Foto: Rummel
Männer und Frauen passen nicht zusammen. Was viele Verhaltensforscher – teils scherzhaft – immer behauptet haben, ist für den gemeinsamen Nachtschlaf seit kurzem wissenschaftlich bewiesen. Ein Forscherteam um den Verhaltensbiologen John Dittami von der Universität Wien hat in einer Paarschlaf-Studie ermittelt, dass Frauen ohne ihren Partner weitaus besser – weil ruhiger und erholsamer – schlafen. Bei Männern ist es genau umgekehrt: Diese schlafen deutlich besser, wenn sie das Bett mit ihrer Partnerin teilen.
Warum aber schlafen Frauen besser ohne Mann? Dittami vermutet evolutionäre Gründe. Der Mann fühlte sich in der (Jagd)Gruppe besonders geschützt und schläft deshalb auch heute noch „in Begleitung“ besser als allein. Dagegen war die Frau im Schlaf immer besonders sensibel, da sie meist auf ihr Kind achten musste. Dittami: „Die Frau reagiert auf jede Bewegung empfindlich. Der Mann besitzt diese Empfindlichkeit nicht.“
Diese Ergebnisse bestätigen auch frühere Studien zum geschlechtsspezifischem Schlafverhalten. Danach leiden 65 Prozent der Frauen unter Schlafstörungen, aber nur rund 20 Prozent der Männer.
Aber welche Konsequenzen sollte man daraus ziehen? Für die Frauen ist die Antwort vergleichsweise leicht: Wer unter Schlafstörungen leidet, sollte allzu große Nähe zum Partner besser vermeiden. Das muss nicht gleich getrennte Betten oder gar getrennte Schlafzimmer bedeuten, aber ein Bett von mindestens 1,80 Meter Breite mit zwei getrennten Matratzen und Lattenrosten dürfte sinnvoll sein. Diese Trennung hat gegenüber einer einteiligen Matratze den Vorteil, dass der eigene Liegebereich auch durch heftige nächtliche Bewegungen des Partners nicht in Bewegung geraten kann. Ähnlich verhält es sich bei der Decke. Auch hier sind zwei „Einzel“ besser als ein großes „Doppel“. In Deutschland ist dies zwar ohnehin üblich, speziell in südlichen Ländern teilen Paare sich aber auch gerne eine große Decke. Für entsprechende Urlaubsreisen kann deshalb die Mitnahme einer Reisedecke die Schlafqualität merklich verbessern.
Wer sich angesichts solcher Empfehlungen um die zwischenmenschliche Seite der Nacht sorgt, für den hat John Dittami einen Trost. Die Schlaf-Studie, an der unverheiratete kinderlose Paare im Alter zwischen 21 und 31 Jahren teilnahmen, ergab nämlich auch, dass sexuelle Aktivitäten die Schlafqualität verbessern. Dittami: „Sex wirkt sich sowohl bei Frauen als auch bei Männern positiv auf den Schlaf aus.“ (spp)
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