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Hausmittel - schnelle Helfer in der Not

Oma hatte immer ein passendes Hausmittelchen parat

Heute sind die überlieferten Gesundheits- und Genesungstipps beliebter denn je. Kein Wunder, ist doch die Liste der Neben- und Wechselwirkungen auf den Beipackzetteln vieler Medikamente länger als der Absatz zur Wirkung und den Anwendungsgebieten. Welche Hausmittel wirklich helfen und wie diese richtig angewendet werden, erklärt Dr. Christoph-Gerard Stein, beratender Arzt bei der TAUNUS BKK.

Hausmittel sind häusliche Mittel zur Selbstmedikation. Sie bestehen aus all denjenigen Dingen, die im Haushalt von gestern und heute vorhanden sind, und werden oftmals in der Familie überliefert. Mittlerweile setzen insbesondere Hausärzte die einfachen Helfer ergänzend zur Schulmedizin ein. Denn einige der Mittel, Pflanzen oder Kräuter, die auch schon unsere Großmütter verwendeten, haben eine antibakterielle oder antivirale Wirkung. So gelten zum Beispiel Wickel mit verschiedenen heilenden Substanzen oder aber auch die klassische Hühnersuppe mittlerweile als etabliert.

Auf dieses Wissen aus der Volksgesundheit setzen immer mehr Menschen. „Eine europaweite Studie zeigt, dass über 40 Prozent der Befragten Angst vor einer Gefährdung bei Selbstmedikation haben.“, erklärt der beratende Arzt. „Bevor sie zur Tablette greifen, bevorzugen Betroffene daher zur ersten Hilfe bei leichten Beschwerden wie einer Erkältung oder Sodbrennen die bewährten Hausmittelchen.

Tipps zur Selbstmedikation

Fieber: Bei einer fiebrigen Erkrankung ist das beste und zugleich einfachste Mittel die Bettruhe. Der Körper muss sich jetzt erholen und braucht Kraft für seine Abwehr. Bei leichten Infekten reichen bis zu zwei Tagen Bettruhe. Darüber hinaus sollte man jetzt ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Durch das begleitende Schwitzen verliert der Körper viel Flüssigkeit, den es am besten mit Wasser und Tee wieder auszugleichen gilt. Zusätzlich wird zum Beispiel bei einer Erkältung der Schleim verflüssigt, so dass er leichter abgehustet werden kann. Bei anhaltenden hohen Temperaturen helfen Wadenwickel, das Fieber zu senken. Denn die kalten feuchten Wickel sorgen auf der heißen Haut für eine Verdunstung des Wassers. Die Kälte die, dabei entsteht, entzieht dem Körper die Hitze und sorgt so für Abkühlung. „Wenden Sie die Wadenwickel jedoch nur bei Temperaturen von 39,5 Grad und höher an. Das Fieber hilft dem Körper nämlich, Bakterien und Vieren auszuschalten.“, rät Dr. Christoph-Gerard Stein.

Husten: Gegen schleimigen Husten hilft Großmutters Zwiebelsirup. Dafür wird eine Zwiebel fein gewürfelt, gut mit Zucker bestreut und zugedeckt etwa ein bis fünf Stunden stehen gelassen. Den Saft, der sich auf der Zwiebel gebildet hat, kann man anschließend teelöffelweise über den Tag verteilt einnehmen. Die Zwiebel hat eine stark desinfizierende Wirkung, ihre ätherischen Öle lösen den Husten und das Vitamin C, das reichlich in der Zwiebel vorhanden ist, stärkt das Immunsystem. Bei trockenem Husten, der zugleich von Fieber begleitet wird, hilft Birnensaft hervorragend. Er kühlt und befeuchtet die Schleimhäute, ohne sie zu verschleimen. Auch Lindenblütentee lindert den Hustenreiz und erleichtert, den Schleim abzuhusten

Erkältung: Die altbewährte Hühnersuppe hilft bei einer Erkältung wirklich. Amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Suppe eine entzündungshemmende Wirkung hat und dadurch Linderung verschafft. Nasenspülungen mit Salzwasser (entsprechende Geräte gibt es in der Apotheke) und das Inhalieren verflüssigen den Schleim, so dass dieser leichter ausgeschieden wird. Zusätzlich ist es auch bei einer Erkältung wichtig, ausreichend zu trinken.

Hexenschuss: Das beste Mittel gegen einen sogenannten Hexenschuss ist eine starke Rücken- oder Bauchmuskulatur. Sportvereine, Fitness-Studios oder auch Volkshochschulen bieten entsprechende Rückenkurse an. Die meisten Kränkenkassen erstatten hierfür die Kosten. Sollte die Muskelverspannung trotzdem auftreten, hilft bei den meisten Menschen Wärme oder Kälte. Jeder Betroffene sollte für sich selbst austesten, welche Behandlung besser wirkt. Für die Wärmeanwendung gibt es in der Apotheke Wärme- oder Fangopackungen, die zu Hause erhitzt werden. Auch Kirschkernkissen können verwendet werden. Bei Kälte hilft ein einfaches Eispad aus dem Gefrierschrank, das auf die betroffene Stelle am Rücken gelegt wird. Auch ein so genanntes Schlenzbad wirkt muskelentspannend. Dafür legt man sich bei 37 Grad ins warme Badewasser und erhöht langsam auf 42 Grad. Menschen mit Kreislaufproblemen oder Bluthochdruck sollten das Schlenzbad jedoch nicht anwenden.
Nasenbluten: Bei Nasenbluten hilft es, den Kopf nach vorne zu beugen und nicht in den Nacken zu legen und die Nase ca. zehn Minuten lang mit den Fingern zuzudrücken. Danach sollte man einen halben Tag lang nicht die Nase schnauzen. Auch eine kalte Kompresse im Nacken kann Linderung verschaffen.

Sodbrennen: Gegen die Übersäuerung des Magens oder der Speiseröhre ist Lakritze ein wirksames Mittel. Menschen, die eine Neigung zu Sodbrennen haben, sollten regelmäßig zwischendurch Lakritze essen. Sehr wirksam ist darüber hinaus „Heilerde“. Das Mineralpulver wirkt stark säurebindend und lindert daher das Brennen und das Aufstoßen schnell. Omas Tipp bei akutem Sodbrennen: Kartoffelsaft. Der Saft frischer roher, möglichst roter Kartoffelknollen wirkt sowohl gegen die Säurebildung als auch bei anderen Magenbeschwerden.

Das Immunsystem stärken

Jeder kann mit einer gesunden Lebensweise seine Abwehrkräfte stärken damit es gar nicht erst zur Erkrankung oder zu Beschwerden kommt. „Zum Fundament für ein starkes Immunsystem gehören regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, wenig Stress und ausreichend Schlaf. Denn durch Fehl- oder Unterernährung oder einen stressigen Alltag wird die Funktion des menschlichen Abwehrsystems beeinträchtigt. Und wenn das Immunsystem gestört ist, können Krankheitserreger leichter in den Körper eindringen und für eine Erkrankung sorgen“, erklärt der beratende Arzt.

Hausmittel ersetzen den Arztbesuch nicht

Hausmittel sind bewährte Helfer zur ersten Medikation bei leichten Infekten oder Schmerzen. Gehen die Beschwerden nicht weg und dauern längere Zeit an (über eine Woche), sollten die Betroffenen rechtzeitig einen Arzt aufsuchen. Wenn die Hausmittei Allergien oder Infektionen hervorrufen oder die aufgetretenen Beschwerden verschlimmern, ist es ebenfalls ratsam, sofort einen Arzt zu konsultieren.

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