In den letzten Jahren gab es eine Reihe von Planungen für die Ansiedlung von Gewerbe und Einkaufsmärkten im Bereich der Potsdamer Chaussee und Potsdamer Straße, die bei Anwohnern und in der BVV heftig diskutiert wurden.
So plante ein großer deutscher Automobilhersteller an der Potsdamer Chaussee/Ecke Fürstenstraße ein repräsentatives Verkaufsgebäude. Für die Verwirklichung dieses Projekts müsste der bestehende Bebauungsplan geändert werden. Aufgrund der sehr unterschiedlichen Auffassungen der Fraktionen in der BVV gab es für die Änderung des B-Plans keine Mehrheit in den Fachgremien der BVV.
Die Potsdamer Straße/Chaussee ist als Einfallstraße Visitenkarte des Bezirks. Wir wollen den grünen Eindruck der Allee erhalten und nicht zulassen, dass eine Gewerbestraße entsteht. Die CDU freut sich über jede gewerbliche Ansiedlung im Bezirk – in den dafür vorgesehenen Gebieten. Es ist für uns nicht nachvollziehbar, wieso SPD und FDP mit aller Macht die Interessen eines Großkonzerns gegen die der Anwohner und Einwohner durchsetzen wollen, die Errichtung eines über 6 Meter hohen Autohauses aus Beton auf dem ca. 3 Meter hohen Hang über der Potsdamer Straße, ein Monstrum! Dies gilt umso mehr, als AUDI sich weigert, sich an der Goerzallee anzusiedeln, da man aus „Marketinggründen nicht neben ‚Roller’ und ‚Kaufland’“ bauen möchte.
Wir sprechen uns, wie alle Anwohner des Gebietes ebenso, für die Errichtung einer Senioreneinrichtung und von Einfamilienhäusern aus. Der Grüngürtel an der Straße bliebe dabei in Verlängerung des Gemeindewäldchens erhalten und es entstünden Arbeitsplätze im sozialen Bereich.
Moral: Wer in seiner Wohngegend ein Autohaus mit täglichem Werkstattlärm und nächtlichem Flutlicht haben will, wähle doch SPD! Torsten Hippe
„Uns interessieren weniger Arbeitsplätze als der Erhalt des Stadtbildes.“ Mit diesen Worten fasste jüngst die CDU im Bezirk ihre Position zusammen. Deshalb darf sich auf einem bisherigen Gewerbegrundstück an der Potsdamer Straße in Zehlendorf kein Gewerbe ansiedeln. In diesem Fall die Firma AUDI mit einem Premium-Autohaus. Es geht um 50 Arbeitsplätze – doch die „interessieren uns nicht“. Die SPD-Fraktion hat in Gesprächen mit dem Investor erreicht, dass dieser seine ursprünglichen Bebauungspläne zugunsten der Stadtbildverträglichkeit und des Schutzes der Anwohner deutlich verändert hat. Doch Schwarz-Grün interessiert das nicht. Die CDU und ihr grüner Anhang zeigen dem Investor weiterhin lächelnd die kalte Schulter. Ein satter Bauch braucht sich um Wirtschaftsansiedlungen und Arbeitsplätze nicht zu kümmern. Doch so gut geht es Berlin nicht. Es geht um Arbeitsplätze. Und es geht um Steuereinnahmen. Öffentliche Mittel möchte die CDU schon für den Bezirk ausgeben und klagt gerne darüber, dass es zu wenig ist. Doch dass Geld für öffentliche Ausgaben erst durch Steuereinnahmen verdient werden muss, ist eine Binsenwahrheit. Michael Karnetzki
Die Frage, welches Flair die Potsdamer Chaussee vermitteln soll, ist nicht zum ersten Mal in der Diskussion. Ein wesentlicher Interessenkonflikt ist dabei die Entscheidung, ob wir uns den Luxus leisten, diese Aus- und Einfallstraße aus und in den Bezirk so grün zu belassen wie sie derzeit ist, oder ob wir sie einzelnen Gewerbetreibenden als besonders attraktiven Standort anbieten.
Die Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen möchten dort keinen Gewerbelaufsteg, sondern wir möchten weiterhin ein grünes Eingangstor zum Bezirk.
Investoren wie z.B. Audi, die dort gerne eine in die Straße werbewirksame Verkaufs- und Werkstattfläche ansiedeln wollen, schätzen selbstverständlich die Attraktivität der Potsdamer Chaussee. Eine solche Ansiedlung wäre aber ein weiterer Schritt, die bestehende Harmonie aufzulösen, wie dies leider auf der anderen Straßenseite bereits geschehen ist. Sollte sich die Potsdamer Chaussee durch weitere Gewerbeansiedlungen ähnlich entwickeln wie die Goerzallee, ist sie auch für eine Ansiedlung hochpreisiger Verkaufsflächen nicht mehr attraktiv und hat ihren einzigartigen Charakter verloren. Dies sind wir nicht bereit zu unterstützen. Maren Schellenberg
Die Potsdamer Chaussee/Potsdamer Straße ist eine der wichtigsten Magistralen unseres Bezirks und gilt als Aushängeschild für alle Berlinbesucher, die über die Autobahn A 115 in die Stadt kommen. Die FDP-Fraktion setzt sich schon lange für ein geschlossenes Stadtbild entlang der Potsdamer Chaussee/Potsdamer Straße ein. Dazu gehört eine gesunde Mischung aus Wohnen, Gewerbe und Grünflächen. Ein Schandfleck, wie er sich zurzeit auf dem Gelände an der Bülowstraße entwickelt, ist da nicht tolerabel. Aus diesem Grund steht die FDP-Fraktion auch einer möglichen gewerblichen Nutzung der Fläche offen gegenüber, sofern sie im Einvernehmen mit den dortigen Anwohnern umgesetzt wird. Der Erhalt wesentlicher Teile des Baumbestandes auf der Liegenschaft als Sicht- und Schallschutz ist hierbei ein ebenso wichtiges wie selbstverständliches Kriterium. Die FDP-Fraktion begrüßt ausdrücklich die Absichten des Investors Audi zur Errichtung eines Dienstleistungsstandortes in unserem Bezirk, mit dem 50 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Jan Ziegenhagen
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