Dorfkirche Zehlendorf.Durch Beschluss des Abgeordnetenhauses von Berlin im März 2006 wurde ab dem Schuljahr 2006/2007 das Pflichtfach Ethik ab Klasse 7 in der gesamten Berliner Schule schrittweise eingeführt. Der Religionsunterricht kann freiwillig zusätzlich belegt werden. Gegen diese Regelung wendet sich die Initiative „Pro Reli“ mit einem Volksbegehren. In einem eigenen Gesetzesentwurf wird eine Wahlfreiheit zwischen den Fächern Ethik und Religion im Rahmen des Unterrichtsangebots gefordert. Für das Volksbegehren müssen bis zum 21. Januar 2009 170.000 Unterschriften von den Initiatoren gesammelt werden, damit es zu einem Volksentscheid kommt.
Moralisch begründetes Verhalten ist wichtig, nicht nur für den einzelnen, sondern für die Gesellschaft insgesamt. Die individuelle Lebenserfahrung ist dabei entscheidend. Deshalb bedarf es an den Schulen nicht nur einer humanistisch-säkularen Wertevermittlung, sondern auch des religiös gebundenen Unterrichts. Der Staat hat diese Vielfältigkeit zu respektieren. Nur das Wahlpflichtfach Ethik/Religion sorgt für echte Wahlfreiheit. Die Wirklichkeit in den Schulen zeigt, daß angesichts dicht gedrängter Stundenpläne der freiwillige Religionsunterricht schnell unter den Tisch fällt. Schule hat aber die Aufgabe, alle Kräfte und Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen zu fördern. Religionsfreiheit umfaßt nicht nur die Freiheit, nichts mit Religion zu tun haben zu müssen, sondern auch die Freiheit, sich für Religion und Religionsunterricht entscheiden zu können. Der Versuch von SPD und Kommunisten, Religion aus den Schulen zu verdrängen darf nicht hingenommen werden. Die CDU Fraktion Steglitz- Zehlendorf wird das Volksbegehren PRO RELI daher mit ganzer Kraft unterstützen. Thorsten Krenz
Der gemeinsame Ethikunterricht ist in Berlin unverzichtbar, da hier Menschen unterschiedlicher Kulturen, Religionen und Weltanschauungen miteinander leben. Die Schule hat die Aufgabe, gegenseitiges Verständnis, Toleranz und Respekt zu fördern. Im Fach Ethik erwerben die Jugendlichen Wissen über verschiedene Kulturen, Religionen und Weltanschauungen, sprechen über Philosophie und Fragen ihrer Lebensgestaltung. Sie benennen Konflikte und suchen nach Möglichkeiten, diese zu überwinden. Sie lernen sich gegenseitig mit ihren Lebensauffassungen und Lebensweisen besser kennen. Dieses gelingt aber nur im gemeinsamen Unterricht und nicht nach Religionszugehörigkeit getrennt. Dabei können die Jugendlichen sich über verbindende Werte verständigen.
Ethik ist kein Alternativangebot zum Religionsunterricht. Vielmehr ergänzen sich Ethikunterricht und bekenntnisgebundener Religions- und Weltanschauungsunterricht. Über den Ethikunterricht hinaus haben alle Schüler/innen von der 1. Klasse an die Möglichkeit, zwischen Unterrichtsangeboten der Religionsgemeinschaften und des Humanistischen Verbands frei zu wählen. Wenn die Qualität des Angebots stimmt, nehmen die Jugendlichen dieses zusätzlich gerne an. Renate Krohm
Wahlrecht ist eine gute Sache und zu fördern. Um Wahlrecht geht es der Intiative Pro Reli aber nicht. Sie fordert ein Recht auf Abwahl. Abwahl des Faches Ethik.
Ethik ist ein Schulfach, das zum Ziel hat, die Bereitschaft und Fähigkeit von Schülern unabhängig von kultureller, ethnischer, religiöser und weltanschaulicher Herkunft zu fördern, sich gemeinsam mit grundlegenden kulturellen und ethischen Problemen des individuellen Lebens, des gesellschaftlichen Zusammenlebens (…) konstruktiv auseinander zu setzen. Das Lehrbuch Ethik 1 meines 13.-jährigen Sohnes hat z.B. die Kapitel „Sich selbst finden“ „Frei verantwortlich handeln“ „Mit anderen leben“ „ Mit Werten und Normen umgehen“.
Dieses Ziel kann Schule kann nur erreichen, wenn alle Schüler zusammen unterrichtet werden. Nur dann findet eine Auseinandersetzung und ein Verstehen anderer Menschen, auch mit anderem kulturellem und religiösem Hintergrund stattfinden.
Wenn Pro Reli behauptet, die intensive Vermittlung dieser Ziele und Inhalte sei auch im evangelischen, muslimischen oder katholischen Religionsunterricht,- und zwar in jedem für sich -, gewährleistet, so macht sie sich und anderen etwas vor.
Die eigenen religiösen Werte sollen und können auch weiterhin im konfessionellen Religionsunterricht vermittelt werden können. Hieran will niemand etwas verändern. Ethik aber muss für alle sein, da es allen nützt und nur im gemeinsamen Unterricht Früchte trägt. Maren Schellenberg
Nach Ansicht der FDP gehört der Religionsunterricht an die Schulen. Die Schülerinnen und Schüler müssen zwischen alternativen Angeboten wie evangelischem, katholischem, jüdischem oder muslimischem Unterricht einerseits oder eben Ethik/Philosophie andererseits wählen können. Diese Wahlfreiheit sollte die pure Selbstverständlichkeit sein. Das staatlich verordnete Zwangseinheitswertefach tritt dagegen die Gewissensfreiheit mit Füßen. Wir haben in der deutschen Geschichte schlechte Erfahrungen mit staatlich verordneten Werten gemacht. Deshalb setzt die FDP sich aktiv für die Initiative „Pro Reli“ ein.
Es ist ein liberales Anliegen, die Qualität des Werteunterrichts durch umfassend qualifizierte Lehrer sicherzustellen. Ein moderner Werteunterricht befördert das gegenseitige Verständnis in der Gesellschaft und verschafft den Werten des Grundgesetzes ihre Gültigkeit: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“.
Weiterführende Informationen zu „Pro Reli“ erhalten Sie unter www.freie-wahl.de . Kay Heinz Ehrhardt
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