„Wasser, das länger als vier Stunden in der Leitung gestanden hat, sollte nicht für die Zubereitung von Säuglingsnahrung, Speisen oder Getränken verwendet werden“, rät Christoph Römer von der Verbraucherzentrale Berlin. Grund: Das so genannte Stagnationswasser kann Bakterien oder gelöste Metalle aus den Rohren enthalten. Das kann eher ein Problem sein als Uran, das im Berliner Leitungswasser keine Gefahr darstellt.
Die Verbraucherzentrale empfiehlt, das abgestandene Wasser zum Blumengießen oder zum Spülen zu verwenden, dann wird es nicht „vergeudet“. Nach etwas Ablaufzeit kommt Frischwasser aus dem öffentlichen Versorgungsnetz aus dem Hahn, erkennbar an der merklich kühleren Temperatur. Auch die morgendliche Dusche vor dem Abzapfen von Kaffeewasser ist eine Möglichkeit, das über Nacht im häuslichen Leitungssystem stagnierte Wasser zu nutzen.
Die Wasserwerke speisen Wasser in gleich bleibend guter Qualität ins Wassernetz ein. Doch auch die Hausinstallation mit Leitungen und Armaturen hat Einfluss auf die Trinkwasserqualität. Unterschiedliche Materialien wie Kupfer, verzinktes Eisen, Edelstahl, Kunststoff, aber auch Blei finden sich noch in den häuslichen Wasserleitungen und können in das Wasser übergehen. Vor allem, wenn das Wasser längere Zeit, insbesondere über Nacht, in der Leitung gestanden hat, können die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung für verschiedene Metalle wie Kupfer, Blei oder Nickel aus den Armaturen überschritten werden. Vor allem bei Kunststoffrohren entwickeln sich auch erhöhte Keimgehalte.
Nickelallergiker sollten aus verchromten Armaturen etwa ein großes Glas Wasser (250 ml) ablaufen zu lassen, wenn es länger als 30 Minuten in der Leitung gestanden hat, bevor sie es zum Händewaschen oder Duschen benutzen. Das Wasser kann sonst erhöhte Nickelgehalte aufweisen, die zu allergischen Reaktionen führen können.
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