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Die Bezirksverordnetenversamlung (BVV)
Charlottenburg-Wilmerdorf diskutiert

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125 Jahre Kurfürstendamm - Wie feiert unser Boulevard Geburtstag?

Der „Churfürstendamm“ war zwar schon 1685 auf einer Karte eingezeichnet, damals war es aber noch ein Reitweg, der die Kurfürsten vom Berliner Schloss durch den Tiergarten zum Jagdschloss Grunewald führte. Erst mit der Anlage und Pflasterung einer 53 Meter breiten Straße, die 1886 fertig gestellt und am 5. Mai mit der Eröffnung der Dampfstraßenbahnlinie Zoo-Grunewald in Betrieb genommen wurde, beginnt die Geschichte des weltberühmten Boulevards.

SPD-Fraktion

Vor 125 Jahren fuhr zum ersten Mal eine Dampfeisenbahn auf dem Kurfürstendamm, der damals nicht mehr war als eine befestigte Straße. 125 Jahre und ungezählte Entwicklungen später ist der Kudamm Anziehungspunkt für Berliner wie für Touristen und gewinnt als Einkaufsziel weiter an Gewicht.
Befördert wurde die positive Entwicklung durch die SPD im Land und im Bezirk, etwa durch die Leitlinien City-West des Senats. Zudem koordiniert das im Auftrag des Bezirksamts gegründete Regionalmanagement die Planungen zum Geburtstag gemeinsam mit den Gewerbetreibenden und flankiert durch die landeseigene Kulturprojekte Berlin GmbH.
Auch wenn das Programm und die Finanzierung noch nicht vollständig stehen, so ist doch jetzt schon klar: Wir können uns auf ein vielfältiges und abwechslungsreiches Angebot freuen - so wie der Kudamm eben ist. Fabian Schmitz-Grethlein

CDU-Fraktion

Die CDU-Fraktion begrüßt die Idee, den Kurfürstendamm mittels einer Imagekampagne und einem Fest zum 125. Geburts- bzw. Einweihungstag zu feiern. Seit Juli 2009 wird nun durch die AG City daran geplant. Viele Geschäftsleute wollen sich mit Ideen und nicht zuletzt mit Finanzmitteln einbringen. Es soll ein besonderes Fest werden, das dem schönsten und beliebtesten Einkaufsboulevard Berlins gerecht wird. Skepsis gibt es dennoch, denn ein schlüssiges Konzept liegt noch nicht vor. Jetzt soll es das neu gegründete Regionalmanagement City-West im Amerika-Haus richten. Das Bezirksamt ist nachdrücklich gefordert, sich stärker in die Vorbereitung einzubringen, damit etwas Positives aus der ursprünglich guten Idee und dem Willen der ansässigen Geschäftsleute wird und es im Mai 2011 heißen kann: „Happy Birthday, KuDamm“. Carsten Engelmann

Bündnis 90/Die Grünen-Fraktion

Regionale Jubiläen sind wichtige Ereignisse der Zivilgesellschaft. Sie ermöglichen es den Anwohnerinnen und Anwohnern, die Gegenwart und Geschichte des Ortes zu illustrieren auch für entferntere Nachbarinnen und Nachbarn in Berlin und anderswo. Durch eine Ausstellung zu dieser bekanntesten Straße im Berliner Westen sollen die Höhen und Tiefen der Berliner Geschichte dargestellt werden in Gegenständen, Fotos, Texten. Bei der Gestaltung der Vitrinen können viele Menschen im Bezirk einen Beitrag zur Vergangenheit erarbeiten und ausstellen: Künstlerinnen und Künstler, Studierende der UdK, Schulklassen, Kitas. Beste Voraussetzungen für die Erarbeitung einer Ausschreibung dafür haben die Expertinnen des Museums Charlottenburg-Wilmersdorf. Eine finanzielle Honorierung der Beiträge kann ein Spendenfonds der Anliegergeschäfte ermöglichen. Dr. Jürgen Hess

FDP-Fraktion

Das Jubiläum sollte ein Anlass sein, um den Kudamm ins rechte Licht zu setzen, aber nicht nur mit einer Weihnachtsbeleuchtung plus Jahreszahl. Vielmehr gilt es, die Attraktivität des Ku‘damms zu steigern. Dazu ist eine Besinnung auf die Historie mit einer lange geplanten Ausstellung in den zum Teil leerstehenden Vitrinen eine richtige Maßnahme. Die Planung in den Händen der „Kulturprojekte GmbH“ muss gewährleisten, dass kulturell etwas geboten wird. Eine Serie von Straßenfesten, gar Fressmeilen wäre kontraproduktiv. Eher gefragt sind die Mimen der Schaubühne und der Theater am Kurfürstendamm sowie musikalische Darbietungen von Niveau und ein sportliches Highlight.
Die Bezirkspolitik muss die Realisierung der neuralgischen Punkte - Halenseegraben/Haus Cumberland/Kudamm-Karrée - so vorantreiben, dass über das Jubiläum hinaus eine gesunde Mischung aus Kultur und Kommerz nicht nur erhalten bleibt, sondern der Boulevard der City West weiter aufgewertet wird. Dr. Wilfried Fest

Die Linke-Fraktion

Will man mit einer Feier den Kudamm wieder flott machen? Es wäre ein seltsames Geschenk zum 125. Geburtstag des traditionsreichen Boulevards. Um den Kudamm zu einem bleibenden Anziehungspunkt der City West zu machen, muss die Entwicklung in eine andere Richtung gehen. Mode und Einzelhandel sind dazu wichtig. Aber nicht die Monokultur der großen Ketten und Luxusanbieter, die mit ihrer hohen Mietzahlungskraft die Vielgestaltigkeit zerstören. Eine Zahlungskraft, die häufig aus grotesk hohen Gewinnmargen mit in Niedriglohnländern hergestellten Produkten herrührt. Die Mietmaximierung der Grundstückseigentümer ist wesentlich verantwortlich für die Verödung des Kudamms. Wo sind die Kinos, Kaffees und Lokale, die den Kudamm so lebendig machten? Vielgestaltige Nutzung ist der Schlüssel zur Renaissance des Kudamms und der City West. Wolfgang Tillinger

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