Gazette Verbrauchermagazin

Das Verbrauchermagazin
für den Südwesten Berlins

BGH-Urteil zu sicheren Geldanlagen

Berater muss auf Sicherungsgrenzen einer Anlage hinweisen

Wer als Bankkunde ausdrücklich eine sichere Geldanlage verlangt, muss von seinem Berater explizit darauf hingewiesen werden, wenn bei der Bank die Spareinlagen nur in Höhe des gesetzlich vorgeschriebenen Mindestbetrags abgesichert sind. Das geht aus aktuellen Entscheidungen des Bundesgerichtshofs (BGH) unter den Aktenzeichen XI ZR 152/08 und XI ZR 153/08 hervor.

Jeder Sparer träumt von einer Geldanlage, die gleichzeitig sicher, rentabel und jederzeit liquide ist. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang auch vom „magischen Dreieck“. Doch ein solcher Wunsch, so verständlich er auch ist, wird in der Wirklichkeit nie erfüllt.

In den beiden Fällen, die der Bundesgerichtshof (BGH) unter den Aktenzeichen XI ZR 152/08 und XI ZR 153/08 zu entscheiden hatte, klagten zwei Sparerinnen, die ihr Geld bei der BFI Bank AG angelegt und dabei ausdrücklich eine sichere Anlagemöglichkeit gewünscht hatten. Dabei ging es jeweils um deutlich mehr als 20.000 Euro in Form von Sparbriefen und als Festgeld.

Doch schon im Juli 2003 wurde über das Vermögen der BFI Bank AG das Insolvenzverfahren eröffnet. Das Geldhaus gehörte zu diesem Zeitpunkt nicht dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e. V. an, der Einlagen absichert, sondern unterlag nur dem so genannten Einlagensicherungsgesetz. Folge: Die beiden Klägerinnen erhielten als Entschädigung jeweils nur den Höchstbetrag von 20.000 Euro. Den überschießenden Betrag meldeten die Klägerinnen dem Insolvenzverwalter. Der zahlte davon einen Abschlag von rund 30 Prozent. Wegen ihrer restlichen Forderung verlangten die beiden Klägerinnen – ebenso wie rund 80 weitere geschädigte Anleger – Schadenersatz.

In letzter Instanz, vorangegangen waren Verfahren vor dem Landgericht Dresden und dem Oberlandesgericht Dresden, entschied das höchste deutsche Zivilgericht zu Gunsten der Anlegerinnen. „Verlangt ein Bankkunde ausdrücklich eine sichere Geldanlage, muss der Berater ihn ebenso ausdrücklich vor Verlustrisiken warnen, sofern bei dem Geldinstitut die Spareinlagen nur in Höhe des gesetzlich vorgeschriebenen Mindestbetrags – damals von 20.000 Euro – abgesichert sind“, fasst Dr. Andreas Müller-Wiedenhorn, Rechtsanwalt und Partner der Sozietät Heuking Kühn Lüer Wojtek in Köln, den Tenor der BGH-Entscheidung zusammen. Die Richter gingen in ihrer Urteilsfindung noch einen Schritt weiter: „In einem solchen Fall darf das Institut keine Einlage im eigenen Haus empfehlen, sondern muss sogar von hauseigenen Angeboten abraten. Vorausgesetzt, der Kunde hat sein besonderes Interesse an der Sicherheit seiner Anlage zum Ausdruck gebracht“, erläutert Rechtsanwalt Müller-Wiedenhorn.

Zwar hatte die Bank im zugrunde liegenden Fall in ihren Geschäftsbedingungen auf die eingeschränkte Absicherung hingewiesen und somit ihre Informationspflicht gemäß Kreditwesengesetz erfüllt. Allerdings kam laut oberster Zivilrichter mit dem ausdrücklichen Wunsch nach einer sicheren Anlage ein Beratervertrag mit einer gesteigerten Informationspflicht über die Verlustrisiken zustande. Ob die Klägerinnen ausreichend beraten worden sind, muss nun das Berufungsgericht prüfen.

Mit dieser Entscheidung hat der BGH die Rechte von Anlegern entschieden gestärkt. Besonders Sparer, die Zinsangebote wie Tages- und Festgeld von Banken und Sparkassen bevorzugen, können profitieren. Alle Sparer gleichermaßen dürfte freuen, dass seit 1. Juli 2009 in der Europäischen Union neue Sicherungsgrenzen für Einlagen gelten. Statt bisher 20.000 Euro sind nun 50 000 Euro durch die Mindestdeckung bei Insolvenz eines Geldinstituts gesetzlich abgesichert.

  • Twitter
  • Facebook
  • StudiVZ
  • mySpace
  • delicious
  • digg
  • google
  • linkARENA
  • Mister Wong
  • reddit
  • MS live
  • yahoo
 

Probleme mit 500-Euro-Scheinen?

Viele Menschen haben sie noch nie in der Hand gehabt - die 500-Euro-Banknote. Dabei entfällt mit 210 Mrd € ein Drittel des gesamten Euro-Banknotenumlaufs von 628 Mrd € (Angaben der Deutschen Bundesbank, Jahresende 2006) auf diesen einen Schein. weiter...

Skiunfall mit teuren Folgen

Alle Jahre wieder machen sich rund vier Millionen Deutsche auf in den Wintersport. Für viele endet das Pistenvergnügen beim Unfallarzt. Die gesundheitlichen Folgen eines Skiunfalls sind oft noch zu spüren, wenn der Schnee längst der grünen Wiese gewichen ist. weiter...

Folgenschwere Fehler im Krankenhaus

Mangelnde Hygiene, falsche Medikamente, Fehler bei der OP. Selbst im Krankenhaus passieren hin und wieder Fehler – manche von ihnen mit tragischem Ausgang. Eine aktuelle Studie zeigt: Jeder dritte Arzt macht einmal im Monat einen Behandlungsfehler. weiter...

Falscher Sprit? – Raus damit!

Bis vor kurzem konnte man an der Tanksäule nur Benzin und Diesel verwechseln. Aber seitdem das Rohr der Diesel-Pistole dicker ist und somit nicht mehr in den Benzin-Tankstutzen passt, kann es höchstens dem Diesel-Fahrer passieren, dass er Benzin nachtankt. weiter...

Heute schon die Rente berechnet?

„Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“ - nach diesem Motto scheinen viele Menschen in Deutschland mit ihrer finanziellen Situation im Alter umzugehen. Diesen Eindruck erweckt eine Untersuchung des Instituts für Demoskopie Allensbach. weiter...

Besteuerung von Abfindungen

Anlässlich der Wirtschaftskrise werden häufig ältere Arbeitnehmer gekündigt. Denen fällt es oft schwer, kurz vor dem Eintritt in den Ruhestand noch einen neuen Job zu erhalten. weiter...

Wer haftet bei Kartenbetrug?

Ein unangenehmes Gefühl überfällt einen, wenn man an der Kasse steht und feststellt, dass man nicht zahlen kann. weiter...

Wenn die Sau im Wege steht

Auch wenn auf Landstraßen 80 km/h gestattet sind - in waldreichen Gegenden ist es sinnvoll, langsamer zu fahren. Laut Verkehrsexperten gilt das generell und besonders im Herbst und Frühjahr. Brünftige Tiere verlieren jede Scheu vor Straßenlärm. weiter...

Welcher Igel braucht im Herbst Hilfe?

Der Igel ist zur Zeit häufiger Gast in unseren Gärten. Doch welcher Igel braucht wirklich unsere Hilfe? Der Tierschutzverein für Berlin rät: Wenn Sie im Herbst einen untergewichtigen Igel finden, belassen Sie das Tier zunächst in der Natur. weiter...

Ein Reh kommt selten allein

Besonders wenn es dämmert, am frühen Abend oder Morgen, müssen Autofahrer in Waldstücken damit rechnen, dass Tiere eine durchführende Straße queren. Deshalb auf jeden Fall langsam fahren, die Straßenränder im Auge behalten und bremsbereit sein. weiter...

Titelbild des Gazette Verbrauchermagazins

Aktuelle Ausgabe

Alles Gute zum Valentinstag

Anders als von den meisten Menschen vermutet, ist der Valentinstag am 14. Februar nicht etwa eine Erfindung der Blumenverkäufer. Der Tag, an dem die Liebenden sich und ihre Gefühle feiern und zum Ausdruck bringen, hat seinen Namen vom... weiter...

Anzeige

Ambulante Hauskrankenpflege Amelie in Berlin Charlottenburg

Steglitz-Zehlendorf

Norbert Kopp, Bezirksbürgermeister Steglitz-Zehlendorf
Das Wort des Bezirksbürgermeisters

Liebe Leserinnen und Leser,
der Februar und mit ihm die Winterferien werden von vielen Skifans mit einem hoffnungsvollen Blick auf schneereiche Pisten und Loipen sehnsüchtig erwartet. Auf der anderen Seite... weiter...

Der Vorsteher der Bezirksverordnetenversamlung (BVV):

Die BVV als Gremium der bezirklichen Selbstverwaltung

Als 1920 durch das Groß-Berlin-Gesetz sieben Städte sowie Dutzende von Landgemeinden und Gutsbezirken mit der Stadt Berlin zu einer neuen Verwaltungseinheit zusammengefasst wurden, befürchteten viele der betroffenen Gemeinden einen Verlust ihrer kommunalen Identität und Selbstbestimmung. weiter...

Anzeige

Pingou Vital - Ganzheitlich Energetische Gesundheits-Entspannungsberaterin

Charlottenburg-Wilmersdorf

Reinhard Naumann, Bezirksbürgermeister Charlottenburg-Wilmerdorf
Das Wort des Bezirksbürgermeisters

Liebe Leserinnen und Leser!
Berlin ist eine der beliebtesten Städte in aller Welt. Die Touristenzahlen steigen kontinuierlich weiter an. Besonders viele junge, kreative, unternehmungslustige Menschen kommen... weiter...

Die Bezirksverordnetenversamlung (BVV) diskutiert:

Wie weiter mit dem Olivaer Platz?

Am 2. Dezember 2011 entschied sich die Jury eines Wettbewerbs zur Neugestaltung des Olivaer Platzes für den Entwurf des Dresdener Landschaftsarchitekturbüros Rehwaldt. Große Rasenflächen, ...
Stellungnahme der einzelnen Fraktionen...

CDU: Der Olivaer Platz als einer der zentralen... weiter...

SPD: Der Olivaer Platz ist die letzte... weiter...

Bündnis 90/Die Grünen: Der Wettbewerb zur... weiter...

Piratenpartei: Als die Preisträgerentwürfe zur... weiter...

Die Linke: Es ist wichtig, dass die nun... weiter...