Die Steglitzer Schloßstraße gehört seit Jahren zu den beliebtesten Einkaufsstraßen in Berlin.Bereits in den 80iger und 90iger Jahren behandelten die Steglitzer Bezirksverordneten unterschiedliche Maßnahmen, um die Schloßstraße noch attraktiver zu gestalten. Diese Beratungen wurden nach der Bezirksfusion von der BVV Steglitz-Zehlendorf fortgesetzt. Das nunmehr vorliegende Maßnahmenkonzept des Bezirksamtes zu baulichen und verkehrlichen Maßnahmen wird zur Zeit in den zuständigen Fachausschüssen der BVV geprüft und danach im Plenum der BVV abschließend beraten.
Die CDU ist gegen eine Aufgabe des 2. Fahrstreifens. Die Schloßstraße ist und wird keine Flaniermeile wie der Kurfürstendamm, die Kunden wollen dort eher effizient einkaufen denn verweilen, dazu bietet unser Bezirk schönere Plätze. Die Erschwerung der Zufahrt wird zu einer Attraktivitätsminderung führen und damit zu noch mehr Verkehr – in die Einkaufszentren des Umlandes.
Erfolgreich ist die Schloßstraße, weil wir dort all das erhalten, was in unserer unmittelbaren Wohnumgebung nicht gehandelt wird, insbesondere auch Waren, die wegen ihrer Größe oder ihres Gewichts nur mit dem Pkw zu transportieren sind. Deshalb ziehen vor allem die leichte Erreichbarkeit mit dem Pkw und die vorhandenen Parkplätze Kunden an. Es ergibt keinen Sinn, diese Vorteile aufzugeben. Von der CDU auf drohenden Stau angesprochen, erwiderte eine SPD-Verordnete: „Genau das wollen wir doch!“, also Stau erzeugen, um den bisherigen Pkw-Verkehr – und damit die Kunden – zu vertreiben, denen eine Fahrradspur nicht nützt.
Im Übrigen wird sich der Verkehr seinen Weg durch die Lepsius- und Albrechtstraße wie deren Seitenstraßen zum Schaden der dortigen Anwohner suchen. All das ist im Übrigen gut am Beispiel der Wilmersdorfer Straße nachvollziehbar, einst umsatzstark, nun in der Bedeutungslosigkeit. Torsten Hippe
Die Schloßstraße wird endlich ein Ort für „Flaneure“. Der Stadtplanungsausschuss der BVV hat die vorgeschlagene Planung von Stadtrat Stäglin (SPD) angenommen. Der Weg für den Umbau ist damit frei. Der Widerstand der CDU war nicht nachvollziehbar. Die Schloßstraße, eine der ersten Adressen unter den Berliner Einkaufszentren, nimmt nun eine Gestalt an, die es den Bürgern ermöglicht, in ansprechender Umgebung ohne Verkehrschaos einzukaufen und zu „bummeln“. Die Schloßstraße muss gestärkt werden gegenüber Zentren auf der „Grünen Wiese“. Ein Zentrum mit optimalem öffentlichem Nahverkehr. Es gilt, dieses Angebot noch attraktiver zu gestalten. Bedeutend breitere Bürgersteige, eine Straßenbeleuchtung auch für Fußgänger. Eine Allee mit Bäumen. Einen bisher fehlenden Fahrradangebotsstreifen, eine überbreite gemeinsame Fahrbahn für Busse und Autos. Ampel-Vorrangschaltungen regeln den notwendigen Verkehr. Um die Schloßstraße zu entlasten, wird der bisherige Durchgangsverkehr weitgehend auf die Autobahn umgelenkt. Dadurch ergibt sich auch eine Lärmminderung. In den aktuellen Begutachtungen und Stellungnahmen von BVG, Senat und ADAC wurde dies bestätigt. Nach hartnäckigem Ringen konnte die SPD hier gemeinsam mit den Grünen und der FDP eine Entscheidung fällen. Eine gute Lösung kann Gestalt annehmen! Detlev Ronnisch & Volker Semler
Wir Grünen begrüßen es, dass die Arbeiten entsprechend des Konsensbeschlusses der BVV zur Attraktivitätssteigerung der Schloßstrasse aus dem Jahr 2006 endlich umgesetzt werden. Aber eine Investitionssumme von rund 1,5 Mill. € kann nicht aus der Portokasse bezahlt - und muss sorgfältig geplant werden. Wir glauben, dass es gut investiertes Geld ist. Als letzte Hürde war die Fahrspuraufteilung in der Schloßstrasse zu nehmen. SPD, FDP und Grüne hatten damals zur Verminderung des Durchgangsverkehrs in einem Ergänzungsbeschluss eine kombinierte Bus-, Liefer-, Fahrradspur und eine Fahrspur für den Individualverkehr beschlossen. Aber BVG und die Verkehrslenkungsbehörde Berlin lehnten das wegen der begrenzten Fahrbahnbreite ab, als Ersatzlösung wurde eine überbreite Fahrspur und ein Angebotsstreifen für Radfahrer vorgeschlagen. Unser Zählgemeinschaftspartner CDU hatte die damalige Lösung nicht mitgetragen und wollte sich mit der Ersatzlösung auch nicht anfreunden, weil sie dadurch Staubildung befürchtet. Auch als ein erneutes Verkehrsgutachten nachwies, dass eine Fahrspur den jetzigen Verkehr aufnehmen könnte, setzte kein Umdenken bei der CDU ein. So wurde ohne die Stimmen der CDU die Ersatzlösung beschlossen. Wir hoffen aber weiterhin auf die Lernfähigkeit unseres Zählgemeinschaftspartners in Verkehrsfragen, zumal wenn die Faktenlage so eindeutig ist. Ulf Hampel
Die Schloßstraße ist endlich auf einem guten Weg zu einem attraktiven Boulevard. Über viele Jahre ist ergebnislos über eine sinnvolle Weiterentwicklung der Straße im Bezirk diskutiert worden. In der vergangenen Wahlperiode hatte sich die FDP vehement dafür eingesetzt, dass die Schloßstraße eine Einkaufmeile wird, die auch zum Flanieren einlädt.
Durch privatwirtschaftliches Engagement sind schon wichtige Impulse für die Entwicklung der Straße gesetzt worden – zum Beispiel durch den Bau des Einkaufszentrums „Das Schloss“. Jetzt werden auch die schon lange von der FDP geforderten Maßnahmen zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität im Straßenraum angegangen. So soll es in Zukunft nur noch eine Fahrspur für den Kfz-Verkehr und eine Fahrradspur je Richtung geben. Da gleichzeitig der Durchgangsverkehr soweit wie möglich über die parallel verlaufende Autobahn geleitet werden soll und Busse und Lieferverkehr separate Haltebuchten erhalten sollen, unterstützt die FDP die Planungen des Bezirks. Alle Maßnahmen kommen den Fußgängern zu Gute, die zukünftig auf bis zu 7,5 Meter breiten Bürgersteigen flanieren können. Rolf Breidenbach
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