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Die Bezirksverordnetenversamlung (BVV)
Steglitz-Zehlendorf diskutiert

http://www.gazette-berlin.de/gazette/contenido/cms/upload/BVV/st-z-2010-09.250.175.jpgPressekonferenz zur Steglitzer Woche mit Bezirksbürgermeister Norbert Kopp (rechts), dem 1. Vorsitzenden des Berliner Schaustellerverbandes Thilo-Harry Wollenschlaeger (links) und der Claire-Waldorff-Interpretin Sigrid Grajek.

September 2010

Zukunft der Steglitzer Woche

In diesem Jahr wurde die Steglitzer Woche zum 58. Mal durchgeführt. Neben einer Reihe von begleitenden Veranstaltungen stand im Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit die traditionelle Festwiese im Park zwischen Bäkestraße und Stadion Lichterfelde am Teltowkanal. Die Zusammenarbeit zwischen dem veranstaltenden Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf und dem Schaustellerverband regelt ein Vertrag, der u.a. auch die Ausgleichszahlungen der Schausteller für die Nutzung der Parkanlage beinhaltet. Das Bezirksamt verwendet die Gelder für die Beseitigung von Schäden und zur Wiederherstellung von Grünbereichen in der Parkanlage. Die Nutzung der Grünanlage als Festwiese ist allerdings seit Jahren bei den Anwohnern nicht unumstritten. Vor dem Hintergrund der jetzt anstehenden neuen Vertragsverhandlungen zwischen Bezirksamt und Schaustellerverband nehmen die Fraktionen in der BVV zur Zukunft der Steglitzer Woche Stellung.

CDU-Fraktion

Die Steglitzer Woche hat eine 58-jährige Tradition im Bezirk. Neben dem Volksfest im Bäkepark gibt es in diesem Zeitraum zahlreiche weitere Traditionsveranstaltungen wie das Lichterfelder Radrundstreckenrennen, die Entenstaffel der Grundschulen oder den Volkslauf.
Seit wenigen Jahren gibt es Beschwerden von Nachbarn bezüglich Lärm- und sonstiger Belästigungen. Darüber hinaus nähme der Park durch die Fahrgeschäfte Schaden.
Aktuell stehen die Vertragsverhandlungen mit dem Schaustellerverband über eine Verlängerung der Steglitzer Woche im Bäkepark an. Bereits in der Vergangenheit ist auf die Beschwerden der Nachbarn reagiert worden, um die Lärmbelastungen zu reduzieren. Zusätzlich wurde bei der letzten Steglitzer Woche durch Neuerungen wie beispielsweise die Kleinkunstveranstaltungen im Pavillon eine Qualitätssteigerung erreicht.
Die CDU bekennt sich klar zur Fortsetzung des seit Jahrzehnten im Bäkepark stattfindenden Volksfestes, mangels alternativer Standorte, erwartet allerdings, dass das Bezirksamt vor Vertragsabschluss mit den Anwohnern ins Gespräch kommt sowie sicherstellt, dass mögliche Schäden im Park auf Kosten der Schausteller beseitigt werden. Torsten Hippe

SPD-Fraktion

Die Steglitzer Woche ist eines der wenigen Traditionsveranstaltungen in unserem Bezirk. Um das Volksfest herum gruppieren sich weitere kulturelle und sportliche Veranstaltungen. Von Jahr zu Jahr gibt es Neuerungen. Auch eine Tradition braucht immer wieder eine Weiterentwicklung.
Doch das Fest bringt auch Belastungen mit sich. Für die Anwohner am Platz und für die Grünanlage am Teltowkanal. Gegenseitige Rücksichtnahme ist wichtig für das Überleben der Festwoche. Deshalb begrüßt die SPD, dass das Bezirksamt Gespräche mit den Beteiligten führt, um Verständnis für die Probleme der Anwohner während des Festes zu fördern. Die Schausteller zahlen jedes Jahr einen beachtlichen Betrag für die Beseitigung der Schäden in der Grünanlage. Über die Höhe dieser Ausgleichszahlung wird bei den jetzt beginnenden neuen Vertragsverhandlungen zu reden sein, damit die Anlage auch den Rest des Jahres über schön bleibt.
Das Fest lebt aber von der besonderen Atmosphäre im Grünen und unterscheidet sich gerade dadurch von anderen Volksfesten in der Stadt. Deshalb halten wir wenig von vorschnellen Forderungen nach einer einfachen Verlegung des Festplatzes. Michael Karnetzki

Bündnis 90/Die Grünen-Fraktion

Die Steglitzer Wochen sind seit fast 60 Jahren fester Bestandteil des Bezirks. Die 250 000 Besucher in diesem Jahr zeugen davon, dass dieses Fest von vielen Bürgerinnen und Bürgern dieses Bezirkes (und sicher auch aus den Nachbarbezirken) geschätzt wird. Dazu trägt sicher auch bei, dass es nicht nur Buden und Schaustellerbetriebe für die Jugend gibt, sondern für alle Alters- und Bevölkerungsgruppen etwas angeboten wird. Erfreulich ist auch, dass dieses Jahr neben den schon bekannten Events wie Radrennen und Volkslauf zum ersten Mal ein Kleinkunstpreis vergeben wurde. Diese positven Merkmale des Festes können nicht darüber hinwegtäuschen, dass es für die angrenzenden Gebiete während der Festtage lauter wird als in den anderen Monaten des Jahres, das ist auch bei anderen Festivitäten im Bezirk nicht anders. Deshalb ist auch hier ein Kompromiss gefunden und die Steglitzer Woche räumlich und zeitlich eingeschränkt worden. Uns Grünen ist es natürlich auch besonders wichtig, dass die unvermeidlichen Schäden des Bodens und der Vegetation mit Hilfe der extra dafür gezahlten Gelder sofort nach dem Fest wieder ausgeglichen werden und dass die Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern über vermeidbare Belästigungen schon im Vorfeld stattfindet. Uwe Köhne

FDP-Fraktion

Die Steglitzer Woche ist die traditionsreichste Festveranstaltung in unserem Bezirk. Neben dem Deutsch-Amerikanischen Volksfest stellt sie einen weit über die Grenzen des Bezirks bekannten Veranstaltungshöhepunkt dar. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund hatte sich das Bezirksamt aktuell dazu entschlossen, das Programm der Steglitzer Woche kulturell noch interessanter zu gestalten. Mit dem Ende des Deutsch-Amerikanischen Volksfestes am angestammten Platz in Zehlendorf in diesem Jahr bleibt die Steglitzer Woche perspektivisch das einzige regelmäßige große Fest in unserem Bezirk. Die FDP-Fraktion in der BVV setzt sich daher für den Verbleib dieser beliebten Veranstaltung in Steglitz-Zehlendorf ein. Mit seiner verkehrsgünstigen Lage bietet der derzeitige Veranstaltungsort, der Bäke-Park, sowohl für die Besucher als auch die Schausteller günstige Voraussetzungen. Einen für die Beteiligten vergleichbar günstigen anderen Platz im Bezirk zu finden, erscheint nach ersten Prüfungen schwierig. Die unmittelbare Nähe der Anwohner zum Bäke-Park ergibt allerdings eine empfindliche Situation, die besondere Aufmerksamkeit erfordert. Aus Sicht der FDP-Fraktion muss zukünftig dringend dafür gesorgt werden, dass auf Anwohnerverträglichkeit streng geachtet wird. Jan Ziegenhagen

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