Zuwendung und Betreuung sind wichtige Kriterien bei der Auswahl einer Pflegeeinrichtung.Es war ein normaler Tag, als Gertrude P. zu ihrem morgendlichen Spaziergang aufbrach. Kurz vor dem Park fing die Welt vor ihren Augen an zu verschwimmen. Ihr wurde schwindlig, die Rentnerin brach auf dem Weg zusammen. Aufmerksame Passanten alarmierten die Feuerwehr, die die alte Dame ins Krankenhaus brachte. Diagnose: Schlaganfall. Der Tag, vor dem sich Gertrude P. und ihre Angehörigen gefürchtet hatten, war da.
Eins war klar – zurück in die eigene Wohnung und ins alte Leben ging nicht mehr. Gertrude P. brauchte mehr Hilfe, als ambulant zu bewältigen war. Die Suche nach einer Pflegeeinrichtung begann und die Angehörigen standen vor der Frage: Nach welchen Kriterien sollen wir auswählen?
Zunächst ist die Pflegestufe ein wichtiger Faktor. Wie wird der Mensch eingestuft und welche entsprechenden Anbieter liegen in nächster Nähe? Nicht jeder Anbieter deckt auch jede Pflegestufe ab! Dann spielt die räumliche Nähe des Hauses zum bisherigen Lebensmittelpunkt eine wichtige Rolle. Damit das bisherige soziale Leben nicht völlig zum Erliegen kommt, müssen auch die Freunde, die oft auch nicht mehr so mobil sind, zu Besuch kommen können. Die Nähe zur Familie ist ein weiteres wichtiges Kriterium, um Vereinsamung zu verhindern. Es sollte zudem möglich sein, das künftige Zimmer mit eigenen Möbel einzurichten, um auch im neuen Zuhause die lieb gewonnenen Stücke um sich zu haben. In den meisten Einrichtungen werden 1-Zimmer-Einheiten angeboten, für Ehepaare auch kleine Appartements. Das eigene Zimmer ist auf jeden Fall einem Zwei-Bett-Zimmer vorzuziehen, denn eine Rückzugsmöglichkeit ist ein wichtiges Kriterium für die Unterbringung. Frei nach dem Motto „Unter jedem Dach ist ein Ach“ ist es jedoch kaum möglich, das Ideal zu finden. Kompromisse sind auch hier unumgänglich.
Doch zu viele sollten nicht eingegangen werden – zum Beispiel ist die Flexibilität ein wichtiger Punkt für das Wohlfühlen in dem neuen Zuhause. Alte Menschen, die sich an einen Lebensrhythmus gewöhnt haben, sollten diesen beibehalten können. Ein Einbinden in zu starre, unflexible Regelungen führt zu einer langsamen Abstumpfung, der so genannten Hospitalisierung. Eigene Bedürfnisse werden dann nicht mehr wahrgenommen, das Leben geht in ein stummes Dulden über.
Die Qualität der Betreuung sollte gesichert sein. Eine abgeschlossene Ausbildung im Pflegebereich sollte bei mindestens der Hälfte der Mitarbeiter vorhanden sein. Auch wenn kein aktueller Anlass besteht – schon in „guten Zeiten“ sollten sich ältere Menschen die Pflegeeinrichtung in ihrer Umgebung ansehen und sich beraten lassen. Nur so können persönliche Wünsche und Vorlieben verwirklicht werden. So fühlt sich der eine in der familiären Atmosphäre eines kleinen Anbieters wohl, andere möchten die Vorzüge und die vielfältigen Angebote eines großen Hauses nicht missen.
Gertrude P. hat es gut getroffen. Nur wenige Straßen von ihrer bisherigen Wohnung entfernt konnte eine Unterbringung in einem gut geführten Haus mit großem Garten, regelmäßiger Ergotherapie und verschiedenen Unterhaltungsangeboten organisiert werden. Sie fühlt sich rund um die Uhr in guten Händen, bekommt häufig Besuch und hat neue Freunde gefunden. Eine gute Voraussetzung, um das Leben zu genießen.
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