnen ist. 14,60 Euro pro Stunde. Die MaDer ausgezahlte Nettolohn ximalstundenanzahl wird etwa beträgt dann im Regelfall um gleich bleiben, weil die Grenze die 603 Euro oder liegt für her- für die geringfügige Beschäfkömmliche (also nicht kurz- tigung zeitgleich auf 633 Euro fristige) Minijobs durch den monatlich steigen wird. Impressum

Gazette Charlottenburg ·  Juli Nr. 7/2026 ·  44. Jahrgang Das Gazette Verbrauchermagazin erscheint monatlich in Charlottenburg, Wilmersdorf, Steglitz, Zehlendorf sowie Schöneberg & Friedenau.

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Nächste Ausgabe August Nr. 8/2026 Anzeigen-/Redaktionsschluss 17.07.2026 Erscheinung 06.08.2026

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Neues Leben unterm Messedamm

Foto: BA CW

Unterführung soll zum Sport- und Begegnungsort werden Die Fußgängerunterführung am Messedamm, auch „Passerelle“ genannt, ist ein markantes Denkmal West-Berliner Nachkriegsarchitektur. Das Relikt der autogerechten Stadt sollte Fußgängerinnen und Fußgänger sicher zur Messe, zum ICC, zum Bus- und S-Bahnhof bringen. Das Bauwerk ist in die Jahre gekommen und die leuchtend orangefarbenen Fliesen von Architekt Rainer G. Rümmler täuschen schon lange nicht mehr über den tristen Alltag hinweg: Defekte Rolltreppen, Schmutz, Schlafstätte für Obdachlose prägen den Ort und erzeugen ein Gefühl der Unsicherheit und sogar Angst. Das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf will das nun ändern und „Passarelle“ im Inneren funktional stellte gemeinsam mit der Krea- umgestaltet werden, damit sie zu tivagentur „die wellenmaschine einem Treffpunkt für alle InteresGmbH“ ein neues Nutzungs- sierten wird. konzept vor. Aus dem einstigen Geplant ist eine Aufteilung in „Angstraum“ soll ein lebendiger verschiedene Zonen: Im Zentrum, Ort für Sport, Inklusion und Be- der sogenannten „Kernzone“, soll gegnung werden. ein robuster Sportboden entsteIn den vergangenen Jahren wur- hen, der durch eine transparente de immer wieder versucht, den Plexiglaswand von den normalen Bereich mit erheblichen finanzi- Fußwegen abgegrenzt wird. So ellen Mitteln zu beleben. Leider bleibt die Sichtbarkeit für vorblieben alle Aktivitäten in dem beigehende Passanten erhalten, denkmalgeschützte Bauwerk während die Sporttreibenden aus den 1970er-Jahren ohne geschützt sind. In den Randbereinachhaltigen Erfolg. Nun soll die chen sind frei zugängliche Tisch tennisplatten, Calisthenics-Geräte und sogar ein kleines Kiez-Café oder ein Kiosk vorgesehen. Der Tag im Tunnel könnte künftig einer festen Struktur folgen. Von 8 Uhr bis 12 Uhr steht die Fläche vorrangig für Kitas offen, die in dicht bebauten Stadtteilen oft unter Bewegungsmangel leiden. Von 12 Uhr bis 16 Uhr sollen Schulen und Ganztagsangebote den Raum nutzen. Am späten Nachmittag und Abend, von 16 Uhr bis 22 Uhr, gehört der Tunnel Sportvereinen, der offenen Jugendarbeit und der Allgemeinheit. Ein

besonderer Fokus liegt dabei auf dem Inklusionssport, den der Verein „SC Inklusion e. V.“ gemeinsam mit den „Sportkindern Berlin“ vor Ort etablieren möchte. Um Vandalismus vorzubeugen und das Sicherheitsgefühl zu stärken, setzt das Konzept auf soziale Kontrolle statt auf Absperrungen. Täglich von 8 Uhr bis 22 Uhr sollen drei Vollzeit-Platzwarte im Schichtdienst vor Ort sein. Sie fungieren als Ansprechpartner für die Besucherinnen und Besucher, koordinieren die Nutzung der Sportflächen und sollen Konflikte frühzeitig deeskalieren. Die Pläne sind allerdings mit erheblichen Kosten verbunden. Die einmaligen baulichen Maßnahmen – darunter die dringend notwendige Reparatur der Fahrstühle, Rolltreppen und Sanitäranlagen sowie der Einbau des Sportbodens – werden auf 800.000 bis 1,5  Millionen Euro geschätzt. Für den laufenden Betrieb inklusive Personal- und Sachkosten werden jährlich weitere 240.000 bis 310.000  Euro veranschlagt. Ob und wann die ersten Tischtennisbälle tatsächlich unterm Messedamm fliegen, hängt nun von der Sicherung der Finanzierung ab.