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Die Bezirksverordnetenversamlung (BVV)
Steglitz-Zehlendorf diskutiert

http://www.gazette-berlin.de/gazette/contenido/cms/upload/BVV/st-z-2008-04.250.175.jpgDie Attraktivität in Lichterfelde West soll gewahrt bleiben, deshalb wurde ein Bebauungsplanverfahren eingeleitet.

April 2008:

Neuer Bebauungsplan für die Curtiusstraße

Neubauprojekte in der Curtiusstraße in Lichterfelde waren bereits in der Vergangenheit Gegenstand von Diskussionen in der BVV und in der Öffentlichkeit. Das Gelände zwischen S-Bahn und dem Wohngebiet steht seit längerer Zeit unter einem Veränderungsdruck. Nunmehr liegen dem Bezirksamt Pläne für ein Projekt mit überwiegendem Einzelhandel und untergeordneten Dienstleistungen vor. Da das Bezirksamt wegen der Großflächigkeit des beantragten Einzelhandels sowie weiterer Auswirkungen auf Handel und Verkehrssituation ein Planerfordernis sieht, wurde im Januar 2008 ein Bebauungsplanverfahren eingeleitet.

CDU-Fraktion

Das Gebiet zwischen S-Bahn und Curtiusstraße bedarf einer städtebaulichen Aufwertung. Der dort derzeit vorhandene Schrottplatz inmitten verwahrloster Umgebung gehört nicht in das Herz Lichterfelde Wests. Dabei halten wir die derzeitige Planausweisung Gewerbegebiet, die Schrottplätze u.ä. zulässt, für falsch. Gleichzeitig nehmen wir zur Kenntnis, dass die Supermärkte Plus und Kaisers in der Drakestraße ihre Geschäfte wegen zu geringer Fläche schließen werden. Um einer fortdauernden Verwahrlosung des Areals entgegenzuwirken und Lichterfelde West als Geschäftsstandort attraktiv zu halten ist die CDU bereit, unter Bedingungen einer Ansiedlung der beiden genannten Märkte in der Curtiusstrasse in zeitgemäßer Größe zuzustimmen. Dazu gehört die verkehrliche Erschließung in beiden Richtungen einschließlich des Parkplatzes des Lidl-Marktes nur von der Bahnseite aus. Dabei muss die Erschließungszufahrt möglichst weit östlich in der Curtiusstraße liegen, um den Verkehr in der Curtiusstraße zu minimieren und aus den Wohnlagen herauszuhalten. Vor der gesamten Athene-Schule muss zu diesem Zweck eine Verkehrsberuhigung (Spielstraße) durch Aufpflasterung vorgenommen werden, um eine Durchfahrt vom Dahlemer Weg zu unterbinden. Torsten Hippe

SPD-Fraktion

Die Curtiusstraße in Lichterfelde-West: Ein kleines, teils leeres Gewerbegebiet. Das Umfeld: Wohnbebauung, Grundschule, ein Spielplatz, enge Straßen. Der Investorenplan: Großflächiger Einzelhandel mit über 2000 m² Verkaufsfläche zusätzlich zum bereits vorhandenen Discounter und ein neuer Bio-Supermarkt. Die möglichen Folgen liegen auf der Hand: Verkehrschaos in den umliegenden Straßen. Die Discounter in der Drakestraße werden umziehen, das bedeutet Leerstand am Tor zum West-Basar. Kein schöner Anblick. Damit verschwinden auch die Hauptmagneten aus dem Einzugsbereich, von denen Fleischer, Textilläden, Buchhandel, Bäcker bisher profitierten. Die SPD wird sich deshalb dafür einsetzen, dass nicht „gebaut wird, was raufgeht“, sondern mit einem Bebauungsplan das Gebiet so entwickelt wird, dass Verkehr und Wohnqualität in der Umgebung nicht beeinträchtigt werden und den Läden in Lichterfelde West nicht die Existenzgrundlage entzogen wird. Deshalb wollen wir keinen großflächigen Einzelhandel an der Curtiusstraße, Handwerk und andere mittelständische Betriebe in die Planung einbeziehen, die Verkehrssicherheit für die Schüler verbessern und Renovierung des Spielplatzes als Grünbereich. Petra Hauschulz

Bündnis 90/Die Grünen-Fraktion

Kaisers und Plus werden ihre Läden in der Drakestr. schließen, weil die Verkaufsfläche nicht mehr den heutigen Ansprüchen genügt. Sie wollen mit einem Investor in der Curtiusstr. auf dem Gelände zwischen Lidl und dem Kadettenweg zwei größere Supermärkte errichten, das Autohaus bleibt in verbesserter Form erhalten. Nach bestehendem Baurecht wäre das auch zulässig, das Bezirksamt hat aber wegen der Problematik des angrenzenden Wohngebietes, der zusätzlichen Verkehrsbelastung der Curtiusstr. und der „Ausfransung“ des Unterzentrums Drakestr. einen B-Plan eingeleitet.
Wir Grünen haben in Abwägung aller Einflüsse für dieses Projekt entschieden weil die positiven Argumente überwiegen:
Das Warenangebot im Unterzentrum Drakestr. bleibt erhalten und wird ausgebaut. Die Verkehrserschließung parallel zur Bahn einschließlich Lidl und dem im Bau befindlichen Bio-Supermarkt neben dem S-Bahnhof ermöglicht es die Curtiusstr, ab Kadettenweg vor der Schule in eine verkehrsberuhigte Zone umzuwandeln und damit den Durchgangsverkehr zu vermindern. Die Parksituation wird durch die Parkplätze entspannt. Die Nachteile sind die zusätzliche Verkehrsbelastung der Curtiusstr. durch die Zu- und Abfahrt auf dem Gelände des Autohauses und den Kadettenweg. Wegen der Lärmbelastung muss die Curtiusstr. asphaltiert werden. Auf den B-Plan möchten wir wegen der Bürgerbeteiligung nicht verzichten, können uns aber einen vorhabenbezogenen B-Plan vorstellen. Ulf Hampel

FDP-Fraktion

Die Curtiusstraße ist einerseits durch Wohnen geprägt und andererseits werden durch die Straße eine Grundschule, ein Einkaufsmarkt und Gewerbebetriebe erschlossen. Diese Konstellation hat schon in der Vergangenheit zu Diskussionen in der BVV geführt. Nun hat das Bezirksamt die Aufstellung eines Bebauungsplans für Teile der Curtiusstraße mit dem Ziel beschlossen, Festsetzungen zu treffen, vorhandene und geplante Einzelhandelsnutzungen in einer verträglichen Größenordnung zu ermöglichen. Mit diesem Beschluss werden Pläne eines Investors im Plangebiet, schon jetzt auf Teilflächen Einzelhandelsbetriebe zur Nahversorgung und Belebung des Zentrums Lichterfelde-West zu bauen, hinausgeschoben. Die Durchführung des Bebauungsplanverfahrens liegt dagegen im Interesse der Anwohner, nur so lassen sich die auch von der FDP unterstützten Vorhaben des Investors gegen deren Interessen und der schon vorhandenen Betriebe in verkehrlicher Hinsicht aber auch im Hinblick auf Umweltverträglichkeit abwägen. Die FDP ist aber offen für eine schnelle Lösung zur Umsetzung der Planungen, wenn sie gleichwohl den Belangen der Anwohner Rechnung trägt. Rolf Breidenbach

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