Mit Hilfe eines Mikroskopes lassen sich alle Verzweigungen der Zahnwurzel leichter aufspüren.Starke pulsierende und stechende Schmerzen an den Zähnen – das kann eine entzündete Zahnwurzel sein. Bakterien sind in das Innere des Zahns eingedrungen und haben die Beschwerden ausgelöst. Unbehandelt bleiben nicht nur die Schmerzen unerträglich. Der Zahn und der darunter liegende Knochen werden bei dieser „Infektion von Innen“ nach und nach zerstört. Mit einer fachgerechten Zahnwurzelbehandlung kann der Zahn erhalten und der Schmerz schnell besiegt werden.
Ursache für eine Wurzelentzündung sind meist eine tiefgehende Karies oder andere Reize, wie ein Sturz. Sie schädigen den Zahn. Jetzt können Bakterien in das Zahninnere einwandern und eine Entzündung auslösen. Dann ist rasches Handeln gefragt. „Ist die Entzündung weit fortgeschritten, wird das Gewebe stark geschädigt. Es besteht die Gefahr, dass der Kieferknochen angegriffen wird“, warnt Dr. Bijan Vahedi, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Endodontie e. V. (DG Endo).
Die beste Lösung ist jetzt eine Zahnwurzelbehandlung. „Für eine schmerzfreie Behandlung wird der Zahn örtlich betäubt. Dann muss das abgestorbene oder stark entzündete Gewebe im Zahn vollständig entfernt werden. Das Wurzelkanalsystem wird gespült und desinfiziert, um vorhandene Bakterien abzutöten“, erklärt der Augsburger Experte für Endodontie. Erst dann kann die Wurzel mit einem speziellen Material verschlossen werden.
Das klingt einfacher als es ist. Die Zahnwurzelkanäle sind sehr individuell aufgebaut. Schmale Gänge und Verzweigungen sind oft nur schwer zu erkennen. Häufig ist der Einsatz von speziellen Geräten und einem Dentalmikroskop sinnvoll, um eine erfolgreiche Behandlung zu garantieren. Außerdem ist Erfahrung besonders wichtig. „Bei komplizierten Fällen ist der Hauszahnarzt der erste Ansprechpartner und kann bei Bedarf an einen Spezialisten für Endodontie überweisen“, rät Dr. Vahedi.
Eine qualitativ hochwertige Wurzelkanalbehandlung kann den Zahn bei guter Mundhygiene und anschließender adäquater Versorgung ein Leben lang erhalten. Das ist wichtig, denn nur der eigene Zahn erfüllt alle Funktionen im Mund. Er ist über seine Haltebänder weiterhin mit dem Knochen verbunden. Das Kaugefühl bleibt erhalten – ganz im Gegenteil zu Implantaten, die notwendig werden können, wenn der kranke Zahn gezogen wird. Implantate geben keine Rückmeldung über Kaukräfte. Außerdem fügen sie sich nicht immer perfekt in die Gebissstruktur ein. Einziger Haken der Zahnwurzelbehandlung: Die Gesetzliche Krankenversicherung übernimmt oft nicht die Kosten für die Behandlung beim Spezialisten. Doch die hohe Erfolgsquote von 90 Prozent und der Erhalt des Zahnes sprechen dafür.
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