
In Tokio, Neu-Delhi oder Berlin wird er gleichermaßen als Energiespender geschätzt: Tee dient in vielen Ländern der Erholung und Entspannung. Das Heißgetränk ist fest in die Kultur verschiedener Nationen eingebunden. Ganz gleich, ob schwarzer oder grüner Tee, ob Chai oder „Bubble Tea“, auf der ganzen Welt genießen die Menschen die wohltuende und belebende Wirkung von Tee.
Kaum ein Getränk hat eine so lange Tradition wie der Tee. Entdeckt haben soll ihn der chinesische Kaiser Shen-Nung. Der Legende nach wehte eines Tages der Wind ein paar Teeblätter in einen Topf mit kochendem Wasser. Von der goldbraunen Farbe angezogen, kostete der Kaiser das Getränk und war begeistert von dem erfrischenden Geschmack und der belebenden Wirkung. Seither ist Tee ein wichtiger Bestandteil der chinesischen Kultur. Man sagte, er würde die Sehkraft im Alter verbessern, Müdigkeit und Kopfschmerzen vertreiben. Als Zeichen von Freundschaft und Geselligkeit wurde dem Gast schon im alten China eine Schale Tee angeboten.
Auch heute noch hat Tee in China eine große Bedeutung. Neben grünem Tee bevorzugt man in China den halbfermentierten Oolong-Tee sowie aromatisierte Spezialitäten wie Jasmin-, Rosen- und Lychee-Tee. Von seiner chinesischen Heimat aus trat der Tee eine Reise um die Welt an. Ob England, Indien oder Russland, überall wurde das beliebte Getränk zum kulturellen Erlebnis.
In Indien entwickelte sich eine ganz eigene Teekultur, zu beobachten an kleinen Teeständen am Straßenrand. Hier wird Tee gleich zusammen mit Wasser, Milch und allerlei Gewürzen gekocht. Auch bei uns ist der so genannte Chai Tee bereits zum Trendgetränk geworden.
Für die klassische Rezeptur werden dem schwarzen Tee Gewürze wie Kardamom, Ingwer, Zimt, Nelken, Fenchel und Anis zugefügt. Es gibt in Indien aber auch eine für den europäischen Gaumen sehr ungewöhnliche Art, den Tee zu trinken: In der Himalaya Region schenken Hirten Reisenden häufig eine Tasse gesalzenen Tee aus, der mit Ziegenmilch angereichert ist. Auch die Tibeter trinken den Tee gern gesalzen. Statt der Ziegenmilch geben sie allerdings Yakbutter hinzu.
Die aus alten zenbuddhistischen Ritualen abgeleitete japanische Teezeremonie soll zur Entspannung von Körper und Seele beitragen. Der grüne Tee, Matcha genannt, wird mit einem Teebesen in einer Teeschale dickflüssig geschlagen. Nach der Zen-Lehre soll das schlichte Ambiente dabei helfen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Mönche führten bereits im 15. Jahrhundert diese kunstvolle Form des Teekonsums zu besonderen Anlässen durch. Der Tee wurde vor der Buddha Statue als Opfergabe dargeboten und anschließend von den Mönchen und anwesenden prominenten Personen getrunken. Im Laufe der Zeit entwickelte sich eine bis in allen Einzelheiten festgelegte Zeremonie, genannt Chanoyu („Der Teeweg“).
Heute gibt es in Japan einen neuen Trend: „Bubble Tea.“ Das Geheimnis von „Bubble Tea“ sind kleine süße Tapiokakügelchen, die in dem Tee schwimmen. Sie sind meist durchsichtig, können aber auch schwarz oder weiß gefärbt sein. Erfunden wurde der „Bubble Tea“ in den 1980er Jahren in Taiwan und verbreitete sich von dort in asiatische Großstädte wie Hong Kong oder Singapur. In Tokio trinken die Jugendlichen heute in modernen Tea Shops ihren „Bubble Tea“.
Auch in den USA ist „Bubble Tea“ seit den 1990er Jahren in aller Munde. In Kalifornien gibt es bereits Hunderte von Shops. Und auch in San Francisco, Los Angeles, Las Vegas, Seattle und New York kann man sich seinen individuellen „Bubble Tea“ zusammenstellen.
Die Auswahl ist riesig: ob warm oder kalt, ob auf Schwarz-, Grün- oder Früchteteebasis, ob kleine oder große Kügelchen – die Möglichkeiten sind unbegrenzt. Serviert wird das beliebte Getränk in Plastikbechern mit einem langen dicken Strohalm. Ein Klassiker in den USA ist und bleibt Eistee. Das erfrischende Getränk gehört genauso zum amerikanischen Sommer wie Baseball Spiele und Barbecues.
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