Dahlem & Grunewald Journal - Februar/März 2026

Journal für Dahlem, Grunewald und Schmargendorf

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Dahlem & Grunewald

Februar/März Nr. 1/2026

Journal für Dahlem, Grunewald und Schmargendorf

120. Geburtstag von Dietrich Bonhoeffer Theologe im Widerstand

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120. Geburtstag von Dietrich Bonhoeffer Theologe im Widerstand

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ls evangelischer Theolo- Deutschland und schließlich ge profilierte sich Diet- in den Tod. rich Bonhoeffer (4.  Februar 1906 – Bürgerliches 8.  April 1945) vor Fundament allem durch seine Konsequenz: Dietrich Bonhoeffer wurde am Er lebte, was er 4. Februar 1906 in lehrte. Sein Weg führte ihn von der Breslau geboren, akademischen Kanwuchs aber in Berlin zel in den politischen auf. Er stammte aus Widerstand gegen Adolf einer großbürgerlichen, Hitler, vom sicheren Ausland intellektuellen Familie. Sein zurück in das zerbombte Vater, Karl Bonhoeffer, war

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Impressum

Dahlem & Grunewald Journal, 14. Jahrgang

Verlag Gazette Verbrauchermagazin GmbH Am Bürohochhaus 2-4, 14478 Potsdam ☎ 0331 / 37 97 34 50 Redaktion Karl-Heinz Christ · ☎ 0331 / 37 97 34 52 journal@gazette-berlin.de Freie Redakteurin Jacqueline Lorenz · ☎ 0172 / 630 26 88 Anzeigen Daniel Gottschalk, ☎ 030 / 323 38 54 d.gottschalk@gazette-berlin.de © Gazette Verbrauchermagazin GmbH Das Dahlem & Grunewald Journal erscheint alle zwei Monate in Dahlem, Grunewald und Schmargendorf am 1.2., 1.4., 1.6., 1.8., 1.10. und 1.12. eines Jahres. Nächste Ausgabe April/Mai Nr. 2/2026 Anzeigen-/Redaktionsschluss: 05.03.2026 Erscheinung: 01.04.2026 Liebe Leserinnen und Leser, wenn Sie Themenwünsche oder -vorschläge haben oder selbst etwas aus den Ortsteilen beitragen möchten, freuen wir uns auf Ihre Anregungen. Haben Sie eine Ausgabe verpasst? Ältere Ausgaben finden Sie online unter www.gazette-berlin.de. Ihre Redaktion des Dahlem & Grunewald Journals

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ein renommierter Psychiater und Neurologe; seine Mutter Paula entstammte einer Familie von Theologen und war selbst Lehrerin Im Hause Bonhoeffer herrschte ein Geist der Wissenschaft und Kultur, aber weniger der frommen Kirchlichkeit. Umso überraschender war es für die Familie, als Dietrich, der bereits im Alter von 17 Jahren das Abitur ableg hielt er eine Rundfunkansprache zum Thema „Wandlungen des Führerbegriffs“, in der er warnte: „Wenn der Führer sich nicht dem göttlichen Gebot unterordnet, wird er zum ‚Verführer‘“. Die Übertragung wurde vorzeitig abgebrochen. Bonhoeffers Scharfsinn zeigte sich auch in der sich abzeichnenden Ausgrenzung und Verfolgung von Juden. Während

BONHOEFFERHAUS Elternhaus der Brüder Klaus und Dietrich Bonhoeffer. Mit ihnen starben im Widerstand gegen den Nationalsozialismus die Männer ihrer Schwestern Rüdiger Schleicher und Hans von Dohnanyi im April 1945

Gedenktafel am Bonhoefferhaus an der Marienburger Allee 43 in Westend.

te, beschloss, Theologie zu studieren. Ein entscheidender Wendepunkt war sein Auslandsjahr 1930/31 in New York am Union Theological Seminary. Dort lernte er nicht nur die soziale Arbeit in den Slums von Harlem kennen, sondern begegnete auch dem lebendigen afroamerikanischen Christentum.

die offizielle Kirche schwieg oder gar sympathisierte, verfasste er im April 1933 den Aufsatz „Die Kirche vor der Judenfrage“, in dem er Möglichkeiten kirchlichen Handelns gegenüber dem Staat formulierte, darunter „Dem Rad in die Speichen greifen.“ So legte er bereits 1933 das theologische Fundament für seinen späteren politischen Widerstand.

sich gegen die von den Nazis gleichgeschalteten „Deutschen Christen“ stellte. Nach einer Zeit als Auslandspfarrer in London (1933–1935), übernahm er in Deutschland die Ausbildung junger Pfarrer der Bekennenden Kirche. In Finkenwalde/ Pommern leitete er ein Predigerseminar. 1937 schloss die Gestapo das Seminar. Bonhoeffer arbeitete im Untergrund weiter, doch sein Spielraum wurde immer enger. Er erhielt Rede- und Schreibverbot. 1939 bot sich Bonhoeffer ein Ausweg: Er reiste zu Vorträgen in die USA. Seine Freunde drängten ihn, dort zu bleiben, um dem Krieg und der Verfolgung zu entgehen. Doch nach wenigen Wochen kehrte er bewusst nach Deutschland zurück. Zurück in Deutschland vollzog Bonhoeffer den Schritt vom theologischen Protest zur aktiven Konspiration. Über seinen Schwager Hans von Dohnányi erhielt er Zugang zum Amt Ausland/Abwehr unter Admiral Wilhelm Canaris. Die „Abwehr“ war das Zentrum des militärischen Widerstands gegen Hitler.

Haft in Tegel

Am 5. April 1943 wurden Dietrich Bonhoeffer, Hans von Dohnányi und dessen Frau Christine verhaftet. Bonhoeffer kam in das MilitärgefängFrüher Widerstand nis in Berlin-Tegel. Er sollte die Als die Nationalsozialisten am Kirchenkampf und Freiheit nie wiedersehen. In 30. Januar 1933 die Macht über- Untergrund den fast zwei Jahren in Tegel nahmen, erkannte Bonhoeffer entstand eine Sammlung von früher als die meisten anderen Bonhoeffer gehörte der „Be- Briefen, Gedichten und theodie Gefahr. Nur zwei Tage später kennenden Kirche“ an, die logischen Notizen, die aus der

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Zelle geschmuggelt wurden – viele davon an seinen Freund Eberhard Bethge. Sein Gedicht „Von guten Mächten treu und still umgeben“, das er seiner Verlobten und Familie zum Jahreswechsel 1944/45 aus dem Kellergefängnis schickte, ist heute eines der bekanntesten geistlichen Lieder im deutschsprachigen Raum.

Tod in Flossenbürg Nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 fand die Gestapo Akten, die Bonhoeffers tiefe Verstrickung in den Widerstand bewiesen. Er wurde in das Gestapo-Gefängnis in der Prinz-Albrecht-Straße verlegt, dann im Februar 1945 in das KZ Buchenwald.

Dietrich Bonhoeffer wurde in der Grunewaldkirche konfirmiert.

Anfang April 1945, als die alliierte Front und die Kanonen der Amerikaner bereits zu hören waren, befahl Hitler persönlich die Hinrichtung der Verschwörer der Abwehr. Bonhoeffer wurde in das KZ Flossenbürg in Bayern transportiert. Am Sonntag, den 8. April 1945, hielt er für seine Mitgefangenen

eine letzte Andacht. Kurz danach wurde er abgeführt. Seine letzten überlieferten Worte an einen britischen Mitgefangenen waren: „Das ist das Ende. Für mich der Beginn des Lebens.“ Am Morgen des 9.  April 1945, nur wenige Wochen vor Kriegsende, wurde Dietrich Bonhoeffer im Alter von 39 Jahren gehängt.� ◾

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Emilio Vedova im Kunsthaus Dahlem

„Mehr als Bewegung um ihrer selbst willen“ – Kunst im Wandel Emilio Vedova (Studie für Plurimo), 1963–1964 Papier, Acryl und Metallklammern auf Karton Fondazione Emilio e Annabianca Vedova, Venedig. � Foto: Vittorio Pavan, Venedig

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as Kunsthaus Dahlem im Käuzchensteig beleuchtet eine besondere Periode im Schaffen des venezianischen Künstlers Emilio Vedova (1919– 2006). Unter dem Titel „Mehr als Bewegung um ihrer selbst willen“ konzentriert sich die Ausstellung auf die Jahre 1963 bis 1965, die Vedova als Gast eines Förderprogramms in West-Berlin verbrachte. Für den Künstler war es eine Zeit radikaler Neuausrichtungen, die eng mit dem Ort seines Schaffens verbunden war. Vedova bezog damals ein Atelier in ebenjenem Gebäude, das heute das Kunsthaus Dahlem beherbergt. An diesem historisch belasteten Ort, der zuvor dem nationalsozialistischen Bildhauer Arno Breker als Staatsatelier gedient hatte, entwickelte Vedova eine Kunst, die sich intensiv mit der deutschen Vergangenheit und den Spannungen des Kalten Krieges auseinandersetzte.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen seine sogenannten Plurimi. Dabei handelt es sich um mehrteilige, oft beidseitig bemalte und frei im Raum montierbare Holztafeln. Mit diesen Arbeiten überschritt Vedova die Grenzen der traditionellen Leinwand und erweiterte die Malerei in den Raum. Die dynamische und wandelbare Form dieser Werke war für ihn jedoch kein reines Formexperiment, sondern Ausdruck der gesellschaftlichen und politischen Zerrissenheit, die er im geteilten Berlin erlebte. Die Ausstellung zeigt neben den Plurimi auch dazugehörige Collagen, Gemälde und Grafiken, die Vedovas Auseinandersetzung mit der damaligen Gegenwart dokumentieren. Der Titel der Ausstellung ist ein Zitat des Künstlers selbst, der betonte, sein Werk sei „alles andere als eine Spielerei, Bewegung um ihrer selbst willen“. Diesem

Gedanken folgend, stellt die Schau die gesellschaftliche und politische Dimension in Vedovas Kunst in den Vordergrund. Ergänzt wird die Präsentation durch einen Dialog mit Werken des Freiburger Malers Bert Jäger. Dessen Arbeiten werden exemplarisch gezeigt, um den Einfluss von Vedovas Stil auf andere deutsche Künstler des Informel aufzuzeigen. Beide Künstler verband ein spontaner Farbauftrag und das Interesse an der Verarbeitung tagespolitischer Ereignisse.

Informationen zur Ausstellung Die Ausstellung „Emilio Vedova – Mehr als Bewegung um ihrer selbst willen“ läuft bis zum 8. März 2026 im Kunsthaus Dahlem, Käuzchensteig 12. Weitere Informationen www. kunsthaus-dahlem.de.� ◾

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Das Große Tropenhaus im Schnee.�

Foto: I. Haas, Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin

Blütenpracht statt Wintergrau

Winterliche Auszeit in den Gewächshäusern des Botanischen Gartens

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lle, die warme Temperaturen lieben und sich für tropische Botanik, begeistern können, finden im Botanischen Garten Berlin einen idealen Rückzugsort. In den dortigen Gewächshäusern kann man dem nasskalten Berliner Winter wunderbar für einige Stunden entfliehen, denn auch in der dunklen Jahreszeit lädt der Garten zu einem Rundgang durch die gläsernen Pflanzenparadiese ein. Diese bieten nicht nur dank tropischer Temperaturen exotisches Flair, sondern auch einen Einblick in die vielfältige Pflanzenwelt vieler Regionen.

Aloe und Eukalyptus Für die Einstimmung empfiehlt sich der Start im Haus für Afrikanische Sukkulenten. Dort herrschen noch moderate Temperaturen. Die Blüten der zahlreichen Aloe-Arten in verschiedenen Orangetönen verzaubern das Auge. Von hier aus ist es nicht weit bis zum fünften Kontinent, auf dem es im Moment Sommer ist. Das Australien-Haus wartet mit Eukalyptus, Känguruhbaum und vielen weiteren Exoten auf. Anschließend führt der Weg in das Kamelienhaus. Mit seinem sehr alten Bestand an Kameli enarten – einige über 100 Jahre alt – die zwischen Januar und April in voller Blütenpracht zu bewundern sind, ist das Haus nicht nur ein Anziehungspunkt für Romantiker.

Riesen aus den Tropen Der Höhepunkt im wahrsten Sinne des Wortes ist das Große Tropenhaus. In dem Gebäude mit einer Höhe von 23 Metern lassen sich gigantische Pflanzen bewundern. Bänke laden zum Verweilen ein. Abseits des städtischen Trubels lässt sich das beruhigende Plätschern des Wasserfalls genießen.

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Besuch beim Kaugummibaum Gleich nebenan, im Gewächshaus für Tropische Nutzpflanzen gibt es neben Bananenstauden auch Bekannte aus der eigenen Küche zu entdecken. Dort sind Gewürze wie Pfeffer und Ingwer sowie Kakaopflanzen zu sehen. Quasi „in aller Munde“ ist der Sapotillbaum, dessen Heimat in Zentralamerika liegt. Er liefert den Grundstoff für Kaugummi. Weiter geht es im Orchideenhaus, in dem die zahlreichen Fans dieser beliebten Pflanzen auf ihre Kosten kommen. Abschließend lässt sich das Bromelienhaus besuchen, in dem diese Bewohner der Bergwälder des amerikanischen Kontinents in vielen Farben und Formen zu Hause sind.

Urlaubsflair im Mittelmeerhaus

Im Mittelmeerhaus lassen sich botanische Bekannte aus Urlaubsregionen entdecken. � Foto: I. Haas, Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin

Etwas abseits steht das im Jugendstil gestaltete Mittelmeerhaus. Viele Bekannte aus der Urlaubszeit haben hier ihr Domizil gefunden. Aleppokiefer, Zypressen, Korkeiche, Zwergpalme und viele weitere erinnern an schöne

Zeiten im sonnigen Süden. Aber auch die reiche Flora der kanarischen Inseln und aus Madeira werden im Mittelmeerhaus präsentiert. Der Botanische Garten ist täglich geöffnet. Der Zugang zu den Gewächshäusern erfolgt über

die regulären Eingänge. Es wird empfohlen, für den Rundgang etwas mehr Zeit einzuplanen, um die verschiedenen Klimazonen in Ruhe auf sich wirken zu lassen. Tickets und alle weiteren Informationen unter www. bo.berlin.� ◾

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Couch statt Gosse

Tierschutzverein vergibt Ticket zum Glück

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er Urlaub ist vorbei, schön war’s im fremden Land. Wären da nicht die vergessenen Vierbeiner am Straßenrand gewesen: Hunde und Katzen, rausgeworfen, gequält, sich selbst in trostlosem Dasein überlassen. Diese Urlaubsbilder wirken nach. Und manch Tierfreund, der schon länger vorhatte, sich einen vierbeinigen

Mit Christine Meinhardt fing alles an.�

Hausgenossen und Freund fürs Leben zu adoptieren, kommt nun ins Grübeln: Warum nicht einer dieser vergessenen Seelen eine bessere Zukunft geben? Körbchen, voller Napf, Streichel­ einheiten und gemeinsame Erlebnisse inklusiv. – Ein schöner Gedanke, dessen Realisierung

aber genauester Überlegung bedarf, soll es schließlich ein Freund fürs Leben werden. Gut, wenn es da tierliebende fachkundige Ansprechpartner gibt, die einen in seinen Überlegungen unterstützen. – So wie der 2011 gegründete gemeinnützige Ein Freund fürs Leben e. V. im Berliner Südwesten, dessen Tierschutz-Ziel es ist, ein gutes und artgerechtes Zuhause für herrenlose Hunde und Katzen aus in- und ausländischen Tier Foto: Verein Ein Freund fürs Leben

schutzprojekten in Spanien, Rumänien und Bulgarien zu finden und eine gelungene Mensch/ Tier-Partnerschaft zu initiieren. Anders als inzwischen manch deutsches Tierheim verweigert er die Vermittlung von Tieren an ältere Menschen nicht grundsätzlich, sondern setzt sich vielmehr mit den jeweiligen Lebensverhältnissen an der Aufnahme eines Tieres Interessierter einfühlsam auseinander, um dann ein zu ihnen bestmöglich pas ◀▶ Auto Service Kunert GmbH Dillenburger Straße 45 · 14199 Berlin Telefon 030 / 8 23 27 77 www.autoservice-kunert.de Öffungszeiten Mo–Do 7 – 17 Uhr · Fr 7 – 14 Uhr

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Dahlem & Grunewald Journal sendes vierbeiniges Familienmitglied zu finden. „Denn wir wollen, dass alle glücklich werden, Mensch und Tier“, betont Birgit Streich, die sich gemeinsam mit den Vorstandsvorsitzenden und Vereinsgründerinnen Christine Meinhardt und Nicoletta Thielmann sowie ehrenamtlich tätigen Tierschutz-Engagierten mit ganzem Herzen dafür einsetzt. So legen die Vereinsmitglieder Wert darauf, dass auch nach erfolgter Vermittlung die VereinsAnsprechpartner stets erreichbar für die Adoptivherrchen und -frauchen bleiben. Liebe und Vertrauen an erster Stelle haben dafür gesorgt, dass aus der im Jahr 2003 von Christine Meinhardt aus Spanien gelungenen Adoption eines Hundes acht Jahre später Ein Freund fürs Leben e. V. hervorgegangen ist. Bei der damaligen Vorkontrolle bei Christine Meinhardt in Zehlendorf hatte sofort die Chemie zwischen ihr und der prüfenden Tierschutzbeauftragten gestimmt: Beide wollten älteren Hunden helfen und sie in ein schönes Zuhause vermitteln nach dem Motto „Alter Hund, na und?“. Irgendwann dann unterstützte Chris tine Meinhardt alleine mit einer Webseite Tiere aus Spanien und half bei deren Vermittlung. Parallel machte sie Vorkontrollen für andere Tierschutzorganisationen. Eine Tierärztin aus Potsdam ermutigte sie schließlich, einen eigenen Tierschutzverein

gründung von „Ein Freund fürs Leben“ stand nichts mehr im Wege. Konstruktive Kontakte zu Tierschutzorganisationen, Tierauffangheimen und zu „Cuidad Real“, einem Tierheim in Spanien, entstanden ebenso wie über eine Tierschützerin zum

Chico und Fabio: Bodegueros-Freunde fürs Leben.�

zu gründen. Als es bei einem Tierschutz-Notfall ausgesetzte Kaninchen und Katzen zu retten galt, lernte Christine schließlich Nicoletta Thielmann kennen, die sich ebenfalls bereits intensiv für Tiere aus dem Ausland einsetzte. Der gemeinsamen Vereins 11 11

Foto: Verein Ein Freund fürs Leben

Tierheim „Siempre Contigo“ in Rota. Daraus entwickelte sie eine vertrauensvolle, bis heute währende Zusammenarbeit mit fast täglichem Kontakt, basierend auf Liebe und Verständnis zu Mensch und Tier weit über die Landesgrenzen hinaus. Neben

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den Gründungsmitgliedern des Vereins gibt es Fördermitglieder, die über Spenden, als Pflegestelle für Vierbeiner oder als Ansprechpartner den aus Zuwendungen und Mitgliedsbeiträgen sich selbst tragenden Verein Ein Freund fürs Leben verantwortungsvoll begleiten. Birgit Streich ist ein Mitglied, das inzwischen als unverzichtbare Ansprechpartnerin für spanische Bodegueros fest in die Vereinsarbeit integriert ist. Diese ebenso lebendige wie gutmütige Terrierart sorgte einst bei den Weinbauern Südspaniens für rattenfreie Weinkeller. Selbst hatte Birgit

Foto: Verein Ein Freund fürs Leben

bereits vor ihrer Vereinsarbeit viele Deckchen, Körbchen und Gehege für Katzen, Hunde, Meerschweinchen und Kaninchen in Not bereitgestellt und bietet diesen nicht selten körperlich gehandicapten Tieren bis heute bei sich ein artgerechtes Leben. – So konnten die adoptierten Bodegueros Fabio und Chico, einst beste Freunde im spanischen Tierheim, in Steglitz tierisches Wiedersehen feiern. Doch das bestehende Tierleid ist groß, sodass Ein Freund fürs Leben e. V. für jede weitere Pflegestelle, jede weitere finanzielle Unterstützung dankbar ist: Da sind gequälte Tiere, die mit

Ausgesetzt mit „Steckbrief“.�

Schrotkugeln beschossen wurden, und bei denen vor Vermittlung vom Verein Blutuntersuchungen finanziert werden, um eine Bleivergiftung auszuschließen. Und da sind immer wieder notwendige Tierarztbehandlungen der geschundenen Kreaturen, Impfungen, Wurmkuren, Transportkosten. Auch als der 1.  Vorstandsvorsitzenden ein Karton mit vier Hundewelpen einfach vor die Tür gestellt wurde, brachte das eine besondere finanzielle Herausforderung mit sich, bis alle Fellnasen aufgezogen und vermittelt waren. – Tierschutz fängt eben auch für diesen Verein vor der Haustür an und weiß viele, oft unverständliche Geschichten zu erzählen.

Foto: Verein Ein Freund fürs Leben

tanten das Tier direkt am Herkunftsort abholen, anstatt es über den Vereinstransport zu erhalten. Birgit Streich erzählt: „Zwei unserer Pflegestellen haben sich im Urlaub die Partnertierheime angesehen, eine Tierfreundin unseres Vereins hat sogar in Spanien bei der Versorgung der TierheimTiere geholfen. Und manchmal fliegen die zukünftigen Tierhalter weit zum Tierheim, um ihr zukünftiges Fellkind vorab zu besuchen.“ So gab es eine Familie, die bereits einen älteren Weimeraner hatte, und – nachdem sie einen jüngeren Weimeraner auf der Vereins-Vermittlungsseite entdeckt hatte – extra nach Spanien reiste. – Nun sind Familie und beide Hunde hier glücklich. Schönster Lohn für den ehrenamtlichen Einsatz ist, wenn wieder ein Vierbeiner Transparenz für mehr vermittelt ist und alle zuseriösen Tierschutz frieden sind, und wenn dann BilEin Freund fürs Leben e. V. ist es der vom„intakten“ Familienleben wichtig, Transparenz zu zeigen mit neuem Mitglied beim Verein und auch nach einer Tiervermitt- eingehen. lung stets ein offenes Ohr zu haben und Lösungsvorschläge für Kuschelplatz auf die „Adoptionseltern“ zu suchen. Lebenszeit gesucht Auch dabei steht Vertrauen an erster Stelle. So ist es durchaus Derzeit stehen 103  Katzen zur möglich, dass zukünftige Adop- Vermittlung, 47 davon leben bei

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Junge Katzen suchen ein warmes Plätzchen.�

deutschen Pflegestellen, 56 bei Pflegestellen und Tierheimen im Ausland. Bei den Hunden stehen aktuell 163 auf der VereinsWebseite, davon 63 Fellnasen bei Pflegestellen in Deutschland und 100 Hunde im Tierheim oder

Foto: Verein Ein Freund fürs Leben

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Zuhause gefunden. Jedoch sind längst nicht alle Hunde und Katzen aus den Partnervereinen im Ausland auf der Vereins-Webseite eingestellt. Vielmehr kann ein zukünftiger Adoptant, der ein Tier bestimmter Rasse, Größe oder bestimmten Alters sucht, dem Verein auch eine Nachricht schreiben. Ein Freund fürs Leben e. V. fragt dann im Ausland gezielt nach. Wer Ein Freund fürs Leben e. V. unterstützen, spenden, ein Tier über ihn adoptieren oder eine Pflegestelle anbieten möchte, findet weitere Informationen und Kontakt unter www.ein-freundfuers-leben.org� ◾ � Jacqueline Lorenz

bei Pflegestellen im Ausland. Seit 2011 konnten kapp 5.000 Tiere in ein neues Zuhause vermittelt oder von einer Pflegestelle aufgenommen werden. In diesem Spendenkonto Jahr haben bereits 50 Hunde und Ein Freund fürs Leben e. V. 130 Katzen ein neues für-immer- IBAN: DE03 4306 0967 1128 8759 00

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Spiele aus dem Kalten Krieg Ausstellung im AlliiertenMuseum

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as AlliiertenMuseum in Dahlem zeigt in Kooperation mit dem Computerspielemuseum eine neue Sonderausstellung mit dem Titel „ColdWarGames – Alles nur ein Spiel“. Bis zum 30. Juni 2026 widmet sich die Schau den Spielen, die während des Kalten Krieges entstanden sind oder diesen thematisieren. Der Eintritt ist frei. Die Ausstellung zeigt eine Entwicklung von Brettspielen wie „Risiko“ aus dem Jahr 1957 über Konsolenklassiker wie „GoldenEye“ (1997) bis hin zu aktuellen Computerspielen wie „Call of Duty Black Ops Cold War“ aus dem Jahr 2020. Diese Spiele werden in den jeweiligen zeitgeschichtlichen Kontext eingeordnet. Besucher können in nachgestalteten Wohnräumen vergangener Jahrzehnte nicht nur Brettspiele entdecken, sondern auch an klassischen Konsolen selbst spielen.

In einem nachgestellten Wohnzimmer aus den 1950er-Jahren kann gespielt werden.� Foto: AlliiertenMuseum

Ein zentrales Element der Ausstellung ist die Darstellung des politisch-kulturellen Umfelds,

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in dem die Spiele genutzt wurden. Anhand von Radiosendungen, Zeitungen, Postern und Fernsehprogrammen in den inszenierten Räumen wird gezeigt, wie der Kalte Krieg den Alltag der Menschen prägte. Zahlreiche interaktive Elemente laden zum Mitmachen ein: So können Kostüme anprobiert, Radio- und Fernsehprogramme umgeschaltet und an einer Station eigene Plakate gestaltet werden. Themenwände geben eine historische Einordnung zum Verlauf des Kalten Krieges, seinen Auswirkungen auf das geteilte Berlin und den Entwicklungen nach seinem Ende. Die Ausstellung schlägt dabei einen Bogen bis zu den Anschlägen vom 11. September 2001. Ergänzt wird die Schau durch historische Objekte wie ein Sputnik-Modell und den Aufzugsmotor aus den Ruinen des World Trade Center. Die Ausstellung regt die Besucher auch zur Auseinandersetzung mit der Frage an, ob Krieg als Spiel dargestellt werden darf und wo die ethischen Grenzen liegen. Weitere Informationen unter www.alliiertenmuseum.de/ausstellung/ cold-war-games.� ◾

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Gesundheit Dahlem & Grunewald Journal

200 Jahre Brailleschrift

Dauerausstellung zum Jubiläum der Blindenschrift

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n der Ingeborg-Drewitz-Bibliothek ist seit dem 15. Dezember eine kleine Dauerausstellung zu sehen. Anlass ist das 200-jährige Bestehen der Brailleschrift. Schülerinnen und Schüler aus dem Bezirk haben dafür 200 Bücher in Blindenschrift kreativ gestaltet. An dem Projekt beteiligten sich unter anderem die JohannAugust-Zeune-Schule, die Rothenburg-Grundschule sowie die Nord-Grundschule. Die entstandenen Exponate werden im Kinderbereich der Bibliothek in der Grunewaldstraße 3 präsentiert. Da die Vielzahl der Arbei ten nicht gleichzeitig gezeigt werden kann, sieht das Konzept vor, die Ausstellungsstücke über mehrere Monate hinweg regelmäßig auszutauschen.

Hintergrund: Die Erfindung des Louis Braille Die Ausstellung erinnert an den Franzosen Louis Braille, der 1809 geboren wurde und im Alter von drei Jahren durch einen Unfall in der Sattlerwerkstatt seines Vaters erblindete. Mit nur 16 Jahren entwickelte er im Jahr 1825 ein System aus sechs tastbaren

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Dahlem & Grunewald Journal Punkten. Er modifizierte dabei die sogenannte „Nachtschrift“, ein kompliziertes Verfahren des französischen Militärs zur lautlosen Kommunikation bei Dunkelheit. Brailles System ermöglichte blinden Menschen erstmals einen umfassenden und eigenständigen Zugang zu Bildung und Literatur. Bis heute ist die nach ihm benannte Schrift weltweit der Standard für die schriftliche Kommunikation und soziale Teilhabe blinder Menschen. Der Zugang ist während der regulären Öffnungszeiten der Bibliothek möglich. Diese öffnet montags bis freitags von 11 bis 19 Uhr und ist samstags von 11 Uhr bis 16 Uhr zugänglich. Der Eintritt ist frei, eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.�◾

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Maxie Hannaske, Leiterin des Revier Eichkamp Für ein gesundes Miteinander von Wald und Besucher

Maxie Hannaske, Revierleiterin Eichkamp.�Foto: Berliner Forsten

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eit September 2024 ist Maxie Hannaske neue Leiterin des Reviers Eichkamp im Forstamt Grunewald und damit Nachfolgerin von Klaus Micknaus, der sie ausgebildet hat. Er leitete das Revier über 22 Jahre bis zum Eintritt in den Ruhestand. Inzwischen ist die 34-jährige gebürtige Berlinerin mit Hund Pepe im Diensthaus auf der Försterei eingezogen und fühlt sich, wie sie selbst sagt, „ganz angekommen“. Ihre neue Aufgabe bietet täglich neue Anforderungen, wobei

die notwendige Büroarbeit etwa 60  Prozent der Arbeitszeit in Anspruch nimmt. Ganz im Dienst des Waldes setzt die Fachfrau darauf, ein gesundes Miteinander von Wald und erholungssuchenden Besuchern zu stabilisieren.

Vom ökologischen Jahr zur Revierleitung Zur Natur fand Maxie, die mit ihren Eltern schon früh aus dem lauten Berlin ins beschaulichere Neuenhagen gezogen

war, als Jugendliche über die Hobbyreiterei in Hoppegarten: „Da waren wir viel im Grünen unterwegs, das hat geprägt und Lust auf Wald und Umwelt gemacht.“ Auch die regelmäßigen Besuche bei den Großeltern in Sachsen auf grünem Laubengrundstück brachten sie der Natur mit Pflanze und Tier näher. Dass der Großvater auch einmal in der Forstwirtschaft tätig war, erfuhr sie eher zufällig während ihrer Ausbildung. „Er ist jetzt stolz wie Bolle auf mich“, freut sich die erfolgreiche Enkelin.

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Ihre Laufbahn hatte vor 15 Jahren mit einem freiwilligen ökologischen Jahr bei den Berliner Forsten begonnen. „Im Revier Dreilinden fing alles an“, erzählt sie. Dass der Wald einmal ihr zukünftiger Arbeitsplatz sein sollte, stand schon bald für sie fest. Unter Förster Klaus Michnaus begann sie die Ausbildung zur Forstwirtin und wurde im Revier Eichkamp eingesetzt. Als fertige Forstwirtin arbeitete sie dann im Revier Grünau. Ein dreijähriges Studium der Forstwirtschaft schloss sich an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNE) an. Maxie Hannaske sammelte, zuständig für die Bereiche Natur, Umwelt und Wald, praktische Erfahrungen als Waldpädagogin, in der Privatwirtschaft und in einer Kommunalverwaltung. Vor zwei Jahren schließlich kehrte sie als Projektförsterin zum Forstamt Grunewald zurück und übernahm bereits Vertretungen im Revier Eichkamp, ihrer aktuellen Wirkungsstätte. „So ist meine jetzige Tätigkeit fast ein Heimspiel“, erklärt sie, die nun selbst verantwortlich ist für die Ausbildung wichtiger Nachwuchskräfte der Berliner Forsten. Verlässlicher Ausbildungspartner dabei ist das OSZ Natur & Umwelt der PeterLenné-Schule. Auch wenn etwa die Hälfte der Forstwirt-Auszubildenden weiblich ist, im Studienbereich der weibliche Anteil steigt und sich die einstige Männerdomäne Forstamt ihnen inzwischen mehr und mehr öffnet, besteht doch Verbesserungsbedarf: So gibt es beispielsweise in einigen wenigen Förstereien

keine geschlechtlich-getrennten Umkleiden.

das mit Teufelssee, Drachenberg und Sandgrube viel Interessantes bietet, geht es häufig um die Verkehrssicherheit. „Dabei ist Dem Wald eine große Aufmerksamkeit gefragt, Zukunft geben um von Bäumen ausgehende Inzwischen ist ein geregelter Ar- Gefahrenquellen rechtzeitig zu beitsalltag bei Maxie Hannaske erkennen und ggf. zu beseitigen“, eingekehrt. Dazu gehören auch betont die frischgebackene Redie regelmäßigen Gespräche vierleiterin, die dabei stets das rund um den themenreichen Re- Wohl des Waldes und der ausFauler See Langes Becken

Char

Hohler Weg

Wilhelmstadt

Langerwall

Seeburg

Teich an der Sensburger Allee

Stößensee

Lietzensee Große Kaskade

Havel

Postfenn

Jürgenlanke

Eichkamp

Halensee

Reinwasserbehälter Seeburger Fenn

Grunewald

Gatow

Waldsiedlung

Pechsee

Kleiner See

Hubertussee

Hundekehlesee

Saubucht

Schmargendorf

Barssee

Havel

Lieper Bucht

Grunewaldsee

Hüttenteich

Dachsberg

Pücklerteich

Groß Glienicke

Messelteich

Langes Luch

Kladow

Rückert Dahlem

Riemeisterfenn Krumme Lanke

Wannsee Sacrower See

Mittelmee

Studententeich

Vierling

Eich

Dreipfuhl Fischtalteich

Waldsee

Schlachtensee Havel

Zehlendorf

Sacrow

Jungfernsee

Unkenteich

Großer Wannsee

Wannsee

Havel

Düppel-Pfuhl

Heiliger See

Meiereipfuhl

Pohlesee

Klein Glienicke

Dreilinden

Achterbecken

Aradosee

Buschgrabensee

Kleiner Wannsee

Schlossteich

Babelsberg Nord

Kleinmachnow Spandauer Teich

Griebnitzsee

Kindermannsee

Telt

RHB Schweizerhofpark

Krummes Fenn

Wannsee

Jungfernsee

Tiefer See

Nikolassee

Eulenteich

Liebesinsel Seehof

Buschgraben

Teltow

Machnower See

Lake HPI Dorfteich

Babelsberg Süd

Stahnsdorf

Forstamtsbereich Grunewald: Eichkamp, Saubucht, Dachsberg, Wannsee, Dreilinden und Nuthe (weiter südlich). Map data © OpenStreetMap contributors

vierbereich mit seinen vier Forstwirten, einer Forstwirtin, einem Forstwirtschaftsmeister und den sechs Auszubildenden. Bei ihren regelmäßigen Kontrollgängen und -fahrten mit Schweißhund Pepe an ihrer Seite durch das besucherreiche Revier Eichkamp,

gewiesenen Naturschutzgebiete im Auge behält. – Auch bei ihrer Öffentlichkeitsarbeit, die im Wald täglich durch uneinsichtige Besucher auf sie wartet. Sei es durch außerhalb des Hundefreilaufgebietes freilaufende Hunde oder im Eifer falschen

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Dahlem & Grunewald Journal Sportgeistes unkontrolliert über Stock und Stein bretternde Biker. Wenn auch das Waldgesetz empfindliche Strafen für derartige Vergehen vorsieht, leistet sie erst einmal geduldig Überzeugungsarbeit, um auch dem stursten Hundebesitzer ruhig, aber eindringlich die berechtigten Gründe einer Leinenpflicht zu erklären. Und obwohl auch das Fahrradfahren außerhalb der Wege im Wald verboten ist, gibt es deutlichen Belehrungsbedarf bei Bikern, wenn die sich ihre eigenen Regeln machen und immer neue halsbrecherische Biker-Pfade und Rampen durch Wald- und Naturschutzflächen ohne Rücksicht auf die Natur schaffen. Bald schon wieder wichtiges Gesprächsthema dürften die

Vermeidung von Waldbrand und die damit verbundenen Waldgesetze sein: Kein offenes Feuer im Wald und in dessen Nähe, keine weggeworfenen Kippen und Flaschen! Ebenso gefährlich wie ein unerfreuliches Thema, so Maxie Hannaske, sei immer noch das dreiste Müllabladen im Wald: „Ich verstehe nicht, warum die Menschen sich die Mühe machen, extra in den Wald zu fahren, um dort ihren Müll zu entsorgen, wo es doch in Berlin etliche gut erreichbare BSR-Betriebshöfe gibt.“ Wenig Ärger dagegen bereiten Pferd und Reiter, die durch Geländemarken gekennzeichnet sind und sich überwiegend an die ausgewiesenen Reitwege halten. Derzeit in Grenzen halte sich im Revier die Wildschweinproblematik, wohl bedingt

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durch höhere Abschussraten im vergangenen Jahr und die Afrikanische Schweinepest, so die Revierförsterin. Wenig helfen kann Maxie Hannaske dagegen, wenn Wildschweine in den Wohngebieten die Gärten und Anlagen umwühlen. – Dort sind ehrenamtliche Stadtjäger zuständig, bzw. ist ein Abschuss aufgrund der dichten Bevölkerungslage schwierig oder oft gar nicht möglich. Tief und gut im Boden verankerte Zäune, die hoch genug sind, sowie geschlossene Tore bleiben da das beste Mittel, die verfressenen Tiere von den verlockenden Gartenpflanzen fernzuhalten. Um Kindern und Jugendlichen, aber auch Erwachsenen den Wald mit seinen Naturschutzgebieten und sensiblen Bereichen

zertifizierter Fachbetrieb

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wie den Vogelschutzgebieten näher zu bringen und in seiner Verletzbarkeit deutlich zu machen, setzt die neue Revierleiterin mittelfristig auf Führungen zu verschiedenen Themen gemeinsam mit dem Ökowerk. Gut vorstellen kann sie sich nach abgeschlossener Einarbeitungsphase auch die Zusammenarbeit mit Schulen, sei es durch ge Revierförsterei Eichkamp.�

meinsames Müllsammeln oder vorbereitete Pflanzaktionen. Obwohl die Berliner Forsten bereits herausragende Leistungen in Richtung Klimaresilienz vollbracht haben, sieht Waldversteherin Hannaske langfristig darin auch eine wichtige Aufgabe ihrer eigenen Revierarbeit: „Ich will unsere Wälder dabei unterstützen, sich zu klimastabilen Ökosystemen weiterzuentwickeln. Dabei setze ich auf viele Faktoren, darunter die richtige Baumartenwahl. Nur so hat der Wald eine Zukunft und kann stabil gehalten zukünftigen Generationen erhalten bleiben.“

Revier Eichkamp Das rund 844  Quadratmeter große Revier besitzt eine günstige Anbindung zum ÖPNV und liegt relativ nahe bei der Stadt. Daher gilt es als eines der meistfrequentierten Reviere in Berlin. Mit 47  Prozent Kieferbewuchs, 2 Prozent sonstigem Nadelholz, 30  Prozent Eichen (etliche bis

Foto: Berliner Forsten

mit dem aus 26 Millionen Kubikmetern Kriegs-Trümmerschutt aufgeschütteten Teufelsberg, auf dessen Spitze die geschichtsträchtige ehemalige US-RadarAbhörstation an den Kalten Krieg erinnert? Oder den Teufelssee, gleich neben dem ehemaligen Wasserwerk, dem heutigen Ökowerk, gelegen? Als beliebtes Ausflugsziel mit Liegewiese und angrenzendem Naturschutzgebiet zieht er Erholungssuchende ebenso an wie Naturliebhaber. Und die im Jagen 86 spektakuläre Sandgrube erinnert an die Eiszeit vor rund 10.000 Jahren, die beim Schmelzen mächtige Sandund Kiesschichten zurückließ. Bis 1983 gewann man daraus rund 3,5 Millionen Kubikmeter Sand. Eine 18,2  Hektar große Grube blieb zurück und beherbergte durch die Nähe zum Grundwasserleiter kleine Grundgewässer. Inzwischen ist auch hier der Naturschutz immer stärker in den Vordergrund gerückt und präsentiert ein buntes Mosaik unterschiedlichster Lebensräume – von mageren Sandarealen bis Sumpfgebieten. Seit über dreißig Jahren ist ein Grubenteil Naturschutzgebiet und das Betreten verboten. Dennoch ist der mittlere Sandberg beliebtes Ausflugsziel für Schulklassen und Kitas. � Jacqueline Lorenz

400 Jahre alt), 2 Prozent Buchen und 19 Prozent sonstigem Laubholz gilt es als solider Mischwald, in dem Rohholz aller Art sowie Brenn-, Kamin- und Dekorationsholz gewonnen wird. Die Revierförsterei Eichkamp vergibt Holzsammelscheine, Erlaubnisse und Genehmigungen sowie Informationen rund um den Wald und seine Naturschutzgebiete. Sie ist Revierförsterei Eichkamp eine von vier Ausbildungsstätten zum Forstwirt in Berlin. Das Eichkampstraße 166 14193 Berlin 1914 erbaute und 1941 nach Sprechzeiten Di. 14 -18 Uhr und nach tel. Bombenschäden wiederaufge- Vereinbarung baute Forsthaus dient bis heute Telefon: 030 – 302 68 46 als Försterei. Wer kennt nicht die E-Mail: maxie.hannaske@forsten.berlin. Anziehungspunkte des Reviers de

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