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Februar 2026
Charlottenburg
Ein Kurfürst am Charlottenburger Schloss 75 Jahre Denkmal im Ehrenhof
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2 | Gazette Charlottenburg | Februar 2026
Polizei auf der Bühne: Szenen gegen den Betrug Wie sich Senioren wirksam vor Tricktätern schützen können Beamtinnen und Beamte der Polizeidirektion 2 (West) stehen im Rathaus Charlottenburg regelmäßig auf der Bühne. Mit dem „Präventionstheater“ verfolgt der Abschnitt 2 ein ernstes Ziel: Ältere Menschen sollen für die gängigen Maschen von Kriminellen sensibilisiert werden.
Gefahr an der Haustür
Diskussion im Anschluss
Theater gegen Trickbetrug. Dabei greifen die Polizisten all- � Foto: BACW tägliche Gefahrensituationen auf, denen Senioren oft an der gehen und wie leicht man Opfer Haustür oder am Telefon ausge- einer Täuschung werden kann. setzt sind. Das Repertoire reicht Im direkten Anschluss wird die vom bekannten Enkeltrick über gleiche Situation erneut gespielt den Zetteltrick bis hin zum Auf- – diesmal jedoch mit dem kortreten falscher Handwerker oder rekten Verhalten, durch das der Betrugsversuch scheitert. Ein vermeintlicher Polizeikräfte. Das pädagogische Konzept setzt zentraler Leitsatz, den die Polizei auf Anschaulichkeit: In einer den Zuschauern dabei vermittelt, ersten Szene demonstrieren die lautet: „An der Wohnungstür ist Darsteller, wie die Betrüger vor- Schluss“.
Im Anschluss an die Szenen besteht die Möglichkeit, das Gesehene zu diskutieren. Die Beamten ordnen das Gespielte durch Berichte von realen Fällen aus der Praxis ein, um die Relevanz des Themas zu unterstreichen. Bei Kaffee und Keksen können die Besucher zudem individuelle Fragen stellen und Informationsmaterial erhalten. Bezirksstadträtin Astrid Duda betont, dass neben der Wachsamkeit auch der Austausch im direkten Umfeld entscheidend sei, um sich zu schützen.
Termine und Anmeldung Die Veranstaltungen sind kostenlos. Da die Platzzahl begrenzt und die Nachfrage hoch ist, ist eine vorherige Anmeldung per
Telefon unter (030) 4664-604220 oder -60 sowie per E-Mail an seniorentheater@polizei.berlin. de erforderlich. Die Aufführungen finden im Jahr 2026 an einem Donnerstag im Monat von 15 bis 17 Uhr im Rathaus Charlottenburg, Otto-Suhr-Allee 100, 10585 Berlin, statt. Vorführort ist, wenn nicht anders angegeben, im Bürgersaal 3. OG. Die Termine für 2026 im Überblick: • 5. Februar 26 • 5. März 26 • 2. April 26 • 7. Mai 26 (Festsaal, 3. OG) • 4. Juni 26 • 2. Juli 26 • 10. September 26 • 8. Oktober26 • 12. November 26 • 3. Dezember 26
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WORT DER BEZIRKSBÜRGERMEISTERIN DAS WORT DER BEZIRKSBÜRGERMEISTERIN
GazetteGazette Charlottenburg | FEBRUAR Wilmersdorf | Februar2026 | 3 2026 | 3
Liebe Bürger:innen in Charlottenburg-Wilmersdorf! Auch wenn sich nach dem frostigen Januar bereits manche nach dem Frühling sehnen und sich auch schon die ersten Frühlingsblüher zeigen, bleibt der Februar ein Wintermonat. Für obdachlose Menschen bedeutet das: Kälte, Unsicherheit und besondere Belastungen. Das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf unterstützt deshalb die Berliner Kältehilfe mit der Aktion „Kaffee gegen Kälte“. Bis zum 5. Februar können Sie Kaffeepäckchen im Rathaus und in den Bürgerämtern abgeben. Jede Spende zeigt Solidarität und hilft dort, wo sie dringend gebraucht wird. Kommen Sie vorbei und machen Sie mit!
Senatsbesuch im Januar Im Januar besuchte der Senat im Rahmen seiner Bezirkstour Charlottenburg-Wilmersdorf. In einer gemeinsamen Sitzung mit dem Bezirksamt sprachen wir offen über die Herausforderungen der kommenden Jahre, besonders in der City West. Die anstehenden Baustellen sind notwendig, um Infrastruktur zu sanieren und neue Bauvorhaben zu ermöglichen, werden aber auch den Alltag von Anwohnenden und Gewerbetreibenden beeinträchtigen. Bei der anschließenden Tour durch den Bezirk standen konkrete Lösungen im Fokus. Mir war es wichtig, für einfachere Genehmigungsverfahren und klare Rahmenbedingungen zu werben, damit sich der Ku’damm trotz Einschränkungen weiterentwickeln kann. Der Austausch war konstruktiv, die Ansätze pragmatisch – ein gutes Zeichen für die Zusammenarbeit.
und Philosophen, zum Lippenstiftmuseum und dem Schoeler Schlösschen. Entdecken Sie neue Ecken, die Sie sonst vielleicht übersehen hätten. Die Teilnahme ist wie immer kostenfrei. Alle Interessierten sind herzlich willkommen. Informationen über die bisherigen Kiezspaziergänge finden Sie im Internet unter www. kiezspaziergaenge.de.
Karriere bei uns im Bezirksamt
Bezirketour des Senats.
Foto: Senatskanzlei
Ausstellung zum Denkmalschutz Wie lebendig Denkmalschutz sein kann, zeigt die Ausstellung „Denkmalpflege. MehrWert als du denkst“ vom 3. bis 26. Februar in der Rathausgalerie Charlottenburg. Sie macht deutlich, welchen kulturellen, sozialen und praktischen Wert denkmalgeschützte Orte für unsere Stadt haben. Gleichzeitig zeigt die Praxis, dass Denkmalschutz oft schwierige Abwägungen erfordert – etwa bei Werbung, Beleuchtung oder Sichtbarkeit in historischen Stadträumen. Gerade hier braucht es Dialog, Augenmaß und Lösungen, die sowohl den Schutz der Orte als auch eine lebendige Nutzung ermöglichen. Besonders gelungen finde ich den interaktiven Ansatz der Ausstellung: Besucherinnen und Besucher können ihre eigenen Gedanken und Erfahrungen einbringen und so Teil der Ausstellung werden. Nach der Premiere im ICC Berlin im vergangenen Jahr freue ich mich sehr, dass die Ausstellung des Landesamts für
Wir helfen Ihnen gerne bei: ° der Einkommensteuer ° der Existenzgründung ° der Buchhaltung, Lohn- und Gehaltsabrechnung ° Schwierigkeiten mit den Finanzbehörden
Denkmalschutz nun auch bei uns im Rathaus Charlottenburg (Otto-Suhr-Allee 100) Station macht.
Kiezspaziergang durch Wilmersdorf Am Samstag, 14. Februar 2026, können Sie gemeinsam mit Bezirksstadträtin Heike SchmittSchmelz beim 276. Kiezspazier Treffpunkt des nächsten Kiezspaziergangs: Litfaßsäule Trautenaustraße / Ecke Bundesallee 22. Foto: BACW gang Wilmersdorf entdecken. Treffpunkt ist die Litfaßsäule an der Bundesallee 22, Ecke Trautenaustraße, direkt am U-Bahnhof Güntzelstraße. Die Route führt durch den Güntzelkiez, vorbei an Gedenktafeln für Schriftsteller
Gerne sind wir auch bei allen Fragen rund um die Erbschaftund Schenkungsteuer für Sie da!
Zum Schluss möchte ich noch auf ein Thema aufmerksam machen, das für das Funktionieren unseres Bezirksamts entscheidend ist: gute und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Für den Ausbildungsstart im Herbst 2026 suchen wir wieder Verstärkung für unsere Teams. Ob im Garten- und Landschaftsbau, in der Vermessung, in der Verwaltung oder im dualen Studium – die Aufgaben sind vielfältig und sinnstiftend. Unter karriere.charlottenburg-wilmersdorf.de stehen alle Informationen zu den einzelnen Karrieremöglichkeiten zum Nachlesen zur Verfügung. Die Bewerbungsfristen laufen noch bis Mitte beziehungsweise Ende Februar. Ich würde mich freuen, wenn viele junge Menschen – und gern auch Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger – den Weg in unseren Bezirk finden und ihn künftig aktiv mitgestalten. Für Ihre Anregungen, Lob und Kritik bin ich für Sie erreichbar unter bauch@charlottenburgwilmersdorf.de. Herzlich grüßt Sie Ihre Kirstin Bauch
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4 | Gazette Charlottenburg | FEBRUAR 2026
Ein Kurfürst am Charlottenburger Schloss 75 Jahre Denkmal im Ehrenhof Seit 1951 steht das von Andreas Schlüter im Jahr 1696 entworfene Denkmal Friedrich Wilhelms im Ehrenhof des Schlosses Charlottenburg. Von 1703 bis zum Zweiten Weltkrieg stand es auf der Langen Brücke (heute Rathausbrücke) über der Spree.
entgehen. Dort besuchte er die Universität und bekam Privatunterricht. Im Gegensatz zum verarmten Brandenburg waren die
Geburt im Dreißigjährigen Krieg Geboren wurde Friedrich Wilhelm (1620 – 1688) in Cölln an der Spree, dem heutigen Berlin. Zu jener Zeit tobte der Dreißigjährige Krieg, sodass er im Alter von sieben Jahren von seinen Eltern – Kurfürst Georg Wilhelm und Prinzessin Elisabeth Charlotte – getrennt und in der sicheren Festung Küstrin erzogen wurde. 1634 brachte man ihn in die Niederlande, um dem immer grausamer tobenden Krieg zu
Niederlande eine Handelsmacht, deren Staatswesen Friedrich Wilhelm sich zum Vorbild nahm. 1638 wurde er gegen seinen Willen an den Hof in Berlin zurückgerufen. Er fand ein zerstörtes Land vor, das entvölkert und geplündert war. Ende 1640 starb sein Vater, daraufhin kam Friedrich Wilhelm an die Macht.
Ein Heer für Brandenburg
Bis zum Zweiten Weltkrieg stand das Denkmal in Mitte.
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Er schloss einen Waffenstillstand mit den Schweden. Bei den Verhandlungen für den Westfälischen Frieden im Jahr 1645 bekam Brandenburg Hinterpommern, die Stifte Halberstatt und Minden. Sein politisches Ziel, das strategisch wichtige Vorpommern auch zu erhalten, wurde ihm als eher unbedeutendem Herrscher
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versagt. In der Folge baute Friedrich Wilhelm eine schlagkräftige Armee auf – für die die Untertanen Steuern zahlen mussten und der Adel in seinen Rechten beschnitten wurde. Zum Zeitpunkt seines Todes dienten dort etwa 30.000 Mann. Die Teilnahme am Zweiten Nordischen Krieg, bei dem er sich erst mit Schweden und dann mit Polen verbündete, sicherte ihm die Souveränität des Herzogtums Preußen zu, das bis dato ein polnisches Fahnenlehen war. Nun war er Alleinherrscher über Brandenburg und Preußen – die Voraussetzung, dass sein Sohn Friedrich III. sich als Friedrich I. zum König von Preußen krönen lassen konnte. Im Schwedisch-Brandenburgischen Krieg schlug das Heer unter der
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Führung des Kurfürsten die als unbesiegbar geltende schwedische Armee in der Schlacht von Fehrbellin. Dieser Sieg brachte ihm den Beinamen „Der Große Kurfürst“ ein.
Brandenburg zu kommen. „Seine Kurfürstliche Durchlaucht [werden] ... dieselben mit allen Gnaden und Hülfe ... gewähren lassen.“ Etwa 20.000 Hugenotten folgten dem Ruf. Sie brachten Kapital, handwerkliches Können wie Seidenweberei oder Uhrmacherei und Bildung mit. Berlin blühte auf – zeitweise war jeder fünfte Berliner ein Franzose. Auch das durch Pest und Krieg entvölkerte Ostpreußen wurde für viele Hugenotten zur neuen Heimat. Bis heute prägt auch diese Zeit unsere Sprache, etwa durch das „Portemonnaie“ oder die „Bulette“.
Zwischenspiel in Afrika Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst.
Hugenotten in Preußen Vielleicht seine weitsichtigste Tat war das Edikt von Potsdam. Als der französische König Ludwig XIV. die Hugenotten wegen ihres Glaubens verfolgte, lud Friedrich Wilhelm sie ein, nach
Um eigene Kolonien in Übersee zu bekommen – auch das hatte er an den Niederlanden bewundert – ließ Friedrich Wilhelm die Brandenburgisch-Afrikanische Compagnie gründen. 1682 – 1683 wurde das Fort Groß Friedrichsburg im heutigen Ghana erbaut, weitere Niederlassungen folgten. Die Brandenburger tauschten unter anderem Waffen und Ru • Kreat. Kindertanz • Ballett + Jazz • Streetjazz • Contemporary Kursangebote unserer Partner:
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binglas gegen Sklaven, Edelmetalle und Elfenbein. So wurden zwischen 10.000 und 30.000 Sklaven auf den amerikanischen Kontinent verkauft. 1720 endete das preußische Engagement in Afrika, der Enkel des Großen
Kurfürsten verkaufte die mittlerweile defizitär gewordenen Kolonien. An dem Standbild am Schloss Charlottenburg wird auch die Kolonialzeit dargestellt – rund um den Sockel sind Menschen in Ketten zu sehen.
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Als aus 23 Bezirken 12 wurden Vor 25 Jahren trat die Berliner Bezirksgebietsreform in Kraft Am 1. Januar 2001 änderte sich die Bezirkspolitik Berlins grundlegend. Mit dem Inkrafttreten des Gebietsreformgesetzes wurde die Zahl der Berliner Bezirke von bis dahin 23 auf heute 12 reduziert. Es war die weitreichendste administrative Neuordnung der Stadt seit der Bildung von Groß-Berlin im Jahr 1920.
Stadt in Geldnot
Bilanz der Reform
Jahre nach der Reform fiel die Bilanz gemischt aus. Zwar konnten Stellen in der Verwaltung abgebaut werden, doch die erhofften fi nanziellen Einsparungen wurden Pankow nach Ansicht des LandesrechWeißensee Reinickendorf nungshofs in den ersten Jahren verfehlt. Kritiker bemängelten Hohenschönzudem, dass die Wege für die hausen Bürger weiter geworden seien und die IdentifikaSpandau Wedding tion mit den neuen Prenzlauer Berg Kunstnamen wie Marzahn Tier„Tempelhof-SchöHellersdorf garten Mitte neberg“ oder FriedrichsCharlottenburg hain „Marzahn-Hellersdorf“ Lichtenberg Kreuzberg nur langsam wachse. Heute, ein Viertel Hintergrund der Reform war die angespannte Haushaltslage der Hauptstadt. Der Senat und das Wilmersdorf AbgeordnetenSchöneberg haus verfolgten das Ziel, Tempelhof Treptow die Verwaltung Neukölln Steglitz Zehlendorf effizienter zu gestalten und Personalkosten einzusparen. Die alten 23 Bezirke vor dem 1. Januar 2001. Durch die Zusammenlegung von Behörden und die Schaffung Bürger fürchteten den Verlust die das Zusammenwachgrößerer Verwaltungseinheiten ihrer lokalen Identität und eine sen der Stadt symbolisieren sollte die Bürokratie verschlankt geringere Bürgernähe. In den sollten. So wurden das westliwerden. Die durchschnittliche Medien war oft von „Zwangsehen“ che Kreuzberg und das östliche Einwohnerzahl pro Bezirk stieg die Rede. Während einige Bezirke Friedrichshain zu einem Bezirk durch die Fusionen auf rund wie Spandau, Reinickendorf und vereint. Auch Mitte (Ost) wurde 300.000 an – eine Größe, die jener Neukölln ihre Eigenständigkeit mit Tiergarten und Wedding von deutschen Großstädten wie behielten, mussten andere fusi- (beide West) zusammengeonieren. Bonn oder Münster entspricht. legt. Im Westen der Stadt verschmolzen Charlottenburg und Ungeliebte „Zwangsehen“ Symbolisches Zusammenwachsen Wilmersdorf, Tempelhof und Die Neuordnung sorgte im Vor- Besondere Aufmerksamkeit er- Schöneberg sowie Steglitz und feld für hitzige Debatten. Viele hielten die Ost-West-Fusionen, Zehlendorf.
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jahrhundert später, sind die 12 Großbezirke zwar etabliert, das Thema Reformen bleibt in Berlin jedoch aktuell. Die genaue Aufteilung der Zuständigkeiten zwischen der Landesebene (Senat) und den Bezirken im Rahmen einer neuen Verwaltungsreform trat erst am 1. Januar dieses Jahres in Kraft.
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Tempo 30 vor Schulen Bezirk fordert mehr Sicherheit Das Bezirksamt fordert die Senatsverkehrsverwaltung auf, die Sicherheit auf Schulwegen an Hauptstraßen konsequenter zu überprüfen. In einem Schreiben an Verkehrssenatorin Ute Bonde mahnt der Bezirk die Umsetzung der neuen straßenverkehrsrechtlichen Regelungen an.
fenen Straßenabschnitte systematisch und zügig nachzuholen.
Fokus auf Uhlandstraße
Geänderte Vorschriften Hintergrund sind die geänderten Verwaltungsvorschriften zur Straßenverkehrsordnung, die bereits seit mehr als einem halben Jahr in Kraft sind. Diese sehen vor, dass die Höchstgeschwindigkeit im unmittelbaren Umfeld von Schulen, Kindertagesstätten, Horten oder Spielplätzen auch an Hauptstraßen „in der Regel“ auf 30 km/h begrenzt werden soll. Ziel ist der Schutz schwächerer Verkehrsteilnehmer, insbesondere dort, wo Kinder häufig die Straße überqueren oder durch den Hol- und Bringverkehr unübersichtliche Situationen entstehen. Bezirksstadtrat Oliver Schruoffeneger kritisiert, dass im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf
bislang keine entsprechenden Maßnahmen der zuständigen Senatsverwaltung erkennbar seien. Er fordert nun, die Prüfung der betrof Als dringendes Beispiel führt das Bezirksamt den Abschnitt der Uhlandstraße zwischen Blissestraße und Berliner Straße in Wilmersdorf an. Dieser Bereich gilt als besonders unübersichtlich. Durch die dort ansässigen Schulen, einen Sportplatz, eine Kita sowie eine Kirchengemeinde herrscht hier ein hohes Aufkommen an Fußgängern. Nach Einschätzung des Bezirksamtes sind die rechtlichen Voraussetzungen für eine Tempo-30-Anordnung in diesem Abschnitt gegeben. Die Situation vor Ort ist auch Thema in der Bezirkspolitik; ein entsprechender Antrag liegt der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) bereits vor. Mit dem Brief an die Senatorin will der Bezirk nun Bewegung in die Angelegenheit bringen und die Anwendung der seit sechs Monaten geltenden Vorschriften beschleunigen.
Sechs Jahre Jelbi App verzeichnet Zuwachs und setzt auf Patrouillen gegen wildes Parken Sechs Jahre nach der Einführung hat sich das Angebot der Mobilitäts-App Jelbi weiter vergrößert. Wie die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) mitteilen, wurden im Jahr 2025 rund 100 neue Standorte eröffnet. Damit umfasst das Netz in Berlin, Potsdam und Kleinmachnow nun etwa 400 Stationen. Über die Plattform sind aktuell rund 70.000 Fahrzeuge buchbar, was einem Großteil der in der Region verfügbaren Sharing-Angebote entspricht. Damit hat sich das Konzept, moderne Mobilität und den öffentlichen Nahverkehr zu verbinden, bewährt. Seit dem Start im Jahr 2019 wurden insgesamt mehr als sieben Millionen Anmietungen registriert. Die Jelbi-App wurde inzwischen über 1,2 Millionen Mal heruntergeladen und hat überwiegend gute Bewertungen. Um Problemen mit falsch abge Ihr kompetenter Reisepartner am Lietzensee stellten Fahrzeugen auf Gehwegen zu begegnen, sind wochentags spezielle Teams im Einsatz. Diese sogenannten Ranger und Fußpatrouillen sortieren Fahrzeuge an den Standorten, führen kleinere Reinigungs- und Reparaturarbeiten durch und bringen falsch geparkte Roller zu den Stationen zurück. Im Jahr 2025 wurden dazu 30.000 Kontrollgänge durchgeführt.
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175 Jahre Berliner Feuerwehr Die älteste Berufsfeuerwehr Deutschlands feiert Geburtstag daraufhin nutzte die Feuerwehr Fahrzeuge mit Benzinmotor. Im Nationalsozialismus bekam die Feuerwehr einen neuen Namen – sie hieß „Feuerlöschpolizei“ und unterstand dem Reichsministerium des Inneren. Feuerwehrfahrzeuge waren ab 1940 nicht mehr rot, sondern Tannengrün.
Eine Stadt, zwei Feuerwehren
Berliner Feuerwehr um 1910.� Berlin im Jahr 1850: Enge Straßen, Gestank und noch viele Gebäude aus Holz, geheizt wurde mit Feuer im Kamin. Wenn es brannte – was oft vorkam – halfen Feuerwachen aus den Spritzenhäusern mit Handdruckspritzen sowie Freiwillige mit Feuerhaken und Eimerketten. Am 1. Februar 1851 änderte sich das Vorgehen. König Friedrich Wilhelm IV. hatte genug von unzureichender Brandbekämpfung und gründete die Berliner Feuerwehr als älteste Berufsfeuerwehr Deutschlands.
Aufbau der ersten Berufsfeuerwehr Der erste Chef war Ludwig Scabell (1811 – 1885). Ihn beauftragte der König mit dem Aufbau der Berufsfeuerwehr. Er sorgte nicht nur dafür, dass es innerhalb kurzer Zeit 18 rund um die Uhr besetzte Feuerwachen in der Stadt gab, sondern ließ auch ein flächendeckendes Telegrafennetz für die Feuerwehr schaffen. Er kümmerte sich darum, dass gusseiserne Feuermelder gebaut wurden,
Archiv Berliner Feuerwehr die anschließend auf öffentlichen Plätzen in Berlin standen. Ab 1856 gab es in der Stadt ein Wasserleitungsnetz mit 1520 Hydranten. An ihn erinnert die Scabellstraße in Wannsee.
Von der Feuerspritze zum Löschzug Die Feuerspritzen wurden damals von Pferden gezogen. Sie hatten auch Auswirkungen auf den boomenden Wohnungsbau in der Stadt und dem Umfeld. Die damaligen Hinterhöfe mussten mindestens 5,34 x 5,34 Meter messen, damit die Feuerspritze wenden konnte. Dieses Mindestmaß wurde von den Bauherren der Gebäude nur selten überschritten, was zu den berühmt-berüchtigten dunklen Berliner Hinterhöfen führte. Ab 1906 gab es einen Probebetrieb mit elektrisch betriebenen Löschfahrzeugen, nach zweijähriger Probezeit wurde ein elektrisch betriebener Feuerlöschzug in den Dienst gestellt. Nach dem Ersten Weltkrieg stellte man die Fertigung der elektrischen Radnabenmotoren ein,
Im 19. Jahrhundert rückte die Feuerwehr noch mit der Pferdekutschen aus.�
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Berlin geteilt, was auch zu zwei unterschiedlichen Feuerwehren führte. Im Westteil waren die Fahrzeuge Rot und die Feuerwehrleute waren Beamte. Im Ostteil fuhr die Feuerwehr rot-weiße Autos und war in die Volkspolizei eingegliedert. Während des Mauerbaus sprangen viele verzweifelte Berlinerinnen und Berliner aus höher gelegenen Wohnungen entlang der Demarkationslinie in die rettenden Sprungtücher der Feuerwehr aus dem Westen der Stadt.
Rettungsdienst an erster Stelle Heute, 175 Jahre nach der Gründung, ist die Berliner Feuerwehr eine der größten und modernsten der Welt. Aber der Job hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Schon 1969 wurde das Rettungsamt bei der Feuerwehr im Westen Berlins eingegliedert. Im Osten der Stadt blieb bis 1990 das Rettungsamt verantwortlich, das änderte sich erst mit der Wiedervereinigung. Seitdem gibt es mehr Einsätze im Rettungsdienst als im Brandfall. 2024 waren es 454.765 Rettungseinsätze, 25.385 Einsätze vom Rettungsdienst mit technischer Hilfeleistung und dagegen 20.545 Einsätze bei Bränden. Die Berliner Feuerwehr feiert ihr Jubiläum mit einem bunten Jubiläumsprogramm, so werden unter anderem vom 9. bis 10. Mai die historischen Fahrzeuge im Rahmen der Classic Days auf dem Kurfürstendamm präsentiert und ein Bildband zum 175. Bestehen veröffentlicht.
Archiv Foto Marburg / CC BY-SA 4.0
Gazette Charlottenburg | FEBRUAR 2026 | 9
„Stille Heldin“ Elsa Blochwitz mit Gedenktafel geehrt Berlinerin versteckte verfolgte Jüdinnen und Juden
Hier wohnte seit 1935
ELSA »BLACK« BLOCHWITZ 9.9.1899 – 14.4.1992
Unter dieser Adresse betrieb sie eine »Strumpf-Klinik«. Als ernannte Luftschutzwartin hatte sie Zugang zu freien Wohnungen, unterstützte und versteckte im Nationalsozialismus verfolgte Jüdinnen und Juden, verpflegte sie mit Essen und Kleidung, schmuggelte Päckchen und Briefe und verteilte selbst verfasste Flugblätter. Sie wurde als »Unbesungene Heldin« und als »Gerechte unter den Völkern« geehrt.
KPM
Eine Berliner Gedenktafel am Kurfürstendamm 177 in Wilmersdorf erinnert seit dem 15. Juli 2025 an Elsa Blochwitz (1899–1992), die während der NS-Zeit über 70 verfolgten Jüdinnen und Juden das Leben rettete. Die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt würdigt mit der Tafel eine Frau, die, so heißt es, „nur von ihrer Menschlichkeit getrieben“ handelte. Elsa Blochwitz, die als „Stille Heldin“ und „Gerechte unter den Völkern“ mehrfach ausgezeichnet wurde, versteckte in ihrer Wohnung und den Kellerräumen des Hauses Verfolgte und versorgte sie mit dem Nötigsten. Elsa Blochwitz, geboren am 9. September 1899 in Sachsen, zog 1935 in das Gartenhaus am Kurfürstendamm 177 und betrieb dort eine „Strumpf-Klinik“, in der sie Seidenstrümpfe ausbesserte. Ihre Hilfe für jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger begann mit der Untervermietung an ihre Bekannten Herta, Käthe und Rosalie Arndt. Während sie Käthe Arndt zur Flucht ins Ausland verhelfen konnte, wurden Herta und ihre Mutter Rosalie 1941 ins Ghetto Minsk deportiert und später von den Nationalsozialisten ermordet. Bis 1943 schmuggelte Blochwitz
noch Briefe und Pakete mit Lebensmitteln, Kleidung und Spielzeug zu ihnen. Zusammen mit ihrer Mitbewohnerin Margarete Dietrich weitete sie ihre Hilfe aus. Ihre Wohnung wurde zu einer Anlaufstelle für Verfolgte, die dort Unterschlupf für eine oder mehrere Nächte fanden, sich waschen und mit Kleidung und Lebensmitteln versorgen konnten. Das Codewort für den Einlass lautete „Black“ – ein Name, den Blochwitz später ihrem eigenen hinzufügte. Die vielen Besucherinnen und Besucher in der Wohnung fielen den Nachbarn nicht auf – schließlich fanden zahlreiche Menschen den Weg hierher, um ihre sehr teuren Seidenstrümpfe wieder in Ordnung bringen zu lassen. Ihre Ausbildung zur Luftschutzwartin verschaffte ihr Zugang zu allen Schlüsseln des Mietshauses, was es ihr ermöglichte, Verfolgte in Kellern und auf Dachböden zu verstecken. Blochwitz’ Engagement beschränkte sich nicht nur auf jüdische Verfolgte; sie unterstützte auch politisch Verfolgte sowie Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter und beteiligte sich an der Herstellung und Verteilung von Flugblättern. Trotz mehrfacher Wohnungsdurch suchungen durch die Gestapo blieb ihr Widerstand unentdeckt,
was auch daran lag, dass sie von einem anonymen Helfer aus den Reihen der Polizei rechtzeitig vor Razzien gewarnt wurde. Eine der Geretteten, die Zwangsarbeiterin Rita Grabowski, fand ab Herbst 1944 bei Blochwitz Zuflucht. Nach dem Krieg lebten die beiden Frauen zusammen und Grabowski unterstützte die kranke und durch ein Augenleiden schlecht sehende Elsa Blochwitz finanziell. In ihren späten Jahren verfasste Elsa Blochwitz Gedichte, die sich mit Themen wie Verfolgung und Versöhnung auseinandersetzten. Für ihren mutigen Einsatz erhielt sie neben den Titeln „Unbesungene Heldin“ und „Gerechte unter den Völkern“ auch das Bundesverdienstkreuz und den Heinrich-Stahl-Preis. Elsa Blochwitz verstarb hochbetagt am 14. April 1992 in Berlin.
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Valentinstag Menü Pulpo Apfel-Sellerie-Salat / Tomatengel / Café-Mayo / Schalottenringe Petersilienwurzelcreme Pumpernickel / Kerbel Maispoularde Barolosauce / Wurzelgemüse / Kartoffel-Sellerie-Stampf oder Kabeljau Rieslingschaum / Wurzelgemüse / Kartoffel-Sellerie-Stampf Tiramisu Beerenragout / Macaron / Schokosauce
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10 | Gazette Charlottenburg | Februar 2026
Selbstverständlich dazugehören Roma und Sinti in unserer Mitte Am 25. Oktober 2012 – einen Tag nach der Einweihung des für die in der NS-Zeit ermordeten Sinti und Roma errichteten Denkmals – wurde die Hildegard-Lagrenne-Stiftung (HLS) mit Stammsitz in Mannheim gegründet. Benannt ist sie nach ihrer Gründerin Hildegard Lagrenne (1921-2007), die ihr Leben lang für Bildung und Bekämpfung des Antiziganismus eintrat und maßgeblich die Bürgerrechtsbewegung der
Mit Projekten Chancen öffnen Vier Stiftungsprojekte im Berliner Pangea-Haus bilden die stabilen Eckpfeiler gegen Ausgrenzung: Das Projekt Romano Sfato will dabei mit seinem gezielt für diskriminierte Minderheiten wie schutzsuchende Roma aus Drittstaaten entwickeltem Rechtsberatungsangebot einen Beitrag für langfristig wirksame Strategien leisten, die einen Zugang zu Arbeitsplätzen in Deutschland und im Herkunftsland ermöglichen. Es kooperiert mit Roma-Organisationen in Moldawien. Daneben bietet das Projekt Amari Zor Sinti und Roma Unterstützung u. a. bei der Anerkennung von (ausländischen) Schul- und Berufsabschlüssen, der Suche nach Studien- und Ausbildungsplät (v. l.n.r.) Avram Sarban, Alina Voinea (Ansprechperson des Landes Berlin zu Antiziganismus) und Christoph Leucht. � Foto: Hildegard Lagrenne Stiftung der Bereiche soziale Beratung, Bildungsberatung und Förderprogramme sollen bereits junge Menschen darin bestärkt werden, ihre Zukunft inmitten unserer
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Dr. Michael Kirchhoff Rechtsanwalt - Steuerberater Fachanwalt für Steuerrecht Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht
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ben heute in der Bundesrepublik Deutschland. Die genaue Zahl ist nicht bekannt, da es keine offiziellen Erhebungen gibt. Mithilfe etlicher HLS-Projekte
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deutschen Sinti und Roma prägte. Nach ihrem Vorbild setzen sich in der Berliner Stiftungsniederlassung im Pangea-Begegnungshaus in Wilmersdorf – Sitz von 23 überwiegend migrantischen Selbstorganisationen und Vereinen – in erster Reihe Christoph Leucht, Projektmanager und 1. Vorsitzender des Roma- und Sinti-Jugendbeirates, und Avram Sarban, 2. Vorsitzender, ebenfalls dafür ein, Menschen mit Romno-Hintergrund (Roma und Sinti) einen gerechteren Zugang zur Bildung und zu gesellschaftlicher Teilhabe zu ermöglichen und bestehende Vorurteile zum Positiven hin zu ändern. Begleitet von der Social-Media-Expertin Vicka Sokolinskaia arbeiten sie – eng unterstützt von der Community sowie von Partnern und Förderern – auf stärkere Inklusion in die deutsche Gesellschaft hin. Geschätzt zwischen 70.000 bis 150.000 Sinti und Roma le Gesellschaft selbstbestimmt zu gestalten. So schafft die Stiftung auch in der Hauptstadt wertvolle Berührungsorte, an denen Austausch, Lernen und Empowerment junge Menschen, Familien und Ratsuchende miteinander vernetzt und stärkt. Der Fokus wird dabei auch auf die Öffentlichkeit gelegt, in der Diskriminierung der Bevölkerungsgruppe von Sinti und Roma sowie Vorurteile noch immer Raum finden: Ihr die Geschichte, Kultur und Lebensrealität von Sinti und Roma im Kampf gegen Antiziganismus und Ausgrenzung verständlich und nachhaltig zu vermitteln, ist eine weitere wichtige Aufgabe, welche die Stiftungsvertreter in Vorbildfunktion erfüllen wollen.
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Gazette Charlottenburg | Februar 2026 | 11 zen sowie die Organisation von Empowerment-Workshops und Lehrkräfte-Fortbildung. Das Projekt Pakiv für Neuzugewanderte aus EU-Staaten im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf zielt auf Vertrauen und Ermutigung zur Teilhabe, wozu Sozialberatung und Sprachmittlung ebenso beitragen wie die Unterstützung und Begleitung bei Behördengängen, Arztbesuchen oder Wohnungsangelegenheiten und Arbeitssuche. Viele der Beratungspersonen besitzen Sinti- bzw. Roma-Hintergrund und beherrschen verschiedene Sprachen, sodass ein vertrauensvolles Miteinander gewährleistet ist.
und Roma zur Verfügung gestellt werden, damit die Schulen auch in diesem Jahr im Rahmen der Wissenskampagne RomaDay26 dieses wichtige Thema über den Rahmenlehrplan für Berlin und Brandenburg im Deutsch-, Ethik-, Politik- und Geschichtsunterricht vertiefen und in Projekttagen aufgreifen können. Christoph Leucht
selbsbewusstes Betreten des Bildungspfades mit zukunftsweisendem Bildunsabschluss als Ziel.
Mit dem Jugendbeirat hin zu mehr Teilhabe, Bildung und Antidiskriminierung Wenn Avram Sarban vom Stiftungsteam von seiner Arbeit im HLS-Jugendbeirat erzählt, wirkt
RomaDay26 – Tag der Roma für mehr Wissen und Verständnis
10585 Berlin-Charlottenburg
Kaiser-Friedrich-Straße 7
Als unverzichtbare Wissenskampagne für die Dazugehörigkeit und das Verstehen der Geschichte von Sinti und Roma hat sich die Wissenskampagne RomaDay erwiesen: Der 8. April ist der Internationale Tag der Roma und Sinti, der als Aktionstag auf deren Situation und insbesondere deren Diskriminierung und Verfolgung aufmerksam macht, dabei aber auch mit Demo unter den Linden und Flaggenhissen vor dem Rathaus ihr selbstbewusstes Auftreten fördert. Seit 1990 findet er statt, das Datum erinnert dabei an die Anfänge der Roma-Bürgerrechtsbewegung, die am 8. April 1971 mit dem Ersten Welt-Roma-Kongress in London Aufmerksamkeit erhielt. Projektleiter Christoph Leucht erklärt, dass dazu von der Stiftung kostenlose, mit fachkundiger Unterstützung für Unterricht und Lehrkräfte entwickelte Materialien über Geschichte und Gegenwart der Sinti
Rosalinda – Gewinnerin der ersten Talentshow für Sinti und Roma. � Foto: Hildegard Lagrenne Stiftung betont, dass viele Projekte gezielt, aber nicht ausschließlich auf Sinti und Roma ausgerichtet sind, um eine Separierung zu vermeiden. Dazu zählt auch das Projekt professionalisierte Schulmediation der Hildegard-Lagrenne-Stiftung, das den erfolgversprechenden Weg hin zu mehr Bildungsgerechtigkeit und einer rassismuskritischen Schulkultur mit dem Einsatz einer Sinti-Schulmediatorin als Ansprechpartnerin für Familien und Kinder an der Grundstufe der Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli geht. Denn weniger Angst vor Diskriminierung bedeutet auch
Druck- und Kopiertechnik Telefon und Telefonanlagen Computer und Netzwerktechnik Bürodrehstühle und Kinderstühle Büro-, Computer- und Schülermöbel Regale für Keller, Lager und Wohnbereich
seine Zuversicht nahezu ansteckend. Er spricht über das umfassende Bildungs- und Empowermentprogramm, mit denen junge Sinti und Roma begeistert und zu mehr Selbstbewusstsein und Vertrauen geführt werden, von Veranstaltungen in Schulen und der Vorbereitung der Jugendbeiratsmitglieder auf öffentliche Auftritte. In Kooperation mit anderen Roma- und Sinti-Organisationen wird da im Pangea-Haus Kontakt zu vielen Familien aus der Minderheit gepflegt, können geflüchtete und sozial benachteiligte Jugendliche in die Arbeit des Jugendbeirates einbezogen
werden und so zu mehr Selbstvertrauen gelangen. „Regelmäßige Treffen mit Gesprächen zu politischen Themen und Diskussionen mit Berliner Schulklassen zu Antiziganismus und Teilhabe gehören ebenso zur Arbeit des Jugendbeirates wie offene Sprechstunden und der Austausch mit dem Erwachsenenbeirat und mit Abgeordneten. Diese vielfältige Zusammenarbeit öffnet den Blick für unterschiedliche Sichtweisen, macht wachsam gegen Rassismus und stärkt Verständnis für Minderheiten“, betont Avram. Ein besonderes Erlebnis war die vom Jugendbeirat im Dezember vorigen Jahres initiierte erste Talentshow für Sinti und Roma im Grünen Salon der Volksbühne, die in diesem Jahr eine Fortsetzung finden soll. Da begeisterten angemeldete Gesangs-, Tanz-, Rap- und Musikdarbietungen von Groß und Klein ebenso wie die spontane Beteiligung aus dem Publikum. Rosalinda gewann dabei schließlich nicht nur die Herzen der Fachjury und des Publikums für sich mit einem Roma-, einem jüdischen und einem rumänischen Lied. Social-Media-Fachfrau Vicka erklärt dazu: „Der Wettbewerbsgedanke ist bei unserer Talentshow zweitrangig, vielmehr zählen Selbstbewusstsein, Mut und der Stolz, Sinti und Roma zu sein.“ Weitere Informationen zu den Stiftungsangeboten und zum Kontakt unter www.lagrennestiftung.de � Jacqueline Lorenz Hildegard Lagrenne Stiftung für Bildung, Inklusion und Teilhabe von Roma und Sinti in Deutschland c/o Pangea-Haus Trautenaustraße 5 10717 Berlin
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12 | Gazette Gazette Charlottenburg Charlottenburg | Februar & Wilmersdorf2026 2
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Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) diskutiert Marode Sportanlagen im Bezirk – wie sollen wir jemals 230 Mio. Euro Sanierungsstau aufholen? Monatlich erscheint in der Gazette Charlottenburg und Wilmersdorf ein Thema, zu dem die in der BVV vertretenen Fraktionen Stellung nehmen. Das Thema wird „reihum“ von einer der Fraktionen bestimmt. In dieser Ausgabe hat die Linksfraktion das Thema vorgeschlagen.
Sanierung der bezirklichen Sportanlagen genutzt werden kann. Auch die Olympiabewerbung Berlins ist eine Chance, um zusätzliche Gelder zur Sanierung der Sportanlagen zu erhalten. Klar, dass wir hier von Sanierung reden, die auch inklusiven Sport berücksichtigt. Wolfgang Tillinger
CDU-Fraktion Allein die Überschrift sagt alles über unsere Sportanlagen aus. Ohne eine massive Sportstättenoffensive werden diese weiter verfallen. Vor 10 Jahren lag der Sanierungstau noch bei ca. 60 Mio. Euro. Die Anlagen können heute zum Teil nicht mehr für den Sport genutzt werden. Im Bezirk sind fünf Sporthallen nicht mehr nutzbar, davon drei schon langfristig. Gelder, die zur Verfügung stehen, sind nicht ausreichend, um eine Verbesserung zu erzielen. Wir fordern, dass aus dem Sondervermögen zügig die erforderlichen Gelder für den Sport freigegeben werden. Sportanlagen sind nicht nur für den Spitzensport vorgesehen, sondern auch für den Vereinssport. Die Vereine können ihre Verpflichtungen kaum mehr angemessen erfüllen: Integration fördern, Gemeinschaft stärken und Spaß an Bewegung vermitteln. Es fehlt den Verantwortlichen Durchsetzungsvermögen und Beharrlichkeit, um die notwendigen Änderungen zu erzielen. Die Sportsenatorin und die Staatssekretärin sollten sich einmal vor Ort die Missstände ansehen – und dies nicht nur von der Bühne aus. Hans-Joachim Fenske
B‘90/Grünen-Fraktion Viele Sportanlagen in Charlottenburg-Wilmersdorf sind seit Jahren in einem schlechten baulichen Zustand und schränken den Schul- und Vereinssport erheblich ein. Besonders deutlich zeigt sich das am Stadtbad in der Krumme Straße, das aufgrund seines maroden Zustands seit 2021 geschlossen ist. Um den Sanierungsstau bei bezirklichen Sportanlagen abzubauen, sind die Bezirke auf zusätzliche Mittel angewiesen. Wichtige Chancen bieten dabei die Pro Linksfraktion Das Sportfunktionsgebäude auf dem Hubertussportplatz. Foto: BACW gramme aus dem Sondervermögen des Bundes, etwa zur Sanierung kommunaler Sportstätten oder von Bädern. Das Bezirksamt und der Senat müssen diese Gelder nutzen. Klar ist aber auch: Sowohl der schwarz-rote Senat in Berlin als auch die schwarz-rote Koalition im Bund müssen deutlich mehr Geld für die bezirklichen Sportanlagen bereitstellen. Wir als Grüne Fraktion setzen uns dafür ein, dass Förderprogramme konsequent genutzt, Sanierungen priorisiert und Sportstätten im Bezirk wieder verlässlich nutzbar werden. Jakob Zimmer Berlin
SPD-Fraktion
Die Antwort ist nicht einfach, weil die Gelder für die Sanierung von Sportstätten vom Abgeordnetenhaus vorgegeben werden. Dem Bezirk gelingt es jedes Jahr, deutlich mehr Gelder auszugeben, indem er davon profitiert, dass andere Bezirke Schwierigkeiten haben, ihre zugewiesenen Gelder auszugeben. Das geschieht durch einen erheblichen Arbeitsaufwand der Verwaltung mit tatkräftiger Unterstützung der zuständigen SPD-Stadträtin. Weiter hat die Stadträtin verschiedene Sanierungsmaßnahmen für die erste Teilsumme der „Sportmilliarde“ beantragt. Sind wir hier mindestens in einer der drei Bewerbungsrunde erfolgreich, haben wir einen zusätzlichen Abbau des Sanierungsrückstandes erreicht. Wir fordern aber auch, dass von den Geldern, die über den Bund den Ländern zur Sanierung von Infrastruktur zur Verfügung gestellt werden, ein Anteil für die
Begrenzte Mittel müssen dort eingesetzt werden, wo Anlagen stark genutzt werden oder Sicherheitsmängel bestehen. Zweitens effizientere Verfahren: standardisierte Bauweisen, verlässliche Zeitpläne und konsequentes Controlling, damit Sanierungen schneller und wirtschaftlicher umgesetzt werden. Drittens brauchen wir mehr als den bisherigen Bezirkshaushalt. Neue Finanzierungsmodelle, Fördermittel von Land und Bund sowie eine stärkere Einbindung der Vereine sind notwendig, um den Rückstand wirksam abzubauen. Der Sanierungsstau ist kein Zahlentrick, sondern ein strukturelles Finanzierungsproblem. Wer ihn in Charlottenburg-Wilmersdorf ernsthaft abbauen will, muss Prioritäten setzen, Prozesse modernisieren und offen für neue Wege sein. Johannes Heyne
Berlins Breitensport ist im wahrsten Sinne des Wortes in Schieflage. Der Sportplatz des BSC an der Hubertusallee hat einen Höhenunterschied von über 1 Meter: In eine Richtung geht es bergauf, in die andere bergab. Auch die vor 3 Jahren neu gebaute Umkleide ist sanierungsbedürftig. Kein Einzelfall im Bezirk. Sportanlagen sind marode, nur eingeschränkt nutzbar oder ganz geschlossen. Die Folge: Kinder und Jugendliche landen auf Wartelisten, Alternative AfD-Fraktion Vereine finden keine Trainingsmöglichkeiten, der Schulsport besteht aus Notlösun- Natürlich könnte man mit mehr Steuergen. Der Sportentwicklungsplan beziffert geld vom Bund und harter Priorisierung den Sanierungsstau auf unglaubliche 230 von instand zu setzenden Objekten für Mio. Euro. Eine Summe, die der Bezirk den laufenden Betrieb etwas erreichen. unmöglich allein stemmen kann. Doch Mit den Genossen von SPD, CDU, Grünen statt Geld für den Breitensport bereitzu- und Linken holen wir aber sicher keinen stellen, setzen CDU und SPD im Berliner Sanierungsstau auf. Auf keinem Gebiet. Senat auf Prestigeprojekte: 12,5 Mio. Nicht nur die Sportstätten sind erfolgreich für NFL-Spiele, weitere 10 Mio. Euro für heruntergewirtschaftet, die gesamte Indie Berliner Olympia-Bewerbung. Für frastruktur, wohin man schaut. Warum? den Alltagssport bleibt kein Geld. Diese Weil die Altparteien das Geld lieber anderSchieflage ist politisch gemacht. Die Linke weitig vergeuden. Jeden Euro kann man fordert: Schluss mit Eventpolitik auf Kos- bekanntlich nur einmal ausgeben. Das ten des Breitensports! Das Geld gehört Geld geht schon drauf für die Versorgung in unsere Sportanlagen, nicht in private von „Flüchtlingen“ und den Kampf geGroßveranstaltungen! gen räächts. Aber, wir haben ja noch das Frederike-Sophie Gronde-Brunner „Sondervermögen“! Was für ein Wort, so schön modern und dabei komplett gaga. FDP-Fraktion Nein, für das besondere Vermögen gibt`s Sportanlagen sind im Bezirk keine frei- neue Bäume wegen der „Klimaapokalypwillige Kür, sondern Voraussetzung für se“. Bäume sind eine schöne Sache. Aber Schul- und Vereinssport, Gesundheit wie steht‘s mit der Sicherheit, z. B. bei der und sozialen Zusammenhalt. Gleich- Stromversorgung? Jedenfalls, Sportstätzeitig müssen wir ehrlich sein: Mit dem ten kommen zum Schluss und da ist das bisherigen Tempo, den gewachsenen Geld eben fort. Also woanders. Nein, liebe Strukturen und dem laufenden Betrieb SPD, CDU, Grüne und Linke, danke für nix. wird Charlottenburg-Wilmersdorf diesen Und die Hoffnung auf Olympia und fremSanierungsstau nicht abbauen. des Steuergeld wird (leider) erbärmlich Deshalb braucht es drei klare Schritte. scheitern. Erstens Priorisierung statt Gießkanne: Gregor Kadow
1.200 ohne Bild 1.100 mit Bild Vorwort -CDU Grüne SPD Linke FDP AfD BVV-Sitzung im Rathaus Charlottenburg. Foto: von Kentzinsky / BACW
für
Deutschland
Gazette Charlottenburg | Februar 2026 | 13
Vorne Musikschule, hinten Fahrzeuge. Erbauer Carl Kurz war Fuhrunternehmer, heute befindet sich auf dem Hof die Autowerkstatt Stolarsky.
Wilmersdorfs letztes Landhaus Die Prinzregentenstraße 72 im Wandel der Zeit Zwischen den hohen Nebenge- das Haus einen Teil der größten Synagoge, die 1930 geweiht und bäuden wird sie fast übersehen Musikschule Berlins mit zahlrei- in der Pogromnacht 1938 von und doch ist sie ein Juwel ver- chen Unterrichtsräumen und ei- den Nationalsozialisten zerstört gangener Zeiten: In der Prinzre- nem kleinen Konzertsaal. wurde. gentenstraße 72, inmitten des Dunkle Zeiten Musische Nutzung städtischen Trubels, steht eine charmante Stadtvilla, die heute Die Straße selbst erhielt ihren Während über die frühen Bewohals Zweigstelle der Musikschule heutigen Namen am 16. März ner und die Nutzungsgeschichte City West junge Talente fördert. 1888. Sie wurde nach dem preu- der Villa in der PrinzregentenstraDoch das Gebäude ist mehr als ßischen Prinzregenten und spä- ße 72 bis zur Nutzung durch die nur ein Ort der musikalischen Bil- teren Kaiser Wilhelm I. benannt. Musikschule wenig dokumentiert dung; es ist ein seltenes Zeugnis In der Geschichte der Prinzregen- ist, hat sich das Haus heute fest als der frühen Entwicklung Wilmers- tenstraße, die bereits die Namen kultureller Ankerpunkt im Bezirk Elberfelder Straße, Oberfeldstra- etabliert. Die Verwandlung von dorfs. ße und Promenade I trug, sind einem der letzten Überbleibsel Die Ära Carstenn auch die dunklen Kapitel der der Carstenn’schen Ära zu einer Erbaut wurde sie um das Jahr Berliner Vergangenheit vorhan- lebendigen Bildungsstätte zeigt, 1895: Die Villa ist das letzte er- den. Nur wenige Meter weiter, in wie alte Gebäude erhalten und haltene Gebäude aus der Zeit der Nummer 69/70, befand sich sinnvoll genutzt werden können. der ursprünglichen Landhausbe- einst die prächtige Wilmersdorfer Auch auf dem Grundstück neben bauung des berühmten Stadtentwicklers Johann Anton Wilhelm von Carstenn, der um 1870 die Vision einer vornehmen Villenkolonie für Wilmersdorf hatte. Der Bauherr war Fuhrunternehmer Carl Kurz. Auf dem Hof der Villa entstanden Ställe für die Pferde, vorne das Wohnhaus für den Unternehmer. In den 1930er-Jahren befand sich eine Autopension auf dem Gelände. Kurz selbst hatte festgelegt, dass sein Haus für soziale Zwecke genutzt werden sollte. So waren zeitweilig obdachlose Menschen in den Räumen untergebracht. Seit September 1996 beherbergt Seit 1966 ist die Musikschule in der Prinzregentenstraße zu Hause.
und hinter dem Gebäude ist Beständigkeit Trumpf – hier ist seit über 60 Jahren die Autowerkstatt Stolarsky zu Hause.
Die Welt schöner Klänge Die Musikschule City-West bietet ein breites Spektrum an musikalischen Ausbildungsmöglichkeiten, das von frühkindlicher Förderung bis hin zur studienvorbereitenden Ausbildung reicht. Bei den Baby-Eltern-Kursen werden die Allerjüngsten an die Musik herangeführt. Es geht mit der musikalischen Früherziehung weiter. Kindertanz, Musiktheater und Kurse für Schülerinnen und Schüler stehen ebenfalls auf dem Programm. Zahlreiche Orchester – darunter das Jugendorchester Charlottenburg – erfreuen die Musikfans im Bezirk mit ihren Konzerten. Natürlich gibt es auch ein vielseitiges Angebot für Erwachsene. Weitere Standorte der Musikschule sind das Rathaus Schmargendorf: Berkaer Platz 1, 14199 Berlin; das Hauptgebäude im ehemaligen Bezirk Charlottenburg an der Platanenallee 16, 14050 Berlin sowie zahlreiche allgemeinbildende Schulen und Jugendfreizeiteinrichtungen. Weitere Informationen und das gesamte Programm unter www.berlin.de/ musikschule-charlottenburgwilmersdorf
RATGEBER
14 | Gazette Charlottenburg | FEBRUAR 2026
Falsche Betriebskostenabrechnung Mehr als jede zweite Abrechnung ist fehlerhaft Mehr als jede zweite Betriebskostenabrechnung enthält Fehler. Das berichten die Mietervereine Düsseldorf, Hamburg und Köln nach Anfragen des unabhängigen Geldratgebers Finanztip. Besonders häufig sind dabei Fehler bei der Heizkostenabrechnung. Dabei geht es oft um hunderte Euro. Finanztip rät Mietern, die Abrechnung genau zu prüfen und im Zweifel Widerspruch einzulegen. Einmal im Jahr müssen Mieterhaushalte, die keine Nebenkostenpauschale zahlen, eine Betriebskostenabrechnung erhalten – für die meisten ist der 31. Dezember Stichtag für die Abrechnung des Vorjahres. Verspätete Forderungen muss der Mieter nicht mehr zahlen. Gerade die enthaltene Heizkostenabrechnung sorgt immer wieder für Streit zwischen Mietern und Ver mietern. „Rechnet der Vermieter die Kosten für Warmwasser und Heizung nicht nach Verbrauch ab, dürfen Mieter die Kosten pauschal um 15 Prozent kürzen“, sagt Sandra Duy, Finanztip-Expertin für energetische Sanierung.
Diese Kosten darf der Vermieter abrechnen Auf die Mieter umgelegt werden können zum einen die verbrauchsunabhängigen Grundkosten – etwa für Betriebsstrom, Wartung und Reinigung der Heizanlage, gesetzlich vorgeschriebene Messungen sowie die Miete der Erfassungsgeräte. Diese Grundkosten werden in der Regel nach der Wohnfläche verteilt. Hinzu kommen die Kosten für Brennstoffe bzw. Wärmelieferung, die nach Verbrauch berechnet werden. In der Heizkostenabrechnung werden die Grund- und
Verbrauchskosten nach einem festen Anteil aufgeteilt. Der Vermieter muss die Grundkosten und Verbrauchskosten mindestens im Verhältnis 50 zu 50 und maximal im Verhältnis 30 zu 70 aufteilen. Seit 2023 müssen Vermieter außerdem die CO2-Kosten, die für das Heizen anfallen, fair aufteilen. Fehlt diese Aufschlüsselung ganz oder ist unvollständig, dürfen Mieter die abgerechneten Heizkosten um drei Prozent kürzen. Die Aufteilung erfolgt anhand des CO2-Ausstoßes des Wohnhauses – je geringer der Verbrauch, desto geringer die Kosten, die der Vermieter tragen muss. Ist der Verbrauch und damit der CO2-Ausstoß des Hauses sehr hoch, müssen Vermieter bis zu 95 Prozent der CO2-Kosten tragen. Das kommt beispielsweise bei schlecht gedämmten
Häusern vor.
Widerspruch lohnt sich Bei falschen Vorauszahlungsbeiträgen, Rechenfehlern oder falschen Verteilungsschlüsseln lohnt sich ein Widerspruch. Mieterinnen und Mieter haben dafür nach Zustellung der Abrechnung ein Jahr Zeit und können Einsicht in die Rechnungsbelege fordern. Bezahlen müssen Mieter eine mögliche Nachzahlung in der Regel allerdings – binnen 30 Tagen. Halten sie die Nachzahlung für unberechtigt, können Mieter unter Vorbehalt der Rückforderung zahlen oder bis zur Klärung um Aufschub bitten. Bei formellen Fehlern, etwa falsche Abrechnungszeiträume oder eine nicht nachvollziehbare Abrechnung, können Mieter die Zahlung ganz verweigern und eine ordnungsgemäße Abrechnung anfordern.
Irrtümer beim Privatkauf Was bei Rückgabe und Versand wirklich gilt Der Handel mit gebrauchten Waren im Internet gehört für viele Menschen in Berlin mittlerweile zum Alltag. Besonders jüngere Generationen nutzen Online-Plattformen regelmäßig, um Kleidung oder Technik aus zweiter Hand zu erwerben. Doch mit der steigenden Beliebtheit wächst auch die Unsicherheit bezüglich der rechtlichen Rahmenbedingungen. Wie eine aktuelle
MEIN GUTER STERN
Winterdienst Baumdienst Eckard Kanold Garten- und Landschaft- und Sportplatzbau Schnee- und Glättebeseitigung GmbH & Co. KG Telefon 0 30 / 75 49 36-0 www.kanold.berlin info@kanold-berlin.de
Erhebung von YouGov und Kleinanzeigen zeigt, herrschen bei vielen Nutzern falsche Vorstellungen über ihre Rechte und Pflichten. Ein weit verbreiteter Irrglaube betrifft das Rückgaberecht bei Nichtgefallen. Viele Nutzer gehen davon aus, dass ihnen dieses Recht auch bei Geschäften mit Privatpersonen zusteht. Die Rechtsanwältin Heidi Kneller-Gronen vom Bundesverband Online IM WINTER
beispielsweise durch den Hinweis auf den Ausschluss der Sachmängelhaftung. Fehlt dieser Hinweis, gelten die gesetzlichen Bestimmungen. Zudem schützt eine solche Klausel nicht, wenn Mängel arglistig verschwiegen werden oder grobe Fahrlässigkeit vorliegt. Bekannte Defekte müssen daher immer offen benannt werden. handel e. V. (BVOH) stellt hierzu klar, dass das gesetzliche Widerrufsrecht ausschließlich beim Kauf von gewerblichen Händlern greift. Bei privaten Transaktionen existiert kein automatischer Anspruch auf Rücknahme; Käufer sind hier auf die Kulanz des Verkäufers angewiesen.
Haftungsausschluss muss klar formuliert sein Auch beim Thema Gewährleistung bestehen Unklarheiten. Grundsätzlich können private Verkäufer die Haftung für Sachmängel ausschließen. Dies muss jedoch im Inserat durch eine eindeutige Formulierung geschehen,
Risiko beim Versand Das vielleicht größte Missverständnis betrifft den Versand der Ware. Viele Käufer nehmen an, dass das Risiko für verloren gegangene Pakete beim Verkäufer liegt. Beim Privatkauf geht die Gefahr jedoch auf den Käufer über, sobald der Verkäufer die Ware ordnungsgemäß verschickt hat und dies nachweisen kann. Kommt das Paket nicht an, besteht kein Anspruch auf Rückzahlung des Kaufpreises. Dies unterscheidet den privaten Handel wesentlich vom Kauf bei einem Online-Shop, wo das Unternehmen das Transportrisiko trägt.
RATGEBER
Gazette Charlottenburg | Februar 2026 | 15
Solarstrom an Nachbarn verkaufen Warum sich das Teilen von Energie ab Sommer lohnt Ab dem 1. Juni 2026 wird es für Hauseigentümer deutlich einfacher, ihren selbst erzeugten Solarstrom direkt an umliegende Haushalte zu veräußern. Eine Neuregelung im Energiewirtschaftsgesetz (§ 42c) beseitigt bisherige bürokratische Hürden für das sogenannte „Energy Sharing“. Bislang wurden private Verkäufer rechtlich oft wie klassische Energieversorger behandelt, was komplexe Pflichten und Liefergarantien nach sich zog. Dieser Aufwand entfällt künftig. Anlagenbetreiber können dann vereinfachte Vereinbarungen direkt mit ihren Abnehmern schließen. Dabei wird lediglich der tatsächlich verfügbare Solarstrom geteilt; für die Zeiten ohne Sonne müssen die Nachbarn weiterhin eigene Verträge mit Stromanbietern für den
Reststrombedarf abschließen.
dazu geringen Eigenverbrauch bietet der lokale Verkauf eine Alternative zur Vermarktung an der Strombörse.
Wirtschaftlicher als die Netzeinspeisung Das Modell soll sich für beide Seiten rechnen. Aktuell erhalten Betreiber neuer Photovoltaikanlagen oft nur eine Einspeisevergütung von knapp acht Cent pro Kilowattstunde, während der Bezug aus dem Netz die Verbraucher durchschnittlich 35 Cent kostet. Beim direkten Verkauf können Anlagenbesitzer einen Preis erzielen, der über der Einspeisevergütung liegt, während die Nachbarn den Strom günstiger als beim regulären Versorger erhalten. Nach Einschätzung des Informationsprogramms Zukunft Altbau
Schrittweise Einführung
gewinnt dieser Ansatz an Relevanz, da derzeit auch politisch diskutiert wird, ob die feste Einspeisevergütung für Neuanlagen künftig entfallen soll. Besonders für Gebäude mit großen Dachflächen und einem im Verhältnis
Die Verteilnetzbetreiber sind verpflichtet, die technischen Voraussetzungen für das Energy Sharing innerhalb ihres Bilanzierungsgebietes ab Juni 2026 bereitzustellen. Eine Ausweitung auf gebietsübergreifende Transaktionen ist für Juni 2028 vorgesehen. Das Modell richtet sich gezielt an private Akteure und lokale Gemeinschaften; große Unternehmen sind von der Teilnahme ausgeschlossen.
Dämpfer für Miet-Dienstleister Ein Berliner Gerichtsurteil hinterfragt hohe Provisionen bei der Durchsetzung der Mietpreisbremse Ein aktuelles Urteil des Amtsgerichts Mitte zieht rechtliche Grenzen für Unternehmen, die Mieteransprüche geschäftsmäßig durchsetzen. Im Zentrum des Verfahrens stand die Frage, ob Ansprüche auf Rückzahlung zu viel gezahlter Miete wirksam an Dienstleister abgetreten werden können, wenn diese im Gegenzug einen Großteil der Erstattung einbehalten. Impressum
Hintergrund ist das Geschäftsmodell von Anbietern wie der Conny GmbH (ehemals WenigerMiete.de). Das Unternehmen prüft für Mieter die Einhaltung der Mietpreisbremse und setzt Forderungen gegen Vermieter durch. Das Honorar wird nur im Erfolgsfall fällig. Während früher oft drei bis sechs Monate der eingesparten Miete als Vergütung an den Dienstleister flossen, sehen
Gazette Charlottenburg · Februar Nr. 2/2026 · 44. Jahrgang Das Gazette Verbrauchermagazin erscheint monatlich in Charlottenburg, Wilmersdorf, Steglitz, Zehlendorf sowie Schöneberg & Friedenau.
Online-Ausgaben www.gazette-berlin.de Verlag
Gazette Verbrauchermagazin GmbH Am Bürohochhaus 2-4 · 14478 Potsdam ☎ 0331 / 379 734 50
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Freie Redakteurin Jacqueline Lorenz · ☎ 0172 630 26 88
Anzeigen
Karin Keiser · ☎ 030 / 822 34 93 · anzeigen@gazette-berlin.de
Nächste Ausgabe März Nr. 3/2026 Anzeigen-/Redaktionsschluss 13.02.2026 Erscheinung 05.03.2026
neuere Vertragsmodelle vor, dass hältnis zum tatsächlichen Aufdie Mieter ihre Rückzahlungsan- wand stehen. sprüche für bis zu 24 Monate an Folgen für Mieter und Vermieter das Unternehmen abtreten. Die Firma holt sich ihre Vergütung Jörg Rosenthal, Fachanwalt für dann direkt beim Vermieter. Mietrecht bei der Kanzlei Müller Radack Schultz, begrüßt das UrMissverhältnis von Leistung teil aus Vermietersicht, sieht aber und Vergütung auch wichtige Signale für Mieter. Ein Vermieter hatte diese Praxis Die Entscheidung zeige auf, dass gerichtlich überprüfen lassen. Mieter bei solchen Modellen unDas Amtsgericht Mitte entschied ter Umständen ein wirtschaftlich nun, dass eine derart weitge- nachteiliges Geschäft eingehen. hende Abtretung nicht zulässig Da das Gericht die Abtretungssei. Das Gericht bewertete die vereinbarung als nichtig einVereinbarung als sittenwidrig, stuft, könnten Mieter, die in der da ein auffälliges Missverhältnis Vergangenheit solche Dienste zwischen der Leistung des Anbie- genutzt haben, möglicherweise ters und der verlangten Gegen- sogar Rückforderungsansprüche leistung bestehe. Die Ansprüche gegen den Dienstleister haben, aus dem abgetretenen Recht sei- sollte sich diese Rechtsauffassung allgemein durchsetzen. en somit nicht durchsetzbar. Zwar betonte das Gericht, dass Das Urteil stärkt somit die PositiAngebote dieser Art eine Lücke on von Vermietern gegen unverschließen, da viele Mieter ihre hältnismäßig hohe Forderungen Rechte scheuen selbst durch- von Drittanbietern, mahnt aber zusetzen. Dennoch dürfe die gleichzeitig Legal-Tech-Unterwirtschaftliche Beteiligung des nehmen zur Mäßigung bei der Dienstleisters nicht außer Ver- Gebührengestaltung.
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HANDWERKS AKTION gültig bis
21.02.2026