Dahlem & Grunewald
August/September Nr. 4/2026
Journal für Dahlem, Grunewald und Schmargendorf
Frisch vom Acker auf den Teller Domäne Dahlem lädt zum Kartoffelfest
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Dahlem & Grunewald Journal
Dahlem & Grunewald Journal
Frisch vom Acker auf den Teller
Impressum
Dahlem & Grunewald Journal, 14. Jahrgang
Am 19. und 20. September lädt die Domäne Dahlem zum traditionellen Kartoffelfest mit Selbsternte
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in herbstlicher Ausflug nach Dahlem gehört für viele Berlinerinnen und Berliner einfach dazu: Am Samstag, 19. September, und Sonntag, 20. September 2026, veranstaltet die Domäne Dahlem ihr traditionelles Kartoffelfest. Das historische Rittergut bietet an beiden Tagen von 10 bis 18 Uhr ein vielseitiges
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Programm, bei dem die Besucherinnen und Besucher auch selbst aktiv werden können.
Verlag Gazette Verbrauchermagazin GmbH Am Bürohochhaus 2-4, 14478 Potsdam ☎ 0331 / 37 97 34 50 Redaktion Karl-Heinz Christ · ☎ 0331 / 37 97 34 52 journal@gazette-berlin.de Freie Redakteurin Jacqueline Lorenz · ☎ 0172 / 630 26 88 Anzeigen Daniel Gottschalk, ☎ 030 / 323 38 54 d.gottschalk@gazette-berlin.de © Gazette Verbrauchermagazin GmbH
Ernte auf dem Feld
Das Dahlem & Grunewald Journal erscheint alle zwei Monate in Dahlem, Grunewald und Schmargendorf am 1.2., 1.4., 1.6., 1.8., 1.10. und 1.12. eines Jahres. Nächste Ausgabe Oktober/November Nr. 5/2026 Anzeigen-/Redaktionsschluss: 03.09.2026 Erscheinung: 01.10.2026
Die Ernte direkt auf dem Acker ist das Kernstück des Festes. Bis 17 Uhr sind die Felder für Besucher geöffnet, die dort Bio-Kartoffeln selbst sammeln können.
Liebe Leserinnen und Leser, wenn Sie Themenwünsche oder -vorschläge haben oder selbst etwas aus den Ortsteilen beitragen möchten, freuen wir uns auf Ihre Anregungen. Haben Sie eine Ausgabe verpasst? Ältere Ausgaben finden Sie online unter www.gazette-berlin.de. Ihre Redaktion des Dahlem & Grunewald Journals
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Feste auf der Domäne Dahlem – ein Magnet für die ganze Familie.
Zur Auswahl stehen verschiedene moderne und historische Sorten, darunter Spezialitäten wie das „Bamberger Hörnchen“ oder die „Blaue Anneliese“. Für das Sammeln auf dem Feld werden Pfandsäcke ausgegeben in die die Kartoffeln gesammelt werden. Da diese wieder abgegeben werden müssen, empfiehlt es sich, eigene Körbe, Taschen oder Behälter für den Heimtransport mitzubringen.
Geschichte und Handwerk zum Anfassen Neben der Arbeit auf dem Feld befasst sich das Fest mit der Verarbeitung der Knolle. Besucher haben die Möglichkeit, Kartoffeln mit historischen Geräten zu schälen und eigene Kartoffelchips herzustellen. Zudem werden auf dem Gutsgelände historische Landmaschinen ausgestellt und vorgeführt.
So wird unter anderem gezeigt, wie mit einer historischen Presse frischer Apfelsaft hergestellt wird. Ein bunter Markt mit über 30 Ständen lädt zum Rundgang ein. Begleitet wird das Fest von Live-Musik und einem gastronomischen Angebot, bei dem Kartoffelgerichte im Mittelpunkt stehen.
historische Spiele sowie verschiedene Mitmachaktionen. Das weitläufige Gelände des Gutes lässt sich bei einem Spaziergang oder im Rahmen einer Kutschfahrt hinter dem Trecker erkunden. Die Domäne Dahlem verbindet mit dem Fest ihren Fokus auf biologische Landwirtschaft, Ökologie und Nachhaltigkeit mit praktischen EinbliAngebote für Familien cken in die landwirtschaftliche Arbeit. Weitere Informationen Für jüngere Gäste gibt es ein unter www.domaene-dahlem. ◾ historisches Kinderkarussell, de.�
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„Draußen… unter Kiefern“
Brücke-Museum thematisiert Verhältnis von Mensch und Natur
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as Brücke-Museum im Bussardsteig 9 in Dahlem öffnet sich in diesem Sommer verstärkt seiner natürlichen Umgebung. Ab Sonntag, den 5. Juli 2026, verknüpfen zwei parallel konzipierte Kunstprojekte die Werke der expressionistischen „Brücke“-Gruppe mit zeitgenössischen Perspektiven auf die Umwelt. Das Grundstück des Museums wird dabei selbst zum Ausstellungsort.
Künstlerischer Lehrpfad
ter Kiefern“ entsteht auf dem seumsgebäude ein künstlerischer Unter dem Titel „Draußen… un- Waldgelände rund um das Mu- Lehrpfad. Sieben zeitgenössische
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Dahlem & Grunewald Journal Künstler, Künstlerinnen und Kollektive haben dafür Arbeiten entwickelt, die sich mit ökologischen Prozessen, Vergänglichkeit und dem Zusammenleben von Mensch und Natur befassen. Gefördert durch den „Fonds Zero“ der Kulturstiftung des Bundes wurde bei der Realisierung der Werke auf eine klimaneutrale Umsetzung geachtet.
Laufe der Zeit verändern wird. Jenny Kendler präsentiert eine vergängliche Skulptur aus Erde und Wildblumensamen, während das Kollektiv „Club Real“ einen „Betriebsrat aller Lebewesen des Brücke-Museums“ initiiert, an dem sich auch Besucher beteiligen können.
Werke im Innenraum
Veränderung und Vergänglichkeit
Flankierend dazu widmet sich die Ausstellung „Draußen… im Museum“ im Innenraum dem Die Arbeiten im Außenraum ver- Motiv der Natur in der historifolgen unterschiedliche Ansätze: schen „Brücke“-Kunst. Bekannte Der Künstler Andreas Greiner sowie selten gezeigte Werke aus hat ein Modell des Museums im dem Sammlungsbestand werden Maßstab 1:20 errichtet, das der hier in neuen Konstellationen Witterung ausgesetzt ist und präsentiert und mit aktuellen sich durch die Ansiedlung von Positionen ergänzt. So tritt die Pilzen und Mikroorganismen im Malerin Lizza May David in einen
Dialog mit Ernst Ludwig Kirchners Gemälde „Violette Bäume“ aus dem Jahr 1914. Zudem beleuchten Fotografien von Alina Schmuch die vom Architekten Werner Düttmann entworfene Museumsarchitektur im Verhältnis zur umgebenden Landschaft. Die Landschaftsarchitekten des „atelier le balto“, die bereits den Museumsgarten revitalisiert haben, gestalteten für die Präsentation eine spezielle Hängung, die den Innen- und Außenraum gestalterisch verbindet. Die Eröffnung der beiden Projekte findet am Samstag, den 4. Juli 2026, von 15.30 bis 19 Uhr statt. Die Ausstellung im Museumsgebäude ist bis zum 25. Oktober 2026 geöffnet, während der Pfad im Außenraum langfristig bestehen bleibt. ◾
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DDR-Schicksale im Capitol Dahlem
Dokumentation über politische Häftlinge mit anschließendem Zeitzeugengespräch
Grafik: Prof. Jürgen Haase
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as Capitol Dahlem an der Thielallee widmet sich am Sonntag, 30. August 2026, um 11 Uhr einem Kapitel aus der Geschichte der DDR. Gezeigt wird die 45-minütige Dokumentation „Splitter im Kopf – Haftbedingungen in der DDR“, die persönliche Schicksale ehemaliger politischer Gefangener in den Fokus rückt. Der Film lässt vier Betroffene zu Wort kommen, die wegen vermeintlicher staatsfeindlicher
Hetze oder politischer Unangepasstheit inhaftiert wurden und dadurch unerwartet ihre Existenz und ihr soziales Umfeld verloren. Zu den Porträtierten gehören der Schriftsteller Siegmar Faust, die Fotografin Katrin Büchel, der KFZMechaniker Thomas Hannemann sowie der Arzt und Liedermacher Karl-Heinz Bomberg. Sie berichten über physische und psychische Repressionen während ihrer Haft und die langfristigen Folgen für ihr weiteres Leben.
Im Anschluss an die Filmvorführung haben die Besucher im Kinosaal die Gelegenheit, tiefer in das Thema einzusteigen. Der Regisseur und Produzent Prof. Jürgen Haase wird für ein Gespräch mit Dr. Karl-Heinz Bomberg vor Ort sein. Karten sind zum Preis von 17 Euro erhältlich. Reservierungen nimmt das Kino telefonisch unter der Nummer 030 – 322 931 322 oder per E-Mail unter kontakt@ yorck.de entgegen. ◾
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80 Jahre Haus am Waldsee
Vom Familiendomizil mit Selbstversorgung zum Treffpunkt für Kunstinteressierte
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er heute durch die Argentinische Allee spaziert, nimmt das Haus am Waldsee vor allem als Ort für internationale Gegenwartskunst wahr. Die Architektur des Gebäudes erinnert an englische Landhäuser, der Skulpturenpark lädt zum Verweilen ein. Doch die Geschichte der Villa am Seeufer ist eng mit den politischen Brüchen des 20. Jahrhunderts verwoben. Von dem idyllischen Traum einer reichen Familie über die Vereinnahmung durch die Nationalsozialisten bis hin zum kulturellen
Neuanfang nach 1945, erzählt Produktion von Regenmänteln das Haus seine Geschichte mit gemacht hatte, wünschte sich Jubiläums-Ausstellungen. ein repräsentatives Wohnhaus im damals populären Landhausstil. Mit seinem steilen Eine Villa für den Satteldach, den klaren ForTextilfabrikanten men und der Einbettung in Die Geschichte beginnt in den die Natur entsprach es dem wirtschaftlich turbulenten Geschmack des gehobenen 1920er-Jahren. Der Architekt Bürgertums. Max Werner entwarf die Villa Das familiäre Glück im Haus zwischen 1922 und 1923 für währte jedoch nicht lange. die Familie des jüdischen Tex- Persönliche Umstände und tilfabrikanten Hermann Kno- die Weltwirtschaftskrise führbloch. Knobloch, der sein Ver- ten dazu, dass die Familie Knomögen unter anderem mit der bloch die Villa bereits 1926
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Das Haus am Waldsee feiert seinen 80. Geburtstag.
wieder verkaufen musste. Es folgten Jahre mit wechselnden Bewohnern, bis ein dunkles Kapitel der Hausgeschichte anbrach. Der Familie Knobloch gelang noch vor Beginn der Judenverfolgung durch die Nationalsozialisten die Flucht nach Uruguay.
Ära der Reichsfilmkammer Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten änderte sich die Nutzung des Gebäudes fundamental. Es gab viele Interessenten, schließlich erwarb die UfA das Haus. Mitte der 1930er Jahre zog Karl Melzer ein. Er war nicht nur Generalsekretär der Internationalen Filmkammer, sondern auch stellvertretender Präsident der Reichsfilmkammer. Das Haus am Waldsee wurde damit zu einem inoffiziellen Treffpunkt der NS-Filmprominenz, die hier ein- und ausging. Das
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Haus blieb glücklicherweise vor größeren Zerstörungen oder Plünderungen in den letzten Kriegstagen verschont.
Neuanfang 1946 Der Zweite Weltkrieg endete und Zehlendorf war, verglichen mit der Berliner Innenstadt, weniger stark zerstört. In einer Zeit, in der Wohnraum knapp war und die Stadt in Trümmern lag, wurde das Haus am Waldsee schnell einer neuen Bestimmung zugeführt. Bereits im Januar 1946 wurde hier das „Zehlendorfer Kunstamt“ gegründet. Es war eine der ersten Einrichtungen in Deutschland, die sich nach der Diktatur wieder der freien Kunst widmete. Ziel war es, die während der NS-Zeit als „entartet“ verfemte Moderne zu rehabilitieren und dem Publikum wieder zugänglich zu machen. Werke von Käthe Kollwitz, Karl Schmidt-Rottluff oder Pablo Picasso hingen an den Wänden, wo wenige Jahre zuvor noch NS-Funktionäre verkehrten. Das Haus wurde zu einem Symbol für den geistigen Wiederaufbau und die kulturelle Rückbesinnung auf internationale Standards.
Institution der Gegenwartskunst In den folgenden Jahrzehnten etablierte sich das Haus am Waldsee fest in der West-Berliner Kulturlandschaft. Unter langjährigen Leitern wie Thomas Kempas, der das Haus von 1966 bis 2004 führte, lag der Fokus oft auf dem „Berliner Realismus“ und
Idyllische Spazierwege führen zum namensgebenden Waldsee.
der klassischen Moderne. Mit dem Wechsel der Intendanz zu Katja Blomberg im Jahr 2005 öffnete sich das Haus stärker internationalen Positionen der Gegenwartskunst und DesignThemen. In diese Ära fiel auch die umfangreiche Sanierung und Erweiterung durch das Architekturbüro Kuehn Malvezzi, die bis 2019 andauerte. Dabei wurde der ursprüngliche Charakter der Villa wieder stärker betont, während moderne Elemente den Ausstellungsbetrieb professionalisierten. Seit 2022 leitet Anna Gritz die Geschicke der Institution. Heute versteht sich das Haus am Waldsee als Ort, an dem Kunst nicht nur betrachtet, sondern im Kontext von Architektur und Natur erlebt wird.
Ausstellungen zum Jubiläum Zum 80. Jubiläum 2026 widmet sich das Haus am Waldsee auch seiner eigenen Geschichte: Unter dem Titel „Seit…“ startet eine fast einjährige Reihe. Bis zum 17. Januar 2027 wird der Wandel vom privaten Wohnhaus zum öffentlichen Ausstellungsort thematisiert. Ein besonderer Fokus liegt auf den Brüchen und Kontinuitäten zwischen der NS Zeit und den Nachkriegsjahren. In der ehemaligen Garage, dem heutigen Café, wird dafür eine spezielle Ausstellungsarchitektur der Kuratorin Nina Akhvlediani eingerichtet, um Archivmaterial flexibel präsentieren zu können. Das Projekt gliedert sich in drei Kapitel; den Auftakt macht ab Februar der Künstler Luciano Pecoits. Bis zum 27. September folgt ergänzend die internationale Gruppenausstellung „Wo ich wohne“. Sie greift die Geschichte der 1922 für den jüdischen Textilfabrikanten Herrmann Knobloch erbauten Villa auf. Die Ausstellung soll zeigen, wie sich politische Ereignisse und gesellschaftliche Kämpfe in der Architektur und im privaten Raum widerspiegeln. Gezeigt werden Werke unter anderem von Richard Venlet, Renée Sintenis, Charlotte von Mahlsdorf und Robert Haas. Weitere Ausstellungen mit Werken von Gianna Surangkanjanajai, Rey Akdogan und Peter Wächtler komplettieren das Jahresprogramm. Kuratiert wird das Jubiläumsprogramm von der Direktorin Anna Gritz und Pia-Marie Remmers. Weitere Informationen und alle Veranstaltungen unter www.hausamwaldsee.de.� ◾
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Ein Leben für die Fürsorge
Vor 50 Jahren starb Elisabet von Harnack
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on Harnack – ein bekannter Name. Meist fällt der Blick dabei auf die Männer: auf den überragenden Theologen und Wissenschaftsorganisator Adolf von Harnack, seinen Sohn Ernst oder auf seinen Neffen Arvid, die beide für ihre Rolle im Widerstand gegen das Nazi-Regime ermordet wurden. Doch im Schatten dieser Biografien wirkte eine Frau, deren Leben exemplarisch für die Herausforderungen und Brüche des 20. Jahrhunderts steht: Elisabet von Harnack. Sie war Sozialarbeiterin, Autorin und nach 1945 das Gedächtnis ihrer Familie.
Hochrangiger Besuch Elisabet wurde am 1. Januar 1892 als das sechste von sieben Kindern geboren. Die Familie Harnack – ab 1914 von Harnack – lebte von 1900 bis 1910 in der Fasanenstraße in Wilmersdorf, das zu dieser Zeit noch vor den Toren Berlins lag. Ab 1911 wohnten sie in der Kunz-Buntschuh-Straße in der Villenkolonie Grunewald. Elisabet wuchs in einer Atmosphäre auf, die man heute als „intellektuelles Milieu“ bezeichnen würde. Ihr Vater, Adolf von Harnack, war nicht nur der bedeutendste
Theologe seiner Zeit, sondern als Generaldirektor der Königlichen Bibliothek und Präsident der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft auch ein politischer Netzwerker ersten Ranges. Im Haus der Harnacks verkehrten Politiker und Kirchenführer. Für Elisabet und ihre Geschwister war dies Privileg und Last zugleich. Von den Töchtern wurde erwartet, gebildet und repräsentativ zu sein, doch akademische Karrieren waren für Frauen im Kaiserreich noch die Ausnahme. Elisabet jedoch suchte ihren eigenen Weg, geprägt von der protestantischen
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Dahlem & Grunewald Journal Ethik des „Dienens“, die im Hause Harnack gelehrt wurde. Ihre Schulausbildung absolvierte sie in einem Realgymnasium, im Anschluss besuchte sie ein Sozialpädagogisches Seminar.
Weg in die Soziale Arbeit Anders als viele Frauen ihres Standes, die sich auf eine Ehe vorbereiteten, strebte Elisabet nach beruflicher Eigenständigkeit. Sie gehörte zu der Generation von Frauen, die die Professionalisierung der „Sozialen Arbeit“ – damals Fürsorge – in Deutschland vorantrieben. Nach dem Studium der Nationalökonomie, Staatswissenschaften, Kirchen- und Dogmengeschichte wurde sie zunächst
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Hier wohnte von 1900 bis 1910
ADOLF VON HARNACK 7.5.1851 – 10.6.1930
Theologe und Kirchenhistoriker Er war Initiator und erster Präsident der »Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften« der heutigen »Max-Planck-Gesellschaft«
Gefördert durch die GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft
Die Familie Harnack lebte bis 1910 in der Fasanenstraße in Wilmersdorf.
Referentin für Fragen der Fürsorge, im Anschluss daran Schulpflegerin. 1921 arbeitete Elisabet von Harnack als Geschäftsführerin des Wohlfahrtsverbandes Berlins, des Berliner
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Frauenvereins sowie der Deutschen Verbände für Sozialbeamtinnen und Schulkinderpflege. Sie setzte sich für Richtlinien für die Beaufsichtigung gewerblich arbeitender Kinder und für das
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Verbot körperlicher Züchtigung in der öffentlichen Kinder- und Jugendfürsorge ein.
Dunkle Jahre und Familientrauma Die Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 markierte für die humanistisch geprägte Familie eine Zäsur. Während Adolf von Harnack 1930 verstorben war und den Untergang der Republik nicht mehr miterleben musste, geriet die Familie in den Strudel des Terrors. Elisabet musste alle Ämter aufgeben, da Familienangehörige Mitglieder der SPD waren. Sie leistete „Stille Arbeit“ in der Inneren Mission und engagierte sich dort unter anderem für verfolgte Juden. Sie schloss sich gemeinsam mit
ihrer Schwester Agnes, Alice Salomon und weiteren Frauen der Bekennenden Kirche an. Sie besuchten Gottesdienste in Dahlem, bei denen der Pfarrer Martin Niemöller predigte. Traumatische Ereignisse für die Familie waren zweifellos die Schicksale ihres Bruders Ernst sowie ihres Cousins Arvid und dessen Frau Mildred. Mildred und Arvid waren Mitglieder der Widerstandsgruppe „Rote Kapelle“. Als sie 1942 verhaftet wurden, versuchte die Familie verzweifelt, Einfluss zu nehmen – vergeblich. Arvid wurde gehängt, Mildred enthauptet. Ernst unterstützte die Widerstandskämpfer des Attentats vom 20. Juli 1944, er wurde am 5. März 1945 in Plötzensee gehängt.
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Wirken im Nachkriegsdeutschland Nach 1945 war Elisabet am Aufbau der sozialen Arbeit in Berlin aktiv beteiligt und kümmerte sich ab 1949 in der Senatsverwaltung für Arbeit und Sozialwesen um die Flüchtlings- und Vertriebenenhilfe, Heimkehrerfürsorge und Fürsorge für Verfolgte während des Dritten Reichs. Gemeinsam mit Ernst Reuter gab sie die Zeitschrift Soziale Arbeit heraus. Auch nach ihrer Pensionierung blieb sie nicht untätig und füllte viele Ehrenämter aus. Sie starb am 22. November 1976 in Berlin. Sie wurde im Familiengrab auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof in Schöneberg beigesetzt.� ◾
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Kriminalfälle im Fokus
„Lange Nacht der Museen“ widmet sich dem Thema Verbrechen
Impression der letzten Langen Nacht der Museen. � Foto: Alexander Rentsch
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erbrechen und deren Aufklärung faszinieren viele Menschen – so sollen Krimis mittlerweile die Hälfte des Fernsehprogramms füllen. Wer dieser Faszination auf den Grund gehen möchte, hat bei der diesjährigen Langen Nacht der Museen am Samstag, dem 29. August 2026, ausgiebig Gelegenheit dazu. Unter dem Motto „Crime in Berlin“ öffnen 75 Museen in der ganzen Hauptstadt von 18 Uhr bis 2 Uhr nachts ihre Türen. Die Nacht verspricht so spannende Einblicke in historische und moderne Kriminalfälle. Das Programm beleuchtet das Verbrechen in all
seinen Spielarten. Die Besucher können den Ermittlern über die Schulter schauen und erfahren, mit welchen Methoden in der Praxis gearbeitet wird. So wird unter anderem erklärt, was Zollbeamte im Reisegepäck von Urlaubern finden, was Bekennerschreiben über die Absender verraten und wie es gelang, spektakuläre Kunstfälschungen – wie den bekannten Fall Beltracchi – aufzuklären. Der historische Bogen spannt sich weit: Er reicht von biblischen Taten wie Kains Brudermord über politische Morde im Florenz der Medici bis hin zum Schwarzmarkt der Nachkriegsjahre und der modernen Cyberkriminalität. Neben den Ausstellungen und Führungen sorgt ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm für Unterhaltung. Eine Musical-Comedy verspricht rasante Verwicklungen, während verschiedene Krimilesungen das Publikum in die Berliner Halbwelt entführen. Wer die Atmosphäre der historischen Berliner Caféhäuser erleben möchte, kann sich bei Charleston und Swing in die Stimmung des legendären „Moka Efti“ zurückversetzen lassen. Mit nur einem Ticket erhalten Interessierte Zugang zu allen 75 teilnehmenden Museen, darunter das Schloss Charlottenburg, das Bröhan-Museum, die Wilhelm-Foerster-Sternwarte und Urban Nation. Das vollständige Programm ist auf der offiziellen Webseite unter www.langenachtdermuseen. berlin abrufbar.� ◾
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Gesundheit Dahlem & Grunewald Journal
Zecken: Hundemalaria breitet sich aus Experten raten zu ganzjähriger Vorsorge
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er mit dem Hund in den Berliner Parks, Wäldern oder im Brandenburger Umland spazieren geht, sollte derzeit besonders wachsam sein. Eine ernstzunehmende Gefahr für Hunde breitet sich in der Region immer weiter aus: die canine Babesiose, im Volksmund auch als Hundemalaria bekannt. Übertragen wird die potenziell tödliche Erkrankung durch die Wiesenzecke, die sich in den vergangenen Jahren in weiten Teilen Deutschlands etabliert hat. Neben dem Südwesten des Landes ist der Raum Berlin-Brandenburg besonders stark betroffen. Begünstigt wird die Ausbreitung unter anderem durch den Klimawandel, größere Brachflächen und den Import von Hunden aus dem Ausland.
Tückischer Verlauf Die Infektion verläuft tückisch. Nach dem Stich der Zecke nisten sich die Parasiten in den roten Blutkörperchen des Hundes ein und zerstören diese massenhaft. Typische Symptome sind extreme Mattigkeit, Appetitlosigkeit, hohes Fieber und blasse Schleimhäute. Ein deutliches Warnsignal ist zudem dunkel verfärbter Urin. Wird die Erkrankung nicht rechtzeitig durch eine tierärztliche Blutuntersuchung diagnostiziert und behandelt, endet sie für den Hund oft tödlich. In den
Schutz vor Zecken kann Hundeleben retten.�
Tierkliniken der Region müssen bereits vermehrt infizierte Hunde intensivmedizinisch betreut werden.
Schutz entscheidend Um das Tier zu schützen, ist ein lückenloser Schutz entscheidend. Veterinärmediziner der Freien Universität Berlin weisen darauf hin, dass die Wiesenzecke mittlerweile das ganze Jahr über aktiv sein kann. Daher wird eine durchgehende
Foto: Jacqueline Lorenz
Vorsorge empfohlen. Hierfür stehen verschiedene zugelassene Präparate wie Halsbänder, Spot-on-Präparate, Tabletten oder Injektionen zur Verfügung, die den Parasiten abwehren oder abtöten. Von vermeintlich natürlichen Alternativen wie Kokosöl, Knoblauch oder ätherischen Ölen raten Fachleute ab: Ihre Wirkung ist wissenschaftlich nicht ausreichend belegt, zudem können manche dieser Hausmittel für Hunde sogar gesundheitsschädlich sein.� ◾
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Angebote im Botanischen Garten
Vom kreativen Schreiben bis zur Führung auf Berlinerisch
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er Botanische Garten Berlin ist nicht nur ein Ort der Erholung, sondern auch Treffpunkt für Naturinteressierte, Kreative und Neugierige. Mehrere Veranstaltungen im August bieten die Gelegenheit, die Pflanzenwelt aus neuen Perspektiven kennenzulernen – von wissenschaftlichen Einblicken bis hin zu praktischen Tipps für den eigenen Garten.
Kreatives Schreiben
einem dreistündigen Workshop für kreatives Schreiben wird die Natur literarisch erkundet. Die Poesiepädagogin Kirsten Heidler führt Erwachsene durch das Freigelände – oder bei Regen durch die Gewächshäuser –, um Eindrücke in Texte und Gedichte zu fassen. Die Teilnahme kostet 15 Euro zuzüglich Eintritt; eine Anmeldung ist vorab erforderlich.
Invasive Arten
turschutz Berlin gemeinsam mit der Botanischen Beratungsstelle zu einem Informationsstand ein. Vor dem Besuchszentrum am Königin-Luise-Platz informieren die Referenten Charlotte Keyßer und Yannick Brenz über das Beobachtungsportal „ArtenFinder Berlin“ und klären über invasive Tier- und Pflanzenarten auf. Die Teilnahme ist kostenlos und ohne Anmeldung möglich.
Berliner Pflanzen
Am Nachmittag desselben Tages jut erklärt Wer gerne eigene Texte verfasst, wird es wissenschaftlich und sollte sich Donnerstag, den 6. Au- praktisch. Von 16 Uhr bis circa Den Abschluss des Tages bildet gust 2026, 10 Uhr vormerken. Bei 19.30 Uhr lädt die Stiftung Na- um 18 Uhr eine humorvolle Füh Simpatia
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Dahlem & Grunewald Journal rung unter dem Titel „Zwischen Beeten, Bäumen und Berliner Schnauze“. Der Naturschutzgenetiker Max Fussan erklärt im Berliner Dialekt die Besonderheiten der Berliner Stadtnatur und zeigt, warum das Grün zwischen Asphalt und Hinterhof oft span- Vielfalt Botanischer Garten - hier die nender ist, als es auf den ersten Arzneipflanzen. � Foto I. Haas, Botanischer Garten und Blick scheint. Die 90-minütige Botanisches Museum Berlin Führung richtet sich an Erwach- Daniela Lindow-Marinelli führt sene und kostet 6 Euro. durch den Arzneipflanzengarten und beleuchtet die Entwicklung der Heilkräuter von der Antike bis Kräuter und heute, das Wissen der Hildegard Heilpflanzen von Bingen und die historische Interessierte an der Geschichte Rolle kräuterkundiger Frauen. der Naturheilkunde, sollten sich Die Führung ist für ErwachseSonntag, den 16. August 2026, ne und Kinder ab zehn Jahren vormerken. Um 12 Uhr startet geeignet. Die Gebühr beträgt eine 90-minütige Sonntagsfüh- 6 Euro zuzüglich des regulären rung zum Thema „Heilpflanzen Eintritts, eine vorherige Anmelund Kräutermagie“. Referentin dung ist notwendig.
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Biologische Vielfalt Am Donnerstag, dem 20. August 2026, steht erneut die biologische Vielfalt im Mittelpunkt. Von 16 Uhr bis circa 19.30 Uhr berät das Team der Botanischen Beratungsstelle am Eingang KöniginLuise-Platz zum Thema Regiosaatgut und dessen Bedeutung für den Naturschutz. Auch hier geht es um die Auswirkungen invasiver Pflanzenarten auf die heimische Flora. Der Besuch des Informationsstandes ist kostenlos und erfordert keine Anmeldung. Treffpunkt für alle genannten Veranstaltungen ist das Besuchszentrum am Eingang Königin-Luise-Platz. Weitere Informationen, alle Termine und Anmeldemöglichkeiten finden Interessierte unter www.bo.berlin.� ◾
zertifizierter Fachbetrieb
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Dahlem & Grunewald Journal
Der neue Super-Ferien-Pass ist da
Coupons, Verlosungen und Schwimmbadeintritt für nur neun Euro
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ünktlich zur warmen Jahreszeit gibt es für Berliner Familien wieder ein beliebtes Angebot: Der neue „Super-Ferien-Pass“ (www. jugendkulturservice.de/de/ ferien-und-familienzeit/superferien-pass) für das Schuljahr 2026/27 ist ab sofort erhältlich. Für einmalig neun Euro bietet er jungen Berlinerinnen und Berlinern an rund 100 Ferientagen zahlreiche Vergünstigungen und kostenfreie Aktivitäten in der Hauptstadt und der Region. Das Angebot richtet sich an alle Kinder und Jugendlichen bis einschließlich 18 Jahre, die ihren Wohnsitz in Berlin haben. Laut Herausgeber JugendKulturService, umfasst das GutscheinHeft in diesem Jahr mehr als 500 Preisvorteile, die sich auf drei verschiedene Bereiche verteilen.
Foto: serrnovik – Magnific.com
Ein zentraler Bestandteil für die Sommerzeit ist die integrierte Badekarte. Mit ihr können Pass inhaber an jedem Ferientag einmal kostenlos ein Schwimmbad der Berliner Bäder-Betriebe besuchen. Zudem enthält das Heft zahlreiche Coupons, die direkt vor Ort eingelöst werden können. Dazu gehören unter anderem freier Eintritt in den Zoo und den Tierpark (für Kinder bis einschließlich 15 Jahre), in das Museum für Naturkunde, den Botanischen Garten sowie kostenfreie Besuche im Renaissance-Theater oder beim Open-Air-Kino. Auch Rabatte für Sportkurse und kreative Workshops sind enthalten. Zusätzlich zu den festen Coupons bietet der Pass Zugang zu einem Online-Portal, über das Plätze für exklusive und kostenfreie Ferienaktionen verlost wer den. Auf dem Programm stehen hierbei unter anderem Bouldern, 3D-Workshops, Probenbesuche in der Staatsoper sowie organisierte Tagesausflüge, wie etwa eine Fahrt in den Hansa-Park. „Viele Familien kaufen den SuperFerien-Pass nicht nur wegen der Ersparnis“, so Kathrin VölkerKrause vom JugendKulturService. „Er hilft dabei, neue Orte zu entdecken und bringt Ideen für abwechslungsreiche Ferientage. Oft entstehen daraus Ferienabenteuer, auf die man sonst gar nicht gekommen wäre.“ Da der Pass personengebunden ist, ist er nicht übertragbar. Erhältlich ist der Super-FerienPass an vielen Verkaufsstellen (www.jugendkulturservice.de/ de/ferien-und-familienzeit/ super-ferien-pass/ verkaufsstellen) im gesamten Stadtgebiet.� ◾
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