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Feuerwerk in der Silvesternacht

Wie jahrhundertealte Traditionen den Jahreswechsel prägen

Ob als Silvester in Deutschland, „Hogmanay“ in Schottland, „nytarsaftensdag“ in Dänemark, „nochevieja“ in Spanien oder „New Year’s Eve“ in Großbritannien und den USA – weltweit begehen Menschen auf besondere Art und Weise den Jahreswechsel. Richard Eickel, Geschäftsführer von COMET-Feuerwerk in Bremerhaven berichtet: „Hier zu Lande verdankt der letzte Tag des Jahres seinen Namen Papst Silvester I.“ Er starb am 31. Dezember 335 und wurde der Tagesheilige. 1582 sorgte dann eine Kalenderreform dafür, dass das Jahresende vom 24. auf den 31. Dezember verschoben wurde. So entstand der bis heute aktuelle Name.

Vom Knallkörper zum Sternenregen

Die jahrhundertelange Tradition des Feuerwerks begründeten in erster Linie wohl die Chinesen, die auch heute noch maßgeblich die Entwicklung prägen. Seit dem 8. Jahrhundert ließen es die Asiaten krachen und knallen. Den Grundstein für das Feuerwerk legte dabei die Entdeckung des Schwarzpulvers. Es wurde zunächst im Krieg und dann zum Verschrecken von bösen Geistern angewandt.
Das Feuerwerk fand bis Ende des 13. Jahrhunderts seinen Weg nach Europa. Dort wurde es zunächst ausschließlich für kriegerische Auseinandersetzungen verwendet. Eickel weiter: Im 14. Jahrhundert entwickelten dann Italiener und Japaner die Feuerwerksherstellung zu einer Kunst. Knallkörper wurden dann erstmals zur Unterhaltung gezündet. Dies geschah anlässlich einer Pfingstfeier in Florenz. Nach der Verbreitung des Schießpulvers in Europa wurde es schließlich Tradition, die bösen Geister anstatt mit Rasseln und Trommeln, mit lauten Kanonenschüssen und Böllern zu verjagen.
Im späten Mittelalter galt das Feuerwerk als Statussymbol an deutschen Fürstenhöfen. Sie wurden groß inszeniert um Reichtum und Macht darzustellen. Oft begleitete ein Orchester das Geschehen. Später kamen andere Leuchteffekte hinzu und die Adligen wetteiferten bei jeder Möglichkeit um das beeindruckendste Feuerwerk. Damals waren die Farbeffekte noch dunkler und meist nur in Gold- oder Orangetönen. Im 17. Jahrhundert war es erstmals möglich, andere Farben zu erzeugen.

Bunte Traditionen zum Jahreswechsel

Mit den Feierlichkeiten rund um den Jahreswechsel entstanden zahlreiche weitere Traditionen, die zum Teil bis heute erhalten sind. Und so unterschiedlich die Bezeichnungen für Silvester sind, so sind es auch die Bräuche. Während die Deutschen zwischen Festessen, Blei gießen und vierblättrigen Kleeblättern gute Vorsätze für das neue Jahr fassen, werden in anderen Ländern schon fast skurrile Bräuche gepflegt. In Italien zum Beispiel werden Porzellan und Kleidung aus dem Fenster geworfen und rote Kleidung getragen. So soll Amors Pfeil auf keinen Fall sein Ziel verfehlen. In Kolumbien werden die Koffer gepackt, die Menschen ziehen mit ihnen durch die Straßen und hoffen auf viele Reisen im neuen Jahr. Die Briten singen um Mitternacht „Auld lang Syne“ und tanzen. Die Spanier essen bei jedem Glockenschlag um Mitternacht eine Weintraube. Dabei ist Tempo angesagt. Wer das nicht schafft, soll angeblich im nächsten Jahr nicht viel Glück haben. In Portugal gibt es eine bunte Mischung an Traditionen: Um Mitternacht werden wie im Nachbarland Rosinen oder Weintrauben gegessen. Anstatt roter Kleidung trägt man allerdings blaue Unterwäsche. Wie in Italien werden Gegenstände aus den Fenstern geworfen. Zu guter Letzt wird mit Kochtöpfen ordentlich Lärm gemacht.“Und ganz gleich ob Koffer gepackt oder Trauben gegessen werden, über ein effektvolles Feuerwerk freuen sich die Menschen überall auf der Welt.

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