
Das vom Abgeordnetenhaus beschlossene „Jahrgangsübergreifende Lernen“, das vorsieht, dass Kinder der ersten und zweiten Klassen sich beim gemeinsamen Lernen gegenseitig helfen, hat einen hohen erzieherischen, aber auch gesellschaftlichen Anspruch. Dem entsprechend gibt es nicht nur bei Pädagogen sowie den betroffenen Schulen und Eltern eine Diskussion über diese neue Unterrichtsform, sondern sie wird auch in der Öffentlichkeit durchaus kontrovers geführt. Im Folgenden erläutern die vier Fraktionen der BVV Steglitz-Zehlendorf die Standpunkte, die sie zu diesem Thema einnehmen.
In den letzten Jahren gab es in den Grundschulen schulpolitische Veränderungen. So sollte ursprünglich ab Schuljahr 2008/09 die Altersmischung in der Schulanfangsphase verpflichtend eingeführt werden, ohne die notwendigen Rahmenbedingungen zu erfüllen. Berlin ist das einzige Bundesland, in dem JÜL Pflicht ist und bei dieser grundlegenden Strukturveränderung das Mitspracherecht und die Entscheidungsbefugnis der schulischen Gremien missachtet wird.
Internationale und nationale Untersuchungen belegen keine signifikanten Unterschiede in den Lernleistungen der Schülerschaft in den jahrgangsübergreifenden und jahrgangsbezogenen Lerngruppen.
Die CDU unterstützt daher die Schulen und Eltern, die die Aufnahme einer Öffnungsklausel in das Schulgesetz zur freiwilligen Einführung von JÜL und die Rücknahme der Verpflichtung fordern.
Den Betroffenen eine Reform aufzuzwingen schadet der Unterrichtsqualität und unserem Anspruch, alle Kinder entsprechend ihrer Fähigkeiten zu fordern und zu fördern. Marion Berning
Jahrgangsübergreifendes Lernen in Berliner Grundschulen hat eine lange Tradition. Im Schuljahr 1992/93 entstanden die ersten jahrgangsgemischten Klassen, bis 2008 gab es diesen Modellversuch schon an 250 Schulen. Seit dem Schuljahr 2008/09 wird diese Art zu lernen in der Schulanfangsphase als Regelform praktiziert. Die flexible Schulanfangsphase ermöglicht den Kindern ein individuelles Lerntempo. Die Kinder sollen lernen zu lernen. Sie bringen ihr eigenes Wissen und eigene Erfahrungen mit in den Unterricht ein. Der Unterricht in Förder- oder Teilungsgruppen ermöglicht eine individuelle Förderung. Leistungsstarke Schüler unterstützen die jüngeren oder leistungsschwächeren Schüler. Leistungsstärkere Schüler haben aber auch die Möglichkeit, die Lernangebote der nächst höheren Jahrgangsstufe auszuprobieren. Jahrgangsübergreifendes Lernen eröffnet Chancen und fördert das soziale Miteinander. Die Aufgabe besteht darin, den Unterricht so zu gestalten, dass ein grundlegendes Wissen von allen erreicht wird. Erfolgreiche OECD-Länder, die dieses System praktizieren, haben schon längst erkannt, dass das der richtige Weg ist. Renate Krohm
Das Lernen in „Jahrgangsübergreifenden Klassen“ ist eine Schulreform, die viele Chancen und Möglichkeiten bietet. Bündnis 90/Die Grünen sind davon überzeugt, dass gemeinsames Lernen auch über die „normalen“ Jahrgangsstufen hinweg allen Kindern positive Lern- und Sozialeffekte ermöglicht. Wie die meisten ambitionierten Reformen, insbesondere wenn es um Schule und Erziehung geht, braucht JÜL vor allem zwei Dinge: Gute Rahmenbedingungen und ausreichend Zeit! Die guten Rahmenbedingungen reichen dabei von zusätzlichen Mitteln und kleineren Klassen, über eine dem neuen Lehrkonzept angepasste Lehrerausbildung bis hin zur Bereitschaft aller Beteiligten sich auf diese Reform einzulassen. An einigen dieser Punkte mangelt es derzeit bei JÜL leider noch. Dies ist aber kein Grund die Reform, noch bevor Ergebnisse sichtbar werden können, zu verdammen. Der weit überwiegende Teil der Schulen, auch bei uns im Bezirk, hat sich bereits auf den Weg gemacht JÜL umzusetzen. Nun sollte man den Schulen Zeit geben Erfahrungen zu sammeln und darauf hinwirken die notwendigen Rahmenbedingungen zu verbessern. Henning v. Wittich
Der rot-rote Schulsenat hat den Grundschulen ein schwieriges pädagogisches Problem aufgeladen: Das Jahrgangsübergreifende Lernen (JÜL) in der ersten und zweiten Klasse. Die Kinder sollen in den ersten beiden Schuljahren den Unterricht gemeinsam verbringen und von einander lernen. Doch was bei leistungsstarken und motivierten Kindern funktionieren kann, scheitert bei Schülern mit ungleichen Voraussetzungen. Viele Kinder sind überfordert, sie können sich nicht um Kinder kümmern, die eine intensive Förderung benötigen. Die notwenige Ausstattung für JÜL ist nicht vorhanden: Es fehlen Erzieher- und Lehrerstunden, es gibt nicht genug Räume, die Fortbildung der Pädagogen ist unzureichend. Überdurchschnittlich viele Kinder haben eine Verweildauer von drei Jahren in der Schulanfangsphase. Die Unzufriedenheit bei der Lehrerschaft und unter den Eltern ist sehr groß. Die FDP fordert daher: JÜL sollte nicht verpflichtend sein, sondern sollte durch die Schulgremien vor Ort entschieden werden. Das Schulgesetz muss geändert werden. JÜL sollte in der ersten und zweiten Jahrgangsstufe auf freiwilliger Grundlage weitergeführt werden. Dieser Antrag der FDP (Drucksache 1400/III) wurde im Schulausschuss am 6.4.2010 beschlossen. Siegfried Tulke
Weitere Informationen zur BVV Steglitz-Zehlendorf sowie aktuelle Termine finden Sie hier...
Anders als von den meisten Menschen vermutet, ist der Valentinstag am 14. Februar nicht etwa eine Erfindung der Blumenverkäufer. Der Tag, an dem die Liebenden sich und ihre Gefühle feiern und zum Ausdruck bringen, hat seinen Namen vom... weiter...
Als 1920 durch das Groß-Berlin-Gesetz sieben Städte sowie Dutzende von Landgemeinden und Gutsbezirken mit der Stadt Berlin zu einer neuen Verwaltungseinheit zusammengefasst wurden, befürchteten viele der betroffenen Gemeinden einen Verlust ihrer kommunalen Identität und Selbstbestimmung. weiter...
Am 2. Dezember 2011 entschied sich die Jury eines Wettbewerbs zur Neugestaltung des Olivaer Platzes für den Entwurf des Dresdener Landschaftsarchitekturbüros Rehwaldt. Große Rasenflächen, ...
Stellungnahme der einzelnen Fraktionen...
CDU: Der Olivaer Platz als einer der zentralen... weiter...
SPD: Der Olivaer Platz ist die letzte... weiter...
Bündnis 90/Die Grünen: Der Wettbewerb zur... weiter...
Piratenpartei: Als die Preisträgerentwürfe zur... weiter...
Die Linke: Es ist wichtig, dass die nun... weiter...