Gazette Verbrauchermagazin

Das Verbrauchermagazin
für den Südwesten Berlins

Der Baubiologe als Strahlendetektiv

Elektrosmog ist unsichtbar und doch allgegenwärtig

Rund acht Millionen Deutsche fühlen sich durch Elektrosmog gesundheitlich beeinträchtigt. Schlafstörungen und Kopfschmerzen machen elektrosensiblen Menschen das Leben schwer. Meist ist das Problem hausgemacht: „Sendungsbewusste“ Geräte wie WLAN-Router oder Schnurlostelefone sind stets eingeschaltet und strahlen ungehindert vor sich hin. Eine detaillierte Analyse liefert der Baubiologe.

Auf Spurensuche mit dem Baubiologen

Bei einem Wohnungsrundgang nimmt der Experte mögliche Strahlenquellen unter die Lupe. Dazu gehören neben allen Elektrogeräten auch die Stromleitungen in der Wand. In einem zweiten Schritt misst der Baubiologe die Höhe der Strahlung. „Ein guter Baubiologe arbeitet nur mit elektronischen Messgeräten, wertet die Ergebnisse direkt vor Ort aus und erstellt einen schriftlichen Empfehlungskatalog“, sagt Iris Laduch-Reichelt von der BHW Bausparkasse. „Die meisten Strahlungsursachen lassen sich einfach beheben.“ So sollten Drahtlosgeräte wie Funkuhr und Schnurlostelefone möglichst weit vom Bett entfernt platziert und nachts ausgestellt werden. Störfelder von Stromleitungen können durch den nachträglichen Einbau eines Netzfreischalters (ab 40 Euro) unterbunden werden, der die Netzspannung unterbricht.

Schutzmantel fürs Haus

Liegt die Ursache für Elektrosmog in der Nachbarschaft, etwa in Gestalt eines Mobilfunkmastes, hilft eine durchsichtige Spezialfolie für die Fenster (circa 50 Euro pro Quadratmeter). Bei sehr starker Strahlung sollten Dach und Fassade mit Metall- oder Edelstahlgittern ausgekleidet werden. „Wer sein Haus nach außen abschirmt, muss vorher unbedingt alle internen Strahlenquellen beseitigen. Sonst verstärkt sich der Elektrosmog, da die Strahlen nicht mehr nach außen gelangen“, erklärt Frank Mehlis, Vorsitzender des Verbands Baubiologie. Die Kosten für eine Komplettabschirmung belaufen sich auf mehrere tausend Euro. Dagegen nimmt sich der Preis für den knapp dreistündigen Besuch des Baubiologen – rund 500 Euro – bescheiden aus.

Tipp: Schutzmaßnahmen sollten nur unter Aufsicht eines Fachmanns ausgeführt werden. Qualifizierte Baubiologen finden Ratsuchende unter www.verband-baubiologie.de .

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