Auf den Philippinen wird die Medinilla Kapa-kapa genannt. Die Medinilla magnifica wurde von Manila nach England exportiert und in dortigen Treibhäusern kultiviert. In London wurde sie erstmals 1850 auf einer Leistungsschau präsentiert und erhielt gleich die Große Silbermedaille. Die Pflanzenexperten waren fasziniert von dieser Pflanze. Wegen ihrer Besonderheiten war es dennoch ein längerer Weg, bis die Pflanze auch bei uns ankam. In ihrer ursprünglichen Heimat lebt sie auf Bäumen; sie ist also eine so genannte Aufsitzerpflanze und wächst auf Bäumen in Wäldern der Vorgebirge bis zu 1000 m, aber auch in moosigen Wäldern bis zu 1400m. Durch die Dichte dieser Wälder ist sie nie direkter Sonnenbestrahlung ausgesetzt. Da aber in ihrer Heimat die Wälder immer mehr abgeholzt werden, zählt die Medinilla leider zu den gefährdeten Pflanzen. Es gibt sie auch als Strauch, der bis zu zwei Meter hoch werden kann. An dicken Zweigen hängen lange lederartige Blätter herab. Aus den Blattachseln wachsen bis zu 50 cm lange Triebe, an deren Ende sich die rosa- bis korallefarbenen herrlichen Blüten als Rispe bilden. Es können bis zu 100 Einzelblüten an den Blütenständen herunterhängen. Bei ausgewachsenen Pflanzen können diese rosaroten Rispen bis zu 60cm lang werden. Man findet sie in den letzten Jahren immer öfter in Gärtnereien, Blumenfachgeschäften und sogar in Heimwerkermärkten. Wenn die Blüte vorbei ist, sind die Pflanzen meistens etwas günstiger als „Schnäppchen“ zu haben.
So prächtig und divenhaft ihr Aussehen ist, so viel Aufmerksamkeit sollte man ihr auch in der Pflege widmen, denn sie ist ziemlich anspruchsvoll. Schon die Standort-Auswahl ist nicht einfach. Da sie recht ausladend ist und deshalb auf keine Fensterbank passt, sollte man eine andere höhere Stell-Möglichkeit finden, wo sie thronen kann. Auch als Ampelpflanze ist sie geeignet. Sie liebt Helligkeit, aber keine grelle Sonne. Eine Zimmertemperatur von 20 bis 30 °C macht der Medinilla nichts aus. Nur im Winter braucht sie eine Ruhepause von mindestens acht Wochen - am besten von Ende November bis Ende Januar - bei etwa 15 bis 17°C, so sammelt sie Kraft für neue Blüten. In dieser Zeit wird nur wenig gegossen (nicht austrocknen lassen!) und nicht gedüngt. Ab Mitte Februar darf die Pflanze dann wieder wärmer stehen. Im Sommer ist sie recht durstig und liebt sogar ein wöchentliches Tauchbad. Gießen Sie ansonsten regelmäßig mit weichem - also kalkarmem - und lauwarmem Wasser und lassen Sie das Wasser nie im Untersatz stehen: Staunässe nimmt sie übel. Bei zu feuchter Erde kann sie leicht Blätter verlieren, ebenso bei Lichtmangel und zu kaltem Boden. Da sie eine hohe Luftfeuchtigkeit braucht, mag sie es, wenn Sie sie täglich besprühen. Düngen Sie von Frühjahr bis Herbst einmal pro Woche. Bei guter Pflege - und das lohnt sich - zeigt sie sicherlich bald die ersten Blütenknospen, und Sie können stolz auf sich und Ihre Pflanze sein. Nun sollten Sie die Medinilla nicht mehr umstellen und Sie können sich mindestens zehn Wochen an den Blüten erfreuen.
Die Heimat dieser tropischen Schönheit sind die Philippinen, ganz präzise wurde sie im 19. Jahrhundert auf einer kleinen Pazifikinsel entdeckt, die zur Inselgruppe der Marianen gehört. Die Medinilla magnifica, so ihr wissenschaftlicher Name („magnifica“ heißt deutsch übrigens „prächtig“), ist eine der schönsten Arten der bisher entdeckten 500 Medinilla-Arten. Etwa hundert davon findet man auch auf den Inseln des Indischen Ozeans und auf dem angrenzenden Festland. Die Medinilla magnifica ist die einzige Art, die sich als Zimmerpflanze kultivieren ließ, deshalb hat sich diese Schönheit in den letzten Jahren auch als begehrtes, aber noch ziemlich teures Objekt einen Platz in unseren Wohnzimmern er-obert.
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